Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Doofer Controller = toter Controller?


von Stephan R (Gast)


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Hallo!

Ich habe eine Steuerungsplatine mit einem verbauten Atmega1284 und 
allerley Peripherie.
Nun habe ich, um den Programmablauf zu stoppen und mal in Ruhe hier und 
da messen zu können, den Chip einfach per ISP gelöscht.
Un nu merke ich, dass das Ding förmlich am Glühen ist, sich nicht wieder 
flashen lässt- auch bei Einsatz in ein STK600 quittiert dieses den 
Dienst mit einer roten Lampe.

Wenn ich auch durch das Löschen allen Beinchen die I/O-Definition 
entzogen habe- heißt das denn gleich dass man so sensibel auf Spannung 
von aussen reagiert?!

von Bitflüsterer (Gast)


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Hallo Stephan,

Stephan R schrieb:
> Wenn ich auch durch das Löschen allen Beinchen die I/O-Definition
> entzogen habe-
in dem Sinne, wie Du das schreibst, kannst Du die I/O-Definition nicht 
entziehen. Im Datenblatt stehen die Default-Werte der Register - 
insbesondere des DDR und des Port-Registers.
Durch das löschen stehen im gesamten Speicher 0xFF, was ein NOP-Befehl 
ist, so das sich daran auch nichts mehr ändert.

> heißt das denn gleich dass man so sensibel auf Spannung
> von aussen reagiert?!
Dazu müsste man mal Deine Schaltung sehen.

Gruß

von San L. (zwillingsfreunde)


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Stephan R schrieb:
> Nun habe ich, um den Programmablauf zu stoppen und mal in Ruhe hier und
> da messen zu können, den Chip einfach per ISP gelöscht.

Gibts also auch etwas zu Messen, wenn der uC nicht läuft? Heisst also 
nicht deine ganze Anwendung ist vom uC Abhängig? Sonst gäbe dieser 
Schritt ja ziemlich wenig Sinn.

Stephan R schrieb:
> Wenn ich auch durch das Löschen allen Beinchen die I/O-Definition
> entzogen habe

Standardwerte im Datenblatt nachschauen.

Stephan R schrieb:
> heißt das denn gleich dass man so sensibel auf Spannung
> von aussen reagiert?!

Schaltplan bitte

Stephan R schrieb:
> Doofer Controller = toter Controller?

Der Controller ist meist so schlau wie sein Anwender. :P

von Stephan R (Gast)


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Bitflüsterer schrieb:
> Durch das löschen stehen im gesamten Speicher 0xFF

Danke für die Info

San Lue schrieb:
> Gibts also auch etwas zu Messen, wenn der uC nicht läuft?

Japp, Linearregler.

Schaltplan kommt gleich.

von Oliver S. (oliverso)


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Nach einem Reset sind bei allen AVRs die IOs hochohmige Inputs. Da kann 
nichts glühen. Ansonsten hat der 1284 noch den AREF-Pin, der steht 
intern auf "AREF". Dabei verträgt der VCC, also glüht da auch nix.
Die Nops im Flash bringen den Controller auch nicht zu glühen.

Ergo hast du beim löschen was falsch gemacht...

Oliver

von Stephan R (Gast)


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Oliver S. schrieb:
> Ergo hast du beim löschen was falsch gemacht...

Ich habe beim AtmelStudio auf ERASE geklickt.
Kann man da was falsch machen?

von Stephan R (Gast)


Angehängte Dateien:

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Der Plan des Todes.

von Stephan R (Gast)


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Die Bauteilebezeichnung des µC und Print dazu ist falsch.

von Paul Baumann (Gast)


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Im linken Bild finde ich nicht, wo GND von den beiden Festspannungs-
reglern ist. Der GND A zwischen den beiden 100nF Kondensatoren ist
auch nicht so vertrauenerweckend...

MfG Paul

von Stephan R (Gast)


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Paul Baumann schrieb:
> Im linken Bild finde ich nicht, wo GND von den beiden Festspannungs-
> reglern ist. Der GND A zwischen den beiden 100nF Kondensatoren ist
> auch nicht so vertrauenerweckend...

GNDA ist Gehäuse, die C darum bilden einen Pi- Filter.
Das GND fehlt tatsächlich, aber nur zeichnerisch. Sry.

von Bitflüsterer (Gast)


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Hallo Stefan,


Stephan R schrieb:
> Paul Baumann schrieb:
>> Im linken Bild finde ich nicht, wo GND von den beiden Festspannungs-
>> reglern ist. Der GND A zwischen den beiden 100nF Kondensatoren ist
>> auch nicht so vertrauenerweckend...
>
> GNDA ist Gehäuse, die C darum bilden einen Pi- Filter.
> Das GND fehlt tatsächlich, aber nur zeichnerisch. Sry.

das glauben wir mal :-), aber willst Du nicht doch lieber im Layout 
nachprüfen, ob GND mit den Reglern verbunden ist? Wenn das im Schaltplan 
nicht vorhanden ist ("nur zeichnerisch") dann ist auch im Ratsnest keine 
Verbindung gewesen ("aber doch elektrisch"). Nur so eine Idee.


