Mache gerade Urlaub in Finnland und grüble über eine 3 Phasen
Überlandleitung ( Mast).
Die 3 Drähte für die Phasen sind dabei genauso dick wie der Nulleiter.
Wenn alle 3 Phasen belastet sind, dann fließt doch auch der Strom aller
Phasen durch den Nulleiter?!
Müsste dieser dann keinen größeren Querschnitt haben?
Elektriker schrieb:> Wenn alle 3 Phasen belastet sind, dann fließt doch auch der Strom aller> Phasen durch den Nulleiter?!
Genau, und dieser Strom ist per Definition Null. :-)
(Grundlagen Drehstrom)
Das gilt zumindest solange, wie keine stark unterschiedlichen
Phasenverschiebungen auf den drei Phasen sind.
Gruss
Harald
Vermutlich wurde ein "Gleichzeitigkeitsfaktor" berücksichtigt der bei
symmetrischer Belastung zum Tragen kommt. Oder aber, andere Sichtweise,
nicht der N muss dicker sondern die L könnten dünner...
Gruß
Dennis
Elektriker schrieb:> Wenn alle 3 Phasen belastet sind, dann fließt doch auch der Strom aller> Phasen durch den Nulleiter?!>
Gerade ist das der guenstigste Fall, dan fliesst ueber den Nullleiter
(Neutralleiter) gar kein Strom.
> Müsste dieser dann keinen größeren Querschnitt haben?
Nein, er kann sogar kleiner gewaehlt werden.
Du hast zwischen den einzelnen Aussenleiter eine Phasenverschiebung von
120 Grad. Das heist es fliesst nicht zur selben Zeit der Strom in den
Leitern. Deshalb hebt sich das ganze im Idealfall (gleiche Strom) im
Neutralleiter auf. Im schlechtesten Fall (nur ein Aussenleiter) ist der
Strom im Neutralleiter gleich dem Strom im Aussenleiter.
Hm, also bei Drehstromverbrauchern kann ich das nachvollziehen, dass N
nicht belastet wird.
Aber denken wir mal an so nen Baustellenverteiler, der aus einer
Drehstromsteckdose drei normale 230V Dosen bereitstellt.
Alle 3 Steckdosen haben ja dasselbe N.
Wenn nun an jeder Steckdose ein 3kW Flutlicht hängt, läuft doch auf der
Drehstromseite alles über dasselbe N!??
Zwar 120° Phasenverschoben, aber die gemittelte Belastung,
Temperaturerhöhung des Kabels etc. ist doch 3mal so hoch.
Oder ich kapiers nicht.
@ Elektriker (Gast)
>Mache gerade Urlaub in Finnland und grüble über eine 3 Phasen>Überlandleitung ( Mast).>Die 3 Drähte für die Phasen sind dabei genauso dick wie der Nulleiter.
Ich hab noch keine dreiphasige Freileitung mit Nullleiter gesehen. Das
ist das ERDSEIL gegen Blitzeinschläge!
Richtig, und in diesem Blitzschutzseil ist in der Regel noch eine
Kommunikationsleitung aus Kupfer oder Glasfaser.
Den 4 Draht braucht man nicht mitführen, dafür nimmt man das
Erdpotenzial, d.h. der PEN Strom fließt über das Erdreich zum Generator
zurück. Das betrifft aber noch Mittel- und Hochspannung. Im
Niederspannungsnetz wird ab der Trafostation Richtung Verbraucher ein
extra PEN mitgeführt.
Falk Brunner schrieb:> @ Elektriker (Gast)>>>Mache gerade Urlaub in Finnland und grüble über eine 3 Phasen>>Überlandleitung ( Mast).>>>Die 3 Drähte für die Phasen sind dabei genauso dick wie der Nulleiter.>> Ich hab noch keine dreiphasige Freileitung mit Nullleiter gesehen. Das> ist das ERDSEIL gegen Blitzeinschläge!
Der Nulleiter ( Mittelpunktleiter) ist doch im Kraftwerk mit der Erde
verbunden?!
Also pro Mast ging ein Draht von diesem Leiter den Mast entlang nach
unten.
Vermutlich in die Erde...
Wie der PEN Strom über viele Kilometer zu Kraftwerk zurück fließen soll,
ist mir immer ein Rätsel gewesen.
Der Widerstand ( trockenes Erdreich) ist doch riesig?
Elektriker schrieb:> Wie der PEN Strom über viele Kilometer zu Kraftwerk zurück fließen soll,> ist mir immer ein Rätsel gewesen.>> Der Widerstand ( trockenes Erdreich) ist doch riesig?
Aber dafür mit heftig dicken Leitungen. Und dann legt man den Anschluss
ja auch nicht einfach so auf die Erde.
