Forum: Offtopic Google kann in zehn Jahren zur Auto-Macht werden


von Top-Informatiker (Gast)


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Ings, eure Zeit läuft ab. Jetzt übernehmen wir Informatiker auch die 
Autobranche.

http://www.welt.de/wirtschaft/article128506530/Google-kann-in-zehn-Jahren-zur-Auto-Macht-werden.html

von aha (Gast)


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Stimmt nicht ganz, die Informatiker ersetzen nur den Fahrer.

von pingu (Gast)


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dann hoffe ich die Fahren besser als sie Übersetzen können.

von Bitflüsterer (Gast)


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Und das Sandmännchen könnte in zehn Jahren zur Baumacht werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sand#Sand_als_endliche_Ressource

von Bernd H. (geeky)


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pingu schrieb:
> dann hoffe ich die Fahren besser als sie Übersetzen können.

Vermutlich fahren die schon jetzt besser als die meisten Autofahrer ;D

von (prx) A. K. (prx)


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Ist dann nur eine Frage der Zeit, bis sich die Hacker in der Verkehr 
stürzen und die Verschwörungstheoretiker hinter jedem Stau ...

von Michael B. (alter_mann)


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Top-Informatiker schrieb:
> Ings, eure Zeit läuft ab. Jetzt übernehmen wir Informatiker auch die
> Autobranche.

Ich antworte mal mit einem Link: 
http://www.wilhelm-busch-seiten.de/werke/frosch.html

von (prx) A. K. (prx)


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Michael Bauer schrieb:
> Ich antworte mal mit einem Link:
> http://www.wilhelm-busch-seiten.de/werke/frosch.html

Döpfner sieht das zumindest für seinen Markt mittlerweile wohl anders. 
Dem scheint der Arsch ziemlich auf Grundeis zu gehen, wenn man 
beobachtet, wie er mit Forderungen an die Politik versucht, seine 
traditionelle Marktposition gegen Veränderung abzuschotten.

Nokia hat eine ähnliche Erfahrung schon hinter sich.

Ob das also ausgeht wie Busch's Frosch, oder eher wie bei Gorbatschovs 
geflügeltem Satz, das weiss man gewöhnlich erst hinterher.

von Paul M. (paul_m65)


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Bevor man Autos autonom fahren lässt, sollte man entsprechendes erst mal 
mit Zügen und Flugzeugen tun weil es einfacher ist. Ja im Prinzip gibt 
es das schon, aber massentauglich d.h. entsprechend zuverlässig ist das 
noch nicht. Wozu braucht man Lokführer und Piloten? Viele Autofahrer 
werden sich hingegen die Freude am Fahren nicht nehmen lassen wollen.
Was google hier vorstellt ist eher ein Taxi ohne Fahrer. Hat natürlich 
auch seine Anwendungen, wird vom Nutzer aber sicher nicht pfleglich 
behandelt. Sieht man ja schon bei den Carsharing-Konzepten. Die Autos 
sind da nach nur einem Jahr runtergeritten und innen vergammelt wie 
sonst nach 10 Jahren.

von (prx) A. K. (prx)


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Paul M. schrieb:
> aber massentauglich d.h. entsprechend zuverlässig ist das noch nicht.

Sicher. Aber das wird es irgendwann sein. Jede Neuerung fängt klein an.

> Wozu braucht man Lokführer und Piloten?

Lokführer hauptsächlich zur Beruhigung der Passagiere. Führerlose 
U-Bahnen gibt es längst.

Piloten sind fast die ganze Zeit arbeitslos, was den eigentlichen 
Vorgang des Fliegens angeht. Auch automatische Landungen sind längst 
möglich. Die Frage der vollständigen Automatisierung von Flügen ist 
mittlerweile eher eine politisch/menschliche als eine technische.

> Viele Autofahrer
> werden sich hingegen die Freude am Fahren nicht nehmen lassen wollen.

Und andere wollen einfach nur von A nach B.

> Was google hier vorstellt ist eher ein Taxi ohne Fahrer.

Richtig. Wobei der Fahrer der grösste Kostenfaktor ist.

von Roland L. (Gast)


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A. K. schrieb:
> Wobei der Fahrer der grösste Kostenfaktor ist.

soll man denn den arbeitslosen Ingenieuren, Juristen, 
Sozialwissenschaftlern und Lehrern auch noch die letzten Jobs wegnehmen?

von Falk B. (falk)


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@ A. K. (prx)

>Richtig. Wobei der Fahrer der grösste Kostenfaktor ist.

Sollte man nicht die Menschheit an sich als größten Kostenfaktor einfach 
wegrationalisieren?

von (prx) A. K. (prx)


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Die Entscheidung für den Erhalt von nicht mehr wirklich nötigen 
Arbeitplätzen kann man schon als sinnvoll ansehen. Nur muss das eine 
bewusste Entscheidung sein, und sie muss sich in einen wirtschaftlichen 
Gesamtrahmen einbinden.

Letzteres ist in einer globalisierten Welt zunehmend schwierig geworden. 
Weil die Wirtschaft globalisiert konkurriert, einschliesslich 
grenzüberschreitender Dienstleistungen. Aber die Arbeitslosen nicht, die 
fallen Staaten oder Kommunen zur Last.

Bei den Briten sind über Jahrzehnte Heizer auf E-Loks mitgefahren.

von Detlef K. (adenin)


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A. K. schrieb:
>
> Bei den Briten sind über Jahrzehnte Heizer auf E-Loks mitgefahren.

Wenn man die Temperaturen in sommerlichen Zügen der DB so betrachtet... 
:)

von Gerd E. (robberknight)


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Paul M. schrieb:
> Was google hier vorstellt ist eher ein Taxi ohne Fahrer.

