Moin,
für ein reines "Spassmobil" mit einer Höchstgeschwindigkeit von 4-7km/h
angetrieben von einem 24V/4kW Staplermotor soll eine elektronische
Drehzahlregelung gebaut werden.
Der Motor wird später an 12V mittels einer ausgedienten Wohnmobil-
Batterie (12V Blei-Säure) versorgt. Halbe Nennspannung, sollte etwa ein
viertel der Nennleistung ergeben. Mit ein wenig Reserve möchte ich das
ganze also auf 10pA Dauerstrom auslegen. Es soll keinerlei
Brückenschaltung gebaut werden, nur eine Drehrichtung ohne elektrische
Bremsung.
Es sollen also je nach Typ 3-5 FETs parallel verschaltet werden und ich
bin nun auf der Suche nach einem guten Konzept für den Gatetreiber.
Vorerst wollte ich den IR2121 nutzen, wegen der integrierten
Strombegrenzung. Doch dieser schafft nur 2A Strom in das Gate. Sollte
ich vielleicht lieber auf die Strombegrenzung verzichten, stärkere
Gatetreiber einsetzen und dann die FETs beispielsweise auf 1000A
Pulslast auslegen, sodass sich das ganze eh begrenzt weil der Akku und
die Impedanz des Azfbaus so viel niemals liefern können wird?
Die Idee mit der Auslegung auf insgesamt 1000A (Kurzzeit) ist gut. Eine
Vorsicherung pro Transistor, dann läuft deine Maschien weiter bei
Ausfall eines der Transistoren. Eine Strombegrenzung dürfte dann
überflüssig sein.
Wenn du deine PWM niederfrequent auslegst, ist die Leistung des
Treiberbausteins weniger interessant. Es ist trotzdem eine gute Idee,
pro Transistor eine Treiberschaltung zu haben. Wär ja blöd, wenn dir das
Pferdchen durchgeht ;)
Niederfrequent darf es in diesem Fall gern werden,aber die genaue
Frequenz werde ich dann später so per trial&error erforschen müssen.
Vermutlich zwischen 1 und 5kHz.
Unwichtig find ich den Gatestrom aber nicht, die FETs mit solch hohen
Leistungen haben schon recht gewaltige Kapazitäten. Hatte da aktuell
IRFP2907 im Auge.
Bin noch unschlüssig ob ein controller zum Einsatz kommt oder doch nur
ein ne555, das soll hier aber Nebensache sein.
Nimm eine Handvoll IRFB3077. Die sollten damit kein Problem haben.
Die PWM-Frequenz würd ich bei 100-300Hz ansiedeln, Mikroruckler sind bei
so einem Antrieb ja recht problemlos. 1-5kHz ergibt ein sehr ekliges
Pfeifen und dann würde bei mir keine echte Fahrfreude entstehen.
Übrigens, die 7km/h glaubst Du bei 4kW Antriebsleistung doch selber
nicht!
Hallo,
da du nur ca. 12V Nennspannung hast, ist die Auswahl sehr stromstarker
FET mit Kanalwiderstand um 1mOhm recht bequem. Da reicht evtl. sogar
einer.
Der hier ist dafür ausgelegt:
http://www.irf.com/product-info/datasheets/data/irf1324s-7ppbf.pdf
Ob du wirklich 1000A brauchst? Ich bezweifle es, denn da müßte der Akku
wirklich sehr guten Zustand haben und der Reihenwiderstand aller
Leitungen und Verbinder dürfte bei bei Kurzschluss ca. 6 mOhm nicht
überschreiten.
(angenommen bei Anpassung R_akku = R_last)
Andererseits wäre auch eine elektronische Strombegrenzung mit Shunt um
1mOhm kein so großes Problem. Eingestellt auf 200A müßtest du mit einem
einfachen OPV die Triggerspannung von ca. 200mV detektieren um damit im
Fehlerfall den Gatestrom abzuziehen bzw. eine Sicherung auszulösen
(FlipFlop).
Wozu du dann noch einen speziellen Gatedriver brauchst, ist mir unklar?
Ok, ist bequem zu beschalten, aber die machen einem vor allem das Leben
leicht, bei Brückenschaltungen mit FET im High-Side-Zweig.
Willst du aber ja alles nicht.
Der FET mit Massebezug kann normal ein/ausgeschaltet werden.
Ich würde dir auch empfehlen, die PWM-Frequenz nicht sehr hoch zu
wählen.
um 30...50Hz sollten allemal reichen. Damit sind Umschaltverluste
moderat und der Gatestrom muß nicht so heftig sein. Der Motor ist eh
träge.
Was du nicht vergessen darfst, ist Überspannungsschutz für den FET.
Die Induktionspitzen bei Ausschalten zerschießen den sonst.
Gruß Öletronika
10pA sollte 100A bedeuten. Das Gefährt hat ein Eigengewicht von fast
100kg, trägt 2 Personen und hätte theoretisch eine Anhängerkupplung, da
ist die Leistung wohl eher untertrieben. Der Motor hat 4kW an 24V, aber
ich möchte ihn nur an 12V betreiben und er wird sehr weit untersetzt.
Guten Tag ...
@Magic Smoke
<off_topic>
Bei "C" gibt es E-Roller mit 2kW Motor und einer Höchstgeschwindig-
keit von (angegebenen) 54km/h.
Warum sollen dann 4kW nicht für 7km/h reichen ???
</off_topic>
Viel Erfog bei dem Projekt
Martin
Kann mir jemand eine schicke Diode zum Abbau der Induktionsspannung
empfehlen?
Mit tatsächlich so sehr niedrigen Frequenzen habe ich keine Erfahrung.
Da könnte ich dann ja sogar einen BTS555 einsetzen und würde mir das
Leben extrem leicht machen.
Eine wichtige Anforderung habe ich leider noch vergessen, ich möchte
gern die HighSide schalten. Hat den Grund, dass die ganze Technik nicht
immer unter meiner Aufsicht steht und ich schlechte Erfahrungen damit
gemacht habe, einem nicht-Fachmann die per Masse geschaltete Last
verständlich zu machen.
Gebrauchte DC/DC- Wandler, auch mit 1-2A, habe ich aber noch ausreichend
rumliegen.
> Warum sollen dann 4kW nicht für 7km/h reichen ???
Na Du bist ja ein ganz Schlauer! Die Frage, die ich im Kopf hatte war
eher die, wieso die 4 oder 2 kW nicht für deutlich mehr als 7 km/h
reichen!!!
Henk schrieb:> Kann mir jemand eine schicke Diode zum Abbau der Induktionsspannung> empfehlen?
