Bug in LTspice?

Gast #3731905
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Beim Test einer Thyristor-Ersatzschaltung unter LTspice ergab sich die 
in den .tran-Bildern gezeigte Merkwürdigkeit. Bei .tran = 1s ist ein 
völlig anderes Verhalten, als bei der etwas "höher aufgelösten" .tran = 
0.5s.

Kann das jemand erklären?

Dass sich die Verhältnisse mit allgemeinen pnp/npn-Transistoren von 
denen mit konkreten Transistortypen unterscheiden, ist mir noch 
einleuchtend...


Sonntagsgrüsse aus Berlin

PSblnkd
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#3732002
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Hallo,

> Kann das jemand erklären?

LTspice findet am Anfang einen instabilen Arbeitspunkt bei dem beide 
Transistoren gerade mal im Mikroamperebereich leiten. Je nach 
Zeitschrittvorgabe kann LTspice diesen fragilen Arbeitspunkt halten oder 
die Schaltung kippt in den vollen Einschaltzustand. Vielleicht findet 
man auch ein Setting in dem es nach kurzer Zeit in den Auszustand fällt.

Kontrolliertes Verhalten
------------------------
Mit dem Parameter off hinter 2N2222 kann man den Transistor für den 
ersten Moment ausschalten damit man die gewünschte Startbedingung hat.
2N2222 off

Alternativ kann man auch mit "startup" die Spannungsquellen hochfahren 
lassen.
.TRAN .... startup



Außerdem sollte man bei beiden Transistoren einen 100kOhm Widerstand 
einbauen.
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Gast #3732846
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@Helmut S.
Danke für die hilfreichen Hinweise. Dass LTspice mit einem "instabilen 
Arbeitspunkt" ein Problem hat, daran hatte ich auch schon gedacht. 
Trotzdem ist es schon etwas verwirrend, wenn Simulation und HW-Realität 
so von einander abweichen.
Mit den beiden Basis-Emitterwiderständen hatte ich auch schon ein wenig 
experimentiert. Da der am pnp-Transistor weniger Einfluss hatte, als der 
am npn-Transitor, habe ich ihn der Einfachheit halber erst mal 
weggelassen.
In der HW-Realität geht es ohne die beiden RBE nicht - sonst ist der 
Zweipol immer sofort leitend.
Nochmals danke für den Tip mit dem "off"-Parameter beim Transistor und 
"startup" bei der Spannungsquelle.

Danke auch an Anja...


Grüsse aus Berlin

PSblnkd
Gast #3732901
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PSblnkd schrieb:
> Trotzdem ist es schon etwas verwirrend, wenn Simulation und HW-Realität
> so von einander abweichen.

Nein, das ist normal. Aus irgendeinem Grund werden Simulationen 
heutzutage Wunderkräfte zugeschrieben. Ist die Simulation dann noch mit 
LTSpice gemacht gibt es kein Halten mehr.

Simulationen sind Annäherungen der Wirklichkeit unter vereinfachten 
Bedingungen. Am Ende gewinnt immer die Realität, nicht die Simulation. 
Noch nie hat sich eine reale Schaltung um ein Simulationsergebnis 
gekümmert und ihr Verhalten einer Simulation angepasst.

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