Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Überschlagsrechnung Leistung eines Autoradios mit 4Ohm Lautsprecherimpedanz


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von Paul H. (powl)


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Hi,

ich habe gerade versucht, nem Kumpel zu erklären, warum mit 
4Ohm-Lautsprechern an einem Autoradio nur so wenig Leistung möglich ist 
und dabei selber noch mal versucht, mir das vorzurechnen. Im Internet 
liest man als Richtwert 15-20Wrms. Ich komme aber auf etwas andere 
Werte.

Angenommen Vin=14,4V und Z=4Ohm, außerdem angenommen die Endstufe läuft 
im gebrückten Betrieb aber ist nicht ganz Rail-to-rail sondern kann bei 
akzeptablem THD von Vss+2V bis Vdd-2V aussteuern, dann bleiben noch 
10,4V oder sagen wir einfach 10V. Da wir die Endstufe gebrückt betreiben 
ist es ein differenzhub von 20V. Die Effektivspannug von 20V beträgt 
20V/sqrt(2) = 14,1V. Und P = U² / R = 14,1² / 4 = 50W. Das ist nun die 
theoretische Sinus-Leistung. Der rms-Wert dürfte noch etwas weiter 
darunterliegen.

50W sind jetzt aber immer noch wesentlich mehr als 15 oder 20W. Wo liegt 
der Fehler? Wo habe ich falsh gerechnet oder falsch geschätzt?

lg

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von Sebastian P. (sebl)


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Der Effektivwert geht aus Us*41 , nicht Uss*1,41  hervor, deswegen bist 
du mit 10V Us bei 25W, was zumindest den allgemeinen Annahmen näher 
kommt.

von mhh (Gast)


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Der Spannungshub ist nicht der Effektivwert. Das ist Dein Fehler.

von Sebastian P. (sebl)


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Fehler ebenso in meiner schreibe, Effektivwert is natürlich Us/1,41, 
daraus is Ueff 7,1V und P=7,1² / 4 Ohm = ~12,5W

kopfkratz Hirn is schon im Feierabend

von Paul H. (powl)


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Ach stimmt.. da hab ich den Effektivwert aus Vspitze-spitze gerechnet. 
Also 10/sqrt(2) = 7,07V. P = 7,07²/4 = 12,5W

Kommt dem schon wesentlich näher. Dann waren meine Annahmen ja sogar 
etwas pessimistisch.

: Bearbeitet durch User
von Lothar S. (loeti)


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> Da wir die Endstufe gebrückt betreiben ist es ein differenzhub von 20V.

Denken is' Glücksache!
Wo bitte sollen bei 14,4V Versorgungsspannung ohne Spannungswandler denn 
bitte 20V herkommen?

Grüße Löti

von mhh (Gast)


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Lothar S. schrieb:
> Wo bitte sollen bei 14,4V Versorgungsspannung ohne Spannungswandler denn
> bitte 20V herkommen?

Na von dem Auto was davor fährt. Dafür gibt es doch die Starthilfekabel.

von Peter R. (pnu)


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Bei 0..10V ist Uss 10V. Us ist 5V. Us wird ja von Mitte (Nulllinie) bis 
höchst oder Niedrigstwert gemessen. Ueff ist dann ca. 3,5V und Psinus 
dann ca.3W.

Bei Brücke gibt es an den 4 Ohm etwa 12,5W.

von U. B. (pasewalker)


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Es gilt die Formel: P= Ub²/(8*RL)

Angenommen, die Endstufe kann (wg. Sättigung der Endtransistoren) einen 
Spannungshub von 0 - 12 V liefern =>

Ungebrückt:
P = (12V)²/(8*4 Ω)= 4,5 W

Gebrückt:
4-mal so viel, also 18 W

von Peter R. (pnu)


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Paul Hamacher schrieb im Beitrag #3787525:
> Hm.. stimmt. Denkfehler. Bei Nicht-Brückenbetrieb steht ja eh nur
> max
> die halbe Versorgungsspannung als Spannungshub zur verfügung. Dann
> stimmt die Rechnung aber wieder nicht.

