passiert immer wieder mal. In Nigeria wurde doch vor ein paar Jahren mal
ein Deutscher im Norden entführt und vor laufender Kamera enthauptet.
Was mich angeht, in solche Länder würde ich nur mit persönlicher Waffe
gehen !
Zw schrieb:> passiert immer wieder mal. In Nigeria wurde doch vor ein paar> Jahren mal> ein Deutscher im Norden entführt und vor laufender Kamera enthauptet.> Was mich angeht, in solche Länder würde ich nur mit persönlicher Waffe> gehen !
Das treibt doch jetzt sicher den Preis für Inbetriebnehmer hoch oder?
Was bekommt denn als Zulage? Einen Zinksarg? Kostenloser Rücktransport
mit Y-Tours?
Mein letzter Einsatz war in Libyen vor 5 Wochen.
War soweit alles in Ordnung. Ja, schon ein bisschen eingeschränkte
Bewegungsfreiheit, aber insgesamt ganz in Ordnung. Aber Irak, würde ich
im Moment überhaupt nicht machen. Für kein Geld der Welt.
Mein schönster Einsatz war in Riad, ein Stadt so was von Klasse.
Selbst die Parkhäuser sind klimatisiert und die "einfachen" Hotels sind
besser als das Adlon Kempinski Hotel in Berlin.
War dort im Al Khozama Hotel untergebracht. Ich war nur begeistert.
Riad ist eine Reise wert! Denn die Saudis wissen wie man das Leben
genießt.
Ich hoffe, dass ich bald wieder dort hin "muß". Denn wenn man dies
einmal erlebt hat, findet man Europa richtig mies.
BattMan schrieb:> Riad ist eine Reise wert! Denn die Saudis wissen wie man das Leben> genießt.> Ich hoffe, dass ich bald wieder dort hin "muß". Denn wenn man dies> einmal erlebt hat, findet man Europa richtig mies.
außer man ist eine Frau oder hält was von Menschenrechten oder ...
Körperliche Ertüchtigung im Trainingscamp inklusive? :)
Menschen, die sich als ach wie intelligente Ingenieure sehen,
werden über die Risiken des Einsatzes doch Bescheid wissen.
BattMan schrieb:> Denn die Saudis wissen wie man das Leben> genießt.> Ich hoffe, dass ich bald wieder dort hin "muß". Denn wenn man dies> einmal erlebt hat, findet man Europa richtig mies.
Da bin ich anderer Meinung. Das sind einfach neureiche Proleten die
absolut nicht wissen wohin mit ihrem vielen Geld und es einfach für
Statusobjekte verpulfern.
Außer "Geld ohne Ende" gibt es dort nichts. Schon gar nicht besseres als
in Europa. Mit Geld ohne Ende würde ich sicher nicht in den Nahen Osten
gehen.
Sag mir doch bitte ein paar Dinge die Europa "richtig mies" bzw. den
Nahen Osten so toll machen.
Also ich wäre jederzeit dabei, etwas Risiko einzugehen, das mal 1-5
Jahre zu tun , und einfach mal etwas auf die hohe kante zu kriegen.
Gut , soviel wie früher auf IBN verdient man wahrscheinlich nicht mehr,
aber auch die gewonnene Erfahrung bringt bestimmt einiges an Respekt und
Aufstiegsmöglichkeiten bei den Chefs ein.
Vor allem wie beschrieben; Libyen - ist ja ein Ölexportland schlechthin
- arbeitest du da in der Maschinen oder Ölindustrie? Da verdient man
bestimmt gut !
Beneide dich etwas - hocke hier tagtäglich auf meinen 5 Buchstaben und
sehe ausser Büro nicht viel :-(
klausi schrieb:> , und einfach mal etwas auf die hohe kante zu kriegen.
Nur mal so: wenn Du bis jetzt immer alles ausgegeben hast was aufs Konto
kam wird sich ueblicherweise diese Gewohnheit auch nich ändern wenn viel
mehr aufs Konto kommt.
> auch die gewonnene Erfahrung bringt bestimmt einiges an Respekt und> Aufstiegsmöglichkeiten bei den Chefs ein.