Taxis sind gar nicht so spannend, da braucht man nicht so viele von. 
Viel interessanter wird das für LKWs. Das sind viel mehr Fahrer die Du 
wegrationalisieren kannst. Und mit den Fahrern verschwinden auch die 
vorgeschriebenen Pausen. Da profitieren die Speditionen gleich doppelt. 
Daher werden die das ruck zuck flächendeckend einführen wenn die Technik 
verfügbar ist, auch wenn das am Anfang noch ordentlich kostet.

von Jörg P. R. (jrgp_r)


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Und zum be- und entladen wird der LKW dann auf die Seite gekippt? :-)

Heute müssen die Fahrer ja schon teilweise selbst be- und entladen, weil 
die Lagerarbeiter teilweise wegrationalisiert worden sind.

von Reinhard S. (rezz)


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Jörg P. R. schrieb:
> Und zum be- und entladen wird der LKW dann auf die Seite gekippt? :-)

Geht bei Schüttgut super :)

> Heute müssen die Fahrer ja schon teilweise selbst be- und entladen, weil
> die Lagerarbeiter teilweise wegrationalisiert worden sind.

Dann stellt man wieder Mitarbeiter ein, die das Be-/Entladen mitmachen. 
Die müssen ja nicht ständig im Lager rumwuseln, können vor Ort also auch 
andere Dinge tun.

von Unbekannt U. (Gast)


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> Viele Autofahrer werden sich hingegen die Freude am Fahren
> nicht nehmen lassen wollen.

Du bist über 40.

Untersuchungen, und die machen auch die deutschen Autobauer ganz nervös, 
zeigen schon lange, dass für jüngere Menschen ein Auto nur noch ein 
notwendiges Übel ist, um von A nach B zu kommen. Die Zeiten mit "Freude 
am Fahren" (BMW-Werbeslogan), Statussymbol etc. sind längst vorbei. 
Heute ist ein Auto ein Nutzgegenstand der die Umwelt verpestet und Geld 
kostet.

In private Autos quälen sich die Fahrer täglich zum größten Teil durch 
den Berufsverkehr, in geschäftlich genutzte Fahrzeuge hetzen die Fahrer 
unter Zeitdruck zum Kunden. Nichts mit Freude am Fahren.

Auto fahren ist heute eine lästige, zeitverschwendende Tätigkeit. Die 
Verkehrsdichte nimmt ständig zu. Man fährt nicht mehr in den Urlaub, 
sondern höchstens zum Flughafen.

Schau Dir an, wie schnell sich Navis, Einparkhilfen, Spurassistenten, 
Abstandsassistenten, Bremsassistenten etc. in kleinen Fahrzeugklassen 
durchgesetzt haben. Die Kunden nehmen das gut und gerne an. Sogar 
Automatik setzt sich in Deutschland langsam durch.

Im Prinzip ist für das autonome Fahren schon alles da. Die Karren können 
automatisch lenken, beschleunigen, bremsen, wissen wo sie sind, haben 
Verkehrsschild-Erkennung usw. Diese Systeme müssen "nur" noch 
miteinander verbunden werden.

Wir sind näher an autonom fahrenden Autos dran, als viele denken. Es ist 
weniger ein technisches Problem, sondern ein rechtliches/politisches.

"Freude am Fahren" das ist das späte 20. Jahrhundert. Im 21. Jahrhundert 
wird das zum "Freude am gefahren werden".

von Icke ®. (49636b65)


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Unbekannt Unbekannt schrieb:
> Untersuchungen, und die machen auch die deutschen Autobauer ganz nervös,
> zeigen schon lange, dass für jüngere Menschen ein Auto nur noch ein
> notwendiges Übel ist, um von A nach B zu kommen.

Die überwiegende Mehrzahl Jugendlicher, die ich kenne, weiß von dieser 
Untersuchung offensichtlich nichts. Je PSser, desto besser, lautet die 
Devise. Und die Bereitschaft, einen erheblichen Teil des Gehaltes in 
Blech zu investieren, ungebrochen.

> Auto fahren ist heute eine lästige, zeitverschwendende Tätigkeit.

Inzwischen nervt mich die beruflich unvermeidliche Rumfahrerei kolossal. 
Gerne fahre ich nur noch auf der Rennstrecke. ÖVM und Fahrrad sind 
leider keine brauchbaren Alternativen für die zu bewältigenden Strecken.

> Wir sind näher an autonom fahrenden Autos dran, als viele denken. Es ist
> weniger ein technisches Problem, sondern ein rechtliches/politisches.

Naja, zwischen autonom fahren und dem realen Straßenverkehr gewachsen 
sein klafft schon noch eine Riesenlücke. Auch wenn die Technik große 
Fortschritte gemacht hat, sie ist längst nicht in der Lage, 
Verkehrssituationen auch nur annähernd so gut einschätzen zu können, wie 
ein menschlicher Fahrer. Obwohl bei letzteren in Einzelfällen 
berechtigte Zweifel bestehen...

von Torben H. (bauteiltoeter)


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A. K. schrieb:
>
> Piloten sind fast die ganze Zeit arbeitslos, was den eigentlichen
> Vorgang des Fliegens angeht. Auch automatische Landungen sind längst
> möglich. Die Frage der vollständigen Automatisierung von Flügen ist
> mittlerweile eher eine politisch/menschliche als eine technische.

Das stimmt zwar im normalen Betrieb, dennoch werde ich mich nie in ein 
Flugzeug ohne Piloten setzen. Schon bei kleinen technischen problemen 
sind die Computer überfordert. Kleines Beispiel, den Bericht der Behörde 
für Flugunfalluntersuchungen finde ich gerade nicht:
Airbus A320, wohl eins der höchstcomputerisierten Zivilflugzeuge der 
Welt, im Steigflug. Etwas eis gerät in die Pitotrohre für die 
Geschwindigkeitsmessung. Die ADRs (Airdata reference units, davon gibt 
es drei Stück) merken, dass die Werte aller drei Messwerke nicht mehr 
überein stimmen und geben einen Fehler weiter. Das führt dazu, das die 
Flugleitrechner nicht mehr wissen wie schnell sie sind. -> AP 
(Autopilot) 1&2 ausgefallen, Autothrust (Automatische Schubregelung) 
ebenfalls, flugsteuerung im alternate mode (=keine Schutzfunktionen) 
u.s.w.

