Brandschutz und Holzgehäuse?

Gast #3783809
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Holz lässt sich im Hobbybereich im Gegensatz zu Metall oder Kunststoffen 
ja sehr gut zu Gehäusen verarbeiten und sieht schön aus, wenn man nicht 
gerade MDF Platten verwendet.

Daher möchte ich solche Gehäuse aus Holz für meine kleinen Elektronik 
Bastelprojekte verwenden, wie sieht es da aber mit dem Brandschutz aus?

Die Bastelprojekte sind alles Sachen, die Spannungen von weniger als 12 
V haben, meistens sind es sogar deutlich weniger, also oft nicht mehr 
als 5 V und höchstens 500mA.

Stark beanspruchte Bauteile, wie z.B. Transistoren bekommen natürlich 
einen kleinen Metallkühlkörper.

Muss man sich da wegen dem Holz irgendwelche Sorgen machen und wie 
handhabt ihr das?
Verwendet ihr Holz für Gehäuse?
#3783857
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Der erste Fernseher meiner Eltern hatte ein Holzgehäuse. Obwohl der 
immer recht heiss wurde ist er in den rund 20 Jahren Betriebszeit nicht 
abgebrannt.

Mein erstes (Röhren)-Radio im Holzgehäuse ist in seinen rund 30 Jahren 
Betriebszeit nicht abgebrannt.

Meiner Oma ihre Plattenspieler-Radio-Kombination (Plattentruhe) aus Holz 
ist in seiner rund 30 Jahren Betriebszeit nicht abgebrannt.

usw, usw .....

Und das waren alles Geräte mit 220 Volt Betriebsspannung und Leistungen 
> 20 Watt.


Es spricht absolut NICHTS gegen ein Holzgehäuse!

Ulli
Gast #3783989
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W.A. schrieb:
> Jedes kleine Feuerzeug mit nun wahrlich nicht allzu großer Leistung

Unterschätze mal Feuerzeuge und Kerzenflammen nicht. Die bringen 100 
Watt. Letztlich ist entscheidend, ob die Entzündungstemperatur zusammen 
kommt. Daher hat UL ein Limit bei kleinen Leistungen unterhalb derer 
Brandschutz verzichtbar ist. Ich weiss aber nicht, wie klein die waren.
#3784345
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Ulli B. schrieb:
> Es spricht absolut NICHTS gegen ein Holzgehäuse!
Doch. Der "Stand der Technik". Nur weil in einem alten Haus mit 
klassischer Nullung nie etwas abgebrannt ist und auch nie jmd einen 
tödlichen Stromschlag erlitten hat, wird die Installation im Neubau und 
bei Sanierung wieder so aufgebaut...

Ich packe auch nichts in Holzgehäuse. Entweder Kunststoff oder Metall.

Gruß Max
Gast #3784753
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Privat kann ja jeder tun was er will (oder bezahlen kann). Für 
profesionelles Gerät (Gewerbe/Industrie) hat das Gehäuse den 
Anforderungen zu genügen. Das kann u. U. auch mit Holz erreicht werden.
Vereinfacht formuliert, ein Isolierstoff  muß wenn er im Fehlerfall 
kokelt/brennt nach Unterbrechung der Energiezufuhr selbstverlöschend 
sein.

Bsp. EN 60335-1, Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und 
ähnliche Zwecke".
Kap. 22.21
Holz, Baumwolle, Seide, normales Papier und ähnliche faserige oder 
hygroskopische Werkstoffe dürfen nicht als Isolierung verwendet werden, 
wenn sie nicht imprägniert sind.
(Was auch schon gesagt wurde)
In Kap. 30 wird Wärme und Feuerbeständigkeit abgehandelt. 
Glühdrahtrüfung  und Nadelflammprüfung sind da Stichworte. Holz darf 
nicht  eine Temperatur von 65°C (60°C) erreichen (Schädigung).
Kann auch eine Frage sein welche Schutzklasse das Gehäuse haben soll 
(SKII!).

Oder EN 60950-1 "Einrichtungen der Informationstechnik – Sicherheit", 
siehe Kap. 4.7. Brandbeständigkeit.