Nein, du bleibst für deine Chefs der Arsch, den man überallhin schicken
kann, ohne dass dieser aufmuckt.
klausi schrieb:> Also ich wäre jederzeit dabei, etwas Risiko einzugehen, das mal 1-5> Jahre zu tun , und einfach mal etwas auf die hohe kante zu kriegen.
Was bringt so ein Einsatz, bitte Zahlen auf den Tisch.
Reiseleiter schrieb:> Was bringt so ein Einsatz, bitte Zahlen auf den Tisch.
Für die 3 Monate die ich bei den Saudis war, haben die 36.000,- Euro
netto bezahlt. Die Nebenkosten, Hotel, Flug, usw. ging auf deren Kosten.
Progger schrieb:> Sag mir doch bitte ein paar Dinge die Europa "richtig mies" bzw. den> Nahen Osten so toll machen.
Wenn man einen Vorschlag macht in DE, dann kommen 200 "ABER" und Du
kommst
nicht voran. Von den Behörden, bzgl. Tiefbau, Trassenquerung, usw. ganz
zu schweigen. Da kannst Du nicht gerade mal schnell 10 km Glasfaser
verlegen und die Basistechnik aufbauen.
Bei den Saudis ist das ganz anders, die Entscheidungswege sind
kurz und knapp. Ja, und Geld spielt fast keine Rolle.
Und(!), Du zahlst dort keine Steuern auf Dein Einkommen.
klausi schrieb:> - arbeitest du da in der Maschinen oder Ölindustrie? Da verdient man> bestimmt gut !
Ich arbeite im Bereich Telco. Mit Siemens habe ich nur zu tun, wenn es
um Projekte geht. Bezahlt werde ich immer direkt vom Kunden vor Ort.
Die Saudis bezahlen am besten, Libyen hat sich aber dennoch gerechnet.
klausi schrieb:> Also ich wäre jederzeit dabei, etwas Risiko einzugehen,
etwas Risiko? Das ist ja immer so schön gesagt. Kennst du die Szene aus
"Eine Frage der Ehre"?
Nicholson: "Er war in Gefahr"
Cruise: "In ernster Gefahr?"
Nicholson: " Gibt es denn noch eine?"
BattMan schrieb:> haben die 36.000,- Euro netto bezahlt. D
Blöde Nachfrage: Mit 'die' meinst Du die Firma, für die Du arbeitest an
Dich; und mit Netto das die Einkommenssteuer davon schon bezahlt wurde?
Oder haben die (Saudis) 36 TEUR an die Firma für die Du arbeitest
bezahlt? Wie viel kam dann bei Dir an?
Oder hast Du Dein eigenes Unternehmen?
In einem rechtsfreien Raum ist man automatisch Partei. Entweder
Revolutionaer, Terrorist, Konterrevolutionaer, Verraeter, Imperialist,
Kommunist oder sonstwas. Dann hat man doch besser ein Gewehr ... auch
wenn man sich sowieso uebertoelpeln lassen wuerde.
BattMan schrieb:> Denn die Saudis wissen wie man das Leben genießt.
... und sie wissen, wie man reich wird ohne zu arbeiten. ;)
Die Förderkosten von 1 Barrel Öl betragen 2 $.
Der Verkaufspreis liegt etwas darüber. Die Spanne dazwischen reicht für
ein protziges Leben. :)
Wenn man das Geld nicht erwirtschaften muß, sondern nur anlegen und
ausgeben braucht, ist das doch keine große bewundernswerte Leistung.
Justus Skorps schrieb:> außer man ist eine Frau oder hält was von Menschenrechten oder ...
Menschenrechte? Was ist das?
Frau? Gibt genügend Krankenschwestern aus Europa die da unten Kohle
scheffeln! Die juckt die Rechte der Menschen auch ned viel.
>> Denn die Saudis wissen wie man das Leben genießt.
Vorausgesetzt man gehoert nicht zu der Klasse mit den Ziegen im
Sandhaufen ... sondern eher zu denen, die sagen koennen : es gehoert
alles mir.
As-I-Roved-Out schrieb:> Menschen, die sich als ach wie intelligente Ingenieure sehen,> werden über die Risiken des Einsatzes doch Bescheid wissen.