Welche der bisher vorgeführten Rechnungen?

Für den einseitig an Masse liegenden Lautsprecher stimmen die ca. 3,5W 
recht gut, auch wenn die Kaufleute großzügig auf 14 V Hub gehen und dann 
auf Ueff =5V und   6,25 Watt kommen.

von Lothar S. (loeti)


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> Angenommen ... einen Spannungshub von 0 - 12 V liefern

Unverbesserlicher Optimist.

Die Brückenendstufen können bei 14,4V alle 15W Sinus (= Musik) und 25W 
Musik (= Krach) und nicht auch nur 1W mehr.

Grüße Löti

von Paul H. (powl)


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Doch kein Denkfehler. Der Lothar hatte mich kurz verunsichert. Im 
Nicht-Brückenbetrieb kann der Verstärker in meiner Rechnung 
10Vspitze-spitze. Im Brückenbetrieb liegen am Lautsprecher 
20Vspitze-spitze an. Passt doch.

von Lothar S. (loeti)


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> Im Brückenbetrieb liegen am Lautsprecher 20Vspitze-spitze an.

In Deinen Träumen.

Grüße Löti

von Paul H. (powl)


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Der Lothar macht das gerne, muss man dazu wissen.

von Schreiber (Gast)


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Paul Hamacher schrieb:
> 50W sind jetzt aber immer noch wesentlich mehr als 15 oder 20W. Wo liegt
> der Fehler? Wo habe ich falsh gerechnet oder falsch geschätzt?

Sie haben vergessen, dass in jeder besseren Autoradio-Endstufe ein 
Spannungswandler steckt.

Verstärker-ICs mit eingebauter Ladungspumpe gibts schon seit Ewigkeiten. 
Damit kommt man bei einer Betriebsspannung von 12V auf eine 
Ausgangsspannung von etwa 20V wodurch sich die Maximalleistung 
verdreifacht.

Die Luxusvariante sind dann richtige Spannungswandler 
(Step-Up-Schaltregler), die eine noch höhere Ausgangsspannung (und damit 
Leistung) ermöglichen.

von Paul H. (powl)


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Ja stimmt. Das dürfte aber nur auf Car-Hifi-Endstufen zutreffen. In 
normalen Autoradios die in einen DIN-Einbauschacht passen ist für sowas 
einfach kein Platz. Abgesehen von Thermischen Problemen die dann trotz 
Class-D und effizienter Schaltwandlertechnik dann doch irgendwann 
auftreten.

Du kannst du zu mir sagen ;-) Vor allem hier in der Community.

: Bearbeitet durch User
von Lothar S. (loeti)


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> Sie haben vergessen, dass in jeder besseren Autoradio-Endstufe ein
> Spannungswandler steckt.

Wo im Datenblatt des TDA2005 ist da bitte ein Spannungswandler?

Grüße Löti

von mhh (Gast)


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Paul Hamacher schrieb:
> Im
> Nicht-Brückenbetrieb kann der Verstärker in meiner Rechnung
> 10Vspitze-spitze.

Ja.

Paul Hamacher schrieb:
> Im Brückenbetrieb liegen am Lautsprecher
> 20Vspitze-spitze an. Passt doch.

Nein. Passt nicht

von Paul H. (powl)


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Erklärung?

von mhh (Gast)


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Im Nichtbrückenbetrieb liegt der Lautsprecher mit einer Seite auf UB/2. 
Der Verstärkerausgang bewegt sich um diesen Punkt drumrum. Also 5V hoch 
und 5V runter.

Im Brückenbetrieb liegen dann 10V maximal am Lautsprecher als 
Spitzenspannung an.

von mhh (Gast)


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mhh schrieb:
> Im Brückenbetrieb liegen dann 10V maximal am Lautsprecher als
> Spitzenspannung an.

