Forum: Offtopic Oszilloskopmissbrauch


von Sarah S. (saramarisu)


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Hallo Jungs,

mit Mikroelektronik habe ich eigentlich nichts am Hut (auch wenn ich 
viele Ideen habe, die man wohl nur damit vernünftig umsetzen könnte, 
weswegen ich schon immer einen Einstieg finden wollte), ich bin nur 
hier, weil ich denke, dass ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt.
Mein Hobby ist das Experimentieren mit visuellen Effekten, und für eine 
Idee möchte ich Erschütterungen sichtbar machen. Mein erster Gedanke 
war, einen Laserpointer zu verwenden und den Punkt abzufilmen. Das 
Problem ist nur, dass die zeitliche Auflösung des Films für viele Dinge 
nicht ausreicht. Deswegen habe ich mir nun überlegt, stattdessen den 
Leuchtpunkt wandern zu lassen und in einer Fotografie zu bannen. Dafür 
müsste ich aber den Leuchtpunkt präzise linear bewegen, und ich hab 
keine Ahnung, wie ich das machen soll.
Wenn mich meine Erinnerung an den Schulunterricht nicht täuscht (so lang 
ist es ja noch nicht her) sollte ich doch ein Oszilloskop genau dafür 
missbrauchen können, oder? Wie stelle ich denn das am besten an? 
Wahrscheinlich reicht für mich irgendein günstiges gebrauchtes Gerät, 
gibt es da etwas, auf was ich achten sollte/muss? Gut wäre, wenn man die 
Bewegungsgeschwindigkeit präzise einstellen könnte, ich brauche dabei 
auf jeden Fall einen Bereich von 1ms bis 1s, mehr nach oben und unten 
wäre natürlich Klasse.

Ich hoffe ihr könnt mir da weiterhelfen, denn ich wüsste sonst nicht, 
wen ich fragen sollte. Ich habe mir auch schon den Artikel zum Thema 
Oszilloskop hier auf der Seite durchgelesen, nur ist der bei meinem 
Problem wenig hilfreich.

Lieben Gruß
Sarah

von Einhart P. (einhart)


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Moin Sarah,
trotz deines langen Textes verstehe ich nicht so ganz was du da machen 
willst. Erschütterungen kannst mit handelsüblichen Smartphones einfach 
anzeigen lassen. Da gibt es Apps wie z.B. Sensor Kinetics. Mehr Info 
wäre aber vonnöten.

von Jeffrey L. (the_dude)


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ein Oszi kann ja nur Spannungen messen, daher benötigt man noch "etwas", 
was die Bewegung / Erschütterung eben in diese umwandelt.

Ein Gyro oder  oder im einfachsten Fall ein Poti (wobei ich nicht glaube 
dass ein Poti entsprechend auflösen kann...) sind da noch von Nöten...

von Sarah S. (saramarisu)


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Hmm, ich weiß nicht so recht, wie ich das leicht verständlich 
beschreiben kann ;-) Vielleicht so: Ich dunkel einen Raum komplett ab 
und leuchte mit einem besonders stabil befestigten Laser an die Wand. 
Wenn ich nun mit einer ebenso stabil befestigten Kamera diese Wand 
fotografiere, beispielsweise mit einer Belichtungszeit von einer 
Sekunde, dann erhalte ich eine dunkle Aufnahme mit einem scharfen 
Lichtpunkt. Befestige ich die Kamera auf einem nicht so stabilen Stativ, 
das die Erschütterungen der Umgebung gut überträgt, und laufe dann 
während der Aufnahme daran vorbei, so übertragen sich die 
Erschütterungen auf die Kamera und ich erhalte eine Aufnahme, die nicht 
mehr einen Lichtpunkt zeigt, sondern einen Lichtstreifen (weil die 
Aufnahme durch die Erschütterungen verwackelt ist). Je nachdem was für 
Schuhe ich trage oder wer an der Kamera vorbei läuft zeigen sich andere 
Muster und es entstehen interessante Aufnahmen (um die geht es mir :-) 
). Das Problem ist, dass ich bei einer einzigen Aufnahme den zeitlichen 
Ablauf nicht steuern kann, alle Verwacklungen überlagern sich einfach. 
Aus dem Grund kam mir die Idee, wenn ich den Leuchtpunkt kontrolliert 
bewegen könnte, dann hätte ich eine stabile Zeitliche Komponente im 
Bild. Und dann könnte ich ganz andere Arten von Erschütterungen sichtbar 
machen. Mein Problem ist, den Leuchtpunkt kontrolliert (also gleichmäßig 
und wiederholbar) zu bewegen, und das mit unterschiedlichen 
Geschwindigkeiten für unterschiedliche Erschütterungen. Und da kam mir 
eben der Gedanke, dass das mit einem Oszilloskop klappen könnte (ich 
muss ja das Bild nicht von der Wand aufnahmen, ich kann ja auch den 
Bildschirm des Oszilloskops abfotografieren).

Ich will also nicht irgendetwas Messen, und es muss auch nicht die 
Bewegung auf dem Oszilloskop angezeigt werden, ich möchte einfach nur 
einen linear wandernden Leuchtpunkt, dessen Geschwindigkeit ich fein 
regeln kann, um diesen dann abzufotografieren.

