Hallo,
ich lese immer wieder das es strahlungsresistente Chips gibt, die in der
Raumfahrt benutzt werden und gegen die dortige kosmische Strahlung
geschützt sind.
Da habe ich mich gefragt, reicht ein metallisches Gehäuse, z.B. ein
Blech aus Blei, nicht bereits aus um ein normalen Chip vor der
kosmischen Strahlung ausreichend zu schützen?
Dazu müsste man die Strahlung erstmal klassifizieren:
- für Alphastrahlung reicht als "Abschirmung" ein Blatt Papier
- für Betastrahlung ein leichtes Metall:
http://de.wikipedia.org/wiki/Betastrahlung#Strahlenschutz
- für Gamma- und Röntgenstrahlung braucht es schweres Metall (=Blei)
allerdings dämpft das die Stahlung nur. 100%ige Abschirmung gibt es
nicht.
Für Weltraum (und Luftfahrt) nimmt man Chips mit großen Strukturen (als
nicht 20 nm) und legt die Designs redundant aus.
Mit dem Stichwort SEU (single event upset) findest Du weitere Quellen im
Netz.
Patrick
Ein gewisse Abschirmung kriegt man mit etwas Blei, aber halt keine
perfekte. Es ist halt eine Abwägung was günstiger bzw. leichter ist -
etwas Abschirmung oder weniger Empfindliche Chips. Etwas lokale
Abschirmung kann im Einzelfall (z.B. Empfindlicher Sensor) passen. Das
Problem sind dabei vor allem die wenigen sehr Energiereichen Teilchen,
die dann lokal im Chip recht viele Ladungspaare generieren. Das sind
ggf. auch Neutronen, die sich im Weltraum nicht praktisch abschirmen
lassen.
Je gröber die Strukturen, desto mehr Ladung braucht es um einen Chip zu
stören. Die sehr Energiereichen Teilchen werden zunehmend seltener, so
dass robustere Chips seltener Fehler zeigen - ganz auszuschließen sind
sie aber nicht.
Hallo,
Abschirmen ist fast unmöglich, die kosmische Strahlung kann man noch in
50m Tiefe im Boden messen. Da hilft ein IC-Gehäuse nichts.
Man muss damint leben. Hilfreich sind angeblich grobe Strukturen - umso
feiner, umso empfindlicher.
Außerdem gibt es Fertigungstechniken die Strahlungsresistenter sind.
SOI z.B. mit Silicon on Saphire:
https://de.wikipedia.org/wiki/Silicon-on-Sapphire
Es gibt "gehärtete" Prozessoren. Beispiel:
https://en.wikipedia.org/wiki/RAD750
Der hält lt. Hersteller 1000 Gray aus. Das ist ziemlich viel - soweit
ich weiß, ist ein Mensch bei ca. 10 Gray über z.B. 1Tag tot.
Relevant ist die Resistenz gegen Strahlung auch für Sicherheitstechnik,
wegen der Softerrors, d.h. durch Strahlung kippende SRAM-Zellen. Altera
macht dazu z.B. Tests in Kernreaktoren für ihre FPGAs, die werden dort
mit Neutronen bestrahlt um FIT-Werte zu bestimmen.
Bei mir wollte der TÜV das mal haben, es war ein ziemliches Hickhack die
Werte zu bekommen.
MaWin und Schreiberling haben ja schon die passenden Links gepostet.
Praxistipp: man sollte sitzen, wenn man sich die Chipsatzpreise
anschaut.
:(
Normales altes Zeug lebt bei dieser Einsatzart manchmal etwas länger.
Die Finnen haben für dieses Projekt
https://wiki.aalto.fi/display/SuomiSAT/Summary
AT91RM9200 MCUs verwendet, weil die aufgrund ihrer verhältnismäßig
großen Strukturen etwas später sterben.
