aus mehreren billigen Quarz-Wanduhren eine Weltzeituhr basteln

Gast #3689943
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letzte Woche hab ich in einem Großraumbüro eine faszinierende Sache 
gesehen - da hängen 7 Uhren an der Wand, die die lokalen Zeiten von 
(logischerweise) 7 Städten irgendwo in der Welt anzeigen. Gelöst ist das 
ganze konkret so, dass es einfach 7 billige Quarzuhren (Mebus & Co.) 
sind, die von einem Mitarbeiter bedarfsweise neu gestellt werden. Und 
der Bedarf nach Neustellen der Uhren ist keineswegs trivial, da die 
Umstellungstermine zwischen Normal- und Sommerzeit teilweise verschieden 
sind.

Für mich als Hobbybastler ging sofort die berühmte virtuelle Glühbirne 
über dem Kopf an: das wär doch mal eine Herausforderung für ein 
Bastel-Projekt!!!
Was mir vorschwebt ist eine Art Normaluhr-Lösung (so ähnlich wie es das 
früher gab), also Uhren die per Zweidraht-Bus verbunden sind mit einer 
Master-Uhr. Mit dem Unterschied, dass es für jeden Teilnehmer am Bus 
individuelle Zeit-Zuteilung gibt. Zugegebenerweise klingt das wohl im 
Augenblick noch etwas wirr, da ich selber noch am technischen Konzept 
grüble.

Hat eventuell jemand hier schon mal sowas gemacht? Die Frage ist in dem 
Sinn gemeint dass ich das Fahrrad nicht neu erfinde.

Ansonsten hab ich mir grade mal eine olle Mebus-Uhr zum sezieren 
besorgt. Das "Uhrwerk" ist ja wirklich simpel - was ich herausfinden 
möchte ist ob man das per externem Impuls betreiben kann und ob es 
möglich ist da eine Art Synchronisier-Scheibe zuzufügen die eine 
Referenz-Stellung der Zeiger (z.B. 12:00.00) ansteuert.
Gast #3689962
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Micha schrieb:
> Ansonsten hab ich mir grade mal eine olle Mebus-Uhr zum sezieren
> besorgt. Das "Uhrwerk" ist ja wirklich simpel - was ich herausfinden
> möchte ist ob man das per externem Impuls betreiben kann und ob es
> möglich ist da eine Art Synchronisier-Scheibe zuzufügen die eine
> Referenz-Stellung der Zeiger (z.B. 12:00.00) ansteuert.

Irgendwas muß es da geben (jedenfalls bei Funkuhrwerken), weil sie sich 
ja selbständig auf die empfangene Funk-Uhrzeit einstellen. Und bei 
Sommer-/Winterzeitwechsel das auch automatisch tun. Ich habe so ein 
Uhrwerk auch noc nicht offen gehabt, aber das würde mich auch mal 
interessieren. Und wenn man einen Referenzpunkt hat, dann kann man ja 
auch damit was anfangen und sein Uhrwerk durch Anzählen der Schritte auf 
eine beliebige Zeit einstellen.
Also wenn es bei den einfachen Werken keinen Referenzpunkt gibt, kannst 
du dir ja mal eine Funkuhr (mit Zeigern natürlich) besorgen.
Gast #3690122
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kauf dir ein paar Funkuhren und bau dir einen eigenen DCF77 Sender, der 
für jede Uhr die passende Zeit sendet.
Die Antennen klemmst du ab und koppelst das Signal direkt ein.
So musst du an den Uhren fast nichts rumbasteln.
#3691132
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npn schrieb:

> Irgendwas muß es da geben (jedenfalls bei Funkuhrwerken), weil sie sich
> ja selbständig auf die empfangene Funk-Uhrzeit einstellen.

Es gibt viele einfache "Funkuhren", bei denen, vor Beginn des
Stellvorgangs, die Zeiger der Uhr auf die letzte volle Stunde
gestellt werden mussten. Solche Uhren wären für den obigen
Zweck gut geeignet.
Gruss
Harald
Gast #3691223
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H.Joachim Seifert schrieb:
> Verdrehe einfach den Stundenzeiger mechanisch um die gewollte
> Zeitverschiebung.

Beinahe hätte ich gesagt: "Das ist die genialste, weil einfachste Art 
und Weise", aber dann kam der Begeisterung noch ein Argument vom Micha 
dazwischen:

Micha schrieb:
> da die Umstellungstermine zwischen Normal- und Sommerzeit
> teilweise verschieden sind.

