Grad wurde ein neues Handy vorgestellt, von dem es hieß: "Die 13 Megapixel Kamera kommt mit einem Laser-Fokus, wie er auch bei Radarpistolen eingesetzt wird. Die Kamera löst daher ultraschnell aus und sorgt so für extrem scharfe Bilder." Hat jemand eine Ahnung, was da wirklich für eine Technik dahintersteckt? Alles Googeln führte mich bloß immer wieder zu diesem Handy ohne nähere technische Erläuterung zurück. Er soll aber sogar an verschiedenen Punkten im Raum messen. Also eher nen besseres Fokussierhilfslicht oder wirkliche Entfernungsmessung mit Laser?
Sabine W. schrieb: > Grad wurde ein neues Handy vorgestellt, von dem es hieß: > > "Die 13 Megapixel Kamera kommt mit einem Laser-Fokus, wie er auch bei > Radarpistolen eingesetzt wird. Die Kamera löst daher ultraschnell aus > und sorgt so für extrem scharfe Bilder." > > Hat jemand eine Ahnung, was da wirklich für eine Technik dahintersteckt? > Alles Googeln führte mich bloß immer wieder zu diesem Handy ohne nähere > technische Erläuterung zurück. Er soll aber sogar an verschiedenen > Punkten im Raum messen. > Also eher nen besseres Fokussierhilfslicht oder wirkliche > Entfernungsmessung mit Laser? 1. Warum sollte man in Radarpistolen Laser einsetzen? 2. Laserlicht ist nicht schneller als normales Licht. 3. Die Schärfe der Bilder hängt nicht von der Auslösegeschwindigkeit ab. Es gibt also nur einen Grund, diese Kamera zu kaufen: Weil es nachts kälter ist als draußen!
Sabine W. schrieb: > Hat jemand eine Ahnung, was da wirklich für eine Technik dahintersteckt? > ... > oder wirkliche Entfernungsmessung mit Laser? Gemäß hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/LG-G3-greift-mit-Laser-und-QHD-nach-der-Smartphone-Krone-2198931.html handelt es sich in der Tat um einen laserbasierten Abstandssensor für den Autofokus. Ob der tatsächlich im Allgemeinen besser funktioniert als herkömmliche Verfahren sei dahingestellt.
naja - zu zeiten von kinect sieht man ja dass die messung von sehr genauen abständen durch die laufzeit von licht in der haushaltselektronik keine magie ist. ob die das jetzt laser nennen oder fokosierte infrarotdiode ist wohl eher die frage - aber selbst infrarotlaser sind ja schon lange kein teures teufelszeug mehr... lg m
> zu zeiten von kinect sieht man ja dass die messung von sehr > genauen abständen durch die laufzeit von licht in der > haushaltselektronik keine magie ist. Kinect arbeitet gaaaanz anders. Da wird ein "körniges" IR-Bild in den Raum projiziert und anhand der Verschiebung des Punktemusters die Entfernung bestimmt.
Man kann schon nen Laser nehmen um die Entfernung zu messen. Die Frage ist nur wo der Laser hingeht: Es hilft Dir nichts wenn der Laser in die Bildmitte zielt, Du aber 2 Personen aufnehmen willst die rechts und links von der Bildmitte stehen. Dann fokussiert der auf den Sonnenuntergang in der Mitte und Dein Päärchen im Vordergrund wird unscharf. Daher haben die ganzen Spiegelreflexkameras nen Haufen von Fokuspunkten/Messfeldern in der Spiegeloptik. Die Kameraelektronik kann anhand von Kontrastwechseln erraten welche davon auf Deinem Motiv sitzen, normal kann man aber auch einen oder mehrere manuell auswählen. Ich fürchte der Laser bringt also nur der Marketingabteilung des Herstellers was weil die wieder ein tolles Buzzword für ihr Datenblatt haben.