Deswegen haben sie Ihre Firmware auch vorletztes Jahr noch auf
www.centipad.de - Hardware entwickelt. :)
Schreiberling schrieb:> Relevant ist die Resistenz gegen Strahlung auch für Sicherheitstechnik,> wegen der Softerrors, d.h. durch Strahlung kippende SRAM-Zellen. Altera> macht dazu z.B. Tests in Kernreaktoren für ihre FPGAs, die werden dort> mit Neutronen bestrahlt um FIT-Werte zu bestimmen.> Bei mir wollte der TÜV das mal haben, es war ein ziemliches Hickhack die> Werte zu bekommen.
OT: Ja das habe ich auch schon mitbekommen, ist aber von TÜV zu TÜV
unterschiedlich. Wird IMHO absolut überbewertet wer sich in die Thematik
einarbeitet. Softerrors könnten (absoluter Konjunktiv) nur durch
Alpha-Strahlung entstehen durch Zerfälle im Mold-Compound, also der
Gehäusemasse. Da die Alpha-Strahlung auch durch geringe Materialdicken
von dichteren Materialien oder Papier bereits abgeschirmt werden kann
ist fraglich, inwiefern diese Strahlung die Passivierung der Chips
durchdringen kann. Wichtig ist da eher die enstrepechenden Fehler zu
finden und dafür die Selbsttests ausreichend gut zu gestalten. Ist auch
schon etwas aus der Mode.
Neuester Spleen: Whiskering. IEC61508 soll da drauf reagieren.
rgds
Die Preise sind schon spannend. Wir hatten uns mal einen ollen Virtex 4
FPGA anbieten lassen, da war der schon längst veraltet. Xilinx wollte
knapp 100.000 Dollar pro Chip bei knapp 1,5 Jahren Lieferzeit. Ohne Rad
hard kostet der ca. 300 Euro. Wir haben dann beim Fraunhofer Sat lieber
nicht mit gemacht.
@supachris: Nur Neugierdehalber: habt Ihr die Flexibilität vom FPGA
gebraucht? Wäre es billiger geworden, einen eigenen ASIC mit großen
Strukturen zu züchten?
Was im Weltraum fast vorherrscht sind Protonen mit hohen kinetischen
Energien. Das ist nicht einfach Ladung, die man auf Metall einsammelt,
sondern die gehen durch bis sie irgendwo steckenbleiben. Die
Elementarladung ist eigentlich vernachlaessigbar ausser bei kleinsten
Strukturen. Es koennen aber Isolationsschichten zerschossen verden, die
muessen daher etwas dicker sein. Die Feldstaerke ueber einer SiO2
Isolationsschicht liegt bei konservativen 3V / 50nm = 60kV/mm . Zum
Glueck ist keine Luft da, sonst gaebe es grad Koronaentladungen.
Marcus H. schrieb:> @supachris: Nur Neugierdehalber: habt Ihr die Flexibilität vom FPGA> gebraucht? Wäre es billiger geworden, einen eigenen ASIC mit großen> Strukturen zu züchten?
Naja, es ging darum ein bestehendes (FPGA basiertes) System für den
Heinrich-Hertz Satelliten umzubauen, aber da es da einfach zu wenig Geld
gab, haben wir´s gelassen. Es wäre sowieso nur ein Einzelstück gewesen,
und die Analog-Chips gabs sowieso nicht in rad hard.
Einen ASIC zu bauen kann sich doch heute eh kaum noch einer leisten. Da
sind FPGAs deutlich preiswerter. Man muß halt mit der geringeren
Integrationsdichte und Geschwindigkeit auskommen.
Zoe
Hallo,
6A66 schrieb:> OT: Ja das habe ich auch schon mitbekommen, ist aber von TÜV zu TÜV> unterschiedlich. Wird IMHO absolut überbewertet wer sich in die Thematik> einarbeitet. Softerrors könnten (absoluter Konjunktiv) nur durch> Alpha-Strahlung entstehen durch Zerfälle im Mold-Compound, also der> Gehäusemasse. Da die Alpha-Strahlung auch durch geringe Materialdicken> von dichteren Materialien oder Papier bereits abgeschirmt werden kann> ist fraglich, inwiefern diese Strahlung die Passivierung der Chips> durchdringen kann. Wichtig ist da eher die enstrepechenden Fehler zu> finden und dafür die Selbsttests ausreichend gut zu gestalten. Ist auch> schon etwas aus der Mode.