Das sind die 10V, die Du weiter oben definiert hast.

von Paul H. (powl)


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Hört auf euch beide mhh zu nennen ihr Kaschper.

Brücke:
Vspitze = 10V
Vspitze-spitze = 20V

Nicht-Brücke:
Vspitze = 5V
Vspitze-spitze = 10V

Haben wir die allgemeine Verwirrung nun auf ein minimales Maß gesenkt?

von mhh (Gast)


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Paul Hamacher schrieb:
> Hört auf euch beide mhh zu nennen ihr Kaschper.

Danke für Deine Beleidigung, Du suchst Hilfe mangels Verständnis.

von Paul Baumann (Gast)


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Die Formel von Pasewalker um 18:49 ist richtig.

MfG Paul

von Pastor Braune (Gast)


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U. B. schrieb:
> Es gilt die Formel: P= Ub²/(8*RL)
>
> Angenommen, die Endstufe kann (wg. Sättigung der Endtransistoren) einen
> Spannungshub von 0 - 12 V liefern =>
>
> Ungebrückt:
> P = (12V)²/(8*4 Ω)= 4,5 W
>
> Gebrückt:
> 4-mal so viel, also 18 W

Wo kommt die 8 her in der Formel ?
Könnte mich bitte jemand aufklären

Danke

von Schimanski (Gast)


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vaudrittelquadratdurchlastwiderstand

von U. B. (pasewalker)


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>> Angenommen ... einen Spannungshub von 0 - 12 V liefern

> Unverbesserlicher Optimist.

> Die Brückenendstufen können bei 14,4V alle 15W Sinus (= Musik) und 25W
> Musik (= Krach) und nicht auch nur 1W mehr.

Irgendwann wurde mal gesagt, die "Musikleistung" sei die Leistung, die 
bei konstant gehaltener Leerlaufspanng und gegebenem Klirr maximal 
abgegeben wird.
Demnach wäre bei als KONSTANT gesetzten 14,4V Sinus- und Musikleistung 
identisch ...

> Wo kommt die 8 her in der Formel ?
> Könnte mich bitte jemand aufklären

Der Aussteuerbereich der Transistoren (also die Betriebsspannung 
abzüglich der Sättigungsspannungen der Endtransistoren) steht für das 
(seriöserweise als Bezug genommene) Sinussignal am Lautsprecher zur 
Verfügung.
Und dieser Aussteuerbereich ist der doppelte Spitzwenwert
(= 2√2*Effektivwert) dieses Sinussignals (im ungebrückten Fall).

Richtig in  P=U²/R  eingesetzt, kommt dann dieser Faktor "8" hinzu.

von Lothar S. (loeti)


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> Demnach wäre bei als KONSTANT gesetzten 14,4V Sinus- und Musikleistung
> identisch ...

Nach DIN!
Nur, seit wann sind ausländische Datenblätter und asiatische 
Produktbeschreibungen nach DIN?

Grüße Löti

von stefanus (Gast)


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Ein Fachverkäufer erklärte mir das mal so:

PMPO=Phantasie
Sinus=Mathematisch nachvollziehbare Leistung
Musikleistung: Sinus Leistung aller Lautsprecher Chassis addiert. 15 
Watt höhen + mitteltöner + Tieftöner ergibt insgesamt 45 Watt.

Das ist aber quatsch, denke ich.

von Paul H. (powl)


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Das hat der sich doch irgendwie zusammengereimt oder irgendwo 
aufgeschnappt.

Sinusleistung sollte eigentlich die Leistung sein, die der Verstärker 
bei einem dauersinus-Signal in der Lage ist, abzugeben. RMS-Leistung ist 
die mittlere Leistung, die er dauerhaft bei Anlegen eines Rosa Rauschens 
im bereich 20Hz-20kHz als Signal abgeben kann (Da die 
Amplitudenverteilung im Audio-Frequenzband am ehesten der eines Rosa 
Rauschens entspricht).