Das dachte ich bisher auch, aber bei dem neuen Kinect für die XBox One wird tatsächlich ein Time-of-Flight-Verfahren verwendet: http://blogs.technet.com/b/microsoft_blog/archive/2013/10/02/collaboration-expertise-produce-enhanced-sensing-in-xbox-one.aspx
Gerd E. schrieb: > Man kann schon nen Laser nehmen um die Entfernung zu messen. Die Frage > ist nur wo der Laser hingeht: Es hilft Dir nichts wenn der Laser in die > Bildmitte zielt, Du aber 2 Personen aufnehmen willst die rechts und > links von der Bildmitte stehen. Dann fokussiert der auf den > Sonnenuntergang in der Mitte und Dein Päärchen im Vordergrund wird > unscharf. Prinzipiell hast du recht. > Daher haben die ganzen Spiegelreflexkameras nen Haufen von > Fokuspunkten/Messfeldern in der Spiegeloptik. Die Kameraelektronik kann > anhand von Kontrastwechseln erraten welche davon auf Deinem Motiv > sitzen, normal kann man aber auch einen oder mehrere manuell auswählen. > > Ich fürchte der Laser bringt also nur der Marketingabteilung des Das denke ich nicht. Wenn zumindest erstmal entschieden werden kann wo es hingeht (entfernungsmässig), dann ist jedes externe messverfahren schneller als eine blose Kontrastmessung am Bild. Es betrifft eh nur den nahbereich. Wenn man erst ein päärchen und dann eine Briefmarke knipsen will, dann macht sich das bestimmt bemerkbar. bye uwe
Sabine W. schrieb: > Das dachte ich bisher auch, aber bei dem neuen Kinect für die XBox One > wird tatsächlich ein Time-of-Flight-Verfahren verwendet: Mit dem Time-of-Flight bekommen die sehr schnell die Info über die verschieden entfernte Objekte im Raum. Ob man das so nur für nen schnellen Autofokus braucht weiß ich nicht. Und ich weiß auch nicht ob sie dafür nen Laser nehmen. Da könnte ne entsprechend gepulste LED ausreichen.
Uwe R. schrieb: > Das denke ich nicht. Wenn zumindest erstmal entschieden werden kann wo > es hingeht (entfernungsmässig), dann ist jedes externe messverfahren > schneller als eine blose Kontrastmessung am Bild. Du meinst also den Laser mit der klassischen Kontrastmessung der Kompaktkameras kombinieren? Ich bin mir nicht sicher ob das so viel bringt weil Du immer noch nicht weißt wo Dein Laser hinzeigen muss. Da finde ich die neuen Sensoren, die die klassischen AF-Messfelder gleich in ner extra Schicht mit integriert haben, irgendwie überzeugender. Damit spart man sich den Spiegel, hat aber dennoch sofort den richtigen Zielwert für den AF und muss nicht langsam hin- und herfokussieren bis die Kamera die optimale Einstellung gefunden hat.
Wenn ich raten müsste, würde ich sagen: so wie bei der Sony F717 damals im Jahr 2000. Der Laser projiziert ein Muster auf die Bildmitte, und darauf stellt der Kontrast-AF scharf. Vorteil: kommt viel weiter als Fokus-LED, bringt selbst Kontrast mit und braucht keinen kontrastreichen Untergrund, stört weniger als superhelle weiße LED und braucht kaum Aufwand im Handy, abgesehen von einer Laserdiode und einem Beugungsgitter. Geht man aber vom Werbevideo aus, nehmen sie ein TOF-Verfahren. K.A. ob das wirklich so eine gute Idee ist oder stimmt... Ich denke mal eher nicht. "Generates a fan of light beams blabla". Könnte auch ein Beugungsmuster sein.
