Forum: Offtopic Korruption an Hochschulen


von K. S. (incognito)


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Einen guten Morgen wünsche ich euch,

ich sehe mir seit einigen Tagen schon die Webseiten verschiedener 
Hochschulen - u.A auch die, der Universität Paderborn - an und muss 
sagen, dass diese insgesamt doch recht ordentlich sind. Es gibt 
verschiedene Projektgruppen, Forschungsprojekte usw., bei denen z.B. 
fußballspielende Roboter, Drohnen für den Einsatz in Gefahrengebieten 
u.Ä. erforscht werden.

Allerdings gibt es dort fast immer auch eine zwielichtige, dunkle Ecke: 
Die "Genderportale". Dort finden sich z.B. Konzepte zur Gleichstellung 
von Professorinnen 
(http://www.uni-paderborn.de/fileadmin/gleichstellungsbeauftragte/gleichstellungsbeauftragte/download/gesetze/Gleichstellungskonzept_Professorinnenprogramm.pdf). 
Wenn man das PDF nach "Anreiz" durchsucht findet man z.B., dass das 
Besetzen einer Professur mit einer weiblichen Kandidatin der Fakultät 
30.000€ einbringt. Des Weiteren gibt es für den Professor "die 
Möglichkeit, besondere Leistungsbezüge im Rahmen der W-Besoldung zu 
erhalten". Und zuletzt bekommt man natürlich auch mehr Mittel zum 
Forschen, wenn man sich für eine weibliche Person entscheidet um eine 
Professur zu besetzen.

Das AGG drückt sich doch recht eindeutig aus:

§ 1 Ziel des Gesetzes
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder 
wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder 
Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen 
Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Aus diesem Grund hätte eine solche Regelung doch garnicht entstehen 
dürfen.
Ein Professor, der solche finanziellen "Anreize" in Anspruch nimmt, ist 
damit doch nicht besser als jemand, der für Geld keine Juden 
habilitieren lässt bzw. weiße deutsche präferiert.

Dabei sehe ich die Diskriminierung nicht nur gegen Männder. Auch Frauen 
werden ziemlich durch den Dreck gezogen. In diesem Genderportal findet 
sich nämlich auch ein an Frauen gerichteter Artikel mit dem Titel 
"MINT?? Wie in Kaugummi??". In diesem wird gesagt, dass man sich für ein 
Informatik-Studium entscheiden sollte, wenn man wissen möchte wie das 
Shopping im Internet funktioniert und Elektrotechnik das richtige 
Studienfach für eine Frau ist, die wissen möchten wie eine Kaffemaschine 
funktioniert.

Was soll dem Leser hiermit suggeriert werden? Etwa, dass Frauen 
zurückgeblieben sind? Immerhin haben die restlichen "genderneutralen" 
Artikel nicht solch ein niedriges Niveau. Und letztlich stelle ich mir 
natürlich auch noch die Frage, wie Männer darauf reagieren sollen. Soll 
ein Mann jetzt ein MINT-Studium meiden? Wenn ja, was soll man 
stattdessen als Mann studieren?

Mit freundlichen Grüßen Salomo

von Purzel H. (hacky)


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Naja. Eine akademische Karriere ist nicht besonders verlockend. In der 
Regel, dh ausserhalp sogenannter Hype-Forschungs-Gebiete, ist die Anzahl 
Professuren konstant. Dh wenn ein Professor nun 30 Doktoranden, 
Post-docs oder so ausbildet, hat jeder nur eine geringe Chance auf eine 
Professur.Von diesen 30 Wissen zB 25 sofort, dass das nicht ihr Ding 
fuer die Zukunft ist. Die anderen 5 werden dann etwas rumgeschubst, resp 
lassen sich rumschubsen, bis dann vielleicht einer eine Professur 
bekommt. Frauen mit einem Kind muessen da etwas pragmatischer denken, 
und kommen dann eher zu Schluss das Wagnis sein zu lassen. Um nun 
trotzdem weibliche Professoren zu bekommen, kommt man nun mit allerlei 
Foerderideen.