Wo ist da nun aber reich rechnerisch oder praktisch der Unterschied? Wie 
wird denn dieses Rosa Rauschen überhaupt bemessen? wie sieht denn die 
Leistungsverteilung auf dem Frequenzband bei 1Wrms überhaupt aus? Müsste 
sich Sinus-Leistung nicht in rms-Leistung umrechnen lassen?

: Bearbeitet durch User
von Paul H. (powl)


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Oh Pardon, die RMS-Leistung ist also höher als die Sinus-Leistung?

http://de.wikipedia.org/wiki/Musikleistung

von U. B. (pasewalker)


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>> Demnach wäre bei als KONSTANT gesetzten 14,4V Sinus- und Musikleistung
>> identisch ...

> Nach DIN!
> Nur, seit wann sind ausländische Datenblätter und asiatische
> Produktbeschreibungen nach DIN?

Mindestens so lange, wie man z.B. (gutbezahlten) "Gutachten", 
Meinungsumfragen, von Ministern geleisteten Amtseiden oder 
Regierungserklärungen glauben kann ;-)

von Malefiz (Gast)


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Die Sinusleistung sollte auch nochmal durch die Phasenverschiebung 
sinken.

von Icke ®. (49636b65)


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Paul Hamacher schrieb:
> Oh Pardon, die RMS-Leistung ist also höher als die Sinus-Leistung?

Bei aus Wechselspannung gespeisten Verstärkern schon, obwohl das 
trotzdem nur eine Schönrechnerei ist. Die Ursache liegt in den 
Lade-Elkos. Die Spannung über diesen sinkt logischerweise bei Sinus 
Dauerstrichbetrieb auf den Effektivwert der Wechselspannung ab. Im 
"Musik"betrieb sind aber mehr oder weniger große Pausen vorhanden, in 
denen weniger Strom aus dem Netzteil entnommen wird, sodaß sich die 
Spannung über den Ladeelkos weiter in Richtung Spitzenwert erhöhen kann. 
Beim nächsten Baßschlag steht dann kurzzeitig mehr Leistung zur 
Verfügung, als es dem Effektivwert entsprechen würde.
Bei einem gleichspannungsgespeisten Verstärker gibt es jedoch keinen 
Unterschied zwischen Effektiv- und Spitzenwert der Eingangsspannung, 
zumindest wenn nman den Innenwiderstand der Spannungsquelle 
vernachlässigt. Somit müßten Sinus- und RMS-Leistung bei einem Autoradio 
annähernd gleich sein.

von Paul H. (powl)


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Achtung, auf Verstärkern gibt es meist mehrere angaben

PMPO
Musik
Sinus
RMS


Die angabe der "Musik"-Leistung ist ja meist wesentlich höher, aus den 
von dir eben genannten Gründen. Aber das erklärt noch nicht warum Sinus- 
oder RMS-Leistung unterschiedlich sind.

Es sind ja beides Testsignale. Einmal ein Sinus-Signal (welcher 
Frequenz? 20hz? oder ist das sogar egal?) und einmal ein Rosa Rauschen 
von 20Hz-20kHz.

Ist der einzige Unterschied zwischen den beiden nicht, dass die Leistung 
beim Sinus nur auf eine einzige Frequenz und beim anderen mit (1/f)² 
über das Frequenzband verteilt ist? Die Verteilung der Belastung ist 
doch eigentlich erst mal wurscht so lange sie in der Summe hinterher 
gleich ist.

Wo ist der Fehler?

von J. T. (chaoskind)


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Beim Sinus sollte es 1kHz sein. Die Impedanz von Lautsprechern wird doch 
definiert als der Scheinwiderstand (hieß die "Summe" aus Blindwiderstand 
und reellem Widerstand so?) den ein Lautsprecher dem Strom/der Spannung 
bei 1kHz anbietet.

von Icke ®. (49636b65)


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Paul Hamacher schrieb:
> Die angabe der "Musik"-Leistung ist ja meist wesentlich höher, aus den
> von dir eben genannten Gründen. Aber das erklärt noch nicht warum Sinus-
> oder RMS-Leistung unterschiedlich sind.

