Hallo liebe Liebenden,
inspiriert nicht zuletzt durch den Quick&dirty-Thread [1] möchte ich
einen Lichtwecker bauen. Der soll aber nicht nur einfach wecken, sondern
das zu einem angenehmen Zeitpunkt tun -- also in der richtigen
Schlafphase.
Da ich mich und die beste Ehefrau von allen nächtens nur ungern
verkabeln möchte, sehe ich für die Schlafphasenerkennung aktuell zwei
Möglichkeiten: entweder einen PIR-Sensor über dem Bett, oder einen
Bewegungs- und / oder Drucksensor unter der Matratze oder dem
Lattenrost.
Zu Beginn möchte ich nur einen simplen Datenlogger bauen, der nachts
läuft und die Daten eines PIR-Sensors und eines Bewegungsmelders loggt.
Daraus sollen dann hybsche Grafiken erzeugt und das Schlafverhalten
analysiert werden.
Hat jemand schon einmal mit diesen Methoden experimentiert und möchte
ihre oder seine Erfahrungen schildern?
Welche Bewegungs- und / oder Drucksensoren könnte ich verwenden, fällt
da jemandem spontan etwas ein?
Hat möglicherweise noch jemand Interesse an so einem Projekt und möchte
dabei mitwirken?
Liebe Grüße,
Karl
[1] Beitrag "Quick&dirty - schnelle Problemlösungen selbst gebaut"
Karl Käfer schrieb:> Bewegungs- und / oder Drucksensor unter der Matratze oder dem> Lattenrost.
Nicht vergessen diesen bei gewissen Tätigkeiten abzuschalten.
Hm ... wenn schon dann wäre soetwas vielleicht mehr die sinnvollere
Richtung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlafphasenwecker
und daran eine Schaltung für den Lichtwecker basteln ... ?
Ein Bewegungsensor hat m.M. wenig Sinn denn der Mensch bewegt sich ja
andauernd im Schlaf, die einen weniger, die anderen mehr.
Ein Lichtwecker mit dem man über einen steuerbaren Steckdose eine
Stehlampe anschliessen kann ist eine sehr angenehme Sache (auch für
Partner(in). Ich wache seit 20 Jahren mit so einem Lichtwecker auf ...
Es gibt noch die Möglichkeit den Schlaf so zu trainieren das man zur
rechten Zeit in der richtigen Schlafphase ist, bzw. auch kurz vor dem
klingeln des Weckers normal aufwacht. Mit einer festen Weckzeit, auch am
Sonntag schaffen das einige.
Ich habe mir dieses Thema vor zwei Jahren angesehen. Soweit ich mich
erinnere war die Erkenntnis, dass die Messung der Bewegung eher ungenau
ist. Und wenn zwei Personen im selben Bett liegen kann man es sowieso
vergessen.
Gerade bei einem über 30 Minuten hochdimmenden Lichtwecker ist die
Schlafphase wohl sowieso eher egal. Wenn man schon fast wach ist, dann
wacht man schon bei ein bisschen Licht auf. In der Tiefschlafphase wird
man das bisschen Licht einfach ignorieren.
War der Sinn der Lichtweckers nicht der, dass der in jeder Schlafphase
recht angenehm ist? Ich meine, wenn das Licht langsam angeht, gibt's da
doch bestimmt irgendeinen Rest aus der Steinzeit(oder früher), der mich
in eine etwas wachere Phase versetzt, bis ich gemütlich aufwache...
Ich glaube Morgenmuffel sind auch gegen langsam ansteigendes Licht
ziemlich imun ... ;) Die Wirkungsweise eines normalen Lichtweckers
(eigentlich für gehörlose Menschen gedacht) beruht darin dass die
Lichtfrequenz einem langsam an die "Oberfläche" bringt ohne dass es
schreckhaft wirkt wie beim Klingelton. Aber dass ist ja denoch nicht die
Frage des Threaderstellers.
Ich könnte mir jedoch so ein Neigungssensor mit Funk als Armband
vorstellen oder eingenäht in der Unterwäsche (hüstel) ... da hätte man
zu mindenst nicht das Gefühl verkabelt zu sein.
OT: Auch wenns angenehm ist aber es ist das Ein und Aus in einem
1Hz-Takt dass selbst schwerste Fälle von Morgenmuffel langsam an die
Oberfläche bringt. (nur nebenbei erwähnt).
Also Licht mit 1HZ ein/aus ist besser als Sonnenaufgang simulieren 30min
lang?
Haste maln Link?
Hab ja nen selbergebauten Lichtwecker, den ich mal um Schlafphasen
erweitern wollte, aber ein rumliegender MEMS Sensor war einfach zu
unempfindlich.