Karl Heinz schrieb:> Elektriker schrieb:>> Wie der PEN Strom über viele Kilometer zu Kraftwerk zurück fließen soll,>> ist mir immer ein Rätsel gewesen.>>>> Der Widerstand ( trockenes Erdreich) ist doch riesig?>> Aber dafür mit heftig dicken Leitungen. Und dann legt man den Anschluss> ja auch nicht einfach so auf die Erde.
Ok, alles natürlich auch ne Frage der Dimensionen;-).
Gibt's da in den Kraftwerken riesige Metallplatten in der Erde, oder wie
legt man das aus?
Trotzdem fällt es mir schwer unter Extrembedingungen daran zu "Glauben",
etwa im Wüstensand...
Elektriker schrieb:> Wie der PEN Strom über viele Kilometer zu Kraftwerk zurück fließen soll,> ist mir immer ein Rätsel gewesen.>> Der Widerstand ( trockenes Erdreich) ist doch riesig?
und das bei dem Benutzernamen...
@ Elektriker (Gast)
>Wie der PEN Strom über viele Kilometer zu Kraftwerk zurück fließen soll,>ist mir immer ein Rätsel gewesen.
Eine Freileitung hat keinen PEN. PEN ist ein Konzept aus der lokalen
Hausverdrahtung, bestenfalls zwischen Haus und Trafostation (ein paar
hundert Meter). Die dreiphasigen Freileitungen speisen immer per
Dreieckschaltung den Trafo, dort braucht man keinen Nullleiter
(primärseitig). Sekundärseitig wird lokal geerdet.
Karl Heinz schrieb:> Elektriker schrieb:>> Wie der PEN Strom über viele Kilometer zu Kraftwerk zurück fließen soll,>> ist mir immer ein Rätsel gewesen.>>>> Der Widerstand ( trockenes Erdreich) ist doch riesig?>> Aber dafür mit heftig dicken Leitungen. Und dann legt man den Anschluss> ja auch nicht einfach so auf die Erde.
Ausserdem wird ja nicht einfach beliebig verschaltet, sondern man achtet
sorgfältig darauf dass alle 3 Phasen gleichmässig belastet sind.
Elektriker schrieb:> Also pro Mast ging ein Draht von diesem Leiter den Mast entlang nach> unten.> Vermutlich in die Erde...
Ja, sowas nennt man gemeinhin Blitzableiter.
Ändere Länder, andere Systeme:
Beim Single-Wire Earth Return System wird die Erde fleißig als
Rückleiter verwendet - da steht dann wirklich nur ein Mast an der Straße
mit einem Isolator drauf und der führt die Hochspannung - selbst in
Australien & Neuseeland gesehen!
http://de.wikipedia.org/wiki/Single-Wire_Earth_Return
Normalerweise, bei symmetrischer Belastung, wird der Neutralleiter kaum
belastet. Das ist ja auch der wirtschaftliche Vorteil des Drehstroms.
Dank Herrn Tesla, der das aber nicht gut zu vermarkten wußte.
Wenn man die 3 Phasen aber mit Gleichrichter/Kondensator belastet, dann
ergibt sich kein sinusförmiger Strom, sondern nur kurze Stromspitzen.
Diese gleichen sich nicht mehr aus, sondern addieren sich im
Neutralleiter. Der hat dann wirklich den 3-fachen Strom und keine
Sicherung .....
Lustig wird das in USA, die nur die halbe Spannung, und damit den
doppelten Strom haben. Dank der Hund-tot-Vorführungen des Herrn Edison
konnte man keine höhere Spannung durchsetzen. Was dieser besser zu
vermarkten wußte.
abc.def schrieb:> Wenn man die 3 Phasen aber mit Gleichrichter/Kondensator belastet, dann> ergibt sich kein sinusförmiger Strom, sondern nur kurze Stromspitzen.> Diese gleichen sich nicht mehr aus, sondern addieren sich im> Neutralleiter.
wie soll das gehen?
man müsste ein Phase Kapazitiv belasten und eine andere Induktiv - dann
addieren sie sich. Mit Gleichrichtern und Kondensatoren schafft man das
kaum.
abc.def schrieb:> Wenn man die 3 Phasen aber mit Gleichrichter/Kondensator belastet, dann> ergibt sich kein sinusförmiger Strom, sondern nur kurze Stromspitzen.> Diese gleichen sich nicht mehr aus, sondern addieren sich im> Neutralleiter.
Diese Stromspitzen treten aber nicht gleichzeitig auf, sondern sind brav
120° Phasenverschoben. Im ungünstigsten Fall hast du den einfachen Strom
mit 3 facher Frequenz.
Peter II schrieb:> wie soll das gehen?
