Rootkit suchen

Gast #3795869
Hallo,

wie findet man am besten heraus, ob ein PC mit einem Rootkit infiziert 
ist?
Was macht man z.B., wenn ein verdächtiger Rechner nicht mehr hochfährt 
oder man die Befürchtung hat, dass die Schadsoftware aufgrund von 
cleveren Hooks nicht alles zu sehen bekommt?

Natürlich säubere ich die Platte danach und installiere das System 
anschließend neu, es geht jetzt mehr um die Frage, wie man den Nachweis 
führt, ob bzw. womit ein System infiziert ist.

Gibt es bootfähige Tools, die mehr als eine Signatur-Prüfung der auf 
Dateisystem-Ebene angezeigten Dateien durchführen? Es geht mir z.B. um 
MBR, PBR, versteckte oder als unbekannt angezeigte(UEFI-)Partitionen, 
abweichende Hash-Werte bei wichtigen System-Dateien und um ungewöhnliche 
Systemstart-Einträge(also vermutlich auf Registry-Ebene). Das alles per 
Hand zu machen ist dann doch etwas zu aufwändig, schätze ich.

Es darf auch gerne etwas kosten, die CD sollte allerdings per Internet 
aktualisierbar sein(also nicht wie bei Avast jedes mal bescheuert ne 
neue brennen).

Viele Grüße,
Gerd
#3795888
Meine AV-Software (25€/Jahr für 2 PCs, im Mehrjahres-Abo weniger) macht 
stündlich Updates, soweit zur Erkennung von Viren, Rootkits etc nötig. 
Das Programm kann auch eine Linux-Version von sich selbst auf eine 
Boot-CD brennen, um damit unabhängig von der HDD eine AV-Prüfung 
durchzuführen. Das erhöht die Sicherheit, vermutl. gerade zwecks Prüfung 
auf Rootkits, dauert 40-50 Min. bei 120GB Daten auf der HDD.
#3795901
Rootkits allgemein aufspüren mit GMER:

http://www.gmer.net/

Modifizierten MBR erkennen:

http://public.avast.com/~gmerek/aswMBR.htm

Autostarts auflisten:

http://technet.microsoft.com/de-de/sysinternals/bb963902.aspx

Beachte, daß diese Tools dir zwar zeigen, was auf dem System los ist, 
die Wertung der Ergebnisse jedoch weitgehend dir überlassen bleibt. So 
muß ein nicht standardgemäßer MBR nicht zwangsläufig böse sein, sondern 
kann auch von OEM-Tools (z.B. Recovery) stammen. Das Gleiche gilt für 
Rootkit-Techniken, mit denen auch Nutzsoftware gelegentlich arbeitet, 
wie etwa AV-Software oder Diskemulatoren.
#3795953
Gerd schrieb:
> die CD sollte allerdings per Internet
> aktualisierbar sein(also nicht wie bei Avast jedes mal bescheuert ne
> neue brennen).

Wieso hast du damit ein problem? Grundsätzlich ist es doch eher 
vorteilhaft, eine komplette CD vorliegen zu haben. Ansonsten hast du 
halt immer nachzulanden, und gegebenenfalls kein Internet zur 
Aktualisierung zur Hand.

Wenn du Materialverschwendung befürchtest: Es gibt auch 
wiederbeschreibbare CD.
Gast #3796080
> sein(also nicht wie bei Avast jedes mal bescheuert ne
>> neue brennen).

1.Es ist besser mehrere zu haben als eine kranke CD.
2.Nicht jedes Tool findet gleich jeden Fehler.
#3796088
Die c't bringt jedes Jahr eine DVD raus, die bootbar ist und ein Linux 
startet das mittels RAM Disk übers Internet 3 Antiviren Scanner auf den 
neuesten Stand bringt und damit deinen Rechner komplett durchflöht. Kann 
je nach Intensität der Prüfung bis zu mehreren Stunden dauern.
Gast #3796788
kopfkratz
Tja nun das kommt auf's rootkit selber an, wenn das als VM vor dem 
eigentlichem Betriebssystem startet hast Du mit lokaler Software keine 
Chance.
Wenn's als Systemteil (Treiber, Dienst, Deamon) läuft kann man die 
Signatur/Hashwert erkennen und im Idealfalle direkt beenden um danach 
die Dateien auf der Platte zu löschen.
Wirklich sicher ist nur ein Backup der wichtigsten Daten zu machen und 
den Rechner komplett neu aufzusetzen wobei die Platte alle Sektoren 
gelöscht bekommt bevor neu partitioniert und formatiert wird.
Mit einem vermeintlich infizierten Rechner eine "Rettungs-CD" zu 
erstellen ist wie schon erwähnt kontraproduktiv.
Also entweder zum nächsten Kiosk und dort eine Linuxzeitschrift mit 
Boot-CD holen oder mit einem sicheren Rechner das Image ziehen und 
schreiben.
Es empfiehlt sich immer eine Notfall-CD oder USB-Stick griffbereit zu 
haben.
Und auch die eigenen wichtigen Daten regelmäßig abzusichern ;-)
#3796813
kopfkratzer schrieb:
> Es empfiehlt sich immer eine Notfall-CD oder USB-Stick griffbereit zu
> haben.