Keine große Ursache, kein großes Problem für die Piloten... aber für den 
Computer zu viel.

von (prx) A. K. (prx)


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Torben H. schrieb:
> Das stimmt zwar im normalen Betrieb, dennoch werde ich mich nie in ein
> Flugzeug ohne Piloten setzen.

Und deshalb haben Züge noch Lokführer.

> Etwas eis gerät in die Pitotrohre für die
> Geschwindigkeitsmessung.

(1) Ähnlicher Fall. Deutscher Flieger von Dominikanischer Republik 
startend. Ein Pitotrohr ist defekt. Das wird spätestens beim 
Startvorgang bemerkt, noch vor V1. Korrekte Reaktion wäre Startabbruch 
gewesen.

Ok, man hat ja mehrere, also trotzdem los. Und kurz drauf scheint es 
wieder zu funktionieren. Aber nur weil auch defekte Uhren 2x täglich die 
richtige Zeit anzeigen, d.h. weil es eine Höhe gibt, in das verstopfte 
Rohr zufällig stimmt. Pilot entscheidet sich, dem defekten Anzeiger zu 
glauben, ohne jede Kontrolle der anderen Anzeiger. Kopilot traut sich 
nicht, den Mund aufzumachen. Keine Überlebenden.

Ein Automat hätte ein Start abgebrochen. Ende der Vorstellung. Und wäre 
es später passiert, hätte der Automat das defekte Rohr identifiziert und 
ausgeblendet. Ebenfalls Ende der Vorstellung. Nebenüberlegungen wie 
Pünktlichkeit und Vertragsstrafen, Ärger mit dem Chef, Autoritätsgefälle 
im Cockpit etc sind für Automaten kein Kriterium.


(2) Besonders abstruser Fall: In Russland oder drumrum setzt ein Pilot 
seinen Sprössling auf den Sitz. Kann ja nichts passieren, Autopilot 
fliegt. Sohnemann dreht am Steuer wie anno "brummbrumm" beim 
Spielzeugauto. Dummerweise schaltet der Autopilot bei manuellem Eingriff 
aus. Keine Überlebenden.


(3) Zusammenstoss nahe dem Bodensee. Schweizer Fluglotse überlastet, 
reagiert viel zu spät, praktisch gleichzeitig mit dem 
Kollisionswarnsystem TCAS. Der eine Flieger reagiert entsprechend TCAS, 
der andere entsprechend Lotse entgegengesetzt TCAS. Keine Überlebenden.

Trivialerweise hätte eine Automatik die Katastrophe verhindert.


(4) AF447, die vor einigen Jahren über dem Mittelatlantik verschollen 
ging. Auch hier waren die Pitotrohre der Anlass, diesmal vereist. 
Allerdings hätte sich das nach kurzer Zeit von allein behoben. Die 
Automatik war so programmiert, dass sie dann abschaltet. Die Piloten 
waren aber effektiv nicht dafür ausgebildet, in grosser Höhe manuell zu 
fliegen. Und konnten es auch nicht. Stall bis zum Aufschlag, weil sie 
keinen blassen Schimmer hatten, was los ist und was zu tun ist, und 
konsequent falsch reagierten.

Es wäre sicherlich möglich, eine Automatik so zu programmieren, dass sie 
auch ohne Pitotrohre den Vogel oben hält, bis die wieder funktionieren, 
auch wenn das vielleicht nicht ganz so sanft abläuft wie sonst. 
Stallerkennung ist schon sehr alt, was dann zu tun ist auch, und die 
Obergrenze der Geschwindigkeit liesse sich wohl auch anderweitig 
erkennen. Das hat man aber nicht gemacht, weil man dafür Piloten hat. 
Nja.


Die Liste lässt sich fortsetzen.

> Keine große Ursache, kein großes Problem für die Piloten... aber für den
> Computer zu viel.

Die Diskussion, inwieweit Piloten dort retten können, wo die Automatik 
es nicht kann, ist so alt wie Fly by Wire. Weils leider häufig umgekehrt 
ist, d.h. ein eigentlich handhabbares Problem erst durch Pilotenversagen 
zu Katastrophe führte.

Bei Airbus hat diese Diskussion dazu geführt, dass die Automatik eine 
manuelle Überschreitung der zulässigen Parameter nicht zulässt, auch 
nicht im Notfall. Das Risiko, dass Piloten dank Fehleinschätzung dabei 
den Flieger zerlegen, wird als grösser angenommen, als die Chance, damit 
eine sonst aussichtslose Situation zu retten.

von Icke ®. (49636b65)


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A. K. schrieb:

> Bei Airbus hat diese Diskussion dazu geführt, dass die Automatik eine
> menuell Überschreitung der zulässigen Parameter nicht zulässt, auch
> nicht im Notfall. Das Risiko, dass Piloten dank Fehleinschätzung dabei
> den Flieger zerlegen, wird als grösser angenommen, als die Chance, damit
> eine sonst aussichtslose Situation zu retten.

Und? Soll das jetzt heißen, Technik trifft immer die besseren 
Entscheidungen/ist stets sicherer? Gegenbeispiel, nur weil ein Mensch 
sich über Technik erhob, leben wir noch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_Jewgrafowitsch_Petrow

von (prx) A. K. (prx)


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Icke ®. schrieb:
> Und? Soll das jetzt heißen, Technik trifft immer die besseren
> Entscheidungen/ist stets sicherer?

Nein. Es gibt Beispiele für beide Situationen. Die zu untersuchende 
Frage wäre eigentlich, welche Strategie die bessere Bilanz aufweist.