Üblicherweise baut man die so ein, dass beim Abschalten des FETs der
Strom weiter fließen kann und eine Induktionsspannung gar nicht erst
entsteht.
Es ist bei 12V nur 1kW, nicht 4 oder 2. Ich brauche keine hohe
Geschwindigkeit sondern eher Drehmoment. Möchte aber alles so aufbauen,
dass ich auch 24V oder gar 36V verwenden könnte.
Henk schrieb:> Eine wichtige Anforderung habe ich leider noch vergessen, ich möchte> gern die HighSide schalten. Hat den Grund, dass die ganze Technik nicht> immer unter meiner Aufsicht steht und ich schlechte Erfahrungen damit> gemacht habe, einem nicht-Fachmann die per Masse geschaltete Last> verständlich zu machen.
Hallo,
diese Bedenken kann ich irgendwie nicht nachvollziehen.
Was muss ein Nichtfachmann bezüglich der Schaltungstechnik überhaupt
wissen?
Was ist für den Fahrzeugführer der Unterschied, ob die Last Low-Side
oder High-Side geschaltet wird?
Nur falls der Motor zwingend an +Pol geschaltet werden muss, weil der
-Pol auf Gehäuse liegt, wäre es ein guter Grund.
Eine Sache solltest du unbedingt berücksichtigen,
nämlich einen sehr gut erreichbaren, fetten Not-Aus-Schalter, der bei
möglichen Defekt der Steuerung das Gefährt sicher zum stehen bringt.
Gruß Öletronika
Ich weiss es nicht genau, gehe aber davon aus, dass der Staplermotor
keinerlei elektrische Verbindung zum Gehäuse hat. Der Gedanke dazu war
einfach, dass an den FETs ja Drain auf der Fahne liegt. Aus Gründen von
Kühlung und Energieverteilung wollte ich die FETs auf eine Kupferschiene
schrauben und diese dann in das Kühlkörpergehäuse einer defekten 600W
Endstufe montieren. Elektrische Isolation trotz vernünftiger
mechanischer Verbindung ist schwierig und wenn dann die DRAIN- Schiene
aufgrund eines Fehlers Kontakt zum Stahlrahmen des Fahrzeuges bekommt
rennt Der Motor unkontrolliert los, wenn das bei einem HighSide Aufbau
passiert löst einfach die Sicherung aus und mehr passiert vermutlich
nicht. Ist einfach ein Sicherheitsgedanke...
NOT-AUS wird es natürlich geben, ein Kontakt unterbricht die
Spannungsversorgung der Logik, ein Kontakt legt die GATEs direkt auf
GND.
Henk schrieb:> NOT-AUS wird es natürlich geben, ein Kontakt unterbricht die> Spannungsversorgung der Logik, ein Kontakt legt die GATEs direkt auf> GND.
Das reicht natürlich nicht. Es muss sowohl ein mech. Hauptschalter, als
auch eine Schmelzsicherung vorhanden sein. und eine Bremse, die deutlich
stärker als der Motor ist.
Ganz ruhig mein Lieber, die mechanische Bremse gibt es natürlich
sowieso, die Schmelzsicherung ist ganz logisch und auch der mechanische
Hauptschalter zum Treffen der Batteriespannung ist vorhanden, wird im
echten Notfall aber sicher nicht betätigt werden. Du musst unterscheiden
zwischen einem Not-Aus und einem Not-Halt, wobei der mechanische
Trennschalter der Batteriespannung hier den NOT-AUS und mein mehrpoliger
Taster mit Verriegelung den kontrollierten NOT-HALT darstellt.
die mechanische Bremse entriegelt man übrigens per Fusspedal, wenn man
also nicht auf dieses Pedal tritt ist automatisch gebremst (
Scheibenbremse KFZ)
Hallo,
> Henk schrieb:> und auch der mechanische> Hauptschalter zum Treffen der Batteriespannung ist vorhanden, wird im> echten Notfall aber sicher nicht betätigt werden.
doch, genau diesen solltest du so anbringen, dass er im Notfall sehr
leicht betätigt werden kann.
Du machst das Projekt sicher privat, aber es ist eine Maschine mit mind.
1kW Leistung und Strömen, mit denen man schweißen kann. Dann soll der
Antrieb ja auch "ordentliches Drehmoment" bringen.
Da empfehle ich mal die grundsätzlichen Vorschriften der
Maschinenrichtlinie zu studieren.
Eine zuverlässige Abschaltung der Maschine ist da eines der wichtigsten
Sicherheitskriterien.
Im Fehlerfall musst du damit rechnen, dass der FET einen Kurzschluss hat
(so ein Fehler ist sogar ziemlich wahrscheinlich) und dann kannst du
alle elektronischen Sicherungen komplett vergessen.
Das Fahrzeug fährt dann also weiter, ohne eine Chance es sicher zum
stehen zu bringen.
Dass die Bremsen da zuverlässig anhalten, kann zwar sein, aber falls
nicht, dann läuft das Teil evtl. solange bis der Akku leer ist.
Dein "Sicherheitsgedanken" bezüglich High-Side scheint mir nicht
unbedingt notwendig. Wenn du einen FET mit ca. 1mOhm bei 100A belastest,
dann ist die Verlustleistung ca. 10W. Einen Kühlkörper (auch
überdimensiniert) konstruktiv sicher, elektrisch isoliert
unterzubringen, scheint mir keine so große Herausforderung.
Ist aber egal. Wenn du High-Side schalten willst, brauchst du eben nur
eine zusätzliche Hilfsspannung z.B. per DCDC-Wandler.
Gruß Öletronika
Die Spannungswandler habe ich eh liegen, ein Problem stellt das Schalten
der HighSide also keinesfalls dar. Lediglich ein zusätzlicher
Optokoppler wird dadurch notwendig werden...
Der mechanische Trennschalter ist natürlich in Reichweite angebracht,
aber es ist ein sogenannter NATO- Knochen (Drehschalter), also in der
Hektik eines echten NOTFALLS nicht wirklich intuitiv zu bedienen.
Nur mal so als kleiner Denkanstoss - das Fahrzeug wird derzeit von einem
Rasenmähermotor mit feststellbaren Gashebel OHNE mechanische Bremsung
bis zu 20km/h schnell bewegt. Es kann also nur besser werden... ;-)
Mal ein Gedankenexperiment: Wenn ich jetzt den IR2121 als Gatetreiber
nehmen wollen würde, dann muss ich eine Sense- Spannung von 230mV zur
Auslösung der Überstrombedingung anlegen. Wenn ich da 500A ansetzen
würde, dann brauche ich so zirka 0,5mR als Widerstand. Wie mache ich das
denn???