Der besondere Charme für mich wäre, wenn das mit einem analogen Gerät zu 
machen ist, weil ich auch die Fotos analog erstelle. Das es digital 
einfacher gehen könnte interessiert mich da nur wenig, das ist mir zu 
steril ;-)

Vielen Dank auf jeden Fall schon mal für eure Unterstützung!
Sarah

PS: Jetzt ist der Text sogar noch länger geworden, ich hoffe aber, ich 
konnte mein Vorhaben verständlich machen. :-)

von Roland L. (Gast)


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du könntest mit einem Drehspiegel oder Prisma den Laserpunkt wandern 
lassen.
Oder den ganzen Laser drehen, dann bräuchtest du aber wohl mehrere 
Laser, weil der Punkt sonst die meiste Zeit außerhalb des Bildes ist.

von Icke ®. (49636b65)


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Eine Lösung wäre vielleicht, den Laserpointer auf ein gewöhnliches Servo 
zu montieren, wie es im RC-Modellbau verwendet wird, da gibt es sehr 
stabile und kräftige Ausführungen. Das Servo kann simpel mit einem 
Mikrocontroller angesteuert werden. Die Schwenkzeit ließe sich damit 
ebenfalls programmieren bzw. einstellen.

von Knut _. (_knut_)


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Wenns ohne saubere Messtechnik sein soll, dann vielleicht einfach einen 
kleinen Spiegel mit einem Motor/ Servo vor dem Laserpointer drehen?

Yeah 3x gleiche Antwort :)

von Michael B. (laberkopp)


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Sarah S. schrieb:
> Deswegen habe ich mir nun überlegt, stattdessen den
> Leuchtpunkt wandern zu lassen und in einer Fotografie zu bannen

Du bist 50 Jahre zu spät.

Natürlich kann man auf einem Oszilloskopbildschirm einen Leuchtpunkt 
langsam oder schnell wandern lassen.
Allerdings sind alte Röhren nicht besonders geometrisch linear, da kann 
es sinnvoller sein, das auf einem PC-Bildschirm zu simulieren, höher 
auflösen tut er sowieso.

von A. H. (ah8)


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Hallo Sarah,

wenn es die Kamera ist, die durch die Erschütterungen bewegt wird, dann 
muss es ja eigentlich kein Laser sein, oder? (Ich dachte zunächst, der 
Laser wird „erschüttert“ und soll die Bewegung auf die Wand projizieren, 
was eine gewiss „Verstärkung“ bewirken würde.) Ein einfacher 
(möglicherweise leuchtender) Punkt an der Wand sollte genügen. Wenn es 
Dir gelingt, diesen Punkt zu bewegen wäre das Problem gelöst. Dazu gibt 
es sicher eine ganze Reihe von Möglichkeiten: Ein Punkt auf einem 
Schirm, der sich bewegt, eine Leuchtdiode auf einem Treibriemen (der 
vielleicht auch auf Erschütterungen reagiert), ein Beamer, ein 
Computerbildschirm, ein durch Spiegel abgelenkter Laser und so weiter. 
Ein Oszilloskop geht natürlich auch, dürfte wohl vom Bildschirm her aber 
zu klein sein.

von Einhart P. (einhart)


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Noch eine Frage: geht es dir um das Ergebnis (Analoges Foto einer 
mechenischen Schwingung) oder um einen etwas umständlichen Weg soetwas 
zu realisieren?

von Vlad T. (vlad_tepesch)


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ich dachte, ich hab verstanden was du meinst, aber

Sarah S. schrieb:
> Das Problem ist, dass ich bei einer einzigen Aufnahme den zeitlichen
> Ablauf nicht steuern kann, alle Verwacklungen überlagern sich einfach.

Ich dachte gerade das willst du, ein interessantes Bild, was sich aus 
der Langzeitbelichtung des wackelnden Laserpunktes (ich würd die Kamera 
fest aufstellen und den Laser schwingend lagern) ergibt.

Wenn du doch den zeitlichen Verlauf willst, kannst du doch irgend einen 
empfindlichen Sensor nehmen, die Messwerte aufzeichnen und hinterher 
irgendwie Visualisieren. Entweder als 2d-Bild, 3d-Bild, oder als Video 
oder ganz nüchtern als Plot der einzelnen Sensorenwerte.

von Daniel V. (danvet)


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Du kannst auch einen Film von dem wackelnden Laserpunkt machen (bzw der 
wackelnden Kamera) und dann die Einzelbilder auswerten/überlagern und 
das weglassen, was du nicht möchtest.

von Vlad T. (vlad_tepesch)


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Daniel V. schrieb:
> Du kannst auch einen Film von dem wackelnden Laserpunkt machen (bzw der
> wackelnden Kamera) und dann die Einzelbilder auswerten/überlagern und
> das weglassen, was du nicht möchtest.

ich bezweifel, dass die Bildaufnahmerate da passt.

von Rainer U. (r-u)


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Vielleicht hilft es Dir schon, wenn Du an Dein analog-Oszi einen Piezo 
(bei Wikipedia: piezoelektrischer Sensor) anschließt, oder ein 
zweckentfremdetes Mikrofon..

Und dann mußt Du Deinen Fotoapparat noch irgendwie triggern, damit Du 
abdrückst, wenn der Punkt ganz links ist.. schwer bei ein paar ms 
Auflösung :-)

von Sabine W. (sabine_w)


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Ich würde umgekehrt triggern, des Oszi fängt dann links an, wenn der 
Fotoapparat auslöst, vielleicht geht das ja über den Blitzschuh.

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