Wobei es daneben auch eine psychologische Falle gibt. Ein einziger Fall, 
indem die Automatik falsch reagiert, wiegt in der Wahrnehmung schwerer 
als 10 Fälle, in denen sie gerettet hätte. Menschen verzeiht man Fehler, 
Maschinen nicht.

von (prx) A. K. (prx)


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Icke ®. schrieb:
> Gegenbeispiel, nur weil ein Mensch
> sich über Technik erhob, leben wir noch:

Problematischer Vergleich, da der Kalte Krieg vom Ansatz her keine 
Statistik zuliess. Nach dem ersten Fehler hätte es keine Chance auf 
einen zweiten mehr gegeben. Daher war das der berühmte Einzelfall, aus 
dem sich nichts schliessen lässt. Ist bei KKWs ähnlich; die kriegst du 
nicht versichert, weil der Schadensfall für eine Versicherung weder 
kalkulierbar noch beherrschbar ist.

Im eigentlichen Thema geht es aber um Autoverkehr. Personenschaden ist 
dabei sehr häufig und durchaus statistisch erfassbar. Eine statistische 
Bilanz, inwieweit Automatik mehr Leben rettet als sie kostet, ist 
möglich.

von Icke ®. (49636b65)


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A. K. schrieb:
> Menschen verzeiht man Fehler, Maschinen nicht.

Das ist halt menschlich.

> Die zu untersuchende
> Frage wäre eigentlich, welche Strategie die bessere Bilanz aufweist.

Trotz seiner Unvollkommenheit sehe ich den Menschen als 
Entscheidungsträger klar im Vorteil. Technik kann mangels Intelligenz 
nicht auf Situationen reagieren, die in der Programmierung nicht 
berücksichtigt wurden. Von der hohen Fehleranfälligkeit komplexer 
Technik gar nicht zu reden. An den zahlreichen Problemen, die in mit 
Steuergeräten vollgestopften Autos auftreten, erkennt man deutlich, daß 
die Hersteller nicht mal relativ simple Technik im Griff haben. Wie 
wollen sie ein Steuerungssystem sicher machen, von dem Leben und 
Gesundheit der Passagiere und der übrigen Verkehrsteilnehmer abhängen? 
Wie erkennt ein solches System bspw. das dem Ball nachlaufende Kind oder 
den die rote Ampel ignorierenden Radfahrer? Wie erkennt es 
vorausschauend widrige Fahrbahnbedingungen, z.B. Eis in der Kurve? Wie 
all die anderen täglich auftretenden Gefahrenmomente, die ein Mensch 
problemlos in Sekundenbruchteilen erfaßt, auf die Technik aber nur 
reagieren kann, wenn dies vom Programmierer berücksichtigt wurde? 
Natürlich funktionieren autonome Fahrzeuge. In einem System, wo es nur 
autonome, miteinander vernetzte Fahrzeuge gibt, vielleicht sogar sehr 
gut. Aber in einem System wie dem realen Straßenverkehr, zusammen mit 
unberechenbaren, human gesteuerten Fahrzeugen und Fußgängern?? Dahin ist 
es noch ein sehr langer Weg.

von (prx) A. K. (prx)


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Icke ®. schrieb:
> Trotz seiner Unvollkommenheit sehe ich den Menschen als
> Entscheidungsträger klar im Vorteil.

Ich nicht.

Wobei - wie ich oben schon erwähnte - das zweifellos klein anfangen 
würde. Also in sehr eingeschränkter weniger komplexer Umgebung.

> Technik kann mangels Intelligenz
> nicht auf Situationen reagieren, die in der Programmierung nicht
> berücksichtigt wurden.

Korrekt. Ist aber nicht der Punkt. Das psychologische Moment mal 
weggelassen zählt die Bilanz, nicht das Potenzial.

Bei Autos kommt gegenüber Flugzeugen ein Vorteil hinzu: Meist bleibt als 
Ausweg, an den zu Rand fahren und stehen zu bleiben.

> Wie erkennt es
> vorausschauend widrige Fahrbahnbedingungen, z.B. Eis in der Kurve?

Wahrscheinlich besser als der Mensch, insgesamt gesehen. Viele Menschen 
reagieren nämlich jedes einzelne verdammte Jahr erneut völlig 
überrascht, wenn im Oktober der erste Nebel ist, oder im November 
Schnee.

Das Risiko kritischer Fahrbahnbedingungen lässt sich meist aus Datenfunk 
und fahrzeugeigener Sensorik erschliessen. Geh dabei nicht von heutigen 
Autos aus. Smartphones zeigen was da alles geht, mit Temperatur und 
Feuchte dürfte Technik das Risiko zuverlässiger erfassen als viele 
Menschen, den Rest erledigt z.B. Reflexionsanalyse.

Es wird in einem solchen System auch bessere Informationsvermittlung 
geben müssen. Wie viel detailliertere Verkehrswarnungen per Datenfunk 
(kein Problem, wenn du nicht zuhören musst) uvam. Das ist doch nichts, 
was von heute auf morgen übers Knie gebrochen wird.

Aber als deutsches Automobilunternehmen würde ich auf eine solche 
Entwicklung schon sorgfältig achten, um am Ende nicht so dazustehen wie 
Nokia beim Mobilfunk.

von Icke ®. (49636b65)


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A. K. schrieb:
> Wobei - wie ich oben schon erwähnte - das zweifellos klein anfangen
> würde. Also in sehr eingeschränkter weniger komplexer Umgebung.

Wie soll das praktisch vonstatten gehen? Reservierte Fahrspuren für 
Auto-Autos? Wer kauft sich ein Vehikel, mit dem er nicht überall 
hinfahren kann? Siehe Beispiel Elektrofahrzeuge.

> Das Risiko kritischer Fahrbahnbedinungen lässt sich meist aus Datenfunk
> und fahrzeugeigener Sensorik erschliessen.