Der Selektionsmechanismus zum Professor ist zur Zeit voll evolutionaer 
ausgerichtet. Die Kandidaten muessen sich jahrelang zu tiefem Lohn den 
Arsch aufreissen, und immer wieder den Standort wechseln. Fuer eine Frau 
mit Kinder(wunsch) bedeutet das dann der Partner muss mitgehen und alles 
noetige machen.

von K. S. (incognito)


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Siebzehn mal Fuenfzehn schrieb:
> Frauen mit einem Kind muessen da etwas pragmatischer denken,
> und kommen dann eher zu Schluss das Wagnis sein zu lassen. Um nun
> trotzdem weibliche Professoren zu bekommen, kommt man nun mit allerlei
> Foerderideen.

Also ist es im Grunde genommen eine missglückte Mütterquote? Man möchte 
mehr Mütter als Professorinnen und geht davon aus, dass jede Frau Kinder 
bekommt? Wieso werden dann nicht auch Familienväter in diese Quote 
einbezogen?

von Uhu U. (uhu)


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K. Salomo schrieb:
> Wenn man das PDF nach "Anreiz" durchsucht findet man z.B., dass das
> Besetzen einer Professur mit einer weiblichen Kandidatin der Fakultät
> 30.000€ einbringt.

Ja gibts denn auch männliche Kandidatinnen?

von K. S. (incognito)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> K. Salomo schrieb:
>> Wenn man das PDF nach "Anreiz" durchsucht findet man z.B., dass das
>> Besetzen einer Professur mit einer weiblichen Kandidatin der Fakultät
>> 30.000€ einbringt.
>
> Ja gibts denn auch männliche Kandidatinnen?

Nicht den Eurovision Song Contest gesehen? Ich würde mich ja eiskalt als 
Frau outen - um Chancengleichheit zu bekommen - aber ich befürchte, dass 
das nicht viel bringt.

von Mac G. (macgyver0815)


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K. Salomo schrieb:
> Nicht den Eurovision Song Contest gesehen?

Frau Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Conchita Wurst ?



> Elektrotechnik das richtige Studienfach für eine Frau ist,
> die wissen möchten wie eine Kaffemaschine funktioniert.

Ja ja, ist schon wichtig! Das fördert die Uptime des wichtigsten 
Arbeitsgeräts von Praktikantinnen in Firmen, da sie die Maschine dann 
selbst schnell reparieren können!

 ;-) ;-) ;-)


Und noch kurz im Ernst:
Wenn Frauen sowas nicht von sich aus studieren wollen... warum muss man 
dann mit allen Mitteln versuchen sie dazu zu überreden? Macht für mich 
überhaupt keinen Sinn... denjenigen die es unbedingt wollen sollte man 
natürlich dabei helfen, aber muss man unbedingt immer so Kaspertheater 
dafür veranstalten?

von K. S. (incognito)


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Heute ist im Spiegel 
(http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/verdacht-der-diskriminierung-frauen-an-der-hu-berlin-bevorzugt-a-972145.html) 
ein Fall mit der oben beschriebenen Problematik publik geworden. Wie 
kann es sein, dass sich niemand dafür interessiert?

von Purzel H. (hacky)


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> aber muss man unbedingt immer so Kaspertheater dafür veranstalten?

Muessen tut man nicht ... aber .. Das ergibt einen tollen Job fuer eine 
Frauenbeauftragte, allenfalls fuer ein Gleichstellungsbuero. Da kann man 
selbst eine Stude verfassen, resp der Freundin eine externe Studie in 
Auftrag geben, usw. Man, resp Frau, kriegt einen Sitz in "wichtigen" 
Gremien. Dienstreisen, Spesen, usw. Ein Traumjob ohne Pflichtenheft.

"Ja, wir haben wichtige Probleme erkannt und angepackt. Wir sind ein 
rechtes Stueck vorwaerts gekommen, haben viel erreicht. Wir sind immer 
noch dran. Wir muessen noch lange dran arbeiten" ... und wieder ist ein 
Jahr durch.

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