Besser eine DVD, ein USB Stick ist erst mal per se beschreibbar und 
damit auch anfällig für Viren/Rootkits/etc. Selbst die mit 
Schribschutzschalter sind zum Teil trotzdem beschreibbar.

Georg schrieb:
> Ich will hier garkeine Diskussion drüber anfangen, welches
> Antiviren-Programm besser oder schlechter ist, aber c't kann natürlich
> ausschliesslich kostenlose Programme verbreiten.

Ich hatte geschrieben 3 unterschiedliche Programme, und nein, die c't 
hat mit den Herstellern entsprechende Konditionen, das sind nicht nur 
kostenlose Versionen.
Die DVD funktioniert auch nur ein Jahr, dann gibts ein Fehler wegen 
fehlender Lizenz, aber dann gibts auch ne neue DVD von der c't, schon 
seit vielen Jahren.
#3797189
Wenn auf einem PC ein Rootkit ist wird dort auch ab und an mal 
abgefragt.


Meine idee um erst mal festzustellen ob, und wenn ja um was es sich da 
handeln kann:

Zusätzlicher Laptop/PC -> Bekannter/Freund Brennt eine "Saubere" Kali 
linux für den rechner -> Laptop/PC wird im netzwerk verbunden -> "Man in 
The Middle" -> Daten Auswerten.

Damit bekommt das Rootkit hoffentlich nichts mit und kann aufgrund der 
daten mit ein wenig glück identifiziert werden.

Wenn der "Zielrechner" trotz "Inaktivität" also keine aktiven surfen 
oder spielen keine auffälligen verbindungen oder eventuell empfangene 
daten zeigt, war es wohl fehlalarm.

Übrigens AV-Hersteller machen es mir infizierten systemen Ähnlich, um 
funktion und wirkungsweise von Schadsoftware zu erforschen. Das ist aber 
nur eine von vielen methoden. Disassembler und viele kluge köpfe fürs 
"Rückwärtsentwickeln" (Reverse Code Engineering) und mehr werden da 
eingesetzt.

Ansonsten:
Linux CD/DVD -> Plattmachen (Aber sauber!) -> Festplatte neu einrichten 
-> Installation :) Fertig!


Mache ich sogar mit neuen Platten so. Vielleicht übertrieben, aber wieso 
nicht.
Gast #3797191
Uhu Uhuhu schrieb:
> Man kann das Image auch mit einem entsprechenden Programm auf einen
> USB-Stick schreiben - dann braucht man diese ganze CD-Scheiße nicht.

Nur dass man einem beschreibbaren Datentraeger eben in dieser Anwendung 
nicht soweit trauen kann, wie einem nicht beschreibbaren.

wendelsberg
#3797292
wendelsberg schrieb:
> Nur dass man einem beschreibbaren Datentraeger eben in dieser Anwendung
> nicht soweit trauen kann, wie einem nicht beschreibbaren.

Wenn man vom Stick bootet, dann hat dessen Image entweder schon was 
mitgebracht, oder es passiert nichts, weil die Sauerei auf dem 
untersuchten System nicht die Kontrolle bekommt.
#3798291
Die Scan-CDs benutzen gerne Linux als Umgebung, aus der heraus 
Windows-Systeme gescannt werden.

Dass der übliche Windows-Dreck dem Linux etwas anhaben kann, ist nicht 
sehr wahrscheinlich.

Artenvielfalt hat eben nicht nur in der freien Natur ihre Vorteile...

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