Also das "könnten (absoluter Konjunktiv)" solltest Du in "können
(absolute Sicherheit)" ändern - ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass
erst vorletztes Jahr ein bekannter Hersteller seine Kunden angesprochen
hat, dass bestimmte Chargen seiner Produkte eine (deutlich) erhöhte
Softerror-Rate haben, da das Gehäusematerial höhere
Alpha-Strahlungswerte als erwartet aufwies. Die Bare-Die-Versionen waren
naturgemäß nicht betroffen.
In sicherheitsrelevanten Anwendungen werden deswegen sehr häufig bis
praktisch immer Hardwaremaßnahmen zur Speicherüberwachung verwendet
(Parity oder ECC), da Softwaremaßnahmen (z.B. Selbstteste) in der Regel
nicht den benötigten diagnostischen Deckungsgrad aufweisen.
Nur um einmal eine Größenordnung zu nennen: Bei einem µC mit 256 kByte
RAM wurde mir einmal eine Soft-Error-Rate von einem Doppelbit-Fehler pro
32-Bit-Word alle 68 Betriebsjahre angegeben (also durch Parity alleine
nicht entdeckbar). Klingt erst einmal selten, wenn man allerdings 1 Mio
Einheiten im Auto im Feld hat, bedeutet das, dass mit rund 1800
Doppelbit-Softerror pro Jahr zu rechnen ist - und jeder davon löst einen
Reset des Steuergerätes aus (da nicht korrigierbar).
Dies ist sicherlich eine Worst-Case-Annahme, zeigt jedoch, warum überall
dort, wo es darauf ankommt, mit ECC & Co gearbeitet wird (schönes
Beispiel: Die Profi-Rechenkarten von AMD & NVIDIA haben im Gegensatz zu
den sonst praktisch gleichen Spiele-Grafikkarten ECC zur
Speicherüberwachung). Aus der Mode gekommen ist das also sicher nicht.
Schöne Grüße,
Martin
Alpha, Beta und Gamma ist nicht so dramatisch, da ist selbst
herkömmliche Elektronik erstaunlich robust. Notfalls kann man da auch
schirmen, üblicherweise mit Alu.
Was nicht so einfach ist sind die hochenergetischen Protonen, da muss
man die Chipstrukturen anpassen. Stichwort Latchup, u.A. Silicon on
Insulator wird genutzt um die Struktur latchupfest zu machen.
Martin L. schrieb:> da Softwaremaßnahmen (z.B. Selbstteste) in der Regel> nicht den benötigten diagnostischen Deckungsgrad aufweisen.
Blödsinn. DC=hoch ist kein Problem.
Problem ist die Zeit, die das frißt. Deswegen ist Hardwareunterstützung
attraktiv, aber aus Kostengründen dennoch nicht unbedingt verbreitet.
Anja zoe Christen schrieb:> Einen ASIC zu bauen kann sich doch heute eh kaum noch einer leisten.
Na ja, http://www.mosis.com/ und
http://cmp.imag.fr/products/ic/?p=prices liefen dir 5mm2 Chips für unter
200 EUR das Stück (bei 25 bzw. 40 Stück Abnahme), das ist nun nicht
besonders teuer.
Natürlich musst du dessen Innenleben erst mal zeichnen, und dazu kann
man Bibliotheken kaufen und know how...
MaWin schrieb:>> Natürlich musst du dessen Innenleben erst mal zeichnen, und dazu kann> man Bibliotheken kaufen und know how...
Richtig, dazu kommen allerdings noch die Designsoftware-Lizenzen - bei
Cadence ist man da rasch einmal über den genannten 100k$...
