Ich kenne einen Schlossermeister, der im wesentlichen alleine arbeitet, aber saubere Arbeit macht. Ihn habe ich angesprochen, da ich eine kirchliche Einrichtung kenne, die eine Spezialanfertigung aus Alu (Haltegestell mit Rädern und Feststellschraubenk, Tragkraft ca. 100 kg, Abmessungen auf Anfrage) benötigt. Er hörte sich die Sache kurz an, winkte dann aber ab, weil er nicht CE-zertifiziert ist und sich so eine Zertifizierung für kleine Firmen nicht lohne und öffentliche Auftraggeber wohl nur solche CE-Firmen beautragen dürfen. Find ich jetzt schade, aber hier die Frage: Gibts hier Erfahrungen mit dieser CE-Zertifizierung und ob man das wirklich für Projekte der öfffentlichen Hand braucht (falls Kirche so was wie öffentlich ist). Und: Warum braucht ein privater Auftraggeber keine Firma, die CE-zertifieirt ist?
Guido C. schrieb: > Hallo, > > den Beitrag "Berufsverbot durch neue Norm" kennst Du? > > Mit freundlichen Grüßen > Guido Ich hatte den Beitrag in Erinnerung, konnte ihn jedoch nicht wiederfinden. Danke für den Link. Was mich allerdings wundert ist, dass uns der Schlosser eine sehr pfiffige Tiefgaragen-Notausgangstreppen-Überdachung aus Alu und Glas gefertigt hat (run 10k€) und hier von CE nie die Rede war...
Gajk schrob: >Was mich allerdings wundert ist, dass uns der Schlosser eine sehr >pfiffige Tiefgaragen-Notausgangstreppen-Überdachung aus Alu und Glas >gefertigt hat (run 10k€) und hier von CE nie die Rede war... Vielleicht hat ihn die kirchliche Einrichtung aus dem 1. Beitrag schon einmal abfahren lassen und Du weißt davon Nichts. Dann wird er vielleicht deshalb auf den Auftrag verzichten. MfG Paul
J. Ad. schrieb: > weil er nicht CE-zertifiziert ist Echt ? Der Schlosser trägt kein CE Zeichen ? Von wem wurde er denn in Deutschland in Verkehr gebracht, von seinen Eltern ? Und welche Richtlinien wären für ihn anzuwenden, Maschinenrichtlinie oder Spielzeug für Frauen ? Du kannst deinem Schlosser ruhig sagen, daß er gar kein CE Zeichen tragen muss, er wurde bestimmt vor Gültigkeit der Verordnung hergestellt und in Verkehr gebracht. Auch für das, was der Schlosser herstellt, gilt: Einzelstücke in Kundenauftrag müssen eh kein CE Zeichen tragen. Zertifiziert wird hier gar nichts, er selbst bestätigt bloss, daß sein Gewerk nach den Regeln der Kunst hergestellt wurde. Da er Schlossermeister ist, ist das quasi implizit erledigt. Es gibt auch keine Messungen die er machen (lassen) muss, beispielsweise wegen EMV. Alles, was er liefern muss, ist eine ausreichend Materialstärke und fachgerechte Schweissnähte ohne scharfen Ecken. Dein Schlosser will einfach nichts für die Kirche anfertigen, warum auch immer, schlechte Bezahlung oder falscher Glauben. Mit CE hat es jedenfalls nichts zu tun. Es ist Unsinn, hier etwas der CE Regelung in die Schuhe zu schieben.
Michael Bertrandt schrieb: > Einzelstücke in Kundenauftrag müssen eh kein CE Zeichen tragen. > > Zertifiziert wird hier gar nichts, er selbst bestätigt bloss, daß sein > Gewerk nach den Regeln der Kunst hergestellt wurde. Da er > Schlossermeister ist, ist das quasi implizit erledigt. Es gibt auch > keine Messungen die er machen (lassen) muss, beispielsweise wegen EMV. > Alles, was er liefern muss, ist eine ausreichend Materialstärke und > fachgerechte Schweissnähte ohne scharfen Ecken. Danke für den Hinweis. Es würde um einen Transporwagen gehen auf dem ein Teleskop montiert ist. Mit 1m x 1,5 m wäre der Wagen sicherlich groß genug. Was wichtig ist, sind große Rollen, weil auch mal eine Stufe überwunden werden soll. Tja, und weil das Teleskop auf einem Bollerwagen nicht gut steht, sollte neben jeder Rolle eine Gewindestange mit Plattfuß sein, die man so weit runterdrehen kann, dass der Wagen statt auf dem Rad auf dem Plattfuß steht. Ja, und auf dem Wagen sollte ein Gestell sein (fest verbunden mit der Basis), welches eine Arbeitshöhe von ca. 80 cm erlaubt. Also nix EMV oder Elektrik oder sonst etwas. > Dein Schlosser will einfach nichts für die Kirche anfertigen, warum auch > immer, schlechte Bezahlung oder falscher Glauben. Mit CE hat es > jedenfalls nichts zu tun. Es ist Unsinn, hier etwas der CE Regelung in > die Schuhe zu schieben. Da denke ich mal drüber nach, da könnte was dran sein. Demnächst kommt er sowieso noch mal um im Tiefgaragenbereich was zu richten, da werde ich ihn einfach mal fragen.
