Hi,
ich war etwas im Internet unterwegs und bin zufällig auf diesen ganzen
CoilGun krams aufmerksam geworden. Nun habe ich mich gefragt hängt die
Beschleunigung eines Gegenstandes der durch ein von der Spule erzeugtes
Magnetfeld beschleunigt wird von der Masse ab? Also intuitiv irgendwie
schon aber dann wieder auch irgendwie nicht.
Kann mich da jemand aufklären?
Danke Gruß
Kraft ist gleich Masse mal Beschleunigung. Beschleunigung ist gleich
Kraft durch Masse. Bei konstanter Kraft wird die Beschleunigung also mit
steigender Masse geringer.
OK:
"The most frequent comment I get on my coilguns is that I should use a
lighter projectile to improve performance. This equations shows why
that suggestion is wrong. It’s counter-intuitive, but for a fixed power
and distance (e.g. fixed capacitor bank and coil), a lighter projectile
will gain less muzzle energy than a heavier one. This equation will now
be used to guide the design process"
http://www.deltaveng.com/gauss-machine-gun/design/
Wie kommt dann sowas (grad gefunden)?
Brumbär schrieb:> wird das Magnetfeld der Spule nicht eben> mehr Kraft auf ein größeres ferromagnetisches Objekt ausüben?
Wie sollte sie, wenn man als gegeben betrachtet, daß die Spule mit der
gleichen Energiemenge versorgt wird? Im Falle Coilgun ist das sowieso
etwas komplizierter, weil das System gut abgestimmt sein muß.
Üblicherweise wird nicht nur eine, sondern eine Kaskade von Spulen
benutzt, deren "Zündung" exaktes Timing erfordert. Da kann man nicht
einfach mal ein schwereres Geschoß laden bzw. erfolgreich abfeuern.
Die ideale Masse des Coilgun-Projektils hängt auch vom benutzten
Kondensator ab: Dessen Spannung sollte auf nahe Null abgesunken sein
wenn die Mitte vom Projektil die Mitte der Spule passiert; ab diesem
Punkt wird es vom Magnetfeld nämlich gebremst statt beschleunigt.
Früher habe ich auch mit Coilguns rumgebastelt; über einen Wirkungsgrad
(kinetische Energie des Projektils geteilt durch Kondensator-Energie)
von 1-2% bin ich aber nicht rausgekommen.
Natürlich kann man mehr Energie auf das Geschoss abgeben wenn das
Geschoss an die Spulengeometrie etc. abgestimmt ist. Wenn du das meinst.
Also werden eventuell schwerere Geschosse schneller wenn die Geometrie
bessser abgestimmt ist, aber das geht eben nicht unendlich, eigentlich
ganz logisch.
Chris tian schrieb:> Natürlich kann man mehr Energie auf das Geschoss abgeben wenn das> Geschoss an die Spulengeometrie etc. abgestimmt ist. Wenn du das meinst.> Also werden eventuell schwerere Geschosse schneller wenn die Geometrie> bessser abgestimmt ist, aber das geht eben nicht unendlich, eigentlich> ganz logisch.
In atmosphaeren-freiem Raum sieht das aber wieder anders aus
Brumbär schrieb:> Kann es eigentlich nicht sein das ein zu kleines Objekt dem Magnetfeld> nicht die gesamte Energie entzieht ?
Ja natürlich kann das sein. Unter der speziellen Voraussetzung, daß das
System für höhere Massen ausgelegt ist. Deine Eingangsfrage ist jedoch
sehr allgemein formuliert:
Brumbär schrieb:> hängt die> Beschleunigung eines Gegenstandes der durch ein von der Spule erzeugtes> Magnetfeld beschleunigt wird von der Masse ab?
Die Betrachtung macht nur Sinn, wenn die Randbedingungen konkret
definiert sind.
Hui, da werden Begriffe Leistung, Beschleunigung und Energie beliebig
durcheinander gemischt...
Ein leichtes Projektil kann problemlos eine Raumstation durchschlagen.
Es muss nur schnell genug sein.