Übrigens denke ich,dass die Rechnung zur Verlustleistung so nicht in
Ordnung ist. Man darf die Verluste im Schaltbetrieb ja nicht mit dem
statischen EIN- Zustand gleichsetzen. Aber wie auch immer, das
Endstufengehäuse wird sicher ausreichend sein.
Mike schrieb:> Henk schrieb:>> Kann mir jemand eine schicke Diode zum Abbau der Induktionsspannung>> empfehlen?>> Üblicherweise baut man die so ein, dass beim Abschalten des FETs der> Strom weiter fließen kann und eine Induktionsspannung gar nicht erst> entsteht.
Das könnte auch interessant werden, zumal 1000 A als Spitze angenommen
wurden.
Ich gehe eher davon aus, daß der Stromkreis von Batterieinnenwiderstand,
Leitung, Fet und ohmscher Widerstand der Spulen des Motors plus
Kohle/Schleifring(Motor Steht/blockiert) eher über 12 Milliohm liegt.
Das könnte man mal messen.
Wie auch immer, die Diode muß sowohl die Spannung zuzüglich Reserve, als
auch den Strom verkraften und zudem schnell sein. Bei der Spannung
kommen Schottky-Dioden in Frage, mindestens aber schnelle Dioden, wobei
es mir bei dieser Auslegung schwer fällt einen Grenzwert für die
maximale Trr anzugeben. Blind geschätzt würde ich 75 Nanosekunden oder
schneller nehmen. Je schneller, je besser.
In der Größenordnung habe ich noch nicht gebaut, daher weiß ich nicht ob
75 ns noch schnell genug sind. Bei kleinen 12 Volt Motoren begrenzt der
tendentiell etwas höhere Innerwiderstand der gesammten Schaltung den
möglichst zu vermeidenden Rückwärtsstrom über die Diode etwas stärker.
Mindestens ebenso Interessant ist der Strom. Dioden kann man nicht so
ohne Weiteres parallel schalten. Das wäre ein eigenes Thema. Daher
sollte die Diode den Strom alleine verkraften können. Es gibt die
Dauerbelastbarkeit, die Einfachbelastung und die wiederholte Belastung.
Nach 100 A Dauerbelastung auszulegen ist nicht notwendig. Das Szenario
Einfachbelastung paßt leider nicht ganz zum Motoranlauf, da der Motor zu
träge ist. Ebenso passt die wiederholte Belastung bezüglich der Frequenz
und Pulsdauer wahrscheinlich nicht zu deiner Schaltung. Also mußt du da
etwas extrapolieren. Du brauchst nicht ganz die Dauerbelastung, aber
nahezu garantiert mehr als die wiederholte Belastung. Ohne technische
Daten kann man das aber nicht genauer angeben.
Bei Farnell kann man sehr schön nach Parametern suchen. Solche schweren
Dioden sind aber nicht ganz billig. Da kann man schonmal über
Synchrongleichrichtung / 2-Quadrantensteller nachdenken. Dort werden die
Dioden durch Fets ersetzt.
siehe
http://www.mikrocontroller.net/articles/Motoransteuerung_mit_PWM
> Henk schrieb:> Ich danke Dir für deine Einwände, aber ich bin kein HobbyElektroniker> sondern im Umfeld industrieller Automatisierung und Messtechnik tätig.
Hallo,
das bin ich beruflich auch, trotzdem ist man als elektroniker oft nicht
mit Grundlagen der Sicherheit entsprechend Maschinenrichtlinie vertraut.
Heißt es aber, das Projekt ist gar nicht privat.
In in dem Falle bist du sicher sogar streng verpflichtet, die
Maschinenrichtlinie streng einzuhalten.
> Die Spannungswandler habe ich eh liegen, ein Problem stellt das Schalten> der HighSide also keinesfalls dar. Lediglich ein zusätzlicher> Optokoppler wird dadurch notwendig werden...
????
Wozu brauchst du den Optokoppler?
Wenn die die Steuerung galv. getrennt eh aus einem DCDC-Wandler
versorgst, kannst du doch das Bezugspotential auch nach Gusto festlegen.
In dem Fall eben an Source vom FET oder falls du doch einen Shunt zur
Stromüberwachung noch unter Source setzen willst, dann eben am Minus von
diesem Shunt.
> Wenn ich jetzt den IR2121 als Gatetreiber nehmen wollen würde,> dann muss ich eine Sense- Spannung von 230mV zur> Auslösung der Überstrombedingung anlegen. Wenn ich da 500A> ansetzen würde, dann brauche ich so zirka 0,5mR> als Widerstand. Wie mache ich das denn???
Ein Stück dicken Draht eben, der ca. 0,5mOhm hat.
Konstantan wäre gut, wegen Temp.Drift,
auch in massiver Parallelschaltung wäre möglich.
http://www.conrad.de/ce/de/overview/0241370/Widerstandsdraehte
Wenn du z.B. 0,1 Ohm/m in 10cm Länge als Shunt nimmst, brauchst du
20 Solcher Drähte parallel. Kann man in dicke Schraubklemme einspannen.
Das sollte man dann natürlich in Vierleitertechnik verwenden.
> Man darf die Verluste im Schaltbetrieb ja nicht mit dem> statischen EIN- Zustand gleichsetzen.
Ja logisch.
Deshalb habe ich auch eher niedrige PWM-Frequenz empfohlen.
siehe mein Posting oben zu -> "Umschaltverluste" und "Gatestrom"
Das ist dann quasi-statisch. Wenn du aber unbedingt in den kHz-Bereich
gegen willst, dann ist es natürlich nicht mehr so.
Bei 5kHz sind die Umschaltverluste eben auch ca. 100 mal höher als bei
50Hz.
Allerdings haben moderne FET schon fantastische Dynamik.
Das ist aber eauch EMV-mäßig ein Problem. 100A mit sehr hoher Steilheit
geschaltet erzeugt ganz heftige HF-Abstrahlungen bis in den Bereich von
UKW und darüber. Geschirmte Leitungen sind ein Muss!
> Aber wie auch immer, das> Endstufengehäuse wird sicher ausreichend sein.
Beachte aber auch die thermischen Grenzbedingungen für den FET.
Wenn dieser Parameter überschritten wird, kann der Kühlkörper noch so
groß sein.
Gruß Öletronika
Da hast Du allerdings Recht, zu einer Halbbrücke (2-Quadranten -
Steller) würde ich mich überreden lassen,dann hätte ich noch eine
elektrische Bremse. Kennt jemand einen Halb Brücken Treiber dessen
HighSide über eine separaten Eingang (also keine interne Ladungspumpe)
versorgt werden kann?
