Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Wie teuer ist eine einfache Marktfähigkeitsprüfung bei take-e-Way?


von Mark (Gast)


Lesenswert?

Hallo,

Ich möchte einen Raspberry Pi mit einem Motor dran und ein bisschen 
Mechanik verkaufen.
Daher muss ich überprüfen lassen ob ich die ganzen Standards, von CE 
angefangen über alles mögliche erfülle. Davon habe ich keine Arnung und 
ich will auch nicht beginnen mich stümperhaft da irgendwo einzulesen.

Wie teuer ist es, wenn ich bei einem so einfachen Projekt, einen 
Dienstleister wie take e way beauftrage alle notwendigen Messungen 
durchzuführen um die rechtlichen Dinge abzuarbeiten?

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


Lesenswert?

Wenn der Dienstleister eine Dienstleistung verkaufen will, sollte er in 
der Lage sein, genau diese Frage zu beantworten.

von Bürovorsteher (Gast)


Lesenswert?

> Wie teuer ist es, wenn ich bei einem so einfachen Projekt, einen
> Dienstleister wie take e way beauftrage alle notwendigen Messungen
> durchzuführen um die rechtlichen Dinge abzuarbeiten?

Wäre es nicht am einfachsten, dort anzufragen?

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Könnte es nicht sein, daß irgendeiner der hier Herumspringenden
einen solchen Auftrag an die o.g. Firma gegeben hat und dem TO eine
ungefähre Größenordnung für die Kosten nennen kann?

Ist das wirklich nicht vorstellbar?

*Staun!*

MfG Paul

von Detlef K. (adenin)


Lesenswert?

Ist es nicht vorstellbar, das jemand die o.g. Firma ins Gesprech bringen 
will Zwecks "Generierung größerer Aufmerksamkeit" :)

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Detlef vermutete:
>Ist es nicht vorstellbar, das jemand die o.g. Firma ins Gesprech bringen
>will Zwecks "Generierung größerer Aufmerksamkeit" :)

Guck an! PFEIF Auf diese Idee bin ich nicht gekommen, aber die Welt 
besteht doch (noch) nicht nur aus Spitzbuben.

MfG Paul

von 123 (Gast)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Ich möchte einen Raspberry Pi mit einem Motor dran und ein bisschen
> Mechanik verkaufen.
> Daher muss ich überprüfen lassen ob ich die ganzen Standards, von CE
> angefangen über alles mögliche erfülle.

Raspberry Pi + EMV = Nicht bestanden. Weder eingestrahlt, noch 
abgestrahlt noch kabelgebunden. Nimm was industrietaugliches und keinen 
Bastelkram.

von Mark (Gast)


Lesenswert?

Quatsch. Hättest du google benutzt wüsstest du dass das Raspberry Pi die 
Prüungen rund um CE und EMV bestanden hat.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Mark schrieb:
> die Prüungen rund um CE und EMV bestanden hat.
Das ist schon arg allgemein, nicht wahr? Welche Prüfungen mit welchen 
Grenzwerten unter welchen Bedingungen wurden da "bestanden". Denn 
zumindest bei Einkopplung unter Industriegrenzen macht der USB 
garantiert schlapp...

von Martin (Gast)


Lesenswert?

CE Test.. man pappt einfach ESD Sensitiv auf das Gerät und durch ist es.
Senden tut der Raspberry PI ja nichts über eine Antenne (jedenfalls 
nicht stark bzw. explizit genug).
CE ist eine ziemliche Lachnummer dafür... habe einmal eine CE 
Überprüfung gemacht und dort wäre das Gerät sogar mit ESD Problemen 
durchgegangen. Seit dem mach ich nur noch Copy & Paste von der ersten CE 
Überprüfung (da die Richtlinien der Tests für alle weiteren Geräte auch 
passen).

Es sei auch erwähnt das Raspberry PI wirklich nur ein gehyptes System 
ist, zuverlässig ist was anderes.

von Frank K. (fchk)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Hallo,
>
> Ich möchte einen Raspberry Pi mit einem Motor dran und ein bisschen
> Mechanik verkaufen.
> Daher muss ich überprüfen lassen ob ich die ganzen Standards, von CE
> angefangen über alles mögliche erfülle. Davon habe ich keine Arnung und
> ich will auch nicht beginnen mich stümperhaft da irgendwo einzulesen.
>
> Wie teuer ist es, wenn ich bei einem so einfachen Projekt, einen
> Dienstleister wie take e way beauftrage alle notwendigen Messungen
> durchzuführen um die rechtlichen Dinge abzuarbeiten?

Um einfach mal eine Hausnummer zu nennen - mit 5-15 Kiloeuro kannst Du 
rechnen, je nachdem welche Richtlinien für das zu testende Gerät in 
Frage kommen, und das hängt wiederum vom Einsatzgebiet und 
Verwendungszweck ab.

Bei sensiblen Bereichen wie Medizintechnik, Transportation 
(KFZ/Bahn/Luft) etc kann das auch noch ein oder mehrere Zehnerpotenzen 
mehr werden. Aber das trifft auf Dich ohnehin nicht zu - Du hättest dann 
keinen Pi verwendet.

fchk

von Dumdi D. (dumdidum)


Lesenswert?

Reine Neugier:was ist die industrietaugliche Alternative zum PI?

von Detlef K. (adenin)


Lesenswert?

dumdi dum schrieb:
> Reine Neugier:was ist die industrietaugliche Alternative zum PI?

sowas zB: http://ipc2u.de/news/FX-5202.html
Kostet aber auch das 10-20fache (Preis nach oben offen).

von Walter (Gast)


Lesenswert?

