Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Entwurf für kleines AVR Prototyping Board


von Peter (Gast)


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Hallo,

ich wollte mir ein kleines AVR Prototyping Board mit einem gesuckelten 
ATMega und integriertem FT232 (USB auf UART) und kleinen Drucktastern 
erstellen.

Da ich im Schaltungsentwurf noch nicht so bewandert bin wollte ich euch 
fragen, ob ihr einmal drüberschauen könnt, ob ich vielleicht etwas 
falsch gemacht habe.

Danke :)

von Dennis (Gast)


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nimm statt dem FT232 lieber soetwas hier:

http://de.farnell.com/ftdi/ttl-232r-3v3/kabel-usb-ttl-pegel-seriell-umsetzung/dp/1329311

spart dir den FT232 und du kannst es überall verwenden.

von Peter (Gast)


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Hallo Dennis,

Dennis schrieb:
> nimm statt dem FT232 lieber soetwas hier:
>
> 
http://de.farnell.com/ftdi/ttl-232r-3v3/kabel-usb-ttl-pegel-seriell-umsetzung/dp/1329311
>
> spart dir den FT232 und du kannst es überall verwenden.

hmm, ja das klingt sinnvoll. Allerdings habe ich mir 10 FT232 ganz 
günstig bei einem großen Auktionshaus geschossen, darum möchte ich die 
wenigstens jetzt auch verwenden ;) Aber für die Zukunft hast Du 
natürlich recht, da habe ich gar nicht dran gedacht...

Übrigens noch als Anmerkung zum Schaltplan: JP1 ist die Verbindung mit 
den ungenutzten Lins (PC0-PC5,PD2-PD7), und F1 das (der?) Ferrit, den 
der FT232 laut Datenblatt gerne zum Entstören hätte.

von Rene H. (Gast)


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AREF sieht etwas einsam aus. Ich würde den entweder nach aussen führen 
oder mit einem C gegen GND beschalten.

Grüsse,
René

von Rudolph (Gast)


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Exzellentes Beispiel dafür, wie man Busse nicht benutzen sollte. :-)

- die 22pF am nicht spezifiziertem Quarz sind falsch
- jeder VCC Pin sollte seinen eigenen 100nF haben
- der LDO wird mit 10nF am Ausgang nicht funktionieren, der braucht 
einen ulta-low ESR zwischen 0,1R...0,8R und 47µF.
- dem Reset verpasse ich zur Sicherheit gerne noch einen 10k Pullup

von Peter (Gast)


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Rudolph schrieb:
> Exzellentes Beispiel dafür, wie man Busse nicht benutzen sollte. :-)

inwiefern? (ich lasse mich gerne eines besseren belehren, darum schreibe 
ich ja hier ;))

Rudolph schrieb:
> - die 22pF am nicht spezifiziertem Quarz sind falsch

Ja, ich hatte vor ein paar Wochen ein Baudratenquarz bestellt, aber da 
ich es momentan nicht finde, steht der Wert noch aus.. Aber wieso sind 
die falsch? Die Werte habe ich aus dem Datenblatt, Seite 28 
("Recommended Range for Capacitors C1 and C2 (pF): 12-22")

Rudolph schrieb:
> - dem Reset verpasse ich zur Sicherheit gerne noch einen 10k Plump
> - jeder VCC Pin sollte seinen eigenen 100nF haben

Danke für die Tipps, werde ich berücksichtigen!

Rudolph schrieb:
> - der LDO wird mit 10nF am Ausgang nicht funktionieren, der braucht
> einen ulta-low ESR zwischen 0,1R...0,8R und 47µF.

Hast Du dazu einen Beispiellink? Wie finde ich "Ultra-low ESRs" bei z.B. 
Reichelt?

von Dieter F. (Gast)


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Warum nimmst Du nicht einfach eines der (gefühlt) 1000 Boards, die man 
mit Google (!) findet?

Grundlegend solltest Du wenigstens 
http://www.mikrocontroller.net/articles/AVR-Tutorial:_Equipment
beachten.

Ich nutze immer noch das Board
http://www.kreatives-chaos.com/artikel/atmega1632-testboard-v2
hat zwar kein USB ist aber für Versuche mit dem ATMEGA16/32 wirklich 
prima.

von Rudolph (Gast)


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Gerade erst gesehen, der LDO hängt ja mit seinem Eingang am USB,
damit haben sich die maximal 1A die der LDO liefern könnte sowieso 
erledigt, weil der die garnicht bekommen kann.