Vielleicht hätte ja Bernd Funk Zeit und Lust sich deines Problems anzunehmen...?
J. Ad. schrieb: > Also nix EMV oder Elektrik oder sonst etwas. Das ist nur ein Aspekt des CE. Ein anderer ist die Sicherheit. Z.B. bei Kinderspielzeug, daß sich keine Teile lösen, die verschluckt werden könnten.
Michael Bertrandt schrieb: > J. Ad. schrieb: >> weil er nicht CE-zertifiziert ist > > Echt ? > > Der Schlosser trägt kein CE Zeichen ? > > Von wem wurde er denn in Deutschland in Verkehr gebracht, von seinen > Eltern ? > > Und welche Richtlinien wären für ihn anzuwenden, Maschinenrichtlinie > oder Spielzeug für Frauen ? > > Du kannst deinem Schlosser ruhig sagen, daß er gar kein CE Zeichen > tragen muss, er wurde bestimmt vor Gültigkeit der Verordnung hergestellt > und in Verkehr gebracht. > > Auch für das, was der Schlosser herstellt, gilt: > > Einzelstücke in Kundenauftrag müssen eh kein CE Zeichen tragen. > > Zertifiziert wird hier gar nichts, er selbst bestätigt bloss, daß sein > Gewerk nach den Regeln der Kunst hergestellt wurde. Da er > Schlossermeister ist, ist das quasi implizit erledigt. Es gibt auch > keine Messungen die er machen (lassen) muss, beispielsweise wegen EMV. > Alles, was er liefern muss, ist eine ausreichend Materialstärke und > fachgerechte Schweissnähte ohne scharfen Ecken. > > Dein Schlosser will einfach nichts für die Kirche anfertigen, warum auch > immer, schlechte Bezahlung oder falscher Glauben. Mit CE hat es > jedenfalls nichts zu tun. Es ist Unsinn, hier etwas der CE Regelung in > die Schuhe zu schieben. So einfach ist das nicht. Die Europanorm ( EN 1090 ) unterscheidet nach Gefahrklassen. Stufe 1 ist unproblematisch. Kerzenleuchter, Zeitschriftenständer oder ähnliche Teile ohne jedes Gefahrpotenzial. Dafür reicht der Schlossermeister noch. Stufe 2 sind Geländer, Treppen und ähnliche Konstruktionen. Hierfür muss der Betrieb zertifiziert werden, er muss einen Schweißfachmann haben, er muss doppelt soviele Bürokräfte einstellen, er muss ein Metallschildchen anschweißen, damit das CE- Zeichen Platz hat, usw. ( Oder 50 000,- Euro Bußgeld abkönnen ) Stufe 3 bedingt einen fest eingestellten Schweißfachingenieur. Dann kann man Stahlbrücken, Kraftwerke und Kirchturmgockel ( höher 30 Meter ) bauen. Dieser Wahnsinn kostet halt wirklich Geld, viele Kleinbetriebe machen lieber nix, als ein Bußgeld zu riskieren. Den Wagen für das Teleskop würde ich aber in Stufe 1 einordnen. Grüße Bernd
Bernd Funk schrieb: > Den Wagen für das Teleskop würde ich aber in Stufe 1 einordnen. > > Grüße Bernd Danke für deine Einschätzung. Ehrlich gesagt habe ich mir bei meinem Thread gedacht: "Mensch, im mc-Forum sind doch leute wie der Bernd, die eigentlich so etwas professionell herstellen. Gut, wir sitzen in München und du sitzt wohl eher in Norddeutschland. Dennoch, falls wir gar nicht weiterkommen schick ich dir mal ne PN mit Details. P.S. Aktuell steht das Teleskop auf einem wackeligen Dreibein mit Rollenfüßen. Die Achsen der Rollenfüße sind etwas schräg, so dass bei jeder Berührung des Teleskops alles wackelt wie ne Silikonbrust im 28.Semester. Vielleicht kann man das Gestell ja auch weiterverwenden und man brauch nur ne Stützfunktion für dies unsäglichen Rollenfüße. P.S. Um mit einem Teleskop arbeiten zu können, muss man es ja richtig ausrichten können. Die Position des Teleskops wird von einer Elektronik gesteueert, die das Teil entsprechend dee Erddrehung weiterbewegt. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Drehachsen exakt ausgerichtet sind. Dass die Steuerung nur bis zum ahr 1999 geht, wäre ein anderes Problem z. B. bei der Planetenbeobachtung. Bei Sternen dürfte es Wurscht sein. #
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