Hallo,
ich meine die elektrische Bremse ist nicht nötig.
Wenn überhaupt, dann wäre evtl. eher ein Rückwärtsgang interessanter.
Aber wenn du den nicht brauchst, dann ist die einfache Schaltung mit
einem FET völlig ausreichend.
> Henk schrieb:> Kennt jemand einen Halb Brücken Treiber dessen> HighSide über eine separaten Eingang (also keine interne Ladungspumpe)> versorgt werden kann?
Das eine schließt das andere nicht aus.
Die in Highside-Treibern integrierte Ladungspumpe muss man nicht nutzen,
wenn man die Treiberspannung z.B. mit einem separaten DCDC-Wandler breit
stellt. Dem Gate-Treiber ist es egal. woher die Spannung kommt.
Gruß Öletronika
Was hindert dich daran z.b. Einen IR2184 über deinen Wandler zu
versorgen? Es gibt von IR eine app Note wie man den bootstrap umgeht und
die highside permanent versorgt.
Bremsen wird überbewertet wenn du doch ne mechanische Bremse drin hast.
Wo willste mit der bremsenergie vom Motor sonst hin??
Henk schrieb:> Sollte> ich vielleicht lieber auf die Strombegrenzung verzichten, stärkere> Gatetreiber einsetzen und dann die FETs beispielsweise auf 1000A> Pulslast auslegen,
Nicht raten.
Messen. Widerstand des Motors und I=U/R ist eine Obergrenze des Stroms,
den die Schaltung aushalten muss.
Das werden keine 1000A sein, aber mehr als 100.
Und 2 A Gate-Umladestrom reichen locker, man muss ja nicht 1MHz PWM
verwenden, 100Hz reicht auch.
Extra Überstromschutz ist noch gut, wenn man einen Kabelkurzschluss
abfangen will. Bei Kinderspielzeug sinnvoll, aber es tut dann wohl auch
eine 100A Sicherung.
Notwendig ist die Bremse in meinem Fall tatsächlich nicht, jedoch würde
ich damit die zusätzliche Diode einsparen?! Preislich scheinen FETs ja
sogar günstiger als eine passige Diode.
@MaWin: Die Obergrenze des Stromes sehe ich eher sogar in der
Überbrückung des Motors. Das darf mein FET gern aushalten, daher lieber
Kurzschlussstrom der Batterie annehmen mit daumenwert Leitungsimpedanz?!
Henk schrieb:> Da hast Du allerdings Recht, zu einer Halbbrücke (2-Quadranten -> Steller) würde ich mich überreden lassen,dann hätte ich noch eine> elektrische Bremse. Kennt jemand einen Halb Brücken Treiber dessen> HighSide über eine separaten Eingang (also keine interne Ladungspumpe)> versorgt werden kann?
Hi,
ist doch bei den üblichen Treibern von IR so. Man bastelt sich
normalerweise Bootstap dran aber die kannst Du auch separat versorgen.
Meine 2ct zu dem Rest:
1kW ist weit übertrieben. Bei 250kg und 7km/h reicht deutlich weniger,
wenn das Ding keinen Wheelie hinlegen soll.
Bei einem E-Bike das wir letztens vermessen hatten, ziehen 800W etwa
100kg Rad und Fahrer in ca. 2s auf ca. 15km/h (grobe Schätzung).
Kann man natürlich auch mal nachrechnen. Vergleiche mit Rasenmähermotor
taugen nicht, denn der ist mit Fliehkraftkupplung fürchterlich schlecht
beim Anfahren.
Ich würde bei allem auf Strombegrenzung setzen. Schau Dir z.B. mal FHS40
an.
Auf eine Stromschiene, abgleichen und gut.
Shunts musst Du bei den Grössenordnungen auch abgleichen, 100A misst man
auch normalerweise nicht mehr mit Shunt.
Schaltverluste von Mosfets sind sehr schwer abzuschätzen. Meine
Pi-Daumen-Regel bei zeitgemässen Mosfets und kräftiger (10-30 Ohm)
Ansteuerung bei 8kHz: Ohmsche Verluste ähnlich groß wie Schaltverluste.
Schalte aber nicht zu hart sondern investiere lieber in Kühlung,
besonders beim Einzelstück. Hartes Schalten kann Dir Probleme bereiten,
die Dich verzweifeln lassen können.
Ich würde da für so eine Bastelei nicht unter 100 Ohm Gate-R gehen, es
bei max. 500Hz belassen und das mit Kühlung und ein paar Mosfets
parallel kompensieren, wenn nötig.
Grundsätzlich gilt bei Endstufen: Ab 10-20A gelten andere Regeln. Wenn
man mal was mit 5A gebaut hat, funktioniert das mit 50A extrapoliert
noch lange nicht.
Gruß,
Norbert
Henk schrieb:> Notwendig ist die Bremse in meinem Fall tatsächlich nicht, jedoch würde> ich damit die zusätzliche Diode einsparen?! Preislich scheinen FETs ja> sogar günstiger als eine passige Diode.
Vom reinen Wirkungsgrad würde ich den FET nehmen und dann noch jeweils
kleinere Diode parallel um die interne schlechte Bodydiode zu entlasten.
Auf jeden Fall benötigst du etwas um die Gegen EMK aufrecht zu erhalten
und das erledigt dieser FET bzw. die Diode.
Also doch Halbbrücke weil Diode mehr kostet als der FET? Dass ich die
Leistung brauche bezweifle ich auch,aber der Motor ist halbwegs
festgelegt wegen mechanischer Austauschbarkeit.
Hi,
die Diode hat vor allem ihre Uf, der Fet ist verlustärmer.
Bleiben wir mal bei den 100A, macht bei 2mOhm 200mV oder 20W gegenüber
optimistisch angesetzten 80W einer Diode.
IR hat feine Halbbrückentreiber und mit 2A möchtest Du das Gate nicht
befeuern, das macht ganz eklige Probleme wenn man nicht genau weiß was
man tut.
Ein IRLB3813 hat z.B. nur ca. 50nC QG, da reichen bei ein paar kHz
locker wenige 100mA.
Lass pfeifen das Ding, der Rest wird genug Krach machen.
Gruß,
Norbert
Wenn ich 5 FETs nehme sind es ja bei 2A Gatedrive ja auch max 400mA pro
Gate. Als Shunt könnte ich ja eventuell einfach an passiger Stelle die
SENSE- Leitung auf die Stromschiene schrauben?!
