Moin, hatte knapp eine Woche dienstlich in St. Petersburg zu tun und ich muss sagen, dass ich wirklich überrascht war. Mehrere Anbieter (mindestens vier) mit UMTS. Kein EDGE-Müll. Egal wie tief im Untergrund und wo. Immer 3G oder 4G. Wo auch immer: WLAN for free. Gelegentlich musste man bestätigen, dass man 18+ ist. Und überhaupt Internet: rasend schnell. Werden wir in DL einfach nur verarscht und ausgenommen? Lade hier mal via UMTS ein facebook-Foto hoch. Das dauert ewig. Oder e-Mail abrufen oder surfen im Internet. In DL gäääähnend langsam. In St. Petersburg hatte ich das Gefühl mit dem Mobiltelefon kabelgebunden sein. Von den Roaming-Gebühren will ich mal gar nicht erst anfangen ... Holger
Holger D. schrieb: > Lade hier mal > via UMTS ein facebook-Foto hoch. Das dauert ewig. Weiß nicht, was du für einen Anbieter hast oder welche Maßstäbe, aber ich find UMTS normal recht flott. Und das Problem mit Facebook-Fotos hab ich nicht ;) > Oder e-Mail abrufen > oder surfen im Internet. In DL gäääähnend langsam. Wenn man nur EDGE hat, ja. Oder bei e+ ist ;) > In St. Petersburg > hatte ich das Gefühl mit dem Mobiltelefon kabelgebunden sein. Hingst du vielleicht ständig am Netzteil? ;) Wird dort auch gedrosselt?
Bei UMTS teilen sich die Benutzer die Bandbreite eines Sendemastes. In Petesburg können sich nur wenige ein Internet-Handy leisten, also teilt man sich dort mit weniger Nutzern die Bandbreite. Daher erscheint es dir so schnell. Allerdings ist Deutschland was die Versorgung mit Internet anlangt wirklich hintendran: Die Telefonkonzerne mussten Unsummen für die Frequenzen an den Staat zahlen, und haben sich darauf beschränkt, das Geld wieder reinzuholen. Da die RegTP die alte Regeln von der Grundversorgung, d.h. alle zum selben Preis, gekippt hat, gibt es hier Rosinenpickerei und es werden nur Regionen ausgebaut, die sich lohnen. Wer mit dem Handy mit dem Zug durch's Land fährt, sieht, daß an den meisten Orten kein UMTS/LTE existiert. Ich kenne Leute mitten in einer Stadt, die kein DSL bekommen, weil die Leitung zwei Nachbarn weiter vorne schlecht wird. Und natürlich Leute auf dem Land, die zum Handy-telefonieren auf einen Berg klettern müssen, oder bei Festnetz gar kein DSL bekommen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/schmalband-deutschland-warum-unser-internet-immer-noch-zu-langsam-ist-a-901508.html Immerhin ist es mit etwas Sucherei in Deutschland spottbillig: http://www.sparhandy.de/bundle-details.html?bundle=4534&tarifekategorie=22279&gruppe=161&subgruppe=289 (Telefonflat 2.95/Monat) http://www.sparhandy.de/bundle-details.html?bundle=4534&tarifekategorie=22279&gruppe=161&subgruppe=289 (Internetflat 1.99/Monat) man muss sich halt in 2 Jahren umsehen, wo es ebensolche Angebote gibt.
Das liegt daran, dass das Internet hier noch Neuland ist.
Holger D. schrieb: > Von den Roaming-Gebühren will ich mal gar nicht erst anfangen ... otelo (Vodafone) Roaming in Indien nach Dt.: 3,60 Eur die Minute, 1,80 bei Anrufen Vodafone Indien nach Dt.: 12 Rs die Minute, etwa 15ct Da fühl ich mich schon verarscht von den deutschen Abzockern.
Cool, Indien ist noch Welt 1, das europäische Serbien wäre Welt 2 http://www.vodafone.de/infofaxe/443.pdf und da kostet die Minute 5,12 EUR. Per Skype wären es 2 ct/min.
