Berufswahl Elektrotechnik + Programmieren (+ Physik)

OP #3755027
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Hallo und guten Morgen,

ich habe physikalische Technik studiert, und bin auf der Suche nach 
einem Beruf aus einer Mischung aus Elektrotechnik und Programmieren. Ein 
bisschen Physik wäre auch gut, muss aber nicht sein.
Habt ihr eine Idee?

Danke für eure Hilfe,
Gruß Steffen
OP #3755888
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Hallo Frank,

da ich studiert habe (Master), bin ich nicht auf der Suche nach einem 
Ausbildungsberuf. Ich möchte die Ausbildungsberufe natürlich nicht 
schlecht machen. :)

Und dann stellt sich noch die Frage, ob ich als Quereinsteiger überhaupt 
darein komme. Automatisierungstechnik hört sich ganz interessant an.

Gruß Steffen
#3755896
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Steffen S. schrieb:
> Ich hätte angenommen, dass Hardware-Entwickler garnicht programmieren.

Dem ist bei sehr vielen Firmen schon längst nichtmehr so. Bei uns zum 
Beispiel programmieren sämtliche elektroingenieur welche in der Hardware 
Entwicklung arbeiten rund 20-30 % ihrer Arbeitszeit.

Steffen S. schrieb:
> Automatisierungstechnik hört sich ganz interessant an.

In genau einer solchen Firma arbeite ich, wie oben erwähnt, auch unsere 
Hardware Entwickler programmieren Regelmässig.

Ich denke schlussendlich hängt es aber doch stark von der Firma ab, von 
welcher du dich anstellen lässt. Eine globale Jobbeschreibung ist 
natürlich möglich, ist allerdings dann nur eine Referenz. Wie die Arbeit 
an sich aussieht ist stark vom Arbeitgeber abhängig.
Gast #3756000
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Steffen S. schrieb:

> Ich hätte angenommen, dass Hardware-Entwickler garnicht programmieren.

Das war vor 20 Jahren ziemlich sicher auch noch so. Heute aber geht 
praktisch nichts mehr ohne programmierbare Komponenten. Und wer sollte 
die programmieren, wenn nicht der Hardwaremensch, der als einziger 
versteht, was die Dinger eigentlich tun?
#3756200
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Steffen S. schrieb:
> ich habe physikalische Technik studiert, und bin auf der Suche nach
> einem Beruf aus einer Mischung aus Elektrotechnik und Programmieren. Ein
> bisschen Physik wäre auch gut, muss aber nicht sein.
> Habt ihr eine Idee?

Bewirb dich beim CERN oder einem Konkurrenzprojekt. Für den Aufbau und 
Betrieb der Detektoren braucht man genau die angesprochene Mischung aus 
Physik, Hardware und Software.

Allerdings mußt du schon echt gut sein, wenn die dich nehmen sollen. 
Vielleicht fängst du ja erstmal bei einer kleineren Firma für z.B. 
Meßtechnik an. Das ist ein recht ähnlicher Mix.

Als kanonischer Arbeitgeber für Physiker bleibt immer noch SAP 
(Sammelstelle arbeitsloser Physiker) :D


XL
#3756246
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Ich habe Jobanforderungsmäßig jetzt nicht viel Ahnung, doch ich hätte 
gedacht, dass Firmen, die Hardwareentwickler suchen, eher zu 
Elektronikern oder Elektrotechnik Ing.'s, Bachelor oder Master greifen 
und nicht zu nem Physiker!? Der Bereich von Physik ist ja schon sehr 
groß, da ist die Elektrotechnik doch eher klein (somit dürfte ein 
Absolvent eines Elektrotechnik-Studiums doch spezialisierter sein).
Und ich dachte immer, ein Physiker kann zwar was mit Strom, Spannung, 
Felder, Elektromagnetismus was anfangen, aber wenns an Schaltpläne oder 
Platinen geht... Ich wüsste jetzt nicht, warum ein Physiker was mit BGA, 
DIP, SPI oder sonstewas anfangen sollte.

Oder sieht es in der Realität doch anders aus? Ich kenne weder den 
Inhalt eines solchen Studiums, noch die Gedanken der Personalleute.