Schade, wäre so einfach gewesen :-)
#3691239
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Wenn es nicht teuer aber "wartungsfrei" sein soll, würde ich folgendes 
machen. Nehme einen Kleincomputer (z.Bsp ein Mikrocontroller oder auch 
einen Raspberry Pi) und hänge Treiberbausteine dran (z.Bsp. Inverter 
o.Ä.).

Für jede Uhr brauchst Du 2 Leitungen, und jede Sekunde polst Du die um. 
Idealerweise machst Du nur einige Impulse, so dass nicht unnötig Strom 
durch die Spule fließen muss. Wenn Du die Polaritätswechsel mitzählst 
kannst Du die Ist-Anzeige bestimmen.

Du merkst Dir jetzt für jede der Uhren, welche Zeit die anzeigst, und 
welche Zeit die anzeigen sollte. Beides kannst Du unter Linux recht 
einfach heraus finden, da hast Du NTP sowie einfach abfragbare 
Datenbanken zu Zeitzonen.
Aus der Differenz der Soll- und Ist-Anzeige bestimmst Du dann ob Du jede 
Sekunde, garnicht, oder häufiger umpolst. Versorge den Kleincomputer per 
Akku (z.Bsp. über so ein USB-Akkupack) und das Teil sollte wartungsfrei 
laufen, auch ohne 12:00:00 Ausgang. Zur Not kannst Du ja auch ein 
batteriegepuffertes RAM dran hängen und jede Sekunde die Zeit speichern.
Gast #3691257
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hi
mein vorschlag wäre aus den uhren alle elektronik rauszuwerfen und die 
motorspulen direkt mit einem zentralen uC anzusteuern.
so sollten die uhren automatisch synchron bleiben und du brauchst 
nichtmehr für jede uhr ne eigene batterie wie bei der DCF lösung.
übrigens hab ich mal nen dcf uhrwerk zerlegt. da war zum erkennen der. 
12 uhr position in mehreren übereinandeliegenden zahnrädern nen loch das 
mit ner lichtschranke abgetastet wurde
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #3691282
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Es geht nicht um die Frage, ob eine solche Uhr sinnvoll ist, sondern 
darum, wie man das technisch lösen könnte.

In der Praxis sehe ich das mit der Zeitumstellung in anderen Zeitzonen 
nicht sehr kritisch: es sieht zwar cool aus, zu sehen, dass es in Sydney 
eine ganz andere Zeit hat, aber es macht nichts aus, wenn die 
tatsächlich um eine Stunde falsch ist...
Gast #3691548
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Mein Vorschlag wäre:
Eine Eigenbau µC-DCF-Uhr mit Auswertung des Sommerzeit-Bits.
Damit ist dieser Uhr die UTC und die gültige ME/S/Z bekannt.
Ein Akku-Backup ist empfehlenswert.

Du wirst wohl billige DCF-Uhren ausschlachten müssen, um
eine Positions-Rückmeldung zu bekommen.

Also braucht der µC 7 Ausgänge für die Ansteuerung der Uhren
und 7 Eingänge für die 12:00-Rückmeldung.

Im µC müssen die jeweiligen Zeitzonen - und (außer für die
ME/S/Z-Zone) die Sommer-/Winterzeit-Umschalttermine bekannt
sein.

Im normalen Programm-Ablauf wird einfach jede Uhr mit
dem erforderlichen Minuten-, oder Sekundenpuls versorgt.
Sobald eine 12:00 Meldung kommt, wird ein Vergleich mit der
Sollzeit durchgeführt, und die Uhr durch Zusatzpulse, oder
auch 1 Stunde Abwarten, auf die Sollzeit gebracht.
Gast #3691597
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> In der Praxis sehe ich das mit der Zeitumstellung in anderen Zeitzonen
> nicht sehr kritisch: es sieht zwar cool aus, zu sehen, dass es in Sydney
> eine ganz andere Zeit hat, aber es macht nichts aus, wenn die
> tatsächlich um eine Stunde falsch ist...

Nicht alle Länder halten sich mit ihren Zeitzonen an das Stundenraster – 
bezogen auf UTC. Manche tanzen aus den unterschiedlichsten Gründen aus 
der Reihe!

Bereits im Bundesstaat South Australia – rund 1.100 Kilometer westlich 
von Sydney - differiert die Zeit um 30 Minuten (CST).