Gerd E. schrieb: > Uwe R. schrieb: >> Das denke ich nicht. Wenn zumindest erstmal entschieden werden kann wo >> es hingeht (entfernungsmässig), dann ist jedes externe messverfahren >> schneller als eine blose Kontrastmessung am Bild. > > Du meinst also den Laser mit der klassischen Kontrastmessung der > Kompaktkameras kombinieren? Ich bin mir nicht sicher ob das so viel > bringt weil Du immer noch nicht weißt wo Dein Laser hinzeigen muss. Ja, eine kombination denke ich. Die reine Kontrastmessung weiss ebenfalls nicht an welcher Stelle der Fotograf messen will. Sicherlich wird es ein Raster an Messstellen geben dir für Standardsituationen einen brauchbaren Wert liefern. Z.B. wenn du einen QR-Code abknipst dann guckt man einigermassen senkrecht auf ein flaches Objekt und kann den Fokus schonmal pauschal auf 5cm stellen. So etwa stelle ich mir das vorgehen vor. > Da finde ich die neuen Sensoren, die die klassischen AF-Messfelder > gleich in ner extra Schicht mit integriert haben, irgendwie > überzeugender. Damit spart man sich den Spiegel, hat aber dennoch sofort > den richtigen Zielwert für den AF und muss nicht langsam hin- und > herfokussieren bis die Kamera die optimale Einstellung gefunden hat. Hmm, Sensoren mit zwischen den Pixeln integrierten Messfeldern? Kann sein, klingt nicht schlecht. Letztlich dürfte das Ergebniss bei der vermuteten Funktionsweise unseres Objekts der Diskussion ähnlich sein, und die Frage nach der Richtung und ungefähren Entfernung der nötigen Focusbewegung einigermassen beantworten, bevor die Optik bewegt wird. bye uwe
J. Ad. schrieb: >> "Die 13 Megapixel Kamera kommt mit einem Laser-Fokus, wie er auch bei >> Radarpistolen eingesetzt wird. Die Kamera löst daher ultraschnell aus >> und sorgt so für extrem scharfe Bilder." >> >> Hat jemand eine Ahnung, was da wirklich für eine Technik dahintersteckt? >> Alles Googeln führte mich bloß immer wieder zu diesem Handy ohne nähere >> technische Erläuterung zurück. Er soll aber sogar an verschiedenen >> Punkten im Raum messen. >> Also eher nen besseres Fokussierhilfslicht oder wirkliche >> Entfernungsmessung mit Laser? > > 1. Warum sollte man in Radarpistolen Laser einsetzen? Wahrscheinlich wird hier (natürlich fälschlicherweise) "Radar" Synonym für Geschwindigkeitsmessung benutzt. Geschwindigkeitsmessung via Laser ist seit einigen Jahren Stand der Technik. > 2. Laserlicht ist nicht schneller als normales Licht. Hat das denn jemand behauptet? > 3. Die Schärfe der Bilder hängt nicht von der Auslösegeschwindigkeit ab. Kommt drauf an, wie man "Auslösegeschwindigkeit" definiert. Vermutlicherweise befinden sich die Sensoren für den Autofokus auf dem Bildsensor. In diesem Falle kann durch einen schnelleren Autofokus die Verschlusszeit reduziert werden. Kürzere Verschlusszeit bedeutet (genügend hohe Empfindlichkeit vorausgesetzt) eine Verringerung der Bewegungsunschärfe, ergo: Schärferes Bild. > Es gibt also nur einen Grund, diese Kamera zu kaufen: Weil es nachts > kälter ist als draußen! Da pflichte ich Dir natürlich bei, inbesondere da es ja anscheinend um Handy-Consumergeraffel geht. Da geht es den Marketingfritzen natürlich darum, möglichst viele Buzzwords bzw. Geschwurbel wie "Radar", "Lasertechnologie", "ultraschnell" oder "extrem scharf" einzubauen. Da sich die OP jedoch nichteinmal die Mühe gemacht hat, Fabrikat und Typ des Handys anzugeben, kann ihr Anliegen sowiso nicht recht wichtig sein. Oder sie selbst arbeitet bei LG und ist am Verkauf beteiligt. Aber wenn jemand schon die Formulierung "nen besseres Fokussierlicht" [sic!] verwendet, dann weiß man im Allgemeinen ja schon, daß nix dahinter ist. Geschwurbel eben. LG, N0R