Schau mal unter Wecker von Humantechnik. Ist nicht billig. Das könntest
du sicher billiger haben indem du einen normalen Wecker irgendwie den
Alarmausgang an so ein Solid-State-Relais im Steckergehäuse bastelst.
Von Humantechnik gibst auch andere Wecksysteme wie Vibrationskissen ect.
Martin Wende schrieb:> aber ein rumliegender MEMS Sensor war einfach zu> unempfindlich.
Nicht lachen - ich hab meinen so auf der Matratze befestigt, dass er
sich etwa auf Höhe des Hinterns befindet. Bei Bewegung verändert er
seine Neigung, es werden also nicht die vergleichsweise hochfrequenten
Erschütterungen ausgewertet, sondern die Lageänderung. War eigentlich
ein Provisorium, läuft aber schon seit fast 2 Jahren so.
Ich hab es so gemacht, dass das Licht langsam aufdimmt und innerhalb der
Aufdimmphase bei Bewegung sowie spätestens am Ende der Aufdimmphase ein
Signalton angeht.
Innerhalb der Aufdimmphase kann man mittels Tastendruck den Ton nochmal
abstellen bis zum Ende des Aufdimmens. Nach dem Aufdimmen geht das auch,
der Ton geht dann aber bei Bewegung sofort wieder los und das Licht auf
volle Pulle.
Karl Käfer schrieb:> Da ich mich und die beste Ehefrau ...
Habt ihr getrennte Schlafzimmer? Alternativ: Wie stellst du sicher, dass
ihr beide eure Schlafphasen synchronisiert?
Sonst wird einer von euch beiden in der falschen Phase geweckt. ;-)
Hallo Michael,
sorry, daß meine Antwort so lange auf sich warten ließ, aber in der
Firma war es in den letzten Tagen ein wenig, nunja, hektisch.
Michael L. schrieb:> Karl Käfer schrieb:>>> Da ich mich und die beste Ehefrau ...>> Habt ihr getrennte Schlafzimmer?
Nein, haben wir noch nicht. Aber ich befürchte, daß das demnächst der
Fall sein wird, wenn sie weiterhin morgens um sieben von meinem
Piepswecker geweckt und dann von einem morgenmuffeligen Ehemann
angeranzt wird.
> Alternativ: Wie stellst du sicher, dass ihr beide eure Schlafphasen> synchronisiert?
Gar nicht. Ich werde leicht von Licht wach, bin aber eher unempfindlich
gegenüber Geräuschen. Bei der besten Ehefrau von allen ist es genau
andersherum: bei Geräuschen schreckt sie sofort auf, aber Licht ist kein
Problem. Nicht zuletzt diese Erfahrung hat mich auf die Idee gebracht,
es einmal mit einem Lichtwecker auszuprobieren.
> Sonst wird einer von euch beiden in der falschen Phase geweckt. ;-)
Das ist möglich, aber aufgrund der vorgenannten Erfahrungen vermutlich
kein allzu großes Problem. Zumal die beste Ehefrau von allen meistens
entweder schon wach ist und die Kazten gießt, wenn mein Wecker klingelt,
oder sich einfach noch mal umdrehen und weiterschlafen darf, wenn ich
aufgestanden bin.
Soviel zum "sozialen" Hintergrund meiner Ideen; zu meinen aktuellen
technischen Überlegungen komme ich in einem weiteren Beitrag.
Liebe Grüße,
Karl
Hallo Daniel,
Daniel schrieb:> Martin Wende schrieb:>> aber ein rumliegender MEMS Sensor war einfach zu>> unempfindlich.>> Nicht lachen - ich hab meinen so auf der Matratze befestigt, dass er> sich etwa auf Höhe des Hinterns befindet. Bei Bewegung verändert er> seine Neigung, es werden also nicht die vergleichsweise hochfrequenten> Erschütterungen ausgewertet, sondern die Lageänderung. War eigentlich> ein Provisorium, läuft aber schon seit fast 2 Jahren so.
Was für einen Sensor hast Du denn benutzt, und wie wertest Du den aus?
> Ich hab es so gemacht, dass das Licht langsam aufdimmt und innerhalb der> Aufdimmphase bei Bewegung sowie spätestens am Ende der Aufdimmphase ein> Signalton angeht.
Ja, so ähnlich habe ich das auch vor. In meinem Fall sollen LEDs in drei
verschiedenen Farben und ein (oder mehrere) Halogen-Strahler für das
Licht sorgen: zuerst rote LEDs, dann orange, dann warmweiße und zuletzt
dann der Strahler.
> Innerhalb der Aufdimmphase kann man mittels Tastendruck den Ton nochmal> abstellen bis zum Ende des Aufdimmens. Nach dem Aufdimmen geht das auch,> der Ton geht dann aber bei Bewegung sofort wieder los und das Licht auf> volle Pulle.