Auch Indien fällt aus dem Raster (UTC +5:30), wohl um sich vom Erzfeind 
Pakistan abzugrenzen (UTC +5:00). Der nördliche Nachbar Nepal besitzt 
ebenfalls eine "krumme" Zeitzone (UTC +5:45).
Gast #3691743
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Schonmal über das alte Konzept mit Mutter- und Tochteruhren nachgedacht? 
Wo die einzelnen Werke gerde stehen ist dabei relativ. Es gibt einen 
Haufen fertiger Konzepte mit Controller und Tochteruhrwerken. Jede 
Minute ist einfach ein Polaritätswechsel und alle laufen absolut 
Synchron.
Persönliche Seite #3691770
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Ich würde in jedem Land einen Funkuhr-Empfänger installieren, den 
Empfänger jeweils per Rasperry Pi oder ähnliches ans Internet bringen um 
die Zeit zu übertragen.

Zuhause kannst du dann die Zeit wieder empfangen und aus der empfangenen 
Zeit wieder DCF77 Signale machen, welche du direkt in die Funkuhr 
einspeisst. Vielleicht gibt es aber schon im Internet eine Website, 
welche die Uhrzeit für verschiedene Länder auch nach Deutschland 
überträgt...
Gast #3691864
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Peter Dannegger schrieb:
> Oldie schrieb:
>> Du wirst wohl billige DCF-Uhren ausschlachten müssen, um
>> eine Positions-Rückmeldung zu bekommen.
>
> Die billigen DCF-Uhren, die ich kenne, haben keinen Sensor.
> Da steht nur in der BDA: Vor Einlegen der Batterie auf 12.00 Uhr
> stellen.

Im Ernst? Das ist ja der Hammer. Das habe ich noch nie gesehen. Ich habe 
einige billige Funkwecker, von 3 bis 10€. Und dort lege ich die Batterie 
ein, dann spielt die Uhr erstmal Ventilator (alles auf 12 Uhr) und dann 
liest sie innerhalb paar Minuten die Zeit ein. Dann stellen sich die 
Zeiger auf die aktuelle Zeit und das wars.
Die jüngste Uhr ist allerdings auch schon ca. 2 Jahre alt.
Kann sein, daß so ein Käse mit Zeiger selber stellen erst neuerdings 
gemacht wird, damit man noch paar cent einsparen kann.
#3691884
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Peter Dannegger schrieb:

> Die billigen DCF-Uhren, die ich kenne, haben keinen Sensor.
> Da steht nur in der BDA: Vor Einlegen der Batterie auf 12.00 Uhr
> stellen.

Genau, und wenn man dann die andern Uhren auf 11, 10, 9, 8... stellt,
hat man den gewünschten Versatz. Nur am ersten Tag nach der Zeit-
umstellung gibts ein wenig Durcheinander. Ausserdem bei den sehr
wenigen Ländern, die andere Zeitumstelltage haben. Da muss man eben
per Hand  nachkorrigieren.
Gruss
Harald
#3692056
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npn schrieb:
>> Die billigen DCF-Uhren, die ich kenne, haben keinen Sensor.
>> Da steht nur in der BDA: Vor Einlegen der Batterie auf 12.00 Uhr
>> stellen.
>
> Im Ernst? Das ist ja der Hammer. Das habe ich noch nie gesehen. Ich habe
> einige billige Funkwecker, von 3 bis 10€. Und dort lege ich die Batterie
> ein, dann spielt die Uhr erstmal Ventilator (alles auf 12 Uhr)

Bei noch älteren Modellen, wie die die ich habe, stellt man die Uhr auf 
die letzte volle Stunde, legt die Batterie ein und bringt mit einen 
Taster den Sekundenzeiger auf Nullstellung.

Ich habe auch so eine Weltzeit an der Wand, mit 5 Wanduhren. Waren 
billige Teile vor Jahren bei Conrad gekauft, noch mit Quarzwerk.
Bisher hatte ich nur Lust die deutsche Zeit auf Funk umzustellen. 
Irgendwelche Sommerzeitverschiebungen im Ausland interessieren mich da 
nicht. Das währe nur im wirklichen Büroeinsatz mit Auslandskunden 
interessant.
Ich bin da aber auch am überlegen das mal irgendwie umzurüsten, die 
Sekundenzeiger der billigen Quarzwerke driften doch recht schnell 
auseinander.
#3692197
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Jürgen D. schrieb:

> Ich bin da aber auch am überlegen das mal irgendwie umzurüsten, die
> Sekundenzeiger der billigen Quarzwerke driften doch recht schnell
> auseinander.

Dann mach sie ab. :-)

Grundsätzlich müsste man eigentlich alle Antriebsspulen solcher Quarz-
uhren parallel schalten können. Allerdings würde dann wohl die im
Steuer-IC verbaute H-Brücke überlastet. Deshalb sollte man am besten
eine etwas leistungsfähigere H-Brücke nachschalten.
Gruss
Harald

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