@Zoe - da war der MaWin wieder schneller. :)
Es war noch nie so billig wie heute einen eigenen ASIC zu bauen. Das
haben wir schon im letzten Jahrtausend als Diplomarbeiten vergeben. Als
Designtool gab's damals ein aufgebohrtes TARGET. würg
Hallo,
Gustav schrieb:> Martin L. schrieb:>> da Softwaremaßnahmen (z.B. Selbstteste) in der Regel>> nicht den benötigten diagnostischen Deckungsgrad aufweisen.>> Blödsinn. DC=hoch ist kein Problem.>> Problem ist die Zeit, die das frißt. Deswegen ist Hardwareunterstützung> attraktiv, aber aus Kostengründen dennoch nicht unbedingt verbreitet.
- warum muss hier eigentlich immer einer beleidigend werden ? -
Egal: Ja, ich hätte es wohl genauer spezifizieren müssen: Bei meinen
(also Automotive) üblichen Anwendungen können Softwaremaßnahmen den
benötigten diagnostischen Deckungsgrad nicht in der gegebenen
Prozess-Sicherheitszeit darstellen - eine einmalige Überprüfung der
Variablen pro Zeitscheibe ist zwar möglich (um die Unabhängigkeit
zwischen Software-Partitionen zu gewährleisten), eine Überprüfung bei
jedem Zugriff (die für einen hohen DC notwendig wäre) oder eine
komplett-redundante Berechnung jedoch nicht. Und die an sich
angesprochenen periodischen Selbstteste sind ebenfalls nicht mit der
notwendigen Frequenz (alle Teste müssten innerhalb der kürzesten
Prozess-Sicherheitszeit ggf. mehrfach ablaufen) implementierbar.
Auch ist mir keine SIL3 / ASIL C-D-Anwendung bekannt, bei der der
Prozessor nicht ECC-geschützten Speicher hätte. Häufig werden dann noch
Selbstteste zusätzlich implementiert, um die Latentfehlerrate zu
reduzieren, da die ECC-Unit in der Regel erst bei Zugriff einen Fehler
meldet. Als alleinige Maßnahme hingegen würde kein mir bekannter OEM
(und das sind über ein Duzend) dies für ASIL C oder D akzeptieren.
Schöne Grüße,
Martin
Martin L. schrieb:> - warum muss hier eigentlich immer einer beleidigend werden ? -
Warum fühlt sich eigentlich immer jemand beleidigt, obwohl weit und
breit keine Beleidigung zu sehen ist?
> Egal: Ja, ich hätte es wohl genauer spezifizieren müssen: Bei meinen> (also Automotive) üblichen Anwendungen können Softwaremaßnahmen den
Das ist dann wohl der Knackpunkt.
> Auch ist mir keine SIL3 / ASIL C-D-Anwendung bekannt, bei der der> Prozessor nicht ECC-geschützten Speicher hätte. Häufig werden dann noch
Mir sind nur solche SIL3-Anwendungen bekannt.
Das ist allerdings Industrie- und Prozeßautomation.
Martin L. schrieb:> Egal: Ja, ich hätte es wohl genauer spezifizieren müssen: Bei meinen> (also Automotive) üblichen Anwendungen können Softwaremaßnahmen den> ....> meldet. Als alleinige Maßnahme hingegen würde kein mir bekannter OEM> (und das sind über ein Duzend) dies für ASIL C oder D akzeptieren.>> Schöne Grüße,> Martin
Danke für den Aufschluss.
Recht interessant, wieder was gelernt :)
rgds
Marcus H. schrieb:> @Zoe - da war der MaWin wieder schneller. :)> Es war noch nie so billig wie heute einen eigenen ASIC zu bauen. Das> haben wir schon im letzten Jahrtausend als Diplomarbeiten vergeben. Als> Designtool gab's damals ein aufgebohrtes TARGET. *würg*
Ich weiß nicht wo meine Antwort von vor dem Mittagessen hier ist, aber
egal.
Es geht ja hier nicht darum, irgendein ASIC zu bauen, sondern eines in
einer strahlungstoleranten Ausführung und meist auch in einer Größe und
Komplexität, die man eben nicht in einem FPGA unterbringt. Da gibt und
gab es nun mal nicht so arg viele Hersteller / Foundries und deren
Preise sind ordentlich, nicht zuletzt deswegen hatte die ESA auch das
Prinzip des Multi-Project-Wafers verfolgt.
