Hallo,
Angenommen ich habe eine Produktidee, die aus mehreren Teilen, also z.B.
Einer Kamera, einem Speicher, einem GPS Sensor, einer USB-Schnittstelle
und einem programmierbaren Chip, der das alles steuert, bestehen soll.
Als Laie stelle ich mir vor, dass man diese Module, die es ja schon
fertig gibt, einfach alle miteinander, platzsparend verbinden muss, und
dann Programmierer den Chip programmieren müssen.
Ist das wirklich so einfach? Wer kann sowas? Was gibt es zu beachten?
Was kostet so eine Hardwareentwicklung bis zum Prototypen?
Martin schrieb:> Ist das wirklich so einfach? Wer kann sowas? Was gibt es zu beachten?> Was kostet so eine Hardwareentwicklung bis zum Prototypen?
Ohne genauere Angaben wird dir diese Fragen keiner beantworten können.
Schliesslich ist die Entwicklung eines Trinkglases auch nicht mit dem
einer Supercomputers gleichzustellen.
Martin schrieb:> Als Laie stelle ich mir vor, dass man diese Module, die es ja schon> fertig gibt, einfach alle miteinander, platzsparend verbinden muss, und> dann Programmierer den Chip programmieren müssen.
Ja nachdem was du vor hast, ja. Wird dann aber nicht ganz einfach so ein
Produkt zu vermakrten, welches aus fertigteilen von anderen besteht...
wegen dem Gesetz, undso.
Naja. zusammenstellen ist eine Sache. Dann kommt das Programmieren des
Controllers. Dann die moeglichen Benutzereingaben. Die sind nicht nur
das was man sich vorstellt. Irgendwan tut auch die software. Dann muss
man die Hardware auch einbauen, als Gehaeuse suchen, Dann Normen
beachten und nachpruefen, dann fertigen, dann bewerben, und verkaufen.
Ich möchte ein Auto bauen.
Dazu nehme ich einen Campingstuhl, 4 Reifen, einen Rasenmähermotor und
noch irgendwie eine Lenkung. Ach ja und ein paar Armaturen werden auch
noch an einen Bordcomputer angeschlossen, der auch noch programmiert
werden muss.
Frage: ist das wirklich so einfach ein Auto zu bauen und warum kostet
das bei Mercedes ein paar Millionen ein neues Auto zu entwickeln? Im
Prinzip gibt es ja die Einzelteile alle schon.
Als ob der Kunde sagt, "Mach mal schnell und günstig"
- ohne dass diese Aussage vom Threaderöffner gemacht wurde, aber
irgendwie lese ich das zwischen den Zeilen
Einfach ist immer relativ. Der Teufel steckt im Detail. Weil
Einzelkomponenten funktionieren müssen sie das im Verbund nicht
unbedingt auch.
Und ob der Verbund die Erwartungen erfüllt ist auch noch offen. Du hast
in Deiner Aufzählung die Stromversorgung unterschlagen, was wenn nun das
Ding in 1 minute die Batterie leer saugt?
Martin schrieb:> und einem programmierbaren Chip, der das alles steuert
Genau den gibt es in genau der benötigten Ausführung sicher nicht...
Und spätestens dann stellt sich heraus: mit dem Zusammenbasteln der
verfügbaren Bauteile ist das Produkt zu 90% fertig. Für die restlichen
10% bis zur Fertigstellung werden die restlichen 90% der Ressourcen
"Zeit" und "Geld" benötigt.
Auch kann es Probleme geben, wenn das Gehäuse erst rückwirkend
eingearbeitet wird, würde ich so nicht (mehr) machen.
Ist genial, ne laufende Schaltung wieder zu kippen weil keine
Befestigung möglich ist oder das Ding nicht ins Wunschgehäuse vom Kunden
passt.
Dann geht der Tanz von Vorne los und die Mehrkosten will keiner
Übernehmen.
Naja einen PC kannst du auch aus Einzelteilen zusammenstecken, mach ich
dir in ner halben Stunde. Danach mußt du nur noch die Software
schreiben.
Die Sachen zusammenstecken kann jeder (wen er sich traut)
Lothar Miller schrieb:> Martin schrieb:>> und einem programmierbaren Chip, der das alles steuert> Genau den gibt es in genau der benötigten Ausführung sicher nicht...> Und spätestens dann stellt sich heraus: mit dem Zusammenbasteln der> verfügbaren Bauteile ist das Produkt zu 90% fertig. Für die restlichen> 10% bis zur Fertigstellung werden die restlichen 90% der Ressourcen> "Zeit" und "Geld" benötigt.
Ich nenn das mal das NASA-Syndrom.
Die hatten auch gedacht, sobald Raytheon die Apollo-Bordcomputer fertig
gebaut hat, ist das nur noch eine Frage von Tagen oder Wochen, bis das
MIT die Software dafür fertig hat. Aus der ursprünglichen Schätzung
("kann nicht so wild sein") wurden dann doch 7 Jahre.