Das Straßennetz müßte komplett mit Sensoren ausgestattet sein, um die 
tatsächlichen Bedingungen kalkulieren zu können. Die Risikoabschätzung 
allein ist nicht tauglich -> Wir haben heute unter Null Grad, also ist 
mit Eis zu rechnen und wir fahren vorsorglich nur Schrittempo. Oder, 
diese Kurve geht mit Tempo 80, zumindest wenn da keine Ölspur wäre...

> den Rest erledigt z.B. Reflexionsanalyse.

Ist da schon was erfunden, das sich hier in überschaubarer Zeit 
praktisch anwenden ließe?

> Das ist doch nichts,
> was von heute auf morgen übers Knie gebrochen wird.

Eben, es wird noch SEHR lange dauern.

von (prx) A. K. (prx)


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Icke ®. schrieb:
> Wie soll das praktisch vonstatten gehen?

Bestimmte dafür reservierte Verkehrszonen. Vielleicht ganz am Anfang 
erst einmal als Ersatz für Busse. Wie beispielsweise zwischen 
Parkplätzen und zugehörigem Veranstaltungsort oder Flughafen. Auch 
Stadtbezirke kämen irgendwann in Frage, manche Innenstädte sind sowieso 
schon stark reguliert bis gesperrt.

> Wer kauft sich ein Vehikel, mit dem er nicht überall
> hinfahren kann? Siehe Beispiel Elektrofahrzeuge.

Der Sinn solcher Fahrzeuge liegt eher darin, dass du sie nicht kaufst. 
Sondern mit dem Smartphone eines rufst, dich reinsetzt, und am Ziel 
wieder aussteigst. Wie Taxi, wurde oben schon erfasst.

> Das Straßennetz müßte komplett mit Sensoren ausgestattet sein, um die
> tatsächlichen Bedingungen kalkulieren zu können.

Nope. Das Risiko lässt sich meteorologisch erfassen, woraus sich schon 
automatisch eine risikoangepasste Fahrweise ergibt (lies: langsamer) um 
besser reagieren zu können. Und woran erkennst du Eis? Mit dem Auge, 
oder zu spät. Weshalb sollte das für eine Automatik unmöglich sein? 
(beides ;-)

Dazu kommt, dass eine Automatik im Problemfall wahrscheinlich schneller, 
besser und kontrollierter reagiert als der Mensch. Der erst einmal Panik 
schiebt, nach der Schrecksekunde voll auf die Bremse latscht und den 
Lenker an den Anschlag dreht, sofern nicht entsprechend trainiert.

> Ist da schon was erfunden, das sich hier in überschaubarer Zeit
> praktisch anwenden ließe?

Weiss ich nicht. Ich halte es aber für vorstellbar, so etwas zu 
entwickeln.

von (prx) A. K. (prx)


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In einer Krisensituation ist der Mensch ein recht simpel gestrickter 
Automat. Der Verstand ist ausgeschaltet, Reflexreaktionen dominieren. 
Wenn man in einer solchen Reaktion richtig reagieren soll, dann muss das 
gründlich und immer wieder und wieder trainiert werden, bis es zum 
Reflex wird. Was beim Autoverkehr kaum jemand macht.

Tunnelblick begrenzt die Wahrnehmung. Als Reflexreaktion wird gebremst, 
auch wenn der Verstand in ruhigen Momenten sagt, dass das auf Eis oder 
bei Aquaplaning Unfug ist. Merkst in der Kurve, dass du zu schnell bist 
und gehst reflexhaft auf die Bremse.

Solche Reaktionen können künstliche Automaten auf Dauer besser als 
menschliche Automaten. Weil sie insgesamt besser trainiert sind.

Wenn man mal in Unfalluntersuchungen reinschaut, dann fällt eines immer 
und immer wieder auf: Man darf nicht auf Vernunftreaktionen setzen, auf 
analytisches Denken. Sondern muss ein überschaubares 
Reiz/Reaktionsschema anpeilen, also was man bei welcher Beobachtung tun 
muss. Wenn eine korrekte Einschätzung der Situation verlangt ist, dann 
hat man oft verloren.

von Roland L. (Gast)


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A. K. schrieb:
> Wenn man mal in Unfalluntersuchungen reinschaut, dann fällt eines immer
> und immer wieder auf:

egal wie erfahren der Fahrer war, wie vorsichtig er gefahren ist, wie 
komplex die Verkehrssituation war, egal ob er nüchtern oder betrunken, 
alt oder jung war, am Ende kam es immer zum Unfall.

von (prx) A. K. (prx)


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Ja, natürlich ist das so gesehen oft eine Betrachtung jener Fälle, in 
denen es schief lief. Nicht immer jedoch, solche Berichte gibt es u.U. 
auch, wenn es am Ende gut ausging.

Aber dass der Mensch zumindest in der Krise eher reflexhaft als 
intellektgesteuert reagiert, das ist nicht meine Erfindung. Zumal man 
das auch ohne Menschenopfer untersuchen kann.

von Johann L. (gjlayde) Benutzerseite


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Wie sieht das rechtlich aus?

Auch wenn die Dingen weniger Unfälle verursachen, Unfälle wird es immer 
noch geben.

Ist dann der Insasse Schuld am Unfall, obwohl er wie ein Beifahrer am 
Fahrgeschehen garnicht teilnimmt?

Oder der Halter / Eigentümer des Fahrzeugs?

Oder der Autohersteller?

Oder der Zulieferung mit der schwächelnden Software?

von (prx) A. K. (prx)


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Nachdem wir in Deutschland rechtlich noch nicht einmal mit real 
existierenden Drohnen wirklich gut klar kommen, abgesehen vom simplen 
Verbot, wie sollte das Recht sich jetzt schon auf solche noch nicht 
einmal existierenden Fahrzeuge eingestellt haben?

von Johann L. (gjlayde) Benutzerseite


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Es wird eben nicht nur technische Fragen geben, sondern eben auch 
rechtliche wie oben.

von (prx) A. K. (prx)


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Klar. Segway gibts seit 2002, aber erst seit 2009 darf man diese 
fahrbaren Untersätze im Prinzip bundesweit einsetzen. Per 
Einzelbetriebserlaubnis. Diese Mühlen mahlen langsam.