Holger D. schrieb: [mobiles Internet, freies WLAN] > hatte knapp eine Woche dienstlich in St. Petersburg zu tun und ich muss > sagen, dass ich wirklich überrascht war. ... > Werden wir in DL einfach nur verarscht und ausgenommen? "Die Matrix kann man nicht erklären. Man muß sie selber sehen." Willkommen unter den Sehenden. Die Internetversorgung ist nahezu überall auf der Welt besser als in Deutschland. Auch (und gerade?) in den sogenannten Entwicklungsländern. Ein Teil des Problems ist sicherlich die Störerhaftung, weswegen niemand sein WLAN für die Öffentlichkeit freigeben will. Zumindest für Hotels besteht jetzt Hoffnung, ein einschlägiges Urteil, das Hotelbetreiber rechtlich mit Zugangsanbietern gleichstellt und so faktisch von der Störerhaftung befreit, erging dieses Jahr. Nun kann es höchstens noch 10 Jahre dauern, bis das auch für Privatleute mit offenen WLANs gilt. XL
Naja eine Metropole wie St. Petersburg mit Deutschland zu verallgemeinern ist auch fraglich. Im weiteren Umland wird es eher etwas mau aussehen. Freies WLAN ist in DE ja immer so eine Sache, von wegen "Cyber-Terroristen/-Kriminellen" und den fixen Abmahnungen. Ebenso geistert dann auch immer mal wieder Forderung nach dem Verbot von "ungesicherten WLANs" wegen Rechtssicherheit rum. Wollte gerade was zu Roaming schreiben, aber die Roaming-Novelle mit der Preisbremse ab Juli gilt ja nur für die EU, da kann ja sonstwo verlangt werden was grade in die Bilanz passt. TK-Konzerne denken ja inzwischen oftmals nur noch im Rahmen des Fiskal-Vierteljahrs und Ausbau kostet dann wohl zu viel und das senkt ja Boni-Ansprüche für Verantwortungsträger und Dividendenempfänger. In den USA sieht es auch nicht viel besser aus. Die Konzerne konkurrieren da nur ungern und haben teilweise Mono- oder Oligopol-Stellungen. Von Verfügbarkeit und Geschwindigkeit kann da meist nur geträumt werden. Google-Fiber mit Gigabit ist auch nur an sehr ausgewählten Orten möglich. Auch da verweisen die TKs lieber auf LTE oder "4G" statt grundlegendem Ausbau und versuchen so ihre Kunden und Behörden "abzuzocken".
Dave B. schrieb: > Auch da verweisen die TKs lieber auf LTE oder "4G" statt grundlegendem > Ausbau und versuchen so ihre Kunden und Behörden "abzuzocken". Hier gabs mal in der Ortszuleitung ein Adernpaar zu wenig. Da haben die Telekomiker mich ernsthaft auf Internet über Satellit verwiesen. Irgendwann ist dann mal jemand ausgezogen, so dass ich nach 3 Monaten endlich Telefon und Minimal-DSL hatte. Aber Hochtechnologie ins Ausland verkaufen...
Michael Bertrandt schrieb: > Da die RegTP die alte Regeln von der Grundversorgung, d.h. alle zum > selben Preis, gekippt hat, gibt es hier Rosinenpickerei und es werden > nur Regionen ausgebaut, die sich lohnen. Aha? Quelle?
Reinhard S. schrieb: > Michael Bertrandt schrieb: >> Da die RegTP die alte Regeln von der Grundversorgung, d.h. alle zum >> selben Preis, gekippt hat, gibt es hier Rosinenpickerei und es werden >> nur Regionen ausgebaut, die sich lohnen. > > Aha? Quelle? Hat es eigentlich jemals einen Anspruch auf Grundversorgung mit Datenanschlüssen gegeben? Bei Sprachtelefonie gibt es ihn wohl, aber bei Daten mit zeitgemässer Performance?