Musikleistung == RMS

siehe auch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Musikleistung

Paul Hamacher schrieb:
> Aber das erklärt noch nicht warum Sinus-
> oder RMS-Leistung unterschiedlich sind.

Doch, das tut es. Bei Sinusbetrieb erfolgt eine kontinuierliche 
Stromentnahme, sodaß die Spannung über den Ladeelkos nach kurzer Zeit 
auf den Effektivwert der Wechselspannung (abzüglich Verluste am 
Gleichrichter) absinkt und dort bleibt. Beim rosa Rauschen ist die 
Stromentnahme NICHT kontinuierlich, sondern durch die zufällige 
Verteilung der Frequenzen und deren Amplituden mehr oder weniger 
unterbrochen, sodaß die Elkos in den Zeitabschnitten, wo keine 
Vollaussteuerung erfolgt, Zeit haben, mehr Strom vom Netzteil zu 
beziehen, als sie an den Verstärker abgeben müssen. Dadurch kann die 
Spannung über den Effektivwert der Wechselspannung ansteigen. Je nach 
Größe der Ladeelkos steht für Passagen mit hoher Aussteuerung dann 
kurzzeitig mehr Leistung zur Verfügung, als dem Effektivwert entsprechen 
würde.
Das hat durchaus auch praktische Konsequenzen, da Verstärker mit großen 
Elkos mehr Reserven für basslastige Musikwiedergabe besitzen, auch wenn 
die Sinusleistung nicht höher ist.

von Paul H. (powl)


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Icke ®. schrieb:
> Paul Hamacher schrieb:
>> Die angabe der "Musik"-Leistung ist ja meist wesentlich höher, aus den
>> von dir eben genannten Gründen. Aber das erklärt noch nicht warum Sinus-
>> oder RMS-Leistung unterschiedlich sind.
>
> Musikleistung == RMS
>
> siehe auch:
> http://de.wikipedia.org/wiki/Musikleistung

Ja, da habe ich gesehen. Da steht aber was anderes, schon im Kopf des 
Artikels.

> Die Musikleistung und insbesondere die verwandte Angabe der PMPO, auch
> P.M.P.O. für englisch Peak Music Power Output, werden durch wenig
> seriöse Messmethoden oder gar beliebige Berechnungsmethoden bestimmt, um
> in Datenblättern oder Kundendokumentationen möglichst hohe scheinbare
> Leistungswerte angeben zu können.

Ich denke es hapert hier grade an der Begrifflichkeit.
"Musikleistung" = Marketingbegriff, ähnlich PMPO, unseriös
Musikleistung im Sinne von Leistungsabgabe bei Musikähnlichem Signal = 
ähnlich der RMS-Leistung. Der Begriff Musikleistung findet aber 
eigentlich immer nur im Marketingkontext verwendung. Zumindest ist das 
meine Erfahrung.


> Paul Hamacher schrieb:
>> Aber das erklärt noch nicht warum Sinus-
>> oder RMS-Leistung unterschiedlich sind.
>
> Doch, das tut es. [...]

Ahaaa.. Also Augen auf beim Verstärkerkauf. Demnach ist bei Verstärkern 
doch eigentlich nur die Sinusleistung interessant. Im Bereich 
Drum'n'Bass und Dubstep gibts einige Tracks die mit einem konstanten 
lauten Basston hinterlegt sind. Das nützt mir ein Verstärker der dann 
bei sowas nach 2 Sekunden schlapp macht.

von Paul H. (powl)


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Nächste Frage:

Wie funktioniert das mit der Impedanz eines Lautsprechers? Sind die 
Impedanzkurven der Realteil der Impedanz über die Frequenz aufgetragen? 
Die haben ja höhen und tiefen. Bedeutet das tatsächlich, dass ein 
Lautsprecher bei verschiedenen Frequenzen erheblich verschiedene 
Leistungsaufnahmen hat (bei ansonsten gleicher Spannungsamplitude)?

