Gast
#3696470
mal ein paar Beispiele, was man im HR eines sehr großen Mittelständlers (1000 MA) aus der Autozulieferbranche so öfter erlebt. Fachkräftemangel? sehe ich hier nicht. Absolventenstelle wird ausgeschrieben, ca. 50-120 bewerben sich drauf. Daher mehrstufiges Auswahlverfahren, inkl. Brain Teaser und Fachaufgaben sowie ein kleiner Assessment Center bezüglich Sozialkompetenz. Wird ein SW Entwickler gesucht, wird z.B. eine mehrstündige Programmieraufgabe vorgelegt, die in der vorgegebenen Zeit zu lösen ist. Eingeladen für diese Aufgabe werden natürlich nur die, die nicht zuvor aussortiert wurden. Bei Berufserfahrenen kommt es drauf an. Da bewerben sich auf eine offene Stelle ca. 30-60 binnen eines Monats. Wo ca. meist so 5-15 relativ passend sind. Aber nun wie es teils so zu geht. Bewerbungen von Absolventen: Vorselektion anhand harter Kriterien, das übernimmt die Azubine oder ein Praktikant. Erst die, die den harten Kriterien wie Noten, Studiendauer entsprechen, werden überhaupt zu einem Entscheider weiter geleitet. Dann: wie damit umgegangen wird. Papierbewerbungen werden dem Entscheider hin gelegt. Dieser hat ja mehrere Stellen meist gleichzeitig zu besetzen, daher kommt es öfter mal vor, dass Bewerbungen bzw. Lebensläufe oder Anschreiben vertauscht werden, Fotos runter fallen, Kaffee über was gekippt wird (dann fliegt der Bewerber natürlich raus, da Bewerbung nicht mehr lesbar). Anschreiben werden generell nur überflogen, Lebenslauf ist wichtiger. Lücken werden meist nicht toleriert. Email Bewerbungen werden teilweise ausgedruckt für den Entscheider und wie damit umgegangen wird, s.o. Nicht selten fliegt dann mal ein Zettel aus der Bewerbung raus und der Entscheider hält den Bewerber für einen Lügner, da er behauptet er habe dies und jenes gemacht, aber der Beleg fehlt. Oder es werden auch schon mal Zertifikate oder so zwischen Bewerber vertauscht usw.