Hi,
Henk schrieb:> Die Diode im FET hat eine niedrigere Flussspannung, auch wenn man ihn> NICHT zum bremsen durch schaltet?
Nein, Du sollst ihn ja bei PWM durchschalten wenn der obere Fet aus ist.
Nennt sich aktiver Freilauf. Der Strom fliesst dann "falschrum" durch
den Fet.
5 Stück parallel: Halte ich für übertrieben aber wenn Du dann jedem Fet
seinen eigenen Gatewiderstand von 33Ohm oder lieber mehr gönnst, kann
man das machen.
Den oberen Treiber zu versorgen (2A Puls) ist dann aber auch nicht ganz
banal. Da würde ich dringend mal nach ner App-note von IR suchen, was
die da empfehlen.
Mach auch direkt an den Treiber ne Schottky 5A von Masse an Vs, also
parallel zur Bodydiode im unteren Fet. Da passieren nämlich lustige
Dinge bei denen man sich nicht mehr wundert, warum die Treiber denn wohl
negative Spannungen an Vs vertragen...
Gruß,
Norbert
Bei einer Halbbrücke ist nach meinem Verständnis der eine FET für den
normalen Betrieb und der andere bremst den Motor. Diesen aktiven
Freilauf verstehe ich jetzt nicht...
Da Du die Motorbremse doch nicht brauchst musst du auch keine eigene
Highside versorgung bauen. Einfach sowas wie den IR2184 mit Bootstrap
nehmen, aufs bremsen verzichten und fertig. Läuft bei mir auch
problemlos wenn du die Hinweise mit Gatewiderständen und Schottkys
parallel zu den FETs, dann noch ca. 300 Hz PWM und dicke 75qmm
Versorgung zur Batterie und Motor berücksichtigst.
Damit kannste dann schonmal üben ;)
Strommessung könntest du am durchgeschalteten unteren FET machen bzw. an
einer Massekupferschiene so wie Ich.
Henk schrieb:> Bei einer Halbbrücke ist nach meinem Verständnis der eine FET für den> normalen Betrieb und der andere bremst den Motor. Diesen aktiven> Freilauf verstehe ich jetzt nicht...
Nein bei PWM Betrieb nicht. Wenn du aber dauerhaft den FET parallel zum
Motor eingeschaltet lässt, bremst der Motor erst. Deswegen ja das
Problem bei Bootstrap. Du kannst nur bis ca. 95% PWM die Highside
schalten da der Elko immer weniger geladen wird , pro Umschaltvorgang
der PWM. Also kein Bremsbetrieb mit Bootstrap aber der Rest geht
prima... Beide FET sind nötig der eine zum Beschleunigen und der andere
ersetzt die dicke Diode für die Gegen EMK bzw. "Freilaufdiode"
Henk schrieb:> Kann mir jemand eine schicke Diode zum Abbau der Induktionsspannung> empfehlen?
Diode? Bei Deinen Strömen wirst Du schon ein paar Dioden parallel
benötigen. Ein aktiver Freilauf macht auf jeden Fall Sinn!
>Du kannst nur bis ca. 95% PWM die Highside schalten
Wobei ich bei so einem Projekt einen 20€ isolierten DC/DC Wandler (Traco
mit geringer kapazitiven Kopplung) spendieren würde.
Dann kannst Du für HighSide Fet und LowSide Fet jeweils einen
leistungsstarken Gatettreiber einsetzten und auch die 100% fahren.
Du musst nur die Delaymimik noch bauen.
Also der Motor wird definiv per HighSide geschaltet und die "Bremse"
wird dann der LowZweig sein. Wenn der Treiber eine Versorgung per DC/DC-
Wandler zulassen würde, dann wäre mir das aber sogar noch viel lieber.
Ich hätte noch einen Sack voll IR2110 hier liegen, kann ich vielleicht
doch einfach die hier einsetzen? Die werden auch nicht wertvoller beim
rumliegen. ;-)
Ich muss aber gestehen, dass mir der aktive Freilauf noch immer nicht
klar ist, daher habe ich mal die VIER logischen Möglichkeiten einer
Halbbrücke niedergeschrieben, wobei der Motor mit seinem fest
angeschlossenen Pol an GND/MASSE/0V hängt:
HighSide=1 / LowSide=1
Shoot Through. TOTZEIT IST NOTWENDIG!
HighSide=1 / LowSide=0
Motor läuft.
HighSide=0 / LowSide=1
Motor bremst.
HighSide=0 / LowSide=0
GegenEMK wird über parasitäre BodyDiode des LowSide- FETs abgebaut.
Hi,
Es soll hier unbedingt High geschaltet werden! Wieder mal lesen einige
nicht alles und geben Tipps ins Leere! Grrrr...
Fall 4 wird durch Fall 3 ersetzt. Wenn High aus geht, geht Low an. Der
Strom fliesst dann nicht durch die Diode sondern durch den Fet
(falschrum aber das ist schon richtig) mit viel geringeren Verlusten.
Der Strom ist bei PWM fast konstant!
Das ist der aktive Freilauf.
Da wird nix abgebaut sondern der Strom fliesst weiter, das ist ein
DC-DC-Wandler mit dem Motor als Induktivität.
Das macht der entsprechende Treiber automatisch für Dich, inkl. der
Deadtime, wenn die Schaltzeiten passen.
Erst wenn Low dauerhaft an ist, wird gebremst aber das willst Du
bestimmt nicht. Die Passagiere fliegen dann vorne raus.
All diese Treiber kannst Du auf der Highside auch mit nem DC-DC
versorgen statt Bootstrap.
Schaltest Du sehr schnell, hat Beides seine Tücken. Irgendwann musst Du
auf dU/dT achten, die der DC-DC können muß oder Bootstrap mit 2A ist
überfordert. Deswegen: Mach langsam mit der PWM, wenige kHz.
Bei 100% PWM geht Bootstrap sowieso nicht aber ich denke, Du würdest mit
90% sowieso immer hinkommen.
Nimm es mir nicht übel aber mit Deinen Problemen beim Verständtnis solch
einer Endstufe halte ich es für recht unwahrscheinlich, daß Du das
hinbekommst. Versuche es doch besser erstmal mit 5A, das knallt nicht so
heftig.
Wenn bei den Strömen was schief geht ist ALLES im Arsch was in der Nähe
ist. Da hilft auch galvanische Trennung oft nix.
Ohne µC würde ich sowas auch nicht unbedingt in Angriff nehmen. Es geht
sicher ohne aber dann sollte man erst recht wissen was man tut.
