Hallo,
wie findet man am besten heraus, ob ein PC mit einem Rootkit infiziert
ist?
Was macht man z.B., wenn ein verdächtiger Rechner nicht mehr hochfährt
oder man die Befürchtung hat, dass die Schadsoftware aufgrund von
cleveren Hooks nicht alles zu sehen bekommt?
Natürlich säubere ich die Platte danach und installiere das System
anschließend neu, es geht jetzt mehr um die Frage, wie man den Nachweis
führt, ob bzw. womit ein System infiziert ist.
Gibt es bootfähige Tools, die mehr als eine Signatur-Prüfung der auf
Dateisystem-Ebene angezeigten Dateien durchführen? Es geht mir z.B. um
MBR, PBR, versteckte oder als unbekannt angezeigte(UEFI-)Partitionen,
abweichende Hash-Werte bei wichtigen System-Dateien und um ungewöhnliche
Systemstart-Einträge(also vermutlich auf Registry-Ebene). Das alles per
Hand zu machen ist dann doch etwas zu aufwändig, schätze ich.
Es darf auch gerne etwas kosten, die CD sollte allerdings per Internet
aktualisierbar sein(also nicht wie bei Avast jedes mal bescheuert ne
neue brennen).
Viele Grüße,
Gerd
Gerd schrieb:> die CD sollte allerdings per Internet> aktualisierbar sein(also nicht wie bei Avast jedes mal bescheuert ne> neue brennen).
Du erkennst den Widerspruch in deinem Satz?
Meine AV-Software (25€/Jahr für 2 PCs, im Mehrjahres-Abo weniger) macht
stündlich Updates, soweit zur Erkennung von Viren, Rootkits etc nötig.
Das Programm kann auch eine Linux-Version von sich selbst auf eine
Boot-CD brennen, um damit unabhängig von der HDD eine AV-Prüfung
durchzuführen. Das erhöht die Sicherheit, vermutl. gerade zwecks Prüfung
auf Rootkits, dauert 40-50 Min. bei 120GB Daten auf der HDD.
Rootkits allgemein aufspüren mit GMER:
http://www.gmer.net/
Modifizierten MBR erkennen:
http://public.avast.com/~gmerek/aswMBR.htm
Autostarts auflisten:
http://technet.microsoft.com/de-de/sysinternals/bb963902.aspx
Beachte, daß diese Tools dir zwar zeigen, was auf dem System los ist,
die Wertung der Ergebnisse jedoch weitgehend dir überlassen bleibt. So
muß ein nicht standardgemäßer MBR nicht zwangsläufig böse sein, sondern
kann auch von OEM-Tools (z.B. Recovery) stammen. Das Gleiche gilt für
Rootkit-Techniken, mit denen auch Nutzsoftware gelegentlich arbeitet,
wie etwa AV-Software oder Diskemulatoren.
Gerd schrieb:> die CD sollte allerdings per Internet> aktualisierbar sein(also nicht wie bei Avast jedes mal bescheuert ne> neue brennen).
Wieso hast du damit ein problem? Grundsätzlich ist es doch eher
vorteilhaft, eine komplette CD vorliegen zu haben. Ansonsten hast du
halt immer nachzulanden, und gegebenenfalls kein Internet zur
Aktualisierung zur Hand.
Wenn du Materialverschwendung befürchtest: Es gibt auch
wiederbeschreibbare CD.
> sein(also nicht wie bei Avast jedes mal bescheuert ne>> neue brennen).
1.Es ist besser mehrere zu haben als eine kranke CD.
2.Nicht jedes Tool findet gleich jeden Fehler.
Die c't bringt jedes Jahr eine DVD raus, die bootbar ist und ein Linux
startet das mittels RAM Disk übers Internet 3 Antiviren Scanner auf den
neuesten Stand bringt und damit deinen Rechner komplett durchflöht. Kann
je nach Intensität der Prüfung bis zu mehreren Stunden dauern.
Udo Schmitt schrieb:> Die c't bringt jedes Jahr eine DVD raus
Ich will hier garkeine Diskussion drüber anfangen, welches
Antiviren-Programm besser oder schlechter ist, aber c't kann natürlich
ausschliesslich kostenlose Programme verbreiten.
Georg
kopfkratz
Tja nun das kommt auf's rootkit selber an, wenn das als VM vor dem
eigentlichem Betriebssystem startet hast Du mit lokaler Software keine
Chance.
Wenn's als Systemteil (Treiber, Dienst, Deamon) läuft kann man die
Signatur/Hashwert erkennen und im Idealfalle direkt beenden um danach
die Dateien auf der Platte zu löschen.
Wirklich sicher ist nur ein Backup der wichtigsten Daten zu machen und
den Rechner komplett neu aufzusetzen wobei die Platte alle Sektoren
gelöscht bekommt bevor neu partitioniert und formatiert wird.
Mit einem vermeintlich infizierten Rechner eine "Rettungs-CD" zu
erstellen ist wie schon erwähnt kontraproduktiv.