Deutschland ist nicht das einfachste Pflaster für Novitäten.

von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Um die Sicherheit zu erhöhen, muss das Fahrzeug nicht komplett autonom
fahren. Durchaus sinnvoll können aber Systeme sein, die im Gefahrenfall
(und am besten auch schon etwas vorher) in die Steuerung des Fahrzeugs
eingreifen, indem sie bspw. die Geschwindigkeit reduzieren (bis hin zur
Vollbremsung), die Fahrtrichtung korrigieren oder Ausweichmanöver
fahren. Ein paar von diesen System sind ja sogar heute schon verfügbar.

Technik sollte aber nur in denjenigen Bereichen eingesetzt werden, wo
sie tatsächlich besser funktioniert als der Mensch. Wie eng gesteckt
diese Bereiche derzeit noch sind, sieht man am besten, wenn man eine
Fabrikhalle betritt: Da gibt es zwar auf der einen Seite Roboter und
andere Automaten, auf der anderen Seite aber auch noch sehr viele
Menschen, die Maschinen bedienen oder gar Arbeiten manuell verrichten.
Obwohl diese Tätigkeiten in den meisten Fällen um Größenordnungen
weniger komplex als Autofahren sind und eine Fabrikhalle im Vergleich
zu einer Straße eine quasi sterile Umgebung ist, ist es bis heute nicht
gelungen, sie in zuverlässiger Form zu automatisieren.

Ich würde mal behaupten, dass von dem Zeitpunkt an, wo Autos in der
Fabrik zu 100% vollautomatisch produziert werden (also von der
Inempfangnahme der Rohmaterialien bis zur Qualitätsprüfung des fertigen
Fahrzeugs), es noch weitere 20 Jahre dauern wird, bis vollautonome Autos
(also solche, bei denen in keiner noch so komplexen Situation ein
Eingreifen des Fahres erforderlich ist) mit derzeit bekannter
Flexibilität (man kann mit dem Auto überhall dorthin fahren, wo man auch
mit einem derzeitigen Auto hinkommt) in Serie verfügbar sind.

Es wird schon wesentlich früher (vielleicht in 10 Jahren) Fahrzeuge
geben, die sich in sehr gutmütiger Umgebung, also bspw. auf Autobahnen
bei gutem Wetter, autonom fortbewegen können. Sie werden dann aber für
den Notfall immer Eingriffsmöglichkeiten für den Fahrer bereitstellen.
Und diese Eingriffsmöglichkeiten werden nicht nur deswegen eingebaut
sein, weil es irgendwelche Versicherungen oder Richtlinien vorschreiben,
sondern weil sie tatsächlich gebraucht werden. Solche teilautonomen
Fahrzeuge werden auch keinen Sicherheits- sondern primär nur einen
Komfortgewinn mit sich bringen. Die Sicherheit wird eher darunter
leiden, da vom Fahrer während der meisten Zeit keinerlei Aufmerksamkeit
abverlangt wird, so dass er im Gefahrenfall, wo sein Zutun erforderlich
wäre, nur ganz schlecht reagieren kann.

von Michael B. (alter_mann)


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Unbekannt Unbekannt schrieb:
> Untersuchungen, und die machen auch die deutschen Autobauer ganz nervös,
> zeigen schon lange, dass für jüngere Menschen ein Auto nur noch ein
> notwendiges Übel ist, um von A nach B zu kommen. Die Zeiten mit "Freude
> am Fahren" (BMW-Werbeslogan), Statussymbol etc. sind längst vorbei.
> Heute ist ein Auto ein Nutzgegenstand der die Umwelt verpestet und Geld
> kostet.

Nur blöd, wenn die Untersuchungen nur in Ballungsräumen (Berlin, 
München, Hamburg,...) durchgeführt werden.
Habe doch etwas mehr Vertrauen in die deutsche Landjugend, die in 
kleineren Städten nicht zu vergessen.

von Gerd E. (robberknight)


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Yalu X. schrieb:
> Wie eng gesteckt
> diese Bereiche derzeit noch sind, sieht man am besten, wenn man eine
> Fabrikhalle betritt: Da gibt es zwar auf der einen Seite Roboter und
> andere Automaten, auf der anderen Seite aber auch noch sehr viele
> Menschen, die Maschinen bedienen oder gar Arbeiten manuell verrichten.
> Obwohl diese Tätigkeiten in den meisten Fällen um Größenordnungen
> weniger komplex als Autofahren sind und eine Fabrikhalle im Vergleich
> zu einer Straße eine quasi sterile Umgebung ist, ist es bis heute nicht
> gelungen, sie in zuverlässiger Form zu automatisieren.

Bei den Fabrikhallen die ich so von innen kenne sieht das anders aus: 
den allergrößten Anteil der von Menschen gemachten Arbeiten könnte man 
gut automatisieren. Allerdings haben diese Maschinen alle mächtige 
Rüstkosten und sind daher nicht so flexibel einsetzbar. Auch wären die 
Investitionskosten für manche Maschinen zu hoch, z.B. weil zu speziell 
oder nicht ständig benötigt.

Es gibt also Tätigkeiten bei denen lohnt sich die Maschine, andere bei 
denen der Mensch mehr. Was wo liegt ist für jedes Unternehmen anders und 
verschiebt sich auch mit dem Fortschritt.

von Paul M. (paul_m65)


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> Untersuchungen, und die machen auch die deutschen Autobauer ganz nervös,
> zeigen schon lange, dass für jüngere Menschen ein Auto nur noch ein
> notwendiges Übel ist, um von A nach B zu kommen. Die Zeiten mit "Freude
> am Fahren" (BMW-Werbeslogan), Statussymbol etc. sind längst vorbei.
> Heute ist ein Auto ein Nutzgegenstand der die Umwelt verpestet und Geld
> kostet.

