Hallo zusammen,
für die Uni soll ich einen Laderegler für 2 Li-Ion Akkus entwerfen (also
erstmal theoretischer Entwurf, worauf man später aufbauen kann) und ich
bin jetzt beim Punkt Balancer angekommen. Die 2 Akkus werden in einer
2s1p Anordnung genutzt, verfügen aber jeweils selber über
Schutzschaltungen für Tiefenent- und Überladung. Muss ich dann überhaupt
einen Balancer nutzen?
Ich habe nämlich irgendwie das Problem, einen passenden Balancer zu
finden.
Gruß
Philipp
PS: Bei den Akkus handelt es sich um Li-Ion Batterien MP 176065 der
Firma Saft.
Philipp schrieb:> Ich habe nämlich irgendwie das Problem, einen passenden Balancer zu> finden.
Wenn Du keinen findest, bau Dir doch selbst einen. Schaltungen gibts
zuhauf im INet. Wichtig dabei ist die genaue Einhaltung der Grenz-
spannung. Zur Kontrolle derselben reicht kein Billigmultimeter.
Gruss
Harald
Hi,
die Akkus sind leider vorgegeben, die muss ich nutzen. Ich hatte
Probleme einen Balancer-IC zu finden, war irgendwie zu blöd, einfach mal
nach fertigen Platinen zu suchen, von denen gibt es ja genug.
Trotzdem vielen Dank für die Tipps.
Überwiegend bei Texas Instruments bis jetzt, aber maxim habe ich auf der
Liste.
Eine Frage habe ich noch, da es hab und an in verschiedenen Foren gesagt
wurde, aber nie konkret irgendwo auffindbar war:
Wenn ich einen Balancer benutze, kann ich dann nur mit der konst.
Strommethode laden? Also nicht mittels konstanter Spannung?
Hast du Dich schon für eine Strategie entschieden? Es gibt da ja mehrere
Verfahren.
Und wenn es an die Praxis geht würde ich wenigstens zu Beginn mit den
Lade und Entladeschlußspannungen ein Stück weit von den Maxima entfernt
bleiben, z.B. 3,2 bis 4 Volt als Arbeitsbereich. Dann sind die Akkus
nicht kaputt bevor die Schaltung ausgereift ist.
Also laut Datenblatt der Batterien kann soll ich zunächst mit konstanter
Spannung und dann abschließend mit konstantem Strom laden.
Jetzt habe ich halt gelesen, dass man mit Balancern NUR mit konstanter
Stromstärke arbeiten darf.
Ansonsten habe ich meinem Prof vorgeschlagen, zunächst ein
Evaluation-Board zu besorgen, um halt keinen Fehler bei der Schaltung zu
haben, wodurch die Batterien beschädigt werden können.
Philipp schrieb:> konstanter> Spannung und dann abschließend mit konstantem Strom laden.
genau umgekehrt: CCCV (Constant Current Constant Voltage)
spannungsbegrenzte Konstantstromladung. Auf deutsch wird es auch als
IU-Ladung bezeichnet, das ist aber weniger gebräuchlich.
Konstanter Strom, man richtet sich da üblicherweise nach der Kapazität
z.B. Ladestrom entspricht 1/10 der Kapazität in mAh, 300 mA bei 3000
mAh, bis die Maximalspannung erreicht ist und dann diese Spannung halten
wobei der Strom dabei nachläßt. Die Ladung wird dann beendet wenn sich
der Strom bei einem Minimum stabilsiert oder einen Grenzwert erreicht
hat. Der genaue Wert ist weniger kritisch, aber es gibt übliche
Vorgaben.
Der Konstantstrom ist dabei weniger wichtig. Man will zügig laden aber
nicht zuviel Strom auf einmal reinschicken. Der Strom darf zwischendurch
auch geringer werden und nach unten abweichen/schwanken. Dann dauert es
halt länger. Aber es darf auf keinen fall der maximalwert der Spannung
überschritten werden. Das Gleiche gilt für das Unterschreiten der
Spannung beim entladen.
CCCV ist halt das Schnellste ohne den Maximalstrom und die
Maximalspannung zu überschreiten.
Marek N. schrieb:> du brauchst Balancer.> Die integrierte Schutzschaltung ist nur die allerletzte Notbremse, falls> alles andere schon versagt hat.
Nicht nur das, sie unterbricht auch den Strom (anstatt ihn
vorbeizuleiten), wenn der Akku genug hat. Das kann man aber bei
Serienschaltung überhaupt nicht brauchen, weil dann beide Akkus nicht
mehr geladen werden.