Einen commercial naked die mit einem Hi-Rel strahlungstolerantem
Komplettchip zu vergleichen hinkt etwas.
Zoe
Hi Zoe, dann lass Dir Suchen helfen:
Anja zoe Christen schrieb:> Einen ASIC zu bauen kann sich doch heute eh kaum noch einer leisten. Da> sind FPGAs deutlich preiswerter. Man muß halt mit der geringeren> Integrationsdichte und Geschwindigkeit auskommen.>> Zoe
Deine Aussage war recht pauschal, darauf war auch meine Antwort
abgestimmt. :)
Ich denke, wir sammeln hier doch schon einige recht interessante Ansätze
zu dem Thema, aus denen man sich für die jeweilige konkrete Anwendung
was zusammensuchen kann.
Primäre Entscheidungsparameter sind wohl:
Dosis, Lebensdauer, Anwendung, Budget.
Cheerio,
Marcus
P.S.:
Der Auftraggeber darf sich zwei dieser drei Punkte aussuchen:
"pünktlich", "funktioniert", "billig".
Meine Kunden wählen meistens zweimal "billig".
Marcus H. schrieb:> Deine Aussage war recht pauschal, darauf war auch meine Antwort> abgestimmt. :)
Klar, dafür haben wir ja im Threadtitel den Rahmen gesetzt :-)
> Ich denke, wir sammeln hier doch schon einige recht interessante Ansätze> zu dem Thema
Auf jeden Fall. Mein Eindruck ist jedoch irgendwie, je mehr im
kommerziellen Bereich geht, desto weniger geht im HiRel (insbes.
Raumfahrt). Aber I might well be mistaken.
> Der Auftraggeber darf sich zwei dieser drei Punkte aussuchen:> "pünktlich", "funktioniert", "billig".>> Meine Kunden wählen meistens zweimal "billig".
:-)
Das ist ja immerhin noch besser als dreimal "pünktlich", vor allem, wenn
die endgültige Spec erheblich verspätet kommt oder sich - noch besser -
nach dem logic review nochmal wesentlich ändert.
Zoe
Gustav schrieb:> Martin L. schrieb:>> - warum muss hier eigentlich immer einer beleidigend werden ? ->> Warum fühlt sich eigentlich immer jemand beleidigt, obwohl weit und> breit keine Beleidigung zu sehen ist?
Naja, vermutlich, weil man sich im realen Leben schon Beleidigt fühlt,
wenn jemand eine eigene Aussage als "Blödsinn" bezeichnet (man hätte ja
auch sagen können: "Kenne ich anders"...)
> Mir sind nur solche SIL3-Anwendungen bekannt.>> Das ist allerdings Industrie- und Prozeßautomation.
Interessant; über welche Prozess-Sicherheitszeiten und welche
Komplexität (Anzahl abzusichernder Gefahren) reden wir dann? Bei mir
geht es runter bis 50 ms (20ms in Spezialfällen) bei 10 bis 15
abzusichernden Gefährdungen (jede mit 6 bis 10 auszuwertenden
Eingangssignalen und dazugehörender Situationserkennung). Dazu kommt
dann die Eigenabsicherung des Rechners (Instruction Test, AD-Check,...)
Das ganze dann neben der eigentlichen Funktionalität. Und um den Bogen
zum eigentlichen Thema zu schlagen: Ähnliche Komplexität würde ich auch
in einer Raketen/Satellitensteuerung erwarten.
Hinzu kommt dann natürlich, dass die IEC61508 auf wenige Einzelstücke
ausgelegt ist, während die ISO26262 auf Millionenstückzahlen
spezialisiert ist. Entsprechend lassen sich die Auswirkungen von
Soft-Errors in Industrieanlagen natürlich deutlich weniger häufig
beobachten als im Automotive-Bereich. Dafür können die Auswirkungen
allerdings erheblich größer sein - insofern entspricht die
Raumfahrtapplikation hier mehr der Industrieapplikation.
Schöne Grüße,
Martin