Forum: Offtopic Wie nennt sich dieses Werkzeug


von Mike M. (mikeii)


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Wenn Uhrmacher ein flaches Teil auf hochglanz polieren möchten, 
verwenden sie manchmal eine Art Feile (sieht so aus), welche jedoch ganz 
glatt ist.
Dort kommt eine Schleifpaste drauf und das Werkstück wird auf dem 
Werkzeug hin und her bewegt, und damit wird das Teil dann perfekt glatt 
und auf hochglanz geschliffen.

Wie heißt dieses Werkzeug? Bzw. sowas gibt es wohl auch in Form eines 
Blockes. Welches Metall ist das und gibt es noch andere Methoden um so 
ein Mirrorfinish zu erhalten?

von Rainer V. (rudi994)


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Z.B. Polierstahl. LG

von Bernd G. (Gast)


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Polierfeile

von Mike M. (mikeii)


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Die beiden Begriffe hatte ich auch gefunden, aber das ist anscheinend 
nicht das richtige, bzw. ich finde das nicht zum kaufen. Polierstahl nur 
in runder Form zum Polieren von Kanten, etc.
Aber ich suche wirklich etwas um größere Teile schön flach und glänzend 
zu bekommen.

von Torsten K. (Gast)


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Ich bin jetzt kein gelernter Uhrmacher habe aber mal Feinmechanik 
gelernt und das gibt es die spanende Verfahren Läppen oder Honen.

Dies kann sowohl maschinell als auch manuell mit Hilfe eines sogenannten 
Läppsteins oder einer Läppscheibe vorgenommen werden.

Ist es eventuell das was Du suchst ?

Gruß TOKABLN

von Mike M. (mikeii)


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JA genau! Läppen ist das! Danke dir!

von Mike M. (mikeii)


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Da scheint das Forum einen Hänger gehabt zu haben, hatte auch gerade in 
dem Moment Probleme zu Posten.

von Mike M. (mikeii)


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Hier habe ich noch etwas:

http://www.deutsche-uhrmacher.de/category/uhren-2/tutima/page/2/

zweit letztes Bild.
Dort wird eine Zinnplatte verwendet. Das ist doch eigentlich dann 
läppen, oder?

von Mike M. (mikeii)


Angehängte Dateien:

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Hier mal kurz das bisherige Ergebnis vom Nass Schleifen und Polieren mit 
Baumwolle (Das Uhrwerk ist übrigends ein kaputtes von Ebay zum Üben, 
dort fehlen ein paar Lagersteine und ein paar Zahnräder haben ein paar 
Zähne zu wenig).
Man sieht besonders oben rechts, dass das Metallteil "Dellen" hat.
Auch die große Mutter in der Mitte ist nicht makellos. Ich würde das 
Metallteil gerne so bearbeiten wollen, dass es wie ein Spiegel wirkt.

von Harald W. (wilhelms)


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Mike Mike schrieb:

> Ich würde das
> Metallteil gerne so bearbeiten wollen, dass es wie ein Spiegel wirkt.

Als erstes musst Du Dir überlegen, ob Du polieren oder schleifen willst.
Polieren ist eine Bearbeitung, die allein dem schönen Aussehen dient.
Schleifen dagegen ist eine Feinbearbeitung, die eine ebene Oberfläche
erzeugt. Jenachdem mit einer Genauigkeit bis unter ein Mikrometer.
Dazu brauchst Du aber typisch eine Schleifmaschine. Polieren erzeugt
dagegen eine ziemlich wellige Oberfläche, die als Spiegel nicht
geeignet ist.
Gruss
Harald

von Mike M. (mikeii)


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Also muss immer feiner geschliffen werden um die Oberfläche gerade zu 
bekommen und auch gerade zu halten. Aber mit was schleift man? So feines 
Schleifpapier gibts doch nicht, oder?

von Harald W. (wilhelms)


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Mike Mike schrieb:

> Also muss immer feiner geschliffen werden um die Oberfläche gerade zu
> bekommen und auch gerade zu halten. Aber mit was schleift man? So feines
> Schleifpapier gibts doch nicht, oder?

Mit einer Schleifscheibe in einer Schleifmaschine.

von Torsten K. (Gast)


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Also Läppen sorgt zum einen für eine sehr sehr ebene Oberfläche und ggf. 
je nach Material auch für Glanz, da es ein (schleifendes) spanendes 
Verfahren ist. Such mal im Internet nach Läppen, da finden sich genügend 
Einträge die Dir das Thema näher bringen.