Andere Untersuchungen zeigen, dass das eher daran liegt, dass sich immer 
weniger junge Leute ein Auto leisten können, obwohl sie eins wollen.
Auch gibt es immer mehr Leute, die ein Firmenauto auch privat nutzen 
dürfen. Für die besteht dann kein Bedarf mehr, ein eigenes Auto zu 
kaufen.

> Auto fahren ist heute eine lästige, zeitverschwendende Tätigkeit.

Die Nutzung des öffentlichen Nahverkers ist noch viel lästiger: ständige 
Verspätungen und Ausfälle, total überfüllte Verkehrsmittel, 
rücksichtslose Passagiere, kein Stauraum zum Transport von irgendwas, 
teilweise nur im 2-Stundentakt eine passende Verbindung ja auch in 
Ballungsgebieten.

von Icke ®. (49636b65)


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A. K. schrieb:
> Solche Reaktionen können künstliche Automaten auf Dauer besser als
> menschliche Automaten.

Die logische Konsequenz wäre, Menschen vollständig durch Technik zu 
ersetzen. Aber welchen Sinn hat Technik dann noch?

Der technische Fortschritt ist in vielen Aspekten heute weiter als es 
sich die SciFi-Autoren des letzten Jahrhunderts vorstellen konnten. In 
einigen wesentlichen Punkten ist die Realisierung jedoch utopischer denn 
je. Interstellare Reisen, die Lösung des Energieproblems, globaler 
Frieden, gesicherte Lebensgrundlagen, Eintracht mit der Natur und.. 
künstliche Intelligenz. Maschinen können nicht kreativ/abstrakt 
"denken". Sie sind nur so gut wie ihr humaner Schöpfer und eine 
diesbezügliche, bedeutsame Weiterentwicklung ist nicht in Sichtweite. Im 
Gegenteil, die Fehleranfälligkeit technischer Systeme steigt 
überproportional zu ihrer Komplexität und die Schöpfer sind zunehmend 
überfordert mit der Fehlerbereinigung, weil sie einfach nicht mehr 
durchblicken. Die Auswirkungen dieses Trends erlebe ich tagtäglich im 
Beruf. Nicht mehr planen, installieren und konfigurieren beanspruchen 
den Hauptteil der Arbeitszeit, sondern Fehlerursachen aufspüren, 
Workarounds stricken sowie patchen, patchen und nochmals patchen. Und 
für nervige oder unangenehme Tätigkeiten wie z.B. Wohnung saubermachen 
gibt es nach wie keine technischen Lösungen, die wirklich viel Arbeit 
abnehmen.
Deswegen glaube ich nicht, die schöne technische Zukunft noch zu erleben 
und Himmelfahrt Abend dem autonomen Vehikel "nach Hause bitte" in das 
elektronische Ohr zu lallen...

von (prx) A. K. (prx)


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Icke ®. schrieb:
> Die logische Konsequenz wäre, Menschen vollständig durch Technik zu
> ersetzen.

Was bitte soll das denn jetzt? Ich führe ausdrücklich eine bestimmte 
Situation auf, nicht den gesamten Menschen.

Ja, Maschinen malen kein Bilder. Aber Bilder sitzen nicht am Steuer und 
weder künstlerische noch wissenschaftliche Kreativität hat irgend etwas 
mit Stress- und Panikreaktionen am Steuer zu tun. Und nur davon war bei 
mir die Rede. Für mich ist es ein himmelweiter Unterschied, ob man ein 
Fahrzeug steuert, oder ob man es konstruiert.

von Paul M. (paul_m65)


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Icke ®. schrieb:
> Maschinen können nicht kreativ/abstrakt
> "denken". Sie sind nur so gut wie ihr humaner Schöpfer und eine
> diesbezügliche, bedeutsame Weiterentwicklung ist nicht in Sichtweite.

Was zu beweisen wäre ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=5Ma33-ibjHs&list

von Icke ®. (49636b65)


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A. K. schrieb:
> Was bitte soll das denn jetzt?

Sorry, den Sarkasmus konnte ich mir nicht verkneifen, du mußt dich nicht 
angegriffen fühlen.
Aber wie gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, daß Technik in naher 
Zukunft in der Lage sein wird, komplexe Augaben wie das autonome Steuern 
eines Autos im realen Straßenverkehr ausreichend sicher und zuverlässig 
zu übernehmen. Die Zuverlässigkeitsmängel aktueller Technik sowie der 
Umgang ihrer Entwickler damit lassen keine Hoffnung aufkommen, daß sich 
die Situation bei weiter zunehmender Komplexität verbessert.

von Gerd E. (robberknight)


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Icke ®. schrieb:
> Die Zuverlässigkeitsmängel aktueller Technik sowie der
> Umgang ihrer Entwickler damit lassen keine Hoffnung aufkommen, daß sich
> die Situation bei weiter zunehmender Komplexität verbessert.

Ich behaupte meistens könnten die Entwickler (die Personen) das 
wesentlich zuverlässiger, nur lässt man sie nicht weil es nicht 
wirtschaftlich ist. Wenn sich ein selbstfahrendes Auto nur verkaufen 
lässt wenn es zuverlässiger ist, dann ist es u.U. wirtschaftlich da 
deutlich mehr für die Zuverlässigkeit zu tun.

von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Gerd E. schrieb:
> Yalu X. schrieb:
>> Wie eng gesteckt diese Bereiche derzeit noch sind, sieht man am
>> besten, wenn man eine Fabrikhalle betritt: ...
>
> Bei den Fabrikhallen die ich so von innen kenne sieht das anders aus:
> den allergrößten Anteil der von Menschen gemachten Arbeiten könnte man
> gut automatisieren. Allerdings haben diese Maschinen alle mächtige
> Rüstkosten und sind daher nicht so flexibel einsetzbar. Auch wären die
> Investitionskosten für manche Maschinen zu hoch, z.B. weil zu speziell
> oder nicht ständig benötigt.