Mehr als 100mA sollte eine einfache Schaltung aus dem USB nicht 
entnehmen.

Irgendwie USB-konform ist wahrscheinlich sowieso nicht so richtig 
geplant, aber wenn man zuviel Strom zieht läuft man schonmal Gefahr, 
dass der angeschlossene Rechner den USB-Port mal eben abschaltet.

von Peter (Gast)


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Dieter Frohnapfel schrieb:
> Warum nimmst Du nicht einfach eines der (gefühlt) 1000 Boards, die man
> mit Google (!) findet?

Weil ich mir etwas eigenes basteln möchte, und dabei an Erfahrung 
gewinnen.

Rudolph schrieb:
> Gerade erst gesehen, der LDO hängt ja mit seinem Eingang am USB,
> damit haben sich die maximal 1A die der LDO liefern könnte sowieso
> erledigt, weil der die garnicht bekommen kann.
>
> Mehr als 100mA sollte eine einfache Schaltung aus dem USB nicht
> entnehmen.

Wenn ich den FT232 richtig konfiguriere, kann ich laut Datenblatt die 
vollen 500mA entnehmen, die die USB Spezifikation hergibt, danach habe 
ich den LDO ausgesucht. Ich möchte bspw. auch ein Display ansteuern und 
versorgen können.

Rudolph schrieb:
> Irgendwie USB-konform ist wahrscheinlich sowieso nicht so richtig
> geplant, aber wenn man zuviel Strom zieht läuft man schonmal Gefahr,
> dass der angeschlossene Rechner den USB-Port mal eben abschaltet.

Ich habe einen USB Hub mit eigener Spannungsversorgung und ein 
ausgedientes altes Notebook, was im Zweifelsfall auch kaputt gehen 
darf...

von Rudolph (Gast)


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Peter schrieb:
>> Exzellentes Beispiel dafür, wie man Busse nicht benutzen sollte. :-)
>
> inwiefern? (ich lasse mich gerne eines besseren belehren, darum schreibe
> ich ja hier ;))

Nicht ganz Ernst nehmen, aber so streng genommen verbindet Dein "Bus" 
zuviel was nicht zusammen gehört und macht den Schaltplan nicht 
lesbarer.
Da fehlen auch Labels.

>> - die 22pF am nicht spezifiziertem Quarz sind falsch
>
> Ja, ich hatte vor ein paar Wochen ein Baudratenquarz bestellt,

Hält nur auf, der Controller lässt sich ohnehin fein einstellen.

> Aber wieso sind die falsch?

Standard-Annahme aufgrund dessen, dass jeder Bob einfach 22pF dran 
schreibt, weil alle andere das ja auch so machen.

> Die Werte habe ich aus dem Datenblatt, Seite 28
> ("Recommended Range for Capacitors C1 and C2 (pF): 12-22")

Das ist zwar toll, dass Atmel sich das so wünscht, das muss aber vor 
allem auch noch zum verwendeten Quarz passen.
Wenn Du zum Beispiel einen Feld-Wald-Wiesen HC49-US 8MHz Quarz einsetzt, 
dann hat der CL=30pF.
Die dazu passenden Kondensatoren wären jeweils 56pF.

>> - der LDO wird mit 10nF am Ausgang nicht funktionieren, der braucht
>> einen ulta-low ESR zwischen 0,1R...0,8R und 47µF.
>
> Hast Du dazu einen Beispiellink? Wie finde ich "Ultra-low ESRs" bei z.B.
> Reichelt?

Nein, sowas finde ich bei Reichelt auch gerade nicht.
Da der sowieso hemmungslos überdimensioniert ist, nimm lieber einen 
anderen, vorzugsweise was aus dem aktuellen Jahrhundert.

Die Suche nach irgendwelchen Halbleiter ist bei Reichelt aber eher für 
die Füße, mal eben durch die angebotenen LDOs zu blättern geht garnicht.

von Peter (Gast)


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Rudolph schrieb:
> Wenn Du zum Beispiel einen Feld-Wald-Wiesen HC49-US 8MHz Quarz einsetzt,
> dann hat der CL=30pF.
> Die dazu passenden Kondensatoren wären jeweils 56pF.

Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden. Wie genau berechnet man die 
Werte?

Ich habe übrigens nachgesehen, es ist ein 9,216MHz Quarz, mehr als 10MHz 
kann ich wegen der 3.3V Eingangsspannung nicht verwenden.