Uwe schrieb:> Naja einen PC kannst du auch aus Einzelteilen zusammenstecken, mach ich> dir in ner halben Stunde. Danach mußt du nur noch die Software> schreiben.> Die Sachen zusammenstecken kann jeder (wen er sich traut)
Und genau da scheint auch eines der 'Probleme' zu liegen. Viele Leute
denken mitlerweile, genau so funktioniert die Entwicklung von
Elektronik: man kauft vrogefertigte Komponenten, steckt die in einen
vorgefertiges Bussystem und wie durch Zauberhand funktioniert dann
alles.
Das das nur funktioniert, weil es sich eben um vogefertigte Teile
handelt, die extra dafür designed wurden, dass es funktioniert, nehmen
sie nicht mehr wahr. Und da PC-Komponenten in rauhen Massen produziert
werden, sind die auch noch billig, so dass dieses Extra für
PC-Verwendung Design keine nennenswerten Mehrkosten verursacht.
Martin schrieb:> Ist das wirklich so einfach?
Ja, das ist heutzutage alles so einfach, das man gar keine Elektronik-
entwickler mehr braucht, sondern ein bis zwei Fragen im Forum reichen.
:-)
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Ja, das ist heutzutage alles so einfach, das man gar keine Elektronik-> entwickler mehr braucht, sondern ein bis zwei Fragen im Forum reichen.
Ja, die 2 Fragen sind:
Was soll ich entwickeln?
Wie entwickle ich das jetzt?
Und schon gibt es ein Inovatives neues Produckt auf dem Markt. Selbst
entwickelt, alles ganz einfach.
Foren sind der Inovationsmotor schlechthin :) Da hat wohl der Erfinder
der Foren ein super Forum gehabt das ihn bei der Entwicklung ungemein
geholfen hat....äh...Moment...
Martin schrieb:> Was kostet so eine Hardwareentwicklung bis zum Prototypen?
Funktionsprototyp oder Produktionsprototyp?
Wenn alles keine Problem ist, die Aufgabe eigentlich einfach und man das
Gefühl hat, das geht ja alles an einem Nachmittag :-), dann
Funktionsprototy ab 10TEur und Produktionsprototyp (für große
Stückzahlen) eine Null dranhängen.
Frank schrieb:> Da hat wohl der Erfinder> der Foren ein super Forum gehabt das ihn bei der Entwicklung ungemein> geholfen hat....äh...Moment...
Ja hatte er sicher - Newsgroups (oder generell E-Mail mit CC an ganz
viele andere) ;-)
Zum Thread Thema:
Ich war gerade kurz zum Lachen draussen vor der Tür... war mir bei der
Hitze dann aber doch zu anstrengend also bin ich unverrichteter Dinge
wieder hinein gegangen...
Martin schrieb:> Ist das wirklich so einfach?
Das hängt von den genauen Anforderungen ab. Es gibt Produkte, die man
(üblicherweise in Kleinststückzahlen) so aufbauen kann. Das ist
allerdings eher die Ausnahme denn die Regel.
> Wer kann sowas?
Wenn man selbst nicht das entsprechende Know-How hat, kann man sich an
auf solche Gebiete spezialisierte Ingenieurbüros wenden, z.B. mein
Unternehmen. Allerdings sind die Kosten nicht wirklich gering.
> Was gibt es zu beachten?
Vieles. ;-) Im Rahmen einer Anforderungsanalyse wird man nicht nur die
technischen Rahmenbedingungen, sondern auch viele andere Gebiete
(Zielmärkte, Kundengruppen, usw.) abklopfen. Dann macht man sich auch
noch Gedanken zur Herstellung des Produktes und den rechtlichen
Rahmenbedingungen.
> Was kostet so eine Hardwareentwicklung bis zum Prototypen?
Für ein Kleinstprojekt, bei dem ein sehr sachkundiger Kunde genau
formuliert, was er haben möchte, und den ganzen fertigungstechnischen
und logistischen Teil selbst übernimmt, kann man durchaus noch unter
10.000 EUR liegen. Das trifft auf Dich aber vermutlich nicht zu,
insbesondere weil es hier offenbar auch um Bildverarbeitungsfunktionen
geht. Diese sind verhältnismäßig schwierig zu implementieren und zu
testen. Wir arbeiten in einigen Projekten mit einem Partnerunternehmen
zusammen, das sich auf solche Funktionen spezialisiert hat.
Harald Wilhelms schrieb:> Grendel schrieb:>>> Ich war gerade kurz zum Lachen draussen vor der Tür...>> Die meistengehen zum achen in den Keller.> Da ist es kühler...
Isch abe gar keine Keller ;-)