Die sind so schlau, dass sie garned wissen wie blöd sie sind!
BattMan schrieb:> Wenn man einen Vorschlag macht in DE, dann kommen 200 "ABER" und Du> kommst> nicht voran. Von den Behörden, bzgl. Tiefbau, Trassenquerung, usw. ganz> zu schweigen. Da kannst Du nicht gerade mal schnell 10 km Glasfaser> verlegen und die Basistechnik aufbauen.
Ja, die Bürokratie ist schon etwas übertrieben. Trotzdem bin ich froh,
dass man bei uns nicht einfach eine Autobahn durch ein Naturschutzgebiet
und mein Haus betoniert, nur weil sich das der diensthabende Scheich
einbildet.
> Bei den Saudis ist das ganz anders, die Entscheidungswege sind> kurz und knapp. Ja, und Geld spielt fast keine Rolle.
Bei uns spielt (in den entsprechenden Kreisen) Geld auch fast keine
Rolle. Leider gehöre ich da nicht dazu, so wie >99% der Bevölkerung.
> Und(!), Du zahlst dort keine Steuern auf Dein Einkommen.
Ich zahle gerne Steuern auf mein Einkommen. Ja, es ist wohl ein bisschen
zu viel, aber das ist mir der Sozialstaat wert. Wer weiß, in Saudi
Arabien würde ich eventuell ein minderer Arbeitssklave sein.
BattMan schrieb:> Für die 3 Monate die ich bei den Saudis war, haben die 36.000,- Euro> netto bezahlt. Die Nebenkosten, Hotel, Flug, usw. ging auf deren Kosten.
Na siehste mal, dann hat sichs doch ausgezahlt.
Möchte auch gerne rumkommen in der Weltgeschichte, viel verdienen, und
vielleicht mal früher in Rente gehen - wäre doch perfekt.
Und ich erspare mir das langweilige Büroleben!
klausi schrieb:> BattMan schrieb:>> Für die 3 Monate die ich bei den Saudis war, haben die 36.000,- Euro>> netto bezahlt. Die Nebenkosten, Hotel, Flug, usw. ging auf deren Kosten.>> Na siehste mal, dann hat sichs doch ausgezahlt.>> Möchte auch gerne rumkommen in der Weltgeschichte, viel verdienen, und> vielleicht mal früher in Rente gehen - wäre doch perfekt.>> Und ich erspare mir das langweilige Büroleben!
@klausi: Oh nein, du musst ein ganz großer Troll sein, denn so blöd-naiv
kann man doch gar nicht sein, oder?
"Mir ist so langweilig im Büro, ich will lieber raus in die Welt in ein
Kriegsgebiet, da ist es granatenmäßig spannend (bombensicher!) und man
verdient ganz doll viel Geld!"
Früh in Rente könnte dann tatsächlich klappen - und zwar die einmalige
Rente "für immer".
Es gibt Leute, die fragen wie und nicht ob. Die anderen lamentieren und
jammern und sind neidisch auf des Nachbarn neues Auto.
In den Nachrichten hört es sich immer schlimmer an, als es vor Ort ist.
Goede schrieb:> In den Nachrichten hört es sich immer schlimmer an, als es vor Ort ist.
Stimmt!
Und es stimmt auch:
In den Nachrichten wird die Lage besser dargestellt, als sie vor Ort
ist.
Denk mal darüber nach!
Marx W. schrieb:> Goede schrieb:>> In den Nachrichten hört es sich immer schlimmer an, als es vor Ort ist.>> Stimmt!>> Und es stimmt auch:>> In den Nachrichten wird die Lage besser dargestellt, als sie vor Ort> ist.>> Denk mal darüber nach!
Hab ich früher mal gemacht und varanlaßte mich obige Aussage zu treffen.
Rattatata schrieb:> @klausi: Oh nein, du musst ein ganz großer Troll sein, denn so blöd-naiv> kann man doch gar nicht sein, oder?>> "Mir ist so langweilig im Büro, ich will lieber raus in die Welt in ein> Kriegsgebiet, da ist es granatenmäßig spannend (bombensicher!) und man> verdient ganz doll viel Geld!">> Früh in Rente könnte dann tatsächlich klappen - und zwar die einmalige> Rente "für immer".