A. K. schrieb: > Hat es eigentlich jemals einen Anspruch auf Grundversorgung mit > Datenanschlüssen gegeben? Bei Sprachtelefonie gibt es ihn wohl, > aber bei Daten mit zeitgemässer Performance? Richtig, so lange Daten über Telefon gingen, also in den Zeiten der Modems, hatte jeder gleichwertigen Zugang zum Netz. Mit DSL hat die RegTP bzw. deren Vorläufer die Rosinenpickerei erlaubt. Die Katastrophe haben wir jetzt. Es wäre wirklich nicht schwer gewesen, die Regelung der Telefonie beizubehalten. Ähnlich wie es damals plötzlich erlaubt wurde, eine gelogene Preisauszeichnung zu machen "Handy 1 EUR" und die weiteren Beträge, durch die man sich durch den Vertrag selbst bei Nichtnutzung verpflichtet, beispielsweise 24 x 19.95 + 1 = 479,80 einfach wegzulassen. Das gab es vorher auch nicht, und es sind Millionen Bürger drauf reingefallen, das war nichts anderes als generalstabsmässiger Betrug von der Politik abgesegnet. Als dann die grundgebühr fast vollständig als Vermittlungsprovision ausgeschüttet wurde, gab es dann Anbieter, die "1 Waschmaschine, 1 Handy, 1 Vertrag" für 1 EUR anboten, weil sie auf diese Weise ebenfalls die Kunden durch falsche preisauszeichnung übervorteilen konnten, wie es sonst nur den Kommunikationsunternehmen erlaubt war. Noch mal hundertausende von mit Zustimmung der Politik betrogenen Bürgern.
@Michael Bertrandt (laberkopp) >A. K. schrieb: >> Hat es eigentlich jemals einen Anspruch auf Grundversorgung mit >> Datenanschlüssen gegeben? Bei Sprachtelefonie gibt es ihn wohl, >> aber bei Daten mit zeitgemässer Performance? >Richtig, so lange Daten über Telefon gingen, also in den Zeiten der >Modems, hatte jeder gleichwertigen Zugang zum Netz. Das beantwortet nicht die Frage, ob es einen Anspruch gibt. >Mit DSL hat die RegTP bzw. deren Vorläufer die Rosinenpickerei komische Logik. Die haben also DSL eingeführt, nur um Rosinenpickerei zu erlauben, und nicht, um für schnellere Anschlüsse zu sorgen? >erlaubt. Die Katastrophe haben wir jetzt. Es wäre wirklich nicht >schwer gewesen, die Regelung der Telefonie beizubehalten. Welche Katastrophe? Die, daß mit DSL schnellere Anschlüsse verfügbar sind, wenn auch nicht überall gleich schnell? Es ist also eine Katastrophe, daß wir inzwischen mit mehr als nur 56k herumsurfen können?
A. K. schrieb: > Reinhard S. schrieb: >> Michael Bertrandt schrieb: >>> Da die RegTP die alte Regeln von der Grundversorgung, d.h. alle zum >>> selben Preis, gekippt hat, gibt es hier Rosinenpickerei und es werden >>> nur Regionen ausgebaut, die sich lohnen. >> >> Aha? Quelle? > > Hat es eigentlich jemals einen Anspruch auf Grundversorgung mit > Datenanschlüssen gegeben? Ja, gibt es. Schon seit längerem. Übrigens auch für Faxe. TKG, §78 http://dejure.org/gesetze/TKG/78.html > Bei Sprachtelefonie gibt es ihn wohl, aber bei > Daten mit zeitgemässer Performance? Es gibt den Anspruch auf "Übertragungsraten [...], die für einen funktionalen Internetzugang ausreichen." Es steht aber immer noch die Frage im Raum, wann und womit die BNetzA Rosinenpickerei erlaubt haben soll. Die Telkos behaupten nämlich einfach, ISDN sei ein funktionaler Internetzugang. Und bisher hat niemand den Gegenbeweis antreten wollen.
Reinhard S. schrieb: >> Hat es eigentlich jemals einen Anspruch auf Grundversorgung mit >> Datenanschlüssen gegeben? > > Ja, gibt es. Schon seit längerem. Übrigens auch für Faxe. > > TKG, §78 > http://dejure.org/gesetze/TKG/78.html Habe ich mir angesehen. Nur bin ich bei der Formulierung nicht sicher. Mit etwas Übung im Rechtsverdrehen könnte man das auch so lesen: §78.2.1 definiert zwar ein Kommunikationsnetz mit bestimmten Eigenschaften, einschliesslich funktionalen Internetzugangs, aber erst §78.2.2 definiert den Anspruch darauf, und schränkt das explizit auf Telefoniedienste ein. Modem und ISDN verwenden Telefoniedienste. DSL jedoch nicht.