Und jetzt nicht einzelne Sätze von mir herausziehen, dort (Norm) alles 
im Zusammenhang lesen.
Gast #3784956
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0100 schrieb:
> Privat kann ja jeder tun was er will (oder bezahlen kann). Für
> profesionelles Gerät (Gewerbe/Industrie) hat das Gehäuse den
> Anforderungen zu genügen. Das kann u. U. auch mit Holz erreicht werden.
> Vereinfacht formuliert, ein Isolierstoff  muß wenn er im Fehlerfall
> kokelt/brennt nach Unterbrechung der Energiezufuhr selbstverlöschend
> sein.
>
> Bsp. EN 60335-1, Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und
> ähnliche Zwecke".
> Kap. 22.21
> Holz, Baumwolle, Seide, normales Papier und ähnliche faserige oder
> hygroskopische Werkstoffe dürfen nicht als Isolierung verwendet werden,
> wenn sie nicht imprägniert sind.
> (Was auch schon gesagt wurde)
> In Kap. 30 wird Wärme und Feuerbeständigkeit abgehandelt.
> Glühdrahtrüfung  und Nadelflammprüfung sind da Stichworte. Holz darf
> nicht  eine Temperatur von 65°C (60°C) erreichen (Schädigung).
> Kann auch eine Frage sein welche Schutzklasse das Gehäuse haben soll
> (SKII!).
>
> Oder EN 60950-1 "Einrichtungen der Informationstechnik – Sicherheit",
> siehe Kap. 4.7. Brandbeständigkeit.
>
> Und jetzt nicht einzelne Sätze von mir herausziehen, dort (Norm) alles
> im Zusammenhang lesen.

Super Beitrag, Danke!

Wenn es zu einem Brandfall kommen sollte, was ich ja auch selbst 
vermeiden will, auch wenn es nur Bastelprojekte sind, dann dürften diese 
Normen Versicherungstechnisch entscheidend sein.

Insofern wäre es also wohl am sinnvollsten, wenn ich das ganze in ein 
Metallgehäuse baue und dieses dann, wegen der Optik mit Holz verkleide.
Wäre das ein gangbarer Weg?
#3788053
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Wenn du eine Aussagekräftige Messung machen willst, solltest du auch die 
Wärme die an die Umgebung verloren geht messen. Nur weil ein Teil der 
Wärmeenergie nicht ins Wasser übergeht heißt es noch lange nicht dass er 
nicht da ist.

Sollte die Kerze wirklich 100W haben, hast du mit deinem Versuch nur 
gezeigt, dass ein Wasserkocher die Wärmeenergie mit weniger Verluste an 
das Wasser überträgt. Wie sieht dein Versuchsaufbau mit der Kerze 
eigentlich aus?
#3788469
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Max H. schrieb:
> Sollte die Kerze wirklich 100W haben, hast du mit deinem Versuch nur
> gezeigt, dass ein Wasserkocher die Wärmeenergie mit weniger Verluste an
> das Wasser überträgt. Wie sieht dein Versuchsaufbau mit der Kerze
> eigentlich aus?

Ich habe das mal mit einem vergleichbaren Versuchsaufbau nachgestellt. 
Dazu habe ich, analog zum Heizelement des Wasserkochers, die Kerze 
vollständig unter den Wasserspiegel gebracht. Nach 3 Stunden Beobachtung 
hat das Wasser immer noch nicht gekocht, so dass man wohl von erheblich 
weniger Heizleistung als beim Wasserkopcher ausgehen muss.
Gast #3791414
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>Vor hundert Jahren gab es auch noch keinen SL und keinen FI und keine
>Normen und keine Bastler.

Nein, aber man hätte Firmen wie Grundig, SEL und wem auch immer, den 
Laden zugemacht, wenn die Geräte eine Durchwahl zur Feuerwehr oder zum 
nächsten Krankenhaus benötigt hätten.

Ich gehe aber mal davon aus, dass der FI keine Probleme (höchstens rund 
um ein eventuelles Netzfilter - wie heute auch) gemacht hätte.
Und der SL (PE) ist hier wohl genauso sinnvoll wie bei einem 
Kunststoffgehäuse.
Gast #3793247
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MaWin schrieb:
> Amateur schrieb:
> 100 Jahre hat es keine Probleme mit Holzgehäusen rund um Radio und
> Fernsehen gegeben.
>
> Auch vor 100 Jahren war man schon klüger als du und Led und Einer es
> heute sind.
>
> Borax gibt es schon länger und man wusste damit umzugehen.

aber halt nicht immer...
Es gab durchaus einige Geräte, die für ihre gelegentlich unerwartet 
große Wärmeentwicklung bekannt waren...

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