Soll auf keinen Fall beleidigend sein, aber bei Physikern fallen mir 
immer sofort gewisse Witze ein^^
Gast #3756264
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Michael Skropski schrieb:
> Soll auf keinen Fall beleidigend sein, aber bei Physikern fallen mir
> immer sofort gewisse Witze ein^^
Die werden schon zutreffen :p
Physiker haben oft wenig Ahnung von den Feinheiten der Elektronik und 
behandeln Elektrotechniker, die Platinen entwickeln oder Hardware 
entwickeln, gerne als Menschen zweiter Klasse. Weil sie theoretisch zwar 
vielleicht sogar noch wissen, was ein Flip-Flop ist, aber beim Aufbau 
desselben in Nand-Technik schon scheitern :)
Sie haben andererseits das Problem, sehr spezielle Eigenschaften von 
Körpern zu messen. Mal geht es um femtoAmpere, mal um kritische 
Eindringtiefen von Magnetfeldern, mal um nV-Rauschen an Keramiken, bei 
hohen und tiefen Temperaturen, wieviel µW Wärme prägt die 
Temperaturmessung selbst oder das Spektrometer, der Laser oder die 
Mikrowelle am Supraleiter ein etc.. Also Zeug, wo man sich Gedanken 
machen muß: Wie messe ich's, was brauche ich dafür, wo fange ich mir 
z.B. Erdschleifen (innerhalb der Elektronik, aber auch außerhalb) ein.
Da entscheidet nicht der Stückpreis für den Mikrocontroller, sondern ob 
die Sache überhaupt machbar ist. Das rattert beim Physiker normalerweise 
schneller durch als beim E-Freak.
#3756490
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avus schrieb:
> Physiker haben oft wenig Ahnung von den Feinheiten der Elektronik und
> behandeln Elektrotechniker, die Platinen entwickeln oder Hardware
> entwickeln, gerne als Menschen zweiter Klasse.

Vorurteile.

Etliche meine Kommilitonen haben Physikalische Technik studiert, andere 
Elektrotechnik. In beiden Gruppen gibt es welche, die heute Berufen 
nachgehen, die in etwa der Idee des TE entsprechen. Die Branchen sind 
Prozeß- bzw. Umweltmeßtechnik. Und die Aufgabe besteht darin, 
kundenspezifische Meßtechnik zu entwickeln und zu bauen (Einzelstücke 
bis Kleinserien).

Je kleiner die Firma ist, desto breiter muß der einzelne Angestellte 
aufgestellt sein. In großen Buden gibt es dann natürlich getrennte 
Abteilungen für Sensorik, Hardware und Software.


XL
Gast #3757502
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avus schrieb:
> Physiker haben oft wenig Ahnung von den Feinheiten der Elektronik und
> behandeln Elektrotechniker, die Platinen entwickeln oder Hardware
> entwickeln, gerne als Menschen zweiter Klasse.

Das liegt nicht daran, dass es Elektrotechnik ist, sondern dass es 
Ingenieure sind :D

Da gibt und gab es schon immer eine Hassfreundschaft. Hier müssen 
Sprüche ausgeteilt werden und eingesteckt werden können. Doch bis jetzt 
habe ich nur einen Ingenieur getroffen der wirklich einen prinzipiellen 
Groll gegen Physiker hatte ("eben weil die sich immer für etwas besseres 
halten"). Bei allen anderen war der Studienabschluss relativ egal und es 
gab Flachpfeifen und Genies in jedem Fach.

Ich selber bin Physiker und habe mich im Studium und jetzt während der 
Promotion in Richtung Elektrotechnik (entwickle komplette Messsysteme, 
also Hard und Software) spezialisiert.

Bei einer Bewerbung bei einer Firma habe ich auch vor im "Anhang" ein 
paar Projekte vorzustellen.
Als ich letztens nach Jobangeboten geschaut habe, war auffällig dass oft 
nach "Physiker/Ingenieur" gesucht wurde. Wahrscheinlich hat sich 
mittlerweile auch herumgesprochen dass es bei einer Firma relativ wurst 
ist welch ein MINT-Fach man studiert hat, man sowieso erst eingelernt 
werden muss. Der Abschluss bedeutet nur ein "Der kann das lernen", nicht 
ein "Der kann das".

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