A. K. schrieb: > könnte man das auch so lesen: §78.2.1 > definiert zwar ein Kommunikationsnetz mit bestimmten Eigenschaften, > einschliesslich funktionalen Internetzugangs, aber erst §78.2.2 > definiert den Anspruch darauf, Nein, 78.2.2 definiert, wie geschrieben, den Zugang zu öffentlich zugänglichen Telefondiensten. Die interpretiere ich als Hotlines, etc. > Modem und ISDN verwenden Telefoniedienste. DSL > jedoch nicht. Ändert aber nichts an den Übertragungsraten für einen funktionalen Internetzugang.
Hallo, folgendes habe ich unterschlagen. 1. Ich vergleiche eine Metropole Sankt Petersburg mit der Metropole Hamburg. Es geht nicht um eine ländliche Region. 2. Die Nutzung von Mobiltelefonen unterscheidet sich rein optisch betrachtet nicht von anderen Regionen der Welt. Also immer und überall haben die Leute die Dingers in der Hand und am Ohr. FB z.B. sind man ständig. Und mein Telefon war auf maximum 4G eingestellt. Holger
> In Petesburg können sich nur wenige ein Internet-Handy leisten,
Du solltest unbedingt mal auf Reisen gehen, und Deine lustigen
80er-Jahre-Vorurteile mit der Realität abgleichen.
Aber Vorsicht: Deutschland ist nicht die Spitze der Welt, also nicht
erschrecken...
Unbekannt Unbekannt schrieb: > Du solltest unbedingt mal auf Reisen gehen, und Deine lustigen > 80er-Jahre-Vorurteile mit der Realität abgleichen. Du solltest dich unbedingt mal informieren, statt fehlerhaftes und inhaltsloses Geblubber von dir zu geben, welches leicht zu widerlegen ist. http://www.asymco.com/2011/12/13/global-smartphone-penetration-below-10/ Die Zahlen sind zwar 3 Jahre alt, aber du willst sicher nicht für eine aktuelle Marktuntersuchung die Zugangsgebühren berappen.
Michael Bertrandt schrieb: > Die Zahlen sind zwar 3 Jahre alt Sie beziehen sich auf komplette Länder. Wenn du dir ansiehst, wie groß Russland ist und die Unterschiede zwischen den großen Ballungsräumen von Moskau und Piter zur russischen Taiga kennst, dann sollte klar sein, dass diese Statistik für die gestellte Behauptung („nur wenige Leute können sich in Petersburg ein internetfähiges Telefon leisten“) komplett untauglich ist.
Michael Bertrandt schrieb: > In > Petesburg können sich nur wenige ein Internet-Handy leisten, also teilt > man sich dort mit weniger Nutzern die Bandbreite. Der war gut... bist du mal kürzlich dort gewesen? Mit Fakten kann ich es nicht belegen, aber generell sind solche "Statussymbole" dort - basierend auf eigener Beobachtung - SEHR wichtig. Gruß Dennis
Moin, wir sind nicht mehr in den 90ern. Mobiltelefone sind doch kein Status! Die Dinger sind alltäglich oder bestimmen den Alltag. Wie auch immer. Ich habe selbst in Brasilien am Arsch der Welt "Indios" mit Handy und Tablett gesehen. Also zurück zum Thema, denn es gibt keine Region der Welt wo man sich keine Mobiltelefone/Smartfones oder was auch immer Leisten mag. Der Kunde will immer. Holger
Holger D. schrieb: > Ich habe selbst in Brasilien am Arsch der Welt "Indios" mit Handy und > Tablett gesehen. Mancherorts dürften Handys häufiger sein als Festnetzanschlüsse, und zwar grad dort wo die übrige Infrastruktur saumässig ist.
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.