Gruß,
Norbert
Oder du schliesst den Motor wie ich an, nämlich parallel zur Highside.
Dann gibs halt kein Dauerbremsen ;)
Und du musst keinen Wandler etc. pp einbauen um die Highside dauer zu
speisen. Is halt die Frage ob du auf die Motorbremse angewiesen bist.
Ich habe scheibenbremsen die halt viel mehr leisten. Damit Brems ich
dann auch noch im Fehlerfall wenn die FET durchlegiert sind ;)
/Edit
Norbert hats schön auf den Punkt gebracht.
Verständnis habe ich schon für diese Schaltung, aber mir ist wirklich
nicht bewusst wie der Bremsbetrieb von dir als "aktiver Freilauf"
bezeichnet werden kann. Wenn ich den Motor kurz anlaufen lasse, die
Batteriespannung trenne und dann die beiden Pole kurzschliesse (das tut
dann auch die H-Brücke) dann bleibt der Motor einfach knallhart
(Vollbremsung) stehen und nichts "läuft frei".
Den IR2110 kannste nehmen wenn du die PWM entsprechend anlegst. Dead
Time macht der Treiber ja scheinbar auch schon. Am besten du baust das
mal mit nem kleinen Modellbaumotor auf und schaust was so alles
passiert. So habe ich das gemacht. Irgendwann kam dann ein Anlasser 1kW
dran und nu hängen schon 9kW dran. Allerdings nur eine 12V Autobatterie
vom Schrott. Sollen mal 48V werden...
Aber wenn du so anfängst lernst du erstmal die tücken des Treibers
kennen. Shutdown Voltage ;) Und warum bei Bootstrap die
Spannungsversorgung für den Highside FET fehlt ... Alles zum üben ;)
Jörg Esser schrieb:> /Edit> Norbert hats schön auf den Punkt gebracht.
Hi,
ich hoffe, das ist im Sinne von Henk (High soll geschaltet werden) jetzt
bei allen angekommen.
Auch wenn ich nicht wirklich nachvollziehen kann, warum...
Ist aber ja technisch auch (fast) kein Problem.
PWM auf 95% begrenzen sollte hier kein Problem sein, Bootstrap
entsprechend auslegen (fette Schottky, kleiner R in Reihe Tantal-Elko
ausreichend) und gut is.
App-Note von IR zu dem Thema ist Dein Freund.
Gruß,
Norbert
Denkst du deine PWM ist so langsam wie du?? Denk mal in schnelleren
"Dimensionen. Das sind dann Mikrobremser und Mikrobeschleuniger. In den
Mikrobremsern wird allerdings nicht gebremst sondern eher das Motormag
etfeld aufrechterhalten. So genau kann ich das auch nicht erklären aber
ungefähr so kannst du dir das vorstellen. Das ganze hat dann nix mit dem
eigentlichen bremsen und beschleunigen zu tun.
Jörg Esser schrieb:> Den IR2110 kannste nehmen wenn du die PWM entsprechend anlegst. Dead> Time macht der Treiber ja scheinbar auch schon.
Ich dreh hier noch durch...
Der IR2110 hat KEINE Deadtime!!!
Das steht im Datenblatt auf der ersten Seite, ob der Treiber Deadtime
drin hat oder nicht.
Der IR2110 hat es eben nicht.
Also bitte Vorsicht bei Tipps von Leuten wie Frickel-Jörg, auch wenn das
Meiste von ihm schon korrekt und hilfreich war. Ins Datenblatt schauen
musst Du aber schon selbst.
Vergiss die 2110.
Gruß,
Norbert
Henk schrieb:> Verständnis habe ich schon für diese Schaltung, aber mir ist wirklich> nicht bewusst wie der Bremsbetrieb von dir als "aktiver Freilauf"> bezeichnet werden kann.
Der Motor hat verschiedene Eigenschaften, teilweise je nach Situation.
So gesehen könnte man den Artikel hier zu Motortreibern noch ergänzen.
Der Motor ist Motor, Generator und Spule.
Zunächst mit Diode:
Ist der Fet Dauerhaft an, ist alles ok.
Benutzen wir eine PWM so hat man wie bei normalen Spulen auch den
kontinuierlichen und den lückenden Betrieb.
Im kontinuierichen Betrieb übernimmt die Diode während der Off-Zeit den
Stromfluß. Der Strom steigt in der On-Zeit und fällt in der Off-Zeit,
fällt aber nie auf 0.
Ist die Offzeit zu lang oder das On-Off-Verhältnis zu klein, so fällt
der Strom in den Pausen auf 0. Wir sind im lückenden Betrieb. Den möchte
man aus verschiedenen Gründen meiden (EMV, Störabstrahlung "klingenln",
laute Geräusche, unruhiger Lauf, hoher Ripple führt zu erhöhten
Verlusten im Motor...)
Den Übergang zwischen den beiden Betriebsarten nennt man bei Spulen CCM
Critical Conduction Mode. Da wird dann genau in dem Moment wieder
eingeschaltet, wenn der Strom auf 0 gefallen ist. Diese grenzeigenschaft
ist motorspezifisch. Und weil es so schön einfach ist, pfuscht einem
dann noch die Kommutierung hinein und somit auch die Drehzahl etc. Aber
das Prinzip bleibt.
Was hat das mit aktiven Freilauf und Bremse zu tun?
Bis zum Erreichen des Stromnulldurchgangs geht es um den Freilauf. Ist
der Strom in der Off-Zeit auf 0 gefallen, so liegt in dem Augenblick die
drehzahlabhängige Generatorspannung an den Motoranschlüssen an, auch
wenn diese Versorgung gerade abgeschaltet ist.
Eine (ideale) Diode würde nun sofort sperren. Eine reale Diode sperrt
mit etwas Verzögerung. Wir wären im lückenden Betrieb. Ein offener
Freilauf-Fet würde nun jedoch die Spule kurz schließen, so daß die
Generatorspannung den Strom "rückwärts" durch die Spule treibt. Der
Stromfluß lücks aso nicht, sondern pendelt vor und zurück. Die
Generatorspannung bricht natürlich durch den Kurzschluß ein, aber
dennoch wird die Spule durch den Rückwärtsstrom aufgeladen, sie
speichert also Energie. Dazu kommen noch die Ohmschen Verluste. Diese
Energie wird dem Motor mechanisch entzogen. Er wird gebremst.
Auch hier gilt wieder: Die Kommutierung verhaktstückt uns das Ganze
wieder und macht es etwas unübersichtlicher. Das Prinzip bleibt aber.