Phase 1 hat Strom von 88° bis 90° und von 268° bis 270°
Phase 2 208 210 388 390
Phase 3 328 330 148 150
Das mit dem 2° Stromflußwinkel ist zwar etwas übertrieben, aber dann
hast Du lauter Höcker auf dem Neutralleiter, jeder mit dem vollen
Effektivwert und damit mit der vollen thermischen Belastung.
Und wenn jeder zuhause dicke PC-Netzteile an der Leitung hat und
ESL-Lampen, dann wird das eben Wirklichkeit. Auch das ist ein Grund,
weshalb eine Power-factor-Korrektur PFC erforderlich ist.
abc.def schrieb:> Das mit dem 2° Stromflußwinkel ist zwar etwas übertrieben, aber dann> hast Du lauter Höcker auf dem Neutralleiter, jeder mit dem vollen> Effektivwert und damit mit der vollen thermischen Belastung.
aber dann kommt ja wieder eine Pause. für die thermischen gilt aber der
Mittelwert und diese ist nicht höher als der von den Einzelphasen.
> Auch das ist ein Grund,> weshalb eine Power-factor-Korrektur PFC erforderlich ist.
da geht es vielmehr um die Sinusförmige Stromaufnahme, sonst bekommen
Trafos ein Problem.
Peter II schrieb:> aber dann kommt ja wieder eine Pause. für die thermischen gilt aber der> Mittelwert und diese ist nicht höher als der von den Einzelphasen.
definitiv nein. Bitte Grundlagen der E-Technik nochmal durchlesen.
Der Mittelwert kommt als DC hinten raus. Der Effektivwert ist
sqr(mittelwert(I*I)); und damit höher wie der Mittelwert. Und im
Beispiel auch dreifach auf demselben Neutralleiter vorhanden.
Zur Effektivwertmessung müßte man eigentlich einen Leistungsvergleich
machen zwischen dem zu messenden Strom und einem Vergleichs-DC, die
beide in gleichen Widerständen gleiche Leistung umsetzen. Normale
Multimeter messen den Mittelwert und skalieren auf den Effektivwert hoch
(im AC-Messbereich). Bessere DMM haben einen Analog-Multiplizierer
eingebaut. Früher nahm man DrehEISENinstrumente, die konnten das auch.
Peter II schrieb:> sonst bekommen> Trafos ein Problem.
nein, den Trafos ist das egal. Außer die thermische Belastung. Der Trafo
übersetzt eigentlich nur den Strom von hier nach da, egal welche
Kurvenform.
Insgesamt ist aber eine Oberwellenblindleistung mit dabei, die in den
Leitungen Verluste verursacht, im Kraftwerk nicht schön ist, und im
Verkauf kein Geld bringt (wird vom Zähler nicht gemessen).
abc.def schrieb:> Peter II schrieb:>> aber dann kommt ja wieder eine Pause. für die thermischen gilt aber der>> Mittelwert und diese ist nicht höher als der von den Einzelphasen.>> definitiv nein. Bitte Grundlagen der E-Technik nochmal durchlesen.> Der Mittelwert kommt als DC hinten raus.
Der Mittelwert ist 0, du solltest dir nochmal den Stromlauf durch einen
Brückengleichrichter anschauen.
Ja ich weiss, es gibt auch Gleichrichter mit nur einer Diode, wer das
aber bei der hohen Stromaufnahmen macht gehört gefiedert und geteert.
abc.def schrieb:>> sonst bekommen>> Trafos ein Problem.> nein, den Trafos ist das egal.
nein ist es nicht.
Oberschwingungen erzeugen höhere Verluste um Trafo.
abc.def schrieb:>> aber dann kommt ja wieder eine Pause. für die thermischen gilt aber der>> Mittelwert und diese ist nicht höher als der von den Einzelphasen.>> definitiv nein. Bitte Grundlagen der E-Technik nochmal durchlesen.
doch. Nur mit einer Phasenverschiebung kann man den N überlasten. Mit
irgendwelche Impulsen von Kondensatoren kann man zwar kurzeitig den
Maximalen Strom überschreiten aber der Effektivwert bleibt <= den
Effektivwert der Außenleiter.
Peter II schrieb:> Oberschwingungen erzeugen höhere Verluste um Trafo.
Bitte Angabe, wo und wie.
Die Eisenverluste werden sich ein bißchen erhöhen, weil sich die
Wirbelstromverluste vergrößern. Früher gab es NF-Übertrager in
Lautsprecherendstufen. Das waren genauso geblechte Kerne, nur die
Windungszahl an die Anforderungen angepaßt. Grundsätzlich können Trafos
alle Frequenzen (wenn es dem Theoretiker zu hoch wird, bitte neu
berechnen und ggf Ferrit statt Blech verwenden).