Und eine langsame Kugel kann durchaus ein Haus abbrechen. Sie muss nur
schwer genug sein.
Und irgendwo dazwischen wird/muss sich das ganze für eine gegebene
eingelagerte Energie und Geometrie einer Railgun abspielen: es wird für
jedes Geschoss nur 1 maximal erreichbare Geschwindigkeit geben. Und dort
ist die abgegebene Energie am höchsten. Dass das bei einer großen Masse
leichter ist, liegt daran, dass die Ansteuerzeiten langsamer werden und
auch eine suboptimal ausgelegte Spule mehr Energie abgeben kann...
Seine Frage wird bisher überhaupt nicht richtig beantwortet bzw.
verstanden. Und ja, er hat schon recht, ein größeres Eisenstück entzieht
dem Magnetfeld auch eine größere Energie. Näherungsweise müsste sogar
gelten, daß die Energie linear zur Masse zunimmt, bzw. die
Geschwindigkeit bei unterschiedlicher Masse gleich bleibt. Weil die
Effizienz solcher Coilguns immer miserabel ist, also das Eisenstück
entzieht dem Schwingkreis sowieso nur vergleichsweise wenig Energie,
daher ändert sich die Stärke des Feldes auch bei einem größeren
Projektil kaum. Also wird ein größeres Metallstück auch stärker
angezogen als ein Kleines.
In die Länge kann man das Geschoss aber kaum ziehen, und im Durchmesser
begrenzt die Spule. Ändert man diese, ändert sich logischerweise alles.
Also man hat sowieso nur einen kleinen Spielraum bezüglich der bewegten
Masse. Von viel zu kleinen Objekten mal abgesehen, aber wer will sowas
schon...
0815 schrieb:> Näherungsweise müsste sogar> gelten, daß die Energie linear zur Masse zunimmt
Hurra, wir haben wieder ein Perpetuum Mobile: man muss nur die Masse
gross genug machen, dann nimmt sie mehr Energie auf als man in die Spule
reingesteckt hat.
Georg
0815 schrieb:> Seine Frage wird bisher überhaupt nicht richtig beantwortet bzw.> verstanden.
An der Frage gibt es nicht viel falsch zu verstehen:
Brumbär schrieb:> hängt die> Beschleunigung eines Gegenstandes der durch ein von der Spule erzeugtes> Magnetfeld beschleunigt wird von der Masse ab?
Die Antwort lautet eindeutig JA, Punkt. Alles andere ist rein
spekulativ, da keinerlei Bedingungen, wie etwa Aufbau des Systems,
Energiemenge usw. definiert sind.
Brummbär, Du liegst völlig richtig mit Deiner anfänglichen Vermutung. Du
musst Dir nur die Theoretiker wegdenken, und derer sind wie immer
reichlich vorhanden...
Wie Du weißt, stehen bei ner Coilgun anfangs z.B. 10.000J zur Verfügung.
An der Spule kommen vielleicht 5000J an, das Geschoss erreicht aber nur
z.B. 5J. Daher ist es dieser extrem hoch aufgeladenen Spule schietegal,
ob ihr "Kern" 1g oder 5g hat. Die Feldstärke bleibt fast völlig gleich,
und natürlich auch die Geschwindigkeit (solange die Form des Projektils
ähnlich bleibt).
Georg schrieb:> nimmt sie mehr Energie auf als man in die Spule> reingesteckt hat.
Oh ja. 5 Tropfen löschen den Wandbrand, einer aber nicht.
Bin dann auch hier raus, im Moment lohnt es sich echt nicht...zu viel
Wiki/Google, zu wenig echte Erfahrungen/Überlegungen.
Georg schrieb:> 0815 schrieb:>> Näherungsweise müsste sogar>> gelten, daß die Energie linear zur Masse zunimmt>> Hurra, wir haben wieder ein Perpetuum Mobile: man muss nur die Masse> gross genug machen, dann nimmt sie mehr Energie auf als man in die Spule> reingesteckt hat.>> Georg
Drum fallen ja auch schwerere Steine schneller zu Boden als leichtere!