Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik ADC und Filter


von Michi S. (Gast)


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Hallo,

ich will eine Schaltung konstruieren welche eine Analoge Spannung 
einliest und digitalisiert.

jetzt die Frage:
Analoge Spannung Eingang -->Analoger Filter --> ADC

oder

Analoge Spannung Eingang --> ADC --> Digitaler Filter

Ist beides möglich?
Welche Vor und Nachteile gibt es?

gruß
Michi

von Purzel (Gast)


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Michi S. schrieb:
> Ist beides möglich?

Klar geht beides aber warum läßt du den Filter nicht enfach weg?

von René B. (reneb)


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Einen analogen Filter musst du unbedingt vor deinen ADC schalten, das 
ist der Anti-Aliasing Filter und die Auslegung ist abhängig von der 
Abtastrate deines ADC. Im Design ist das eigentlich nur ein zusätzlicher 
C zu deinem bereits vorhandenen Schutzwiderstand am Eingang des ADC. In 
der Regel genügt dann ein einfacher TP aus eben diesem R und C.
Jetzt zum Digitalteil: Wenn du eine steilere Filtercharakteristik haben 
möchtest, dann machst du das eher durch Überabtastung und ein passendes 
Digitalfilter.
Stell dir mal vor du möchtest einen sehr engen und steilen Bandpass 
realisieren. Digital ist das anspruchsvoll genug aber in diskreten 
Bauteilen wird das einfach nur ein übles R/C/(L)/(OP) Grab.

von Michi S. (Gast)


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@Rene
danke! Genau das wollte ich hören

von René B. (reneb)


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Bis hierhin haben wir aber noch nicht über die Echtzeit-Anforderungen 
und Flexibilität oder gar Energieeffizienz-Anforderungen deines Systems 
gesprochen. Wenn du einen kontinuierlichen Datenstrom möglichst 
verzögerungsfrei mit hohen Frequenzanteilen verarbeiten möchtest, dann 
ist die Reihenfolge der Umsetzung in etwa diese hier.
- µC - schwache Rechenleistung für niedrige Frequenzen und hohe 
Verzögerung.
- DSP (oder µC/DSP-Hybrid) - Optimierter Prozessor für schnelle 
Signalverarbeitung und für höhere Frequenzen bei gleichzeitig niedriger 
Verzögerung geeignet
- FPGA - Hier kannst du deinen DSP-Kern praktisch selbst 
zusammenschustern und für deine Aufgabe optimieren
- Analoges OpAmp oder gar Transistor-Grab kann für gewisse schnelle 
Verabreitungsaufgaben tatsächlich noch "StateOfTheArt" sein. Oder bei 
rauscharmer Verstärkung bis man eine Amplitudenhöhe hat, die zur 
Weiterverarbeitung geeignet ist.

Erst wenn du Energie-, Echtzeit-, Frequenz-, Filter- und 
Genauigkeitsanforderungen zusammenstellst, kannst du tatsächlich 
anfangen die Möglichkeiten zu streichen. Vorher ist eben alles drin...

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