Warum werden Lautsprecher eigentlich immer mit einem Spannungssignal
angesteuert und nicht mit einem strom, d.h. mit einer
stromregelschleife, deren sollwert von der spannung des audiosignals
abhängen?
Gerade wenn es jm die berücksichtigung der induktiven anteile geht,
sollte es doch besser sein.
Schliesslich definiert der strom die magnetische feldstärke und nicht
die spannung.
Viel besser wäre es noch, wenn man die Auslenkung der Membran in einer
Positionsregelschleife steuert.
Dann kann man alle störenden Einfüsse von elektrischen Widerstand,
Sättigung, Luftwiderstand ... einfach wegregeln ;)
Vermutlich würde eine Stromregelung an einer komplexen Last mit
induktivem Anteil recht spaßig werden. Und dann kommt so ein Trottel
gelaufen und baut ne Box mit Frequenzweiche.. ;)
Detlef Kunz schrieb:> Viel besser wäre es noch, wenn man die Auslenkung der Membran in einer> Positionsregelschleife steuert.
Lautsprecher mit DSP. Ich hoffe, du hast dir das schon patentieren
lassen! :D
Das gibt es auch. Es ist eine Weile her, daß ich darüber etwas gelesen
hatte. Das System analysierte zusätzlich wie der Lautsprecher den Strom
in Abhängigkeit vom Signal aufnahm und konnte so selbst aus Billigboxen
erstaunlich gute Klänge herausholen.
Das kann man nicht mal eben so selbst nachbauen. Die Ansteuerung ist
etwas komplexer bezüglich der Bauteile und damit auch die Entwicklung
des Gerätes. Wenn die Patente abgelaufen sind werden sicher nach und
nach günstige Nachbauten auf den Markt kommen. Trotzdem bleibt ein
höherer Bauteileaufand. Es wird also wahrscheinlich immer etwas teurer
bleiben und Geiz ist ja bekanntlich geil denn man ist ja nicht Oed.
Erschreckend dass jemand eine Doktorarbeit schreibt und mit keinem Wort
auf Philips MFB, Backes+Muller und Silbersand eingeht, due das schon
seit Jahrzehnten umsetzen.
peter schrieb:> Warum werden Lautsprecher eigentlich immer mit einem Spannungssignal> angesteuert und nicht mit einem strom, d.h. mit einer> stromregelschleife, deren sollwert von der spannung des audiosignals> abhängen?
Bei der Spannungsansteuerung hat die Quelle einen niedrigen
Innenwiderstand, bei der Stromansteuerung einen hohen.
Durch den niedrigen Innenwiderstand werden Eigenschwingungen des
Lautsprechers nochmals elektrisch gedämpft. Ohne diese bliebe nur die
mechanische Dämpfung und der der Lautsprecher würde länger und
intensiver besonders auf seiner Eigenresonanz hörbar nachschwingen.
Stromansteuerungen findet man auch im Netz, für Leute die viel Wummmm
mögen.
Gruß
Joachim schrieb:> Durch den niedrigen Innenwiderstand werden Eigenschwingungen des> Lautsprechers nochmals elektrisch gedämpft. Ohne diese bliebe nur die> mechanische Dämpfung und der der Lautsprecher würde länger und> intensiver besonders auf seiner Eigenresonanz hörbar nachschwingen.
Ah, sehr interessant! Wieder was gelernt :) Das erklärt die Auswertung
und Regelung des Stromes anstelle der reinen Ansteuerung in dem Gerät
über das ich damals las.
Lautsprecher haben eine Resonanzfrequenz auf Grund ihrer mechanischen
Parameter.
Bei einer Spannungsgegengekoppelten Verstärker dessen Innenwiderstand
gegen 0 Ohm strebt, wird die Resonanzfrequenz des Lautsprechers auf
Grund der induzierten Schwingspulenspannung stark bedämpft.
Ein stromgegengekoppelter Verstärker hat einen Innenwiderstand von
nahezu unendlich. Hier wird die Resonanzfrequenz im Gegenteil sogar noch
angeregt wie bei einen Verstärker , dessen Kollektorwiderstand aus einen
Parallelschwingkreis besteht.
Man könnte eine Kombination von Strom und Spannungsgegenkopplung
einsetzen.
Bei der Resonanzfrequenz Spannungsgegenkopplung, und bei höheren
Frequenzen wo die Induktivität der Schwingspule sich bemerkbar macht
eine Stromgegenkopplung. Das wird auch bei Backes&Müller und Silbersand
sogar so gemacht.
Die Bewegungsgegenkopplung gibt es schon seit den 70ger Jahren. Ist aber
aufwendig zu realisieren, da der Lautsprecher einen zusätzlichen Sensor
benötigt, dessen Linearität nachher die Qualität des Lautsprechers
bestimmt.
Ralph Berres
Ralph Berres schrieb:> Die Bewegungsgegenkopplung gibt es schon seit den 70ger Jahren. Ist aber> aufwendig zu realisieren, da der Lautsprecher einen zusätzlichen Sensor> benötigt, dessen Linearität nachher die Qualität des Lautsprechers> bestimmt.
Das System das ich sah benötigte diesen Sensor nicht. Entweder haben die
diese Funktion doch nicht und ich habe es mißverstanden (dabei wurde es
so schön herausgestrichen) oder die haben einen Weg gefunden diese oder
eine ähnliche Information aus dem Stromaufnahme- und/oder
Spnnungsverhalten zurückzurechnen. Man war ja auch plötzlich in der Lage
sensorenlose brushlesscontroller zu bauen.
Zu dumm, daß ich es nicht wiederfinde. Manchmal gibt es coole Sachen von
denen man noch nie etwas gehört hat.
Carsten R. schrieb:> oder die haben einen Weg gefunden diese oder> eine ähnliche Information aus dem Stromaufnahme- und/oder> Spnnungsverhalten zurückzurechnen. Man war ja auch plötzlich in der Lage> sensorenlose brushlesscontroller zu bauen.
Naja Versuche in diese Richtung gab es einige, aber keine hat wirklich
vernünftig funktioniert.
Das Problem die Gegen-EMK der Schwingspule zu nutzen, ist halt die
Information, was die Membran anstellt, von dem was die Spule alleine (
ohne Membran ) liefern würde zu unterscheiden.
Es gibt sogar Firmen, die behaupten, das eine Stromgegengekoppelte
Endstufe
in Verbindung mit einen Lautsprecher ebenfalls eine
Bewegungsgegenkopplung wäre.
Ralph Berres
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