Ich weiß, dass sich das sehr naiv anhört, aber ich bin trotzdem dieser
Überzeugung.
Niemand von uns beiden ist selbst dort vor Ort gewesen, und du kannst
solch eine Aussage treffen?
Sicher wird etwas Risiko dahinter stecken, aber man wird bestimmt nicht
gleich unter nem Bombenhagel untergehen. Wie schon gesagt, den Medien
kann man da gar nicht trauen.
Es könnte schon sein, dass ich mir ein kleines bisschen meine Nase
verbrenne, in den Irak oder Afghanistan würde ich jetzt auch nicht
unbedingt gehen.
Aber zB Libyen, warum nicht?
Hallo,
ich gehöre nicht zur "Ingenieurkaste" und werde schon alleine wegen des
Aufgabenbereichs meines Arbeitgebers nicht in die "Verlegenheit" kommen
einen "außerhalb der Stadteinsatz" geschweige denn einen Auslandseinsatz
ausführen zu dürfen.
Aber wer von uns war schon mal tatsächlich vor Ort in Saudi Arabien -
wohl nur Battman - und nur er kann somit echte Erfahrungen
zurückblicken.
Alles andere sind Medieninformationen die nicht unbedingt frei von
Interessen (und wenn es nur Auflagensteigerung/Zuschauerzahlen durch
Sensationsmeldungen) sind.
Es ist nun mal so: Auch Journalisten , GreenPeace , Amnasty
International , Rotes Kreuz , NGOs usw.sind nicht per se die rein
altruistischen Organisationen - auch dort gibt es Zwänge und Leute die
(teilweise extrem geschickt und undurchsichtig) ihre Interessen und
Vorteile herausholen.
In den so gerne gebashten Ländern ist sicherlich viel in argen, das
bedeutet aber nicht das auch gutes gibt und das mann dort unbedingt auf
Kosten anderer lebt, und abgesehen von Extrembeispielen (Somalia -
bestimmte Gegenden im Irak und generell Gebiete wo aktuell Kriege
stattfinden) kann mann überall brauchbar leben wenn man sich den
dortigen Gepflogenheiten und Sitten anpasst - das gilt freilich in
beiden Richtungen (Gruß an Herrn Erdogan...)
Arbeiter
In der intolleranz vieler hier (gemeint ist nicht das Forum, sondern
hier Mitteleuropa) gegenüber ganz anderer und trotzdem moderner
Kulturen.
-Ja Saudi Arabien hat halt mit relativ wenig Aufwand viel Geld gemacht
und gibt jetzt Geld für viele Sachen aus die einfach nur "Spaß" machen,
oder reiner Luxus sind - das die Scheichs und Führungsebene am meisten
davon hat ist logisch - aber sehr viel wird auch an die einheimische
Bevölkerung weitergegeben.
Das dort ganz andere Rechtsnormen vorliegen ist Fakt, das ist aber aus
Traditionen und der gesellschaftlichen Entwicklung entstanden.
Und keiner, egal ob Inbetriebnahmeingenieur, Haushaltshilfe oder
Bauarbeiter -egal aus welchen Urprungsland- wird gezwungen dort arbeiten
zu gehen.
Der Inbetriebsnahmeingenieur muß dann auf die Extrazahlungen verzichten
und die Haushaltshilfe/Bauarbeiter kann sein Glück immer auch in der
Heimat oder anderen Länmdern versuchen.
Hennes
Grad wieder aktuell - auch in Nigeria geht's aufgrund der Boko Haram
Gruppe um:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/fussball-wm-anschlag-auf-public-viewing-in-nigeria-mit-7-toten-a-975820.html
Stellt euch vor, da arbeitet man in Nigeria zB IBN oder Ölförderung in
nem gezwungenermaßen Camp oder halt Hotel und will nach getaner Arbeit
am Feierabend sich noch ein Fußballspiel mit ein paar Kollegen ansehen.
Denkt sich nicht viel dabei und geht auf so ein Public Viewing.