Wodurch kommt das? Sähe diese Kurve erheblich anders aus, wenn man die 
Membran bei der Messung der Impedanz vollständig blockieren würde? 
Verändern sich diese Kurven folglich je nach Einbausituation des 
Lautsprechers? Welchen Zusammenhang mit dem Frequenzgang eines 
Lautsprechers gibt es?

von Icke ®. (49636b65)


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Paul Hamacher schrieb:
> Ich denke es hapert hier grade an der Begrifflichkeit.

Stimmt. Auch der Wiki-Artikel läßt in dieser Beziehung viel 
Interpretationsspielraum. Ich habe unabhängig davon noch von früher im 
Kopf, daß Musikleistung und RMS zwei Begriffe für dieselbe Angabe sind. 
PMPO ist natürlich völliger Quatsch.

> Demnach ist bei Verstärkern
> doch eigentlich nur die Sinusleistung interessant.

Nicht ganz. Von zwei Verstärkern mit der gleichen Sinusleistung ist 
derjenige mit der höheren RMS der Bessere.

von foo (Gast)


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Paul Hamacher schrieb:
> Wodurch kommt das? Sähe diese Kurve erheblich anders aus, wenn man die
> Membran bei der Messung der Impedanz vollständig blockieren würde?

Die linke überhöhung kommt vom Masse-Feder-System des Antriebs, der 
Anstieg zu hohen Frequenzen ist durch die Schwingsuleninduktivität und 
die Eisenverluste in der Polplatte bestimmt.

Wenn du den Antrieb blockierst, fällt der Buckel am unteren Ende flach.

Paul Hamacher schrieb:
> Verändern sich diese Kurven folglich je nach Einbausituation des
> Lautsprechers?

Ja, bei Bassreflex bekommst du unten z.B. einen zweiten Buckel, der 
durch die Masse und Federsteife der Luft im BR-Rohr verursacht wird.

Paul Hamacher schrieb:
> Welchen Zusammenhang mit dem Frequenzgang eines
> Lautsprechers gibt es?

F-Gang wird durch Anlegen einer (Frequenzunahbänig) konstanten Spannung 
ermittelt, wenn du Eingriffe in den Antrieb machst, ändert sich auch der 
F-Gang.

von Gerhard (Gast)


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Paul Hamacher schrieb:
> Wodurch kommt das? Sähe diese Kurve erheblich anders aus, wenn man die
> Membran bei der Messung der Impedanz vollständig blockieren würde?

Ja, in der Impedanzkurve siehst du die große Bewegungsamplitude um die 
Resonanzfrequenz des Chassis rum als hohen Widerstand. Hier wird hohe 
Gegenspannung induziert und dadurch sinkt die eingespeißte Leistung. 
Diese Resonanz würdest du bei festgeklemmter Membrane nicht sehen.

Der Anstieg bei höheren Frequenzen ist vor allem auf die 
Schwingspulinduktivität zurück zu führen. Würde man auch bei 
festgeklemmter Membrane sehen.

Die Leistungsangaben beziehen sich immer auf die nominellen x Ohm 
DC-Widerstand. Im reellen Betrieb zieht der Lautsprecher bei den meisten 
Frequenzen weniger Leistung.

Gerhard

von Sni T. (sniti)


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Paul Hamacher schrieb:
> In
> normalen Autoradios die in einen DIN-Einbauschacht passen ist für sowas
> einfach kein Platz. Abgesehen von Thermischen Problemen die dann trotz
> Class-D und effizienter Schaltwandlertechnik dann doch irgendwann
> auftreten.

Woher diese Pauschalaussage? Üblicherweise gibt es entsprechende ICs 
fertig integriert mit Ladungspumpe (oder anderweitig aufgebautem 
Netzteil). So wenig Platz ist jetzt in dem DIN Schacht auch nicht.