Die Kunst beim aktiven Freilauf besteht also darin den
Stromnulldurchgang entweder (größtenteils) zu vermeiden oder ihn zu
erkennen und dann den Fet (nahe) beim Übergang zu sperren, um nicht in
den Bremsbetrieb zu geraten, es sei denn man möchte tatsächlich bremsen.
Da eine zu geringe PWM-Frequenz zwangsläufig dazu führt, daß die
Off-Zeit länger wird, gibt man dem Strom damit mehr Zeit um auf 0 zu
fallen. Dann benötigt man zunehmend eine Strategie zur
Stromnulldurchgangserkennung.
Vielen Dank für Deine Erklärung Carsten, das hat mir jetzt wirklich sehr
geholfen. Zeigt mir aber, dass ich mir mit dem zweiten FET eine
aufwendigere Verschaltung/Programmierung einkaufe und ich vielleicht
doch darauf verzichten sollte.
Ich hätte eine Frage zur Berechnung des notwendigen DC/DC- Wandlers.
Ich möchte 3 FETs in der HighSide einsetzen mit jeweils einer Total Gate
Charge von 160nC und eine Gate to Source Charge von 65nC. Ich möchte
dabei jedes Gate mit etwa 300mA bei einer Frequenz von maximal 5kHz
treiben. Coloumb ist ja in Farad also (also A*s) angegeben.
Wie rechne ich das jetzt? Meine Rechnungen ergeben seltsamerweise einen
wirklich wahnwitzigen Strombedarf.
Vielen Dank!
Hi,
also ich komme rein für die Total Gate Charge auf 480nC * 5000/s =
2,4mA.
Plus Verluste an den Gatewiderständen und Strom der Treiber kommst Du
mit einigen 10mA locker hin. Heftiger ist die Pulsbelastung.
Gruß,
Norbert
Das liest sich besser, ich kam aus unerfindlichen Gründen auf 2,4A. ;-)
Bezüglich Pulslast müsste doch eine Elko von beispielsweise 1uF mit
Ladewiderstand aus Richtig DC/DC- Wandler ausreichend sein?!
Norbert S. schrieb:> Hi,>> also ich komme rein für die Total Gate Charge auf 480nC * 5000/s => 2,4mA.> Plus Verluste an den Gatewiderständen und Strom der Treiber kommst Du> mit einigen 10mA locker hin. Heftiger ist die Pulsbelastung.>> Gruß,> Norbert
Der Kondensator wird aber in dieser Zeit einmal geladen und einmal
entladen. Das macht also im Schnitt 4,8mA.
Jetzt willst du aber die FETs nicht so langsam ansteuern. Je flacher die
Flanken sind unso länger befindet sich der FET im linearen Bereich und
erzeugt viel Verlustleistung. Also will man steile Flanken. Ich würde
eine Anstiegs- bzw Abschaltzeit von circa 1% der Periodendauer annehmen.
Das führt dann also zu 480mA Treiberstrom.
Henk schrieb:> Ich hätte eine Frage zur Berechnung des notwendigen DC/DC- Wandlers.> Ich möchte 3 FETs in der HighSide einsetzen mit jeweils einer Total Gate> Charge von 160nC und eine Gate to Source Charge von 65nC. Ich möchte> dabei jedes Gate mit etwa 300mA bei einer Frequenz von maximal 5kHz> treiben. Coloumb ist ja in Farad also (also A*s) angegeben.>> Wie rechne ich das jetzt? Meine Rechnungen ergeben seltsamerweise einen> wirklich wahnwitzigen Strombedarf.>> Vielen Dank!
Coloumb ist eine Einheit! Und Coloumb ungleich Farrad. Irgendwo steht
auch die Spannung mit der die Gate-Ladung gemessen wurde. Mit dieser
kannst du auf die Gate Kapazität zurrückrechnen. Schau einfach mal bei
Wikipedia die Definition von Kapazität und Ladung an, dann wird es
klarer...
Matthias xxx schrieb:> Der Kondensator wird aber in dieser Zeit einmal geladen und einmal> entladen. Das macht also im Schnitt 4,8mA.
Zum Entladen braucht er aber keinen Strom von der Versorgung.
Henk schrieb:> Das liest sich besser, ich kam aus unerfindlichen Gründen auf 2,4A. ;-)
Nano ist 10^-9.
Matthias xxx schrieb:> Also will man steile Flanken. Ich würde> eine Anstiegs- bzw Abschaltzeit von circa 1% der Periodendauer annehmen.> Das führt dann also zu 480mA Treiberstrom.
Das ist doch schon alles durch. Jeweils 300mA hatte er ja auch
geschrieben.
Ohne groß nachzurechnen halte ich das für realistisch.
Mit Elko wird das aber eher nix. Nimm je Treiber 1µF Keramik oder Folie.
Wenn der DC-DC dann 1A kann, sollte das auf jeden Fall klappen.
Wenn Du das auf den durchschnittlichen Strom auslegst reicht natürlich
viel weniger aber das kann Ärger machen.
Gruß,
Norbert
Jetzt stehe ich wirklich im Wald. In diesem Thema wurde mir jetzt schon
mehrfach zu eher flachen Flanken geraten um die Störabstrahlung zu
mindern. Ist natürlich eine Definitionssache, aber 480mA Dauerlast bei
(in meinem Falle) 12V Versorgungsspannung des Treibers kommen mir
irgendwie auch noch mindestens Faktor 10 zu hoch vor.
Weiterhin verstehe ich nicht, warum Du den Entladevorgang als
Strombedarf des DC/DC- Eandlers einrechnest?
@Norbert
Das hatte ich überlesen. Ich bin davon ausgegangen, dass der notwendige
Treibe ausgewählt werden soll und bei dem ist ja der Lade/Enladestrom
interessant. Der Mittlere Strom ist da meist unwichtig.
Die 480mA sind natüprlich Peak.
Matthias xxx schrieb:> Der Mittlere Strom ist da meist unwichtig.> Die 480mA sind natüprlich Peak.
Hi,
richtig, der mittlere Strom wird höchstens dann interessant, wenn man
das ganze ausquetschen will aber das hat eben seine Tücken. 900mA Peak
sind es aber auch egal.
Die drei Gates haben so um die 50nF, der Stützkondensator sollte ein
paar Größenordnungen größer sein. 2,2-4,7µF Folie oder Keramik würde ich
nehmen. Ein Elko ist zu hochohmig.
Gruß,
Norbert
Treiber wird der IR2121 mit Strombegrenzung, wobei ich die flexible
Zuleitung von Batterie / zu Motor als Shunt missbrauchen möchte um vor
Strömen ^500A zu schützen.