Eine Zinnplatte wird das nicht leisten... den das Gegenstück zu Deinem 
Werkstück muss entsprechend hart sein um nicht gleich mitbearbeitet zu 
werden.

Wir haben damals in der Ausbildung Haarwinkeln den letzten Schliff sowie 
die notwendige Genauigkeit gegeben. Ich kann mich noch gut dran 
erinnern, das wir das von Hand machen mussten... und zur Überprüfung 
wurde eine plan geschliffene Linse auf das Werkstück gelegt... und wenn 
da sogenannte Newtonsche Ringe oder Farben zu sehen waren, war das 
Werkstück noch nicht eben. Darüber findest Du auch einiges im Internet.

Insgesamt war das eine Schweinearbeit :-)

von Karl H. (kbuchegg)


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Mike Mike schrieb:
> Also muss immer feiner geschliffen werden um die Oberfläche gerade zu
> bekommen und auch gerade zu halten. Aber mit was schleift man? So feines
> Schleifpapier gibts doch nicht, oder?

Dann sieh dich mal um, bis zu welchen Körnugsgraden es noch 
Schleifpapier gibt.
Aber so wie die Bleche jetzt aussehen, wirst du da sowieso erst mal mit 
einer groben Körnung anfangen müssen. Jede höhere Körnung dient dann nur 
noch dazu, die Kratzer der vorhergehenden Körnung zu entfernen, und 
seinerseits wieder feinere Schleifspuren zu hinterlassen, die mit der 
nächst höheren Körnung entfernt werden. So lange bis man fein genug ist, 
dass man mit Polieren beginnt.

Du kannst natürlich auch gleich mit der Politur anfangen, nur solltest 
du dann noch nicht allzu alt sein, denn sonst erlebst du die 
Fertigstellung nicht mehr.

von Michael B. (alter_mann)


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Und wenn die immer feinere Körnung das Schmirgelpapiers zu Ende ist, 
gibt es noch Schleifpaste.

von Bernd F. (metallfunk)


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Da blutet dem Uhrensammler das Herz.

Hier auch so ein Beispiel: Ein hochwertiges Werk wurde abgeschliffen.

http://www.ebay.fr/itm/Rare-Montre-ancienne-gousset-CHRONOMETRE-Echappemment-a-Detente-en-ARGENT-1850-/381007850743?pt=LH_DefaultDomain_71&hash=item58b5d66cf7

Resultat: Das Ding ist in den Augen des Profis nichts mehr wert.

Aber mal unabhängig davon, das solche Schleifereien nichts
an einem Uhrwerk verloren haben, natürlich kann man von
Hand perfekte ebene Flächen herstellen.

Feinstes Schleifpapier ( K 2000 oder feiner ) wird auf
eine Glasplatte gelegt. Dann werden die Teile über die Platte
bewegt( Nassschliff ). Die Kunst ist, nicht zu kippeln.

Zur Politur: feinste Diamantpaste auf einem Stück Kupferblech
und weiterreiben.

Grüße Bernd

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Bernd Funk schrieb:
> Resultat: Das Ding ist in den Augen des Profis nichts mehr wert.

Noch besser wäre es allerdings, wenn das Werk nach dem "Werk" des 
vermeintlichen "Restaurateurs" noch mit Klarlack ver"edelt" worden wäre.

von Timm T. (Gast)


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Mike Mike schrieb:
> So feines
> Schleifpapier gibts doch nicht, oder?

Im Hornbach hab ich letztens Schleifpapier in etwa A4-Größe geholt: 600, 
800, 1000, 1200, 1600, 2000

Immer schön nacheinander einsetzen, immer schön zwischendurch 
saubermachen, damit keine großen Körner auf die feinere Körnung 
gelangen.

Was willst Du da eigentlich glatt haben? Das sind unterschiedliche 
Materialien, die tragen sich auch unterschiedlich ab.

In Epoxy vergießen, dann kannst Du das als Block schleifen. Wird aber 
auch - weil unterschiedlich hart - nie ganz eben.

von Mike M. (mikeii)


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Bernd Funk schrieb:
> Da blutet dem Uhrensammler das Herz.