Norbert M. schrieb: >> 3. Die Schärfe der Bilder hängt nicht von der Auslösegeschwindigkeit ab. > > Kommt drauf an, wie man "Auslösegeschwindigkeit" definiert. Hmm, ich hätte jetzt gesagt das es die Zeit ist die zwischen Auslösen und Belichtungsbeginn liegt. Also die Auslöseverzögerung. "Geringere Auslöseverzögerung" sind aber gegenüber "schnellere Auslösegeschwindigkeit" beidemale viel schlechtete Wörter. Eine tolle Kamera hat niemals eine Auslöseverzögerung, und gleich garnix geringes, sondern immer sehr viel, und vor allem Geschwindigkeit... ;o))) > Vermutlicherweise befinden sich die Sensoren für den Autofokus auf dem > Bildsensor. In diesem Falle kann durch einen schnelleren Autofokus die > Verschlusszeit reduziert werden. Hast du dich hier verschrieben? Der Autofokus und die Verschlusszeit haben nix miteinander zu tun. Die Verschlusszeit ist auch die gleiche wenn man Manuell Fokussiert (bei ner Kamera mit der das geht natürlich). > Kürzere Verschlusszeit bedeutet > (genügend hohe Empfindlichkeit vorausgesetzt) eine Verringerung der > Bewegungsunschärfe, ergo: Schärferes Bild. Empfindlichkeit, genau, aber nicht Autofocus. Interessant ist natürlich das sich das Motiv nicht so stark ändert, wenn der Fokus schneller eingestellt ist, der Schuss sitzt dann u.U. besser. Die Empfindlichkeit wird sicherlich, wie immer, an den Rand des vertretbaren Rauschens getrieben sein. bye uwe
Norbert M. schrieb: >> 3. Die Schärfe der Bilder hängt nicht von der Auslösegeschwindigkeit ab. > > Kommt drauf an, wie man "Auslösegeschwindigkeit" definiert. > Vermutlicherweise befinden sich die Sensoren für den Autofokus auf dem > Bildsensor. In diesem Falle kann durch einen schnelleren Autofokus die > Verschlusszeit reduziert werden. Kürzere Verschlusszeit bedeutet > (genügend hohe Empfindlichkeit vorausgesetzt) eine Verringerung der > Bewegungsunschärfe, ergo: Schärferes Bild. Es ist aber seit langem üblich, dass die Auslösegeschwindigkeit angibt, wie lange es zwischem dem Drücken und dem Bild dauert. Die Verschlusszeit hat NICHTS mit der Auslösegeschwindigkeit zu tun. Und Bewegungsunschärfe hat auch nichts mit einem scharfen Bild zu tun. Auf gut Deutsch: Wenn die Optik Sch... ist, kann die Verschlusszeit noch so kurz sein, das Bild bleibt unscharf.
Uwe R. schrieb: >> Vermutlicherweise befinden sich die Sensoren für den Autofokus auf dem >> Bildsensor. In diesem Falle kann durch einen schnelleren Autofokus die >> Verschlusszeit reduziert werden. > Hast du dich hier verschrieben? Der Autofokus und die Verschlusszeit > haben nix miteinander zu tun. Die Verschlusszeit ist auch die gleiche > wenn man Manuell Fokussiert (bei ner Kamera mit der das geht natürlich). Ja, klar. Hier meinte ich wieder die Gesamtzeit für's Bild. Sorry! > Interessant ist natürlich das sich das Motiv nicht so stark ändert, wenn > der Fokus schneller eingestellt ist, der Schuss sitzt dann u.U. besser. > Die Empfindlichkeit wird sicherlich, wie immer, an den Rand des > vertretbaren Rauschens getrieben sein. Denke ich auch. Gerade bei diesen relativ kleinen Handysensoren mit ihren Minipixeln kann man ja meistens bis iso schlagmichtod verstärken. J. Ad. schrieb: > Es ist aber seit langem üblich, dass die Auslösegeschwindigkeit angibt, > wie lange es zwischem dem Drücken und dem Bild dauert. > Die Verschlusszeit hat NICHTS mit der Auslösegeschwindigkeit zu tun. "Vom drücken bis zum Bild" besteht aber eben aus mehreren Komponenten, nämlich Scharfstellen, Verschlusszeit, digitales berechnen, File schreiben... > Und Bewegungsunschärfe hat auch nichts mit einem scharfen Bild zu tun. Ach? > Auf gut Deutsch: Wenn die Optik Sch... ist, kann die Verschlusszeit noch > so kurz sein, das Bild bleibt unscharf. Aber wenn Autofokus und/oder Verschluss zu langsam sind, dann hilft dir im Stadion auch die 20kg schwere weiße Tüte mit roten Ring von Canon nix ;) LG, N0R
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