Und plötzlich krachts, man hat es nicht kommen sehen, weil man die Lage
vor Ort völlig unterschätzt hat..
BattMan schrieb:> Riad ist eine Reise wert! Denn die Saudis wissen wie man das Leben> genießt.
Das wussten die alten Römer auch und die Art und Weise, wie sie ihre
Unterschicht ausbeuteten, um sich den Luxux zu gönnen haben die Araber
ja bestens kopiert!
Justus Skorps schrieb:>> Ich hoffe, dass ich bald wieder dort hin "muß". Denn wenn man dies>> einmal erlebt hat, findet man Europa richtig mies.> außer man ist eine Frau oder hält was von Menschenrechten oder ...
+1 !
Hennes schrieb:> Und keiner, egal ob Inbetriebnahmeingenieur, Haushaltshilfe oder> Bauarbeiter -egal aus welchen Urprungsland- wird gezwungen dort arbeiten> zu gehen.
Sie werden nur von Firmen, bei denen sie im Heimatland angestellt sind
und die nicht selten Arabern gehören, mehr oder weniger dazu erpresst,
ins Ausland zu gehen, weil es dort - anders als hier - keinen
Betriebsrat gibt, der eine Zwangsverlegung verhindert. Viele kommen auch
aus Not und aufgrund betrügerischer Verträge und Versprechungen.
> und die Haushaltshilfe/Bauarbeiter kann sein Glück immer auch in der> Heimat oder anderen Länmdern versuchen.
Wenn man seinen Pass wieder bekommt, ja. Den hat aber der Vorarbeiter
eingezogen. Und was die weiblichen "Haushaltshilfen" alles über sich
ergehen lassen müssen, kannst Du in den Jahresberichten von
Frauenrechtsverbänden nachlesen.
klausi schrieb:> Grad wieder aktuell - auch in Nigeria geht's aufgrund der Boko Haram> Gruppe um:>> http://www.spiegel.de/politik/ausland/fussball-wm-anschlag-auf-public-viewing-in-nigeria-mit-7-toten-a-975820.html>> Stellt euch vor, da arbeitet man in Nigeria zB IBN oder Ölförderung in> nem gezwungenermaßen Camp oder halt Hotel und will nach getaner Arbeit> am Feierabend sich noch ein Fußballspiel mit ein paar Kollegen ansehen.>> Denkt sich nicht viel dabei und geht auf so ein Public Viewing.>> Und plötzlich krachts, man hat es nicht kommen sehen, weil man die Lage> vor Ort völlig unterschätzt hat..
Quatsch, die Regierung dort hat die Menschen vor PV und dergleichen
gewarnt, wegen Anschlägen.
Nils S. schrieb:> Quatsch, die Regierung dort hat die Menschen vor PV und dergleichen> gewarnt, wegen Anschlägen.
Also nur vom Hotel zur Arbeit und zurück?
Selbst Anschläge auf Hotels sind möglich.
Soll man erst gar nicht in solche Länder fahren?
BattMan schrieb:> Bei den Saudis ist das ganz anders, die Entscheidungswege sind> kurz und knapp.
Das nennt man dann Diktatur. Gesetze und Bedürfnisse anderer Leute
spielen keine Rolle. Was der Diktator will, kannst du sofort umsetzen,
das mag gerade für Firmenvertreter angenehm sein.
Irak würde ich zur Zeit auf keinen Fall machen, egal wie lukrativ der
Auftrag wäre.