Ganz locker bleiben, es handelt sich hier um eine billige Kopie, davon 
gibts hunderte bei eBay für ein Spott Preis

Ich werde dann mal sehen, dass ich feineres Schleifpapier her bekomme. 
Danke für die Tipps bisher.

von Torsten K. (Gast)


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...und Klarlack hat mit Sicherheit nichts in einer mechanischen Uhr / 
Taschenuhr zu suchen... den gab es nämlich früher auch nicht... und der 
macht das Ganze nur noch schlimmer... also Finger weg von solchen Dingen

von Peter R. (pnu)


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Grundprinzip beim  Polieren ist, dass das Polierwerkzeug weicher ist als 
das Werkstück. Die harten Polierteilchen lagern sich im Werkzeug ein und 
bilden sozusagen mikroskopische Schaber. Gerade bei den sehr harten 
Metalloxiden oder Diamantstaub besteht nur so die Möglichkeit die 
Teilchen im Werkzeug einzubetten.

Damit entscheidet sich auch, welches Teil (Werkstück oder 
Werkzeug)abgetragen wird. Die sehr harten Körner haften im weichen 
Werkzeug und tragen das Material des harten Werkstücks ab.

Man kann daher weiches Leder mit Chromoxidpaste zum "abziehen" eines aus 
gehärtetem Stahl bestehenden Rasiermessers einsetzen.

Verbunden damit ist aber, dass beim Polieren Kanten und andre 
Abweichungen von einer ebenen Fläche gerundet werden. So erschreckend 
wie beim oberen Bild an der Uhr kann das Resultat besonders beim 
maschinellen Polieren werden, wenn man keine Kontrolle über den 
Fortschritt der Arbeit hat.

In Kreisen von Uhrenfreunden ist eine durch Polieren verrundete Kante 
ein absolutes Pfui.

Schleifpapier geht auch nicht, das rundet Kanten auch ab, wenn es nicht 
durch ein genau passende Unterlage geführt wird.

Ein Holzstab, Zinn oder Kupfer (beim "Schleifen von Diamanten mit 
Diamantstaub) verhindert weitgehend das Rundpolieren der Kanten.

Ein besondres Pfui bei Uhren ist, dass die Gefahr besteht, dass 
Polierstaub in die Lager kommt und dort die Zapfen oder die Lagersteine 
mit der Zeit wegpoliert. Anschließendes sorfältiges Reinigen ist 
einMuss.

von Bernd F. (metallfunk)


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Mike Mike schrieb:
> Bernd Funk schrieb:
>> Da blutet dem Uhrensammler das Herz.
>
> Ganz locker bleiben, es handelt sich hier um eine billige Kopie, davon
> gibts hunderte bei eBay für ein Spott Preis
>
> Ich werde dann mal sehen, dass ich feineres Schleifpapier her bekomme.
> Danke für die Tipps bisher.


Ein in großen Stückzahlen gebautes Werk ist nicht automatisch
wertlos.

Hier handelt es sich wahrscheinlich um ein Werk ( Rohwerk )
von Fhf.


http://watch-wiki.org/index.php?title=Fabrique_d'Horlogerie_de_Fontainemelon


Die Teile wurden wirklich in einhundert- tausend Chargen produziert.
Aber, die Rohwerke gingen danach zu kleinen Firmen und wurden
fertig gemacht.

Da gab es dann gewaltige Unterschiede, von der Billiguhr,
( relativ zum Einkommen, nicht vergleichbar mit heutigen Billiguhren)
bis zur Luxusuhr konnte da noch alles draus werden.

Grüße Bernd

von Mike M. (mikeii)


Angehängte Dateien:

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Dennoch ist es zu aufwändig dieses Werk zu reparieren. Es stammt von 
jemand, der mehrere Werke nur in eine Kiste geschmissen hat, um sie 
auszuschlachten. Ich teste an dem Werk nur ein paar Sachen, die ich an 
selbst gefertigten Teilen noch nicht machen möchte, weil gewisse Teile 
sehr aufwendig zum Herstellern sind. Wie gesagt, es fehlen Lagersteine, 
Zähne, ein paar Zahnräder und der Zapfen des Ankerrades ist wohl unten 
abgebrochen. Das Werk zu reparieren lohnt nicht, da gibt es andere.

Aber zurück zum Thema, habe jetzt mit einem Schleifblock gearbeitet und 
bis 5000 Nass geschliffen und dann mit Hand poliert. So wird das schon 
eher was. Sind zwar noch kleine Riefen drin, aber wenn ich das noch mit 
10000 Schleife, dann sind die auch weg. Jedenfalls ist die Oberfläche 
jetz so plan wie ich es möchte.

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