Z.B. (erster Googletreffer): 
http://pdf1.alldatasheet.com/datasheet-pdf/view/19232/PHILIPS/TDA1562.html

von Paul H. (powl)


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So.. weiter gehts. Was machen passive Frequenzweichen eigentlich wenn 
man da reale Lautsprecher dranhängt, die absolut keinen glatten 
Impedanzverlauf haben?

Die variierende Lastimpedanz müsste doch den Frequenzgang verbiegen. 
Oder? Vor allem in der Nähe des Impedanzmaximums.

von A-Freak (Gast)


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Die Impedanzkurve vom Lautsprecher hat einen erheblichen Einfluß auf die 
Funktion der Frequenzweiche.

Würdest du die Bauteile von der FW nach einem Lehrbuch für Filtertheorie 
berechnen käme ein ziemlich krummer Frequenzgang hinten heraus.

Es ist eine der hohen Künste des Lautsprecherbaus die Frequenzweiche so 
von den theoretisch richtigen Werten wegzubiegen bis das Gesamtsystem 
einen annähernd glatten Frequenzgang hat.

Wenn du das mal in einer Simulation ausprobieren willst dann empfehle 
ich Boxsim 
http://www.visaton.de/de/literatur/software/downloads/index.html

von Paul H. (powl)


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Und wie löst man das Problem in der Praxis? Saug- und Sperrkreise 
einbauen?
Wie liebevoll sind denn so typische Car-Hifi Frequenzweichen in der 
Praxis designed?

Hab nämlich das Gefühl, dass meine mobile Musikbox seit dem "downgrade" 
von vollaktiv auf passiv-Weiche nen schlechteren bzw. unausgewogeneren 
Klang hat (wollte mir den Ruhestrom für eine der Endstufen sparen)

von A-Freak (Gast)


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> Und wie löst man das Problem in der Praxis?
> Saug- und Sperrkreise einbauen?

Man pröbelt solange an den Werten von Spulen und Kondensatoren herum und 
fügt Widerstände hinzu bis sich der Frequenzgang ausreichend glättet. 
Manche Programme erledigen das auf Benutzerwunsch automatisch.

Typischerweise optimiert man die in Reihe zum LSP geschalteten Bauteile 
um den Übergang zwischen dne LSP einigermaßen glatt zu bekommen und die 
paralell geschalteten Bauteile um eine Oktave darunter und darüber zu 
optimieren.

Breitbandige, niederohmig überbrückte Sperrkreise benutzt man wenn ein 
LSP innerhalb von seinem Übertragungsbereich eine leichte Überhöhung hat 
und man dort ein paar dB reduzieren will.

Saugkreise paralell zum LSP benutzt man manchmal wenn ein LSP mit 
Metallmembran außerhalb seines Übertragungsbereiches eine Resonanz hat 
die so stark ist daß sie trotz der Dämpfung der Weiche noch störend 
hindurchkommt. Ist bei Metallmembranen oft nötig.

Manchmal benutzt man auch bedämpfte Saugkreise oder einfache 
RC-Reihenschaltungen paralell zu der gesamten Kiste um den 
Impedanzverlauf insgesamt zu glätten. Das ist für Röhrenverstärker 
sinnvoll bis notwendig, Transistorverstärker mit 0,0x Ohm 
Innenwiderstand brauchen es nicht.

> Wie liebevoll sind denn so typische Car-Hifi Frequenzweichen in der
Praxis designed?

Ich kenne nur die aus dem Wohnzimmer-HiFi.

Generell kann ich aber sagen daß eine passive Frequenzweiche niemals 
"einfach so" richtig passen kann. Sie muß gemeinsam mit oder wenigstens 
nach den LSP und deren Gehäusen entwickelt werden.

> Hab nämlich das Gefühl, dass meine mobile Musikbox seit dem "downgrade"
> von vollaktiv auf passiv-Weiche nen schlechteren bzw. unausgewogeneren
> Klang hat (wollte mir den Ruhestrom für eine der Endstufen sparen)

Würde mich nicht wundern wenn die jetzt 6 bis 10dB große Beulen im 
Frequenzgang hat.

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