Aber eigentlich reden wir von vielleicht bis 3. Oberwelle, das sind
200Hz.
Peter II schrieb:> doch. Nur mit einer Phasenverschiebung kann man den N überlasten.
Bitte zeichne mein obiges Beispiel als Diagramm auf Papier auf.
Wir reden hier nicht mehr über sinusförmigen Strom, da ist das mit der
Phasenverschiebung etwas anders zu sehen.
Mittelwert: Die Fläche zwischen der Linie und der Nullinie.
Effektivwert: U proportional I, P=U*I also P=I*I*faktor, das ist die
Leistung. Bis jetzt für jeden Moment einzeln berechnet. Und die Leistung
mittle ich, weil das die Wärme ist und damit der Energieverlust oder die
Belastung der Leitung.
Mittelwert: sorry, ich hätte oben eher schreiben sollen:
Gleichrichtwert; das ist der gleichgerichtete Mittelwert.
Wenn wir jetzt noch die DC-Anteile im Drehstromnetz betrachten wollten,
das wird aufwendig. Bitte nicht.
abc.def schrieb:> Peter II schrieb:>> Oberschwingungen erzeugen höhere Verluste um Trafo.>> Bitte Angabe, wo und wie.
suche einfach google
Die Auswirkungen von Oberschwingungen sind:
•Bei Dreh- oder Wechselstrommotoren und -generatoren führen
Stromoberschwingungen zu zusätzlicher Erwärmung.
Gockel hat mir nicht weitergeholfen, aber ich habe es freihand
gezeichnet.
Oben die normale Gleichrichterschaltung mit C und RL.
Unten dasselbe mit Drehstrom.
Wenn Du den Strom der 3 Höcker im Diagramm addierst, dann heben sich die
Aussenleiterströme nicht auf, wenn sie im N zurückfließen. Das Thema
Effektivwert wird vom Schmelzeinsatz erledigt, denn dort wird die
Leitungserwärmung nur übersteigert nachgebildet. Aber der 3-fache Wert
der gesamten farbigen Höcker nicht, denn der N hat keine Sicherung.
Peter II schrieb:>>> Oberschwingungen erzeugen höhere Verluste um Trafo.>>>> Bitte Angabe, wo und wie.>> suche einfach google>> Die Auswirkungen von Oberschwingungen sind:> •Bei Dreh- oder Wechselstrommotoren und -generatoren führen> Stromoberschwingungen zu zusätzlicher Erwärmung.
Das mit dem Trafo hatte ich schon geschrieben, wenn Du Motoren mit
einbeziehst, mag das richtig sein. Hätte ich implizit dazugerechnet.
Pulse bedeuten Oberschwingungen, Fourrier lässt grüßen, und diese
wiederum löschen sich nicht gegenseitig auf den N aus.
Es braucht da ja hauptsächlich ungeradzahlige Oberschwingungen
(Rechteck!) und 3x50Hz 120grad verschoben sind 150Hz in Phase!
Deswegen darf man auch keine Monster-NTe ohne PFC einsetzen. Deren
Stromflußwinkel (mit PFC) ist nämlich viel größer und damit der Strom
näher am 50Hz Sinus.
In anderer Beschreibung: mehr als 8% THD sind nicht erlaubt, weil bei
voller Ausnutzung der Außenleiterströme den N überlasten würden.
Ohne böse Halbleiter, denn die machen die Verzerrungen, kann dem N
nicht viel passieren. Höchstens einer, der weiß wie man einen Strom um
60grad vordreht und den anderen um 60grad zurück. Braucht man dicke und
Spulen für.
abc.def schrieb:> Gockel hat mir nicht weitergeholfen, aber ich habe es freihand> gezeichnet.>> Oben die normale Gleichrichterschaltung mit C und RL.> Unten dasselbe mit Drehstrom.>
Ok, ich sehe was du meinst.
3500 W Schaltnetzteil ohne PFC, da löst der normale B-Automat schon aus
wenn man nur wagt ans Einschalten zu denken.
> Peter II schrieb:>>>> Oberschwingungen erzeugen höhere Verluste um Trafo.>>>>>> Bitte Angabe, wo und wie.>>
Wirbelstromverluste im Trafokern.
>> Oberschwingungen erzeugen höhere Verluste um Trafo.> Bitte Angabe, wo und wie.
Das ist ein spezielle Eigenschaft von Drehstromtrafos in der
Schaltgruppe Dyn5
Bei so einem Trafo sind die drei Primärwicklungen im Dreieck und die
drei Sekundärwicklungen im Stern mit zugänglichem Sternpunkt geschaltet.
Bei Oberwellen mit 150Hz fliest der dazugehörende Strom auf der
Primärseite durch die drei Primärwicklungen im Kreis herum.