Henk schrieb:> Treiber wird der IR2121 mit Strombegrenzung, wobei ich die flexible> Zuleitung von Batterie / zu Motor als Shunt missbrauchen möchte um vor> Strömen ^500A zu schützen.
Das ist aber ein Low-Side, Du willst High schalten. Damit wird das
nichts.
Ausserdem sollte es doch eine Halbbrücke werden, oder? Sonst hast Du
irrsinnige Verluste an der Freilaufdiode.
Mit der Strombegrenzung wird das auch nicht so einfach wenn Du High
schalten willst.
Schalte Low mit dem IR2121 und die Freilauffets mit einem Single High
Treiber. Um die Deadtime musst Du Dich dann aber extern kümmern.
Alternativ: Einen 3-Phase Treiber, die haben Strombegrenzung und
Deadtime drin, je eine Phase für einen Fet, dann passt das auch mit den
gewünschten Strömen.
Und so wie ich das hier alles lese, kauf gleich ein paar mehr Treiber
und Fets, Du wirst sie brauchen...
Gruß,
Norbert
Dann habe ich mich in der Bezeichnung vertan, ich meinte einen "floating
single channel driver". Aber sollte es nicht sogar ein lowside tun,
wenn er aus dem dc-dc Wandler gespeist wird mit source an 0V des dcdc?!
Allerdings könnte es dann natürlich Probleme mit der Strommessung geben.
Ich werde natürlich FETs in Reserve kaufen, aber ich denke das Thema
wird hier doch etwas überspitzt.
Ich möchte keine Halbbrücke bauen, macht die Ansteuerung unnötig
kompliziert und die Verluste an der Diode mit meinetwegen maximal 70W
sind für das Package und auch für meinen Kühlkörper kein Problem.
Außerdem ist die ganze Mechanik recht träge und es wird viel mechanisch
gebremst.
Es geht hier nicht um serienreife Höchsteffizienz sondern ein robustes
Einzelstück.
Henk schrieb:> Dann habe ich mich in der Bezeichnung vertan, ich meinte einen "floating> single channel driver". Aber sollte es nicht sogar ein lowside tun,> wenn er aus dem dc-dc Wandler gespeist wird mit source an 0V des dcdc?!> Allerdings könnte es dann natürlich Probleme mit der Strommessung geben.
Hi,
Nein, das wird damit nichts. Mal das doch mal spasseshalber auf, dann
siehst Du das.
Hast Du schonmal so eine Endstufe mit solchen Strömen gebaut?
Ich fürchte Du unterschätzt das Ganze etwas.
Die Freilaufdiode hat auch nichts mit dem trägen Motor zu tun. Der Strom
fliesst dadurch weiter wenn die PWM aus ist.
Gruß,
Norbert
Ich habe noch keine Endstufe für solch hohe Ströme gebaut, habe bisher
in eigenen Schaltungen nur Ströme bis 30A per PWM bedient,statisch
geschaltet jedoch einige kA. Als Freilaufdiode soll ein FET samt
parallel geschalteter HighSpeedSchottky dienen, vielleicht noch ein
SnubberNetzwerk.
Henk schrieb:> Der Staplermotor hat übrigens (laut telefonischer Auskunft) doch> einen> POL am Gehäuse, es MUSS also HighSide geschaltet werden.
Dann viel Spaß mit der Strommessung. Die wirst Du dann separat frickeln
müssen.
Existiert die Mechanik schon? Sicher, daß Minus vom Motor am Gehäuse
ist?
Wie fährt der Stapler dann eigentlich rückwärts, wenn ein Pol am Gehäuse
ist? Wie ein Autoscooter?
Gruß,
Norbert
Ich weiss nicht, wie der Stapler rückwärts gefahren ist, wir haben nur
den Motor und kann mich da jetzt erstmal nur auf die Auskunft verlassen.
Warum meinst Du, dass die Strommessung so problematisch ist? Ich wollte
den IR2125 verwenden, der bringt doch die Möglichkeit einer HighSide-
Strommessung bereits mit. Ansonsten würde man halt einen CurrentSense
Amplifier nutzen.
Henk schrieb:> Warum meinst Du, dass die Strommessung so problematisch ist? Ich wollte> den IR2125 verwenden, der bringt doch die Möglichkeit einer HighSide-> Strommessung bereits mit.
Ah, den kannte ich noch nicht, damit geht das natürlich.
Wenn ein Pol am Gehäuse ist, würde ich aber erstmal rausfinden wollen,
welcher das denn sein muß. Je nach Mechanik muß der ja vielleicht
rückwärts laufen und plötzlich ist Plus am Gehäuse. Dann stehst Du da
mit Deinem Highside Schalter...
Gruß,
Norbert
Das mit der Drehrichtung ist tatsächlich schwierig, wenn der Motor eine
feste Verbindung aufweist. Der Motor hat 4 Schraubanschlüsse M6 in etwa.
Davon sind 3 Stück durch Isolationsmaterial geführt und einer direkt am
Gehäuse. Was ich mir noch vorstellen könnte wäre, dass der feste
Anschluss mit einem der 3 anderen zusammen eine Bremse darstellt.
Habe ein Verständnis Problem beim Datenblatt des IRF3205. Auf Seite 6
unter Fig. 8 findet man eine Grafik zur "Maximum Safe Operating Area",
daraus resultiert eine wahnwitzig geringe Belastbarkeit und Dauer-EIN
wird überhaupt gar nicht beschrieben.
Was hat das zu bedeuten? Beziehen die sich auf Betrieb ohne Kühlung?
Henk schrieb:> daraus resultiert eine wahnwitzig geringe Belastbarkeit
Du hast scheinbar nicht verstanden, daß an einem (um)schaltenden Bauteil
ENTWEDER eine hohe Spannung (aber kaum Strom) im ausgeschalteten
Zustand,
ODER eine niedrige Spannung (aber viel Strom) im eingeschalteten Zustand
anliegt, und die Übergangszeit in der sowohl Spannung als auch Strom (je
nach dem ob leicht kapazitive oder leicht induktive Last), also die
Schaltzeit, recht kurz ist.
Im Datenblatt des IR2125 bzw. im Userguide von IR wird angegeben, dass
die rückwärts über den SENSE- Widerstand abfallende Spannung nicht
grösser als 300mV werden darf. Wie kann ich diese Forderung erfüllen?
Meiner Meinung nach sollte das die shunt spannung sein. Wenn der shunt
klein genug ist sollte es doch keine probleme mit diesem Grenzwert
geben?
Aber evtl kennt sich ja jemand besser damit aus ;)