Rudolph schrieb:
> nimm lieber einen
> anderen, vorzugsweise was aus dem aktuellen Jahrhundert.

Was kannst Du denn empfehlen? Ich weiß leider nicht woran ich achten 
muss, und kann sie nur nach Preis, Ausgangsspannung und Gehäusefarbe 
aussuchen.


Was meinst Du eigentlich zu dem Ferrit, den der FT232 in der 5V USB 
Leitung empfiehlt, ist das notwendig und sinnvoll (für meinen 
Einsatzzweck)?

von Hubert G. (hubertg)


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Rudolph schrieb:
>> Hast Du dazu einen Beispiellink? Wie finde ich "Ultra-low ESRs" bei z.B.
>> Reichelt?

Zu finden unter RAD FC  oder RAD FR
SMD Elko unter PXA

von Rudolph (Gast)


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Peter schrieb:
>> Die dazu passenden Kondensatoren wären jeweils 56pF.
>
> Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden. Wie genau berechnet man die
> Werte?

Im Detail dazu hilft eine Application-Note von einem Quarz-Hersteller.
Aber einfach ausgedrückt gilt C1=C2=2*Cl-x
Dabei ist "x" die Kapazität welche die Platine und die Anschlüsse so 
mitbringen im Bereich weniger pF.
Das "x" bedeutet eigentlich nur, dass man eher auf den nächst-kleineren 
verfügbaren Wert abrundet.
2*Cl=30pF wären 60pF und statt 64pF ist es besser 56pF zu nehmen.

> Ich habe übrigens nachgesehen, es ist ein 9,216MHz Quarz, mehr als 10MHz
> kann ich wegen der 3.3V Eingangsspannung nicht verwenden.

Die Frequenz ist für die Kondensatoren nicht der entscheidende 
Parameter, im Datenblatt steht noch die Last-Kapazität CL.

>> anderen, vorzugsweise was aus dem aktuellen Jahrhundert.
>
> Was kannst Du denn empfehlen?

Spontan nichts weil ich schon ewig nicht bei Reichelt bestellt habe und 
auch seltener 3,3V brauchte bisher.

Der Elko hier sollte gehen, allerdings nur bei Raumtemperatur, bei -10°C 
ist der ESR wieder zu hoch.

http://www.reichelt.de/Elkos-radial-105-5000-10000h/RAD-FR-47-25/3/index.html?&ACTION=3&LA=2&ARTICLE=140114&GROUPID=5513&artnr=RAD+FR+47%2F25

> Was meinst Du eigentlich zu dem Ferrit, den der FT232 in der 5V USB
> Leitung empfiehlt, ist das notwendig und sinnvoll (für meinen
> Einsatzzweck)?

Der ist sicherlich sinnvoll, ob der da ist oder nicht wirst Du bei einem 
Spielbrett meiner Meinung nach aber eher nicht bemerken.

von Heinz K. (hagejot)


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Die Beschaltung des Reset-Pins entsprechend
http://www.mikrocontroller.net/articles/AVR_Checkliste#Reset-Pin_korrekt_beschaltet.3F
wäre m. E. auch sinnvoll.

Heinz

von Peter (Gast)


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Rudolph schrieb:
> Im Detail dazu hilft eine Application-Note von einem Quarz-Hersteller.
> Aber einfach ausgedrückt gilt C1=C2=2*Cl-x
> Dabei ist "x" die Kapazität welche die Platine und die Anschlüsse so
> mitbringen im Bereich weniger pF.
> Das "x" bedeutet eigentlich nur, dass man eher auf den nächst-kleineren
> verfügbaren Wert abrundet.
> 2*Cl=30pF wären 60pF und statt 64pF ist es besser 56pF zu nehmen.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort, ich habe immer gedacht "Quarz 
sei Quarz"...

Rudolph schrieb:
> Der Elko hier sollte gehen, allerdings nur bei Raumtemperatur, bei -10°C
> ist der ESR wieder zu hoch.
>
> 
http://www.reichelt.de/Elkos-radial-105-5000-10000h/RAD-FR-47-25/3/index.html?&ACTION=3&LA=2&ARTICLE=140114&GROUPID=5513&artnr=RAD+FR+47%2F25

danke!

Heinz K. schrieb:
> Die Beschaltung des Reset-Pins entsprechend
> 
http://www.mikrocontroller.net/articles/AVR_Checkliste#Reset-Pin_korrekt_beschaltet.3F
> wäre m. E. auch sinnvoll.

Danke für den Hinweis!

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