Im Iran war ich schon, das würde ich auch wieder machen. Man muss eben
wissen, was vor Ort geht und was nicht (z.B. setzen sich Männer und
Frauen in Gaststätten an getrennte Tische bzw. auf getrennte Teppiche in
traditionellen Gaststätten). Untergebracht war ich in einem normalen
Hotel (hier verkehrten auch die Einheimischen) in der Innenstadt, dort
ist tagsüber tote Hose, lebendig wird es erst ab Sonnenuntergang, wenn
die Temperaturen erträglich werden. Reiseveranstalter nennen das dann
landestypische Geräuschkulisse. Man merkt aber deutlich, dass man es mit
einer Mangelwirtschaft zu tun hat, vieles ist auf dem Stand zu Zeiten
der Revolution stehen geblieben, nur nicht die Inflation (offiziell 20
oder 30%, wie auch die Arbeitslosenquote). Deshalb ist es gut wenn man
immer auch Dollars in der Tasche hat. Überhaupt ist dort im Alltag
vieles ganz anders als man es hierzulande zu wissen glaubt. Es ist
weniger eine Theokratie, eher eine Kleptokratie. Antiamerikanische
Propaganda (wenn sie nicht bald verschwinden wird) gibt es zwar, darum
schert sich aber kaum einer und insgeheim ist man auch dick im Geschäft,
Embargo hin oder her.
Generell gilt aber: Die Lage vor Ort muss man in solchen Ländern immer
für den konkreten Fall prüfen und dann kurzfristig entscheiden. Das war
ja auch das Problem der Siemensianer, die von der Entwicklung überrascht
wurden. In die Ukraine wäre vor nicht all zu langer Zeit auch jeder ohne
große Bedenken gefahren. In Washington wurde ich auch gewarnt in manchen
Stadtteilen nicht anzuhalten oder gar auszusteigen.
Dort war auch ein Monteur, der sich für den Irak interessierte, wegen
der zusätzlichen Auslöse, ich meine es ging um die 150 EUR pro Tag.
Damals war die Lage so, das man in manchen Landesteilen relativ sicher
war. Das bedeutet dann Leben im Container auf der Baustelle, nichts mit
Land und Leute kennen lernen, dafür abends gepflegte Langeweile.
BattMan schrieb:> Mein schönster Einsatz war in Riad, ein Stadt so was von Klasse.
Ich weiß nicht was du dort gemacht hast, aber hier werden die
Verhältnisse ganz anders beschrieben:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/deutscher-rettungswagenfahrer-in-saudi-arabien-blaulicht-durch-riad-a-956053.html
Für mich sind das Niveau- und Kulturlose Neureiche, die ihre kruden
Moral- und Gesetzesvorstellungen aus einer überzogenen Koranauslegung
herleiten. Dafür exportieren sie jetzt ihre Moralvorstellungen in alle
Welt und unterstützen dabei auch terroristische Gruppen. Darüber spricht
man nur nicht, weil sie ja zu unseren "Freunden" gehören. Ein Verwandter
war schon dort auf Montage. Als ausländischer Arbeiter ist man seinem
Bürgen ausgeliefert. Besonders die "Unteren" aus Asien, denen werden
auch gerne die Pässe abgenommen. Irgendwelche vertragliche
Vereinbarungen sind auch Schall und Rauch, sobald sie erst mal vor Ort
sind. Oft werden sie auch noch um Teile ihres Lohnes geprellt, obwohl
die Herrscher nicht wissen wohin mit dem ganzen Geld.
Vorige Woche hat mich eine Firma Donnerstags angerufen ob ich bereit
währe
für sie ab Montag eine Inbetriebnahme in Donez zu leiten, da mir das
Stahlwerk noch von vor zwei Jahren her in erinnerung war.
Das schlimme war, die meinten das im Ernst, zahlen wollten sie auch
nichts,
am besten noch Geld mitbringen.
Was geht da nur in den Köpfen der Firmen vor. Haben die alle einen
Schuss ?
Da ist Siemens noch human dagegen.
> Autor: Zocker? (Gast)> Datum: 20.06.2014 18:20> Ich dachte, dass IBN so gut bezahlt ist?!
Denken ist nicht Wissen.
Überlass das Denken doch Leuten die davon was verstehen.
Georg W. schrieb:> Irak würde ich zur Zeit auf keinen Fall machen, egal wie lukrativ der> Auftrag wäre.
Stimmt, genauso die Sahelzone, ob Nord oder Süd, Ost oder West.
> Im Iran war ich schon, das würde ich auch wieder machen.
Ja, aber das hätte ich von Syrien vor 5 Jahren auch gedacht!
Was jetz da los ist, weis ja wohl jeder.
Oder wie ratz-fatz in Ruanda die HUTU die Tutsi zerhackt haben, wer
hätte das von D-land aus gedacht!
