Hallöchen, ich möchte mal eine Art Diskussion starten:
Auch im Körper gibt es Potentiale und Aktionspotentiale, die durch Reize
ausgelöst werden, so kommt es zu Spannungsunterschieden, etc..
Ist es möglich mit einer Elektrode beispielsweise die Spannung an der
Beinmuskulatur zu messen, diese Werte dann an einen Mikrocontroller zu
übertragen, und wenn die Spannung einen bestimmten Wert erreicht, einen
Schalter zu aktivieren?
Ich schätze, dass das in der Prothetik ähnlich gemacht wird
Diese Methoden gibt es in der elektrophysiologie. Dort misst man mit
sog. Patch clamps die Membranpotentiale von und in Zellen.
Ich denke allerdings nicht, dass dies für ein Hobbylabor in frage kommt,
weil entweder invasiv oder in vitro gearbeitet werden muss.
Vor einiger Zeit (Jahren) war mal im Batronixforum einiges zu dem Thema.
Dabei ging es um Ableitungen wie bei EKG und EEG welche auf
Spannungsableitungen mittels Elektroden an der Hautoberfläche basierte.
Soviel ich weiß wird so etwas auch im Prothesenbau gemacht. Jedoch kann
der µC die Spannungen nicht direkt auswerten. Dazu ist es notwendig
diese vom µV Bereich mindestens auf mV Niveau zu verstärken.
Namaste
Soweit ich mich noch an meinen Biologie-Unterricht erinnere, liegt eine
Spannung von -/+70 mV bei ausgelösten Aktionspotentialen an. Ließe sich
das dann auswerten? Sowas wie: wenn Spannung anliegt (mit Elektrode o.Ä.
gemessen), so Pin1 aktivieren... ganz ganz grob gedacht... meint ihr
dasa das im Hobby-Bereich zu realisieren sei?
MfG
>-/+70 mV bei ausgelösten Aktionspotentialen an. Ließe sich>das dann auswerten?
Klar, die Spannung ist von einem AVR sowohl von der Amplitude als auch
zeitlich gut messbar:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aktionspotential
Allerdings muss man dann eine Elektrode in die Nervenzelle stechen, das
ist schwierig.
Die oben beschriebenen Methode mit Elektroden auf der Hautoberfläche
bringt nur Spannungen im uV Bereich, ist mir Rauschen überlagert und ein
Gemisch verschiedener Nervenpulse.
Neuer schrieb:> Ist es möglich mit einer Elektrode beispielsweise die Spannung an der> Beinmuskulatur zu messen, diese Werte dann an einen Mikrocontroller zu> übertragen, und wenn die Spannung einen bestimmten Wert erreicht, einen> Schalter zu aktivieren?
Ist relativ einfach. Es gibt genug Schaltungen zur EMG im Internet. Wenn
du EEG willst guck dir OpenEEG an.
Läuft alles auf einen Instrumentalverstärker und ein paar Filter raus.
Das Signal kannst du dann einfach per ADC einlesen.
Okay danke euch, ich gebe mal einen neuen Gedanken: Das Auge bildet ja
einen elektrischen Dipol. Ließe sich die Veränderung des elektrischen
Feldes, bzw. Der Spannung dort ablesen?
Marcel schrieb:> Ist relativ einfach. Es gibt genug Schaltungen zur EMG im Internet.
Das sind alles nur Auswertungen, es geht auch umgekehrt: man hat glaube
ich schon Insekten gesteuert durch Elektroden ins Gehirn, und ihnen
Befehle wie links, rechts vorwärts oder halt gegeben. Am Menschen wäre
das bisher noch umstritten, und hoffentlich kommt auch kein Bastler auf
die Idee sowas auszuprobieren, weder am Haustier noch an der Ehefrau.
Aber auf längere Sicht wird ja alles gemacht was geht. Man müsste auch
nicht mehr über Drohnen diskutieren, wenn man die Soldaten selbst direkt
vom Einsatzzentrum aus steuern könnte.
Georg
Neuer schrieb:> man könnte die Bewegung der Augen durch eine> IR-Reflexlichtschranke tracken?
Eye Tracker werden doch in der Werbeindustrie massenhaft eingesetzt. Ob
die mit IR arbeiten, weiss ich nicht, ich sehe aber keine Notwendigkeit
dafür, weil man so oder so Bildverarbeitung braucht. Also eine Kamera
plus Software.
Georg
Nachtrag:
Viele Systeme beleuchten die Augen mit Infrarot, um Umgebungseinflüsse
auszuschalten, aber das ändert nichts an der grundsätzlichen
Arbeitsweise. Für Experimente kannst du mal hier reinschauen:
http://sourceforge.net/projects/opengazer/
Georg
Elektroneurographie (also die Messung von Muskelaktionspotentialen)
braucht nicht unbedingt eine Nadel, es geht auch mit Klebeelektroden auf
der Haut sehr gut. Mittels Instrumentationsverstärker kann man die
Aktionspotentiale messen, sind im Bereich von ca. 50mV für Muskulatur an
Extremitäten.
Hier mal ein Beispiel für Handmuskulatur:
http://www.apotheken-umschau.de/multimedia/166/10/269/97792868369.jpg
Die beiden weißen Klebeelektroden sind für die differentielle Messung
des Potentials, die grüne Schlaufe am Handgelenk ist das Bezugspotential
(Masse).
Das gibt dann solche Kurven:
http://public.beuth-hochschule.de/~kalus/Lehrgebiete/pluntze/abb01.gif
Ich meine nicht, die genaue Position zu tracken, sondern einfach
festzustellen, dass es überhaupt zu Bewegung der Augen kommt... das
ginge doch ohne Kamera oder?
Neuer schrieb:> dass es überhaupt zu Bewegung der Augen kommt... das> ginge doch ohne Kamera oder?
Da brauchst du weder eine Kamera noch sonstwas, die Augen bewegen sich
ständig, selbst wenn man das nicht will. Tote mal ausgenommen.
Georg
Neuer schrieb:> Ich meine nicht, die genaue Position zu tracken, sondern einfach> festzustellen, dass es überhaupt zu Bewegung der Augen kommt... das> ginge doch ohne Kamera oder?
EMG bzw. in dem Fall EOG. Nimmt aber auch blinzeln mit auf.