Also entweder zum nächsten Kiosk und dort eine Linuxzeitschrift mit
Boot-CD holen oder mit einem sicheren Rechner das Image ziehen und
schreiben.
Es empfiehlt sich immer eine Notfall-CD oder USB-Stick griffbereit zu
haben.
Und auch die eigenen wichtigen Daten regelmäßig abzusichern ;-)
kopfkratzer schrieb:> Es empfiehlt sich immer eine Notfall-CD oder USB-Stick griffbereit zu> haben.
Besser eine DVD, ein USB Stick ist erst mal per se beschreibbar und
damit auch anfällig für Viren/Rootkits/etc. Selbst die mit
Schribschutzschalter sind zum Teil trotzdem beschreibbar.
Georg schrieb:> Ich will hier garkeine Diskussion drüber anfangen, welches> Antiviren-Programm besser oder schlechter ist, aber c't kann natürlich> ausschliesslich kostenlose Programme verbreiten.
Ich hatte geschrieben 3 unterschiedliche Programme, und nein, die c't
hat mit den Herstellern entsprechende Konditionen, das sind nicht nur
kostenlose Versionen.
Die DVD funktioniert auch nur ein Jahr, dann gibts ein Fehler wegen
fehlender Lizenz, aber dann gibts auch ne neue DVD von der c't, schon
seit vielen Jahren.
Wegstaben Verbuchsler schrieb:> Wenn du Materialverschwendung befürchtest: Es gibt auch> wiederbeschreibbare CD.
Man kann das Image auch mit einem entsprechenden Programm auf einen
USB-Stick schreiben - dann braucht man diese ganze CD-Scheiße nicht.
Udo Schmitt schrieb:> Diese DVD funktioniert auch nur ein Jahr,
Nicht auf jeder Hardware mit wenig RAM od. speziellem Chipsatz läuft
JEDES neue System. Ob diese DVD zufällig läuft, sollte man bei
Gelegnheit testen.
Wenn auf einem PC ein Rootkit ist wird dort auch ab und an mal
abgefragt.
Meine idee um erst mal festzustellen ob, und wenn ja um was es sich da
handeln kann:
Zusätzlicher Laptop/PC -> Bekannter/Freund Brennt eine "Saubere" Kali
linux für den rechner -> Laptop/PC wird im netzwerk verbunden -> "Man in
The Middle" -> Daten Auswerten.
Damit bekommt das Rootkit hoffentlich nichts mit und kann aufgrund der
daten mit ein wenig glück identifiziert werden.
Wenn der "Zielrechner" trotz "Inaktivität" also keine aktiven surfen
oder spielen keine auffälligen verbindungen oder eventuell empfangene
daten zeigt, war es wohl fehlalarm.
Übrigens AV-Hersteller machen es mir infizierten systemen Ähnlich, um
funktion und wirkungsweise von Schadsoftware zu erforschen. Das ist aber
nur eine von vielen methoden. Disassembler und viele kluge köpfe fürs
"Rückwärtsentwickeln" (Reverse Code Engineering) und mehr werden da
eingesetzt.
Ansonsten:
Linux CD/DVD -> Plattmachen (Aber sauber!) -> Festplatte neu einrichten
-> Installation :) Fertig!
Mache ich sogar mit neuen Platten so. Vielleicht übertrieben, aber wieso
nicht.
Uhu Uhuhu schrieb:> Man kann das Image auch mit einem entsprechenden Programm auf einen> USB-Stick schreiben - dann braucht man diese ganze CD-Scheiße nicht.
Nur dass man einem beschreibbaren Datentraeger eben in dieser Anwendung
nicht soweit trauen kann, wie einem nicht beschreibbaren.
wendelsberg
wendelsberg schrieb:> Nur dass man einem beschreibbaren Datentraeger eben in dieser Anwendung> nicht soweit trauen kann, wie einem nicht beschreibbaren.
Wenn man vom Stick bootet, dann hat dessen Image entweder schon was
mitgebracht, oder es passiert nichts, weil die Sauerei auf dem
untersuchten System nicht die Kontrolle bekommt.
Die Scan-CDs benutzen gerne Linux als Umgebung, aus der heraus
Windows-Systeme gescannt werden.
Dass der übliche Windows-Dreck dem Linux etwas anhaben kann, ist nicht
sehr wahrscheinlich.
Artenvielfalt hat eben nicht nur in der freien Natur ihre Vorteile...
Icke ®. schrieb:> Nee, um Linux zur Dreckschleuder zu machen, brauchts in der Tat kein> Windows:
Hättest du gelesen, worum es geht, hättest du nicht so einen Stuss
abgelassen.
Uhu Uhuhu schrieb:> Hättest du gelesen, worum es geht, hättest du nicht so einen Stuss> abgelassen.
Haben Eulenvögel gerade Balz oder ist der nachlassende Humor
altersbedingt?