> Generell gilt aber: Die Lage vor Ort muss man in solchen Ländern immer> für den konkreten Fall prüfen und dann kurzfristig entscheiden.
Naja, wer weis schon was in den Ländern vorgeht.
Aber oft ist ja auch dem deutschen Touri es "Scheiß egal", hautpsache
"BILLIG". Ich denke da nur an Sri-Lanka in den 80-90´er. Da tobte im
Norden der Insel ein Bürgerkrieg und die Touris`s sind trotzdem an die
Stände im Süden geflogen.
> Ich weiß nicht was du dort gemacht hast, aber hier werden die> Verhältnisse ganz anders beschrieben:> http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/deutscher-
rettungswagenfahrer-in-saudi-arabien-blaulicht-durch-riad-a-956053.html
> Für mich sind das Niveau- und Kulturlose Neureiche, die ihre kruden> Moral- und Gesetzesvorstellungen aus einer überzogenen Koranauslegung> herleiten.
Man muß aber auch wissen, dass im KSA die Herscherfamilie (und die
zählen locker an die Zehntausende, wenn ned mehr!) durch den Wahhabismus
gestützt wird. Erst durch den Wahhabismus konnte die Herrscherfamilie
das jetzige Staatsgebiet erlangen.
Der Wahhabismus ist Stütze der Monarchie, und so für die
Herrscherfamilie nötig wie die Katholische Kirche in Zeiten der
Reformation für die katholischen Dynastien in Westeuropa nötig war.
Der Wahhabismus wird oft als religöse Basis für Al-Qaida und den
militaten Salafisten gesehen. Was schon alles über eine Monarchie sagen
dürfte die den Wahhabismus als Staatsreligion propagiert.
Zocker? schrieb:>>Das schlimme war, die meinten das im Ernst, zahlen wollten sie auch>>nichts,>>am besten noch Geld mitbringen.> Ich dachte, dass IBN so gut bezahlt ist?!
Für viele IG-Metall-Disneyland-Ingenieure ist die IBN nix anderes als
"Schlüssel reinstecken und umdrehn".
Das kann deshalb ja wohl jeder Renter von Schliessdienst machen, denken
die.
D.h. sollte die "Bezahlung" auch dem entsprechen.
> Ja, aber das hätte ich von Syrien vor 5 Jahren auch gedacht!> Was jetz da los ist, weis ja wohl jeder.> Oder wie ratz-fatz in Ruanda die HUTU die Tutsi zerhackt haben,> wer hätte das von D-land aus gedacht!
Aussenstehende sind oft völlig überrascht von brutalen Geschehnissen,
die bisweilen ein Land innerhalb kürzester Zeit brachial verändern.
Ebendieses konnte ich vor längerer Zeit auch in Sri Lanka beobachten.
1981 lernte ich das Land während eines längeren Aufenthaltes als eine
Insel mit überaus freundlichen und offenen Menschen kennen. Ich konnte
es kaum fassen, als gerde mal zwei Jahre später Singhalesen und Tamilien
mit aussergewöhnlicher Aggressivität auf einander losgingen.
> Aber oft ist ja auch dem deutschen Touri es "Scheiß egal", hautpsache> "BILLIG". Ich denke da nur an Sri-Lanka in den 80-90´er. Da tobte im> Norden der Insel ein Bürgerkrieg und die Touris`s sind trotzdem an die> Stände im Süden geflogen.
In Sri Lanka zogen übrigens die beiden Bürgerkriegsparteien ausländische
Gäste ganz bewusst niemals in ihre Konflikte mit hinein. Zunächst
blieben die Touris natürlich weg. Erst etwa 10 Jahre nach Ausbruch des
Bürgerkriegs hatten das die Westler so langsam begriffen, und die
Besucherzahlen stiegen langsam wieder an.
Ähnliches traf erstaunlicherweise auch für Nord-Irland zu. Touristen
(ausser Briten natürlich) ;-) mussten während des langen Bürgerkriegs
nicht um ihre Sicherheit fürchten. Wer Urlauber ausraubte, den bestrafte
die IRA ganz brutal.