Lothar Miller schrieb:
> Mark schrieb:
>> die Prüungen rund um CE und EMV bestanden hat.
> Das ist schon arg allgemein, nicht wahr? Welche Prüfungen mit welchen
> Grenzwerten unter welchen Bedingungen wurden da "bestanden". Denn
> zumindest bei Einkopplung unter Industriegrenzen macht der USB
> garantiert schlapp...

Das ist das Problem. Die testen vermutlich ohne Netzwerk und USB. Bei 
diesem Layout kann ich mir nicht vorstellen dass die mit 100mbit durch 
EMV kommen. USB haben sie wahrscheinlich nur ein hid Keyboard dran und 
einmal HDMI für nen Monitor. Eingestrahlt ist sicher auch nicht 
gemessen. Genaue EMV Protokolle wären mal interessant.

von adenin (Gast)


Lesenswert?

Also meinem Raspi lag so ein Zettel bei: 
http://docs-europe.electrocomponents.com/webdocs/109e/0900766b8109e8f8.pdf
Da wird deutlich vor möglichen gegenseitigen Beeinträchtigungen gewarnt.

von sabbertroll (Gast)


Lesenswert?

EMV istso eine Sache. Ineinem geschlossenen Getallgehaeuse, ohne 
Verbindung zur Aussenwelt erfuellt alles die EMV. Nacher wird'smuehsam

von Rocco, der Dampfnilp (Gast)


Lesenswert?

>Davon habe ich keine Ahnung und ich will auch nicht beginnen mich stümperhaft da 
irgendwo einzulesen.

Das ist leider der voellig falsche Ansatz, und wird wenig bis nichts 
bringen.
Denn bevor (!) man irgend ein Projekt anfasst, muss (!) man sich mit 
genau diesen Dingen auseiandersetzen. Sonst gibt's eben das 
standardmaessige Schwarze Loch. Und, nochmal ein Durchgang beim 
Testlabor, schwups, nochmals ein paar Tausender weg.

von Schreiberling (Gast)


Lesenswert?

Also, ich muss ich den anderen Postern recht geben:

Die EMV muss man berücksichtigen, bevor man eine Schaltung macht - in 
der Konzeptphase. Schließlich muss man das gesamte Gerät darauf 
auslegen. Davon hängt ein guter Teil der Schaltung ab.

Nimm als Beispiel den SURGE:
Der Raspberry PI hält keine 1000V Versorgung aus, auch nicht für 20µs. 
In dem Fall würdest du ein Filter/Netzteil einfügen müssen, dass dir den 
SURGE herausfiltert.
Ob du das brauchst oder nicht, musst du vorher wissen, beim Prüfen ist 
es zu spät. Der Prüfer schaltet ein, der Rauch steigt auf, xk€+Gerät+y 
Wochen sind weg.

von Mark (Gast)


Lesenswert?

Verstehe ich nicht. Wenn doch der Raspberry Pi und der Motor die 
Entsprechenden Prüfungen bestanden haben um als Konsumprodukt verkauft 
zu werden, warum sollte dann beides zusammen durch die Prüfung Fallen?

So Tipps wie 'nimm was industrietaugliches' sind ja nun quatsch wenn 
sowas gleich fünfmal so viel kostet und dreimal so groß ist.

von Grendel (Gast)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Wenn doch der Raspberry Pi und der Motor die
> Entsprechenden Prüfungen bestanden haben um als Konsumprodukt verkauft
> zu werden, warum sollte dann beides zusammen durch die Prüfung Fallen?


Weil sich beides zusammen eben anders verhalten kann.
Jedes Metallstück/Kabel was Du anbaust kann wenns ungünstig läuft als 
Antenne fungieren.
Nimmst Du ein anderes Metallteil und schließt es anders an, verhält es 
sich wieder anders (oder auch nicht, kommt halt drauf an was man damit 
wie genau macht).

Die Wege des Herrn... ääähh der HF  sind oft unergründlich
(oder zumindest zu aufwändig zu simulieren)
 ;-)

von Oliver S. (phetty)


Lesenswert?

Verkauf es als Bausatz.

von Mikki M. (mmerten)


Lesenswert?

Solange das Gerät keinen Netzanschluss hat, sind die entsprechenden 
Vorgaben recht einfach einzuhalten. Sobald an dem Produkt ein 
Netzstecker ist, gelten da ganz andere Voraussetzungen. Viele Hersteller 
mogeln sich heute auch bei Konsumelektronik mit dem Einsatz einer 
"Wandwarze" als Netzteil aus der Verantwortung (2 Geräte == 2 CE Papperl 
und Konformitätserklärungen). Für das Zusammenspiel ist dann der Kunde 
verantwortlich. Auch sollte man sich vorher Gedanken machen. für welchen 
Einsatzbereich das Produkt gedacht ist. Gerade bei Industrieller 
Anwendung gelten da wesentlich höhere Anforderungen als bei Home und 
Office Use. Bei einem Raspberry als Teil eines Gerätes mit Netzanschluss 
dürfte da einiges an Zusatzaufwand nötig werden.

von sabbertroll (Gast)


Lesenswert?

Ein Controllerboard auf dem Tisch, die Applikation ein paar  Led, die 
Speisung aus dem Steckernetzteil : trivial.
Nun noch eine Serielle Verbindung und dann wirkt das Kabel als Antenne, 
ich muss Sicherheitsueberlegungen anstellen.was geschieht, wenn die 
Kommunikation abbricht. Das Kabel kann uebrigens abstrahlen, sowinauch 
Einkoppeln. Wenn beim Einkoppeln das Ding abstuertzt war's das. Nicht 
bestanden.

Deswegen ist die Aussage , das Controllerboard sei durch den Test 
gekommen, triviales Blendwerk.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.