Gerade die Kosten und mangelnde Flexibilität stellen auch ein bei den
autonomen Autos Hauptproblem dar: Die teure und unflexible Lösung
(150000$, Einsatz entweder nur auf Autobahnen oder Beschränkung auf
40km/h) gibt es ansatzweise schon heute.

Die Kosten werden natürlich bei einem Serienprodukt deutlich gesenkt,
werden können. Da aber allein schon die zentrale Sensorkomponente, der
Velodyne Laserscanner, der schon heute ein Serienprodukt ist, mit 75000$
zu Buche schlägt, wird so ein Auto, sofern es denn tatsächlich schon
2020 marktreif werden sollte, auf absehbare Zeit ein Prestigeobjekt für
Gutverdienende sein.

Wenn man aber realistischerweise nicht 6, sondern 30 Jahre in die
Zukunft denkt, kann sich da natürlich schon einiges ändern.

Und nicht dass ein falscher Eindruck entsteht: Ich finde es schon gut,
wenn an solchen Dingen geforscht wird und erst recht, dass die Industrie
Geld in die Hand nimmt, um diese Forschung zu fördern. Dass die Forscher
dafür arg optimistische Zeitpläne aufstellen müssen, um die Geldquellen
nicht sofort wieder versiegen zu lassen, ist durchaus nachvollziehbar.

Denn wenn jetzt nicht mit Hochdruck an der Sache geforscht wird, wird es
acuh 2045 noch keine voll autonomen Fahrzeuge geben.

von (prx) A. K. (prx)


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Yalu X. schrieb:
> wird so ein Auto, sofern es denn tatsächlich schon
> 2020 marktreif werden sollte, auf absehbare Zeit ein Prestigeobjekt für
> Gutverdienende sein.

Als Kaufobjekt für Endverbraucher fängt man dort an, wo Geld ist. Wie 
Tesla das nicht gänzlich erfolglos vormacht. In kommerzieller Umgebung 
kann man dagegen eine Kostenrechnung aufmachen.

Einparkhilfen sind vielen schon selbstverständlich. Vollautomatisches 
Einparken ist der nächste und sehr logische Schritt. Gefahrenreaktionen 
und Begrenzung des Risikos wurden schon erwähnt. Von Abstandswarnung zum 
Vordermann zur Abstandskontrolle? Man kann das Schritt für Schritt, 
Modul für Modul angehen. Im konventionellen Sektor tut sich also auch 
was, nur relativ langsam.

Google hat das Potenzial, hier etwas Dampf rein zu bringen. Wie der 
Artikel auch aufführt: Google geht dabei nicht das Risiko ein, dem 
eigenen prima laufenden Markt zu schaden und hat daher weit mehr 
Handlungsfreiheit als die Konstrukteure der etablierten Marken. Denen 
die Öbersten die Hände binden, weil die keinesfalls etwas rausbringen 
dürfen, das im Zeithorizont einer Konzernleitung die laufenden Gewinne 
schmälern könnte, oder was nicht zum Image passt.

Und wenns in die Hose geht, dann macht man eben diesen Sektor des 
Geschäfts wieder dicht. Die grossen Autokonzerne haben damit weit mehr 
Probleme als ein Konzern, dessen Name nicht mit Autos verbunden ist.

von Dennis K. (scarfaceno1)


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Falk Brunner schrieb:
> Sollte man nicht die Menschheit an sich als größten Kostenfaktor einfach
> wegrationalisieren?

Wurde von Hollywood doch auch schon durchgekaut...

Terminator, I, Robot....

Der Mensch gefährdet sich selbst und muss zu seinem eigenen Schutz 
ausgerottet werden...

A. K. schrieb:
> Bei Autos kommt gegenüber Flugzeugen ein Vorteil hinzu: Meist bleibt als
> Ausweg, an den zu Rand fahren und stehen zu bleiben.

z.B. auf den Gehweg, in eine Menschenmenge...

von Bernd H. (geeky)


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von Axel L. (axel_5)


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Bernd H. schrieb:
> Auch recht interessante Problematik:
> http://www.zeit.de/digital/internet/2014-05/unfall-fahrerlose-autos-ethik

Ich finde das eine ziemlich esotherische Diskussion. Wie entscheidet das 
denn ein Fahrer heute ? Das ist ja auch alles andere als optimal, eine 
automatische Lösung wird in 90% der Fälle bessere Ergebnisse mit weniger 
Schaden liefern.

Gruss
Axel

von (prx) A. K. (prx)


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Dennis Kaufmann schrieb:
>> Bei Autos kommt gegenüber Flugzeugen ein Vorteil hinzu: Meist bleibt als
>> Ausweg, an den zu Rand fahren und stehen zu bleiben.
>
> z.B. auf den Gehweg, in eine Menschenmenge...

Das wäre kein Privileg von Maschinen. Menschliche Fahrer tun das auch.

von (prx) A. K. (prx)


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Axel Laufenberg schrieb:
> Ich finde das eine ziemlich esotherische Diskussion. Wie entscheidet das
> denn ein Fahrer heute?

Das ist keine Esoterik, denn bei einer Maschine stellt sich exakt diese 
Frage spätestens, wenn der Hersteller der Maschine aufgrund der 
einprogrammierten Entscheidung vor den Kadi gezerrt wird.

> Das ist ja auch alles andere als optimal, eine
> automatische Lösung wird in 90% der Fälle bessere Ergebnisse mit weniger
> Schaden liefern.

Das interessiert den Kläger nicht. Wenn beim Autofahren eine objektive 
Risikobewertung vorherrschen würde, dann sähe es auf unsere Strassen und 
in den übrigen Verkehrsmitteln sehr viel anders aus.

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