Gute Idee, vielleicht übernehm ich die. Aber mit dem Ton bin ich mir
noch nicht sicher, wie ich das mache.
Meine derzeitigen Überlegungen drehen sich noch primär um die Erkennung
von Bewegung. Mit einem MEMS-Sensor habe ich noch nie gearbeitet und
habe keine Ahnung, was ich da nehmen kann. Die von Tom (Gast) erwähnte
Piezo-Scheibe hört sich interessant an; beim Lesen kam mir auch der
Gedanke, ein Elektret-Mikrofon unter den Lattenrost zu kleben und das
Signal mit einem OPV zu verstärken. Lothars Idee mit dem Radarsensor
klingt ebenfalls interessant, ich fürchte jedoch um den WAF...
Hardwareseitig möchte ich jetzt langsam mal mit einem Prototypen zur Tat
schreiten; vermutlich wird der Datenlogger ein RasPi mit einem oder zwei
Arduino Uno als Analog-Schnittstellen. Gleichzeitig soll der RasPi mit
einer NoIR-Raspi-Camera alle paar Sekunden Bilder machen, um Bewegungen
mit den Sensordaten zu korrelieren. Einen PIR-Sensor, eine Piezoscheibe
und ein Elektret-Mikro habe ich hier eh noch irgendwo herumliegen, und
einen RasPi und ein paar Arduinos sowieso. Wenn Du mir jetzt noch einen
MEMS-Sensor nennen kannst, würde ich also erstmal Daten sammeln.
Der Rest ist, wie jemand anderes in diesem Thread bereits angemerkt hat,
eine passende Software. Da bin ich sehr gespannt, was auch mich zukommt.
Liebe Grüße,
Karl
Hallo Martin,
Martin Wende schrieb:> Soll der Halogenstrahler dann auch die Wärme der Sonnenstrahlen> simulieren?
Auch das gehört zur Überlegung, ja. Aber vor allem soll er
breitbandiges, beim Aufdimmen etwas rötlich gefärbtes und danach helles
Licht in einem Farbspektrum liefern, das der Sonne möglichst ähnlich
ist.
Liebe Grüße,
Karl
Karl Käfer schrieb:> Daniel schrieb:>> Martin Wende schrieb:>>> aber ein rumliegender MEMS Sensor war einfach zu>>> unempfindlich.>>>> Nicht lachen - ich hab meinen so auf der Matratze befestigt, dass er>> sich etwa auf Höhe des Hinterns befindet. Bei Bewegung verändert er>> seine Neigung, es werden also nicht die vergleichsweise hochfrequenten>> Erschütterungen ausgewertet, sondern die Lageänderung. War eigentlich>> ein Provisorium, läuft aber schon seit fast 2 Jahren so.>> Was für einen Sensor hast Du denn benutzt, und wie wertest Du den aus?
Sorry, hab den Thread vergessen, weil ich ihn auf dem anderen PC
geöffnet hatte, und erst jetzt gesehen, dass da noch eine Frage für mich
war.
Hatte bis dahin auch noch nix mit MEMS gemacht und war folglich auch
neugierig. Ist aber unspektakulär. Ich hatte mich für den entschieden:
http://www.watterott.com/de/MMA7361L-3-Axis-Accelerometer-15/6g
Gründe: Breakoutboard ist praktisch, Analogausgang war billiger. Würde
aber, wenn ich's nochmal zu tun hätte, was Digitales (I2C) bevorzugen.
Man braucht ja ein längeres Verbindungskabel, und da fängt man sich doch
Brumm etc. ein.
Auswertung (wie gesagt, alles mehr oder weniger Zufall, weil ich
eigentlich auch erstmal nur Bewegungen erfassen wollte; der Code ist
auch Kraut und Rüben, sonst würde ich ihn posten):
Sensor an 3 Analogeingänge. Messintervall ca. 8 Hz. Jeden Kanal nochmal
tiefpassfiltern. Dann jeden Kanal "ableiten" (also Differenz zum vorigen
Wert bilden) und für alle Kanäle aufsummieren. Diesen Wert mit einem
Schwellwert versehen. Wird der überschritten --> Bewegung erkannt.
Durch die Filterung wird alles SEHR langsam. Verändert der Sensor seine
Lage, wird das Filter angeregt, macht einen großen Buckel und schwingt
dann sehr langsam auch wieder aus. Man kann es bestimmt auch weglassen.
Es stammt von einem Online-Tool und war eigentlich gegen eine Störung
gedacht, die über eine Brummschleife vom angeschlossenen Laptop kam und
sieht so aus:
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