P.S. Paul bekommt von mir die goldene Lupe verliehen. :-)

von Paul Baumann (Gast)


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Bitflüsterer versprach:
>P.S. Paul bekommt von mir die goldene Lupe verliehen. :-)

Golden ist gut -das finde ich eine glänzende Idee!

;-)

MfG Paul

von Stephan R (Gast)


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Bitflüsterer schrieb:
> aber willst Du nicht doch lieber im Layout
> nachprüfen, ob GND mit den Reglern verbunden ist?

Die Platine läuft seit Monaten tadellos!

von Stephan R (Gast)


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Stephan R schrieb:
> Bitflüsterer schrieb:
>> aber willst Du nicht doch lieber im Layout
>> nachprüfen, ob GND mit den Reglern verbunden ist?
>
> Die Platine läuft seit Monaten tadellos!

(Bis vor einer Stunde)

von Bitflüsterer (Gast)


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Hallo Stefan,

Stephan R schrieb:
> Stephan R schrieb:
>> Bitflüsterer schrieb:
>>> aber willst Du nicht doch lieber im Layout
>>> nachprüfen, ob GND mit den Reglern verbunden ist?
>>
>> Die Platine läuft seit Monaten tadellos!
>
> (Bis vor einer Stunde)

Tja. Dann wird's knifflig. Ich sehe im Schaltplan nichts auffälliges.
Allerdings würde ich meinen Augen ein wenig mehr Auflösung wünschen. 
Möglicherweise habe ich was übersehen.

Ich nehme allerdings an, das Du mit einer trivialen Möglichkeit 
gerechnet hast, auf die Du nur gerade nicht kommst oder die Du im 
Datenblatt überlesen hast. Tut mir leid, sowas existiert (meines 
Wissens) nicht.

Vielleicht irgendein IC, das mit Tristate an einem seiner Pins nicht 
klarkommt und es unter den Umständen irgendwie schafft Strom in den AVR 
zu drücken.
Bin allerdings zu faul da jedes Teil nachzuprüfen.

Es bleibt noch die Möglichkeit, dass Du den AVR unglücklich zerschossen 
hast. Ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Ansonsten bleibt wohl nichts weiter übrig, als die übliche 
Vorgehensweise. Alles abtrennen, messen und stückweise wieder 
'ranklemmen.

Vielleicht vorher mal messen welchen Weg der Strom eigentlich nimmt.

von Stephan R (Gast)


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Danke Bitflüsterer!

Bitflüsterer schrieb:
> Bin allerdings zu faul da jedes Teil nachzuprüfen.

Zisses

Bitflüsterer schrieb:
> Ansonsten bleibt wohl nichts weiter übrig, als die übliche
> Vorgehensweise. Alles abtrennen, messen und stückweise wieder
> 'ranklemmen.

Ich habe den 1284 rausgenommen und in den DIP-Adapter des STK600 
gesteckt. Obendrauf balanciert mein Kaffee zum Warmhalten, so scheiße 
heiß ist das Teil, ohne Programm, ohne irgendwas.
Sachen gibts.
Schnell zu farnell!

von Bitflüsterer (Gast)


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Stephan R schrieb:
> Danke Bitflüsterer!

Bitteschön. Teile ich mit Paul, den Dank.

> Bitflüsterer schrieb:
>> Bin allerdings zu faul da jedes Teil nachzuprüfen.
>
> Zisses
:-)

> Ich habe den 1284 rausgenommen und in den DIP-Adapter des STK600
> gesteckt. Obendrauf balanciert mein Kaffee zum Warmhalten, so scheiße
> heiß ist das Teil, ohne Programm, ohne irgendwas.

Typischer Fall von unvollständigen Angaben. Welche Kaffeesorte? :-)

von Stephan R (Gast)


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Bitflüsterer schrieb:
> Typischer Fall von unvollständigen Angaben. Welche Kaffeesorte? :-)

Dallmeyr Prodomo. Aber nur weil der im Angebot war.

von Bitflüsterer (Gast)


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Stephan R schrieb:
> Bitflüsterer schrieb:
>> Typischer Fall von unvollständigen Angaben. Welche Kaffeesorte? :-)
>
> Dallmeyr Prodomo. Aber nur weil der im Angebot war.

Na dann ... ist mir alles klar. :-)

Viel Erfolg.

von Peter D. (peda)


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Ich kenne die Schaltung des STK600 nicht.
Aber mein STK500 betreibe ich mit einem 300mA Steckernetzteil, da kann 
nichts heiß werden.
Im schlimmsten Fall gehen die LEDs aus, wenn das Target Kurzschluß hat 
oder im falschen Sockel steckt.

Falls man das STK mit einem 12V PC-Netzteil betreibt, könnte man 
vielleicht durch Schaden klug werden.


Eine Möglichkeit, den AVR zu zerschießen ist, wenn Zielschaltung und PC 
Erdschleifen bilden, die können dann beim Verbinden mehrere A fließen 
lassen.
Auf Arbeit benutze ich daher einen USB-Trenner.

Zu Haues sollte man mal den Schutzleiter prüfen und GND immer zuerst 
anstöpseln.

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