Wenn Uhrmacher ein flaches Teil auf hochglanz polieren möchten, verwenden sie manchmal eine Art Feile (sieht so aus), welche jedoch ganz glatt ist. Dort kommt eine Schleifpaste drauf und das Werkstück wird auf dem Werkzeug hin und her bewegt, und damit wird das Teil dann perfekt glatt und auf hochglanz geschliffen. Wie heißt dieses Werkzeug? Bzw. sowas gibt es wohl auch in Form eines Blockes. Welches Metall ist das und gibt es noch andere Methoden um so ein Mirrorfinish zu erhalten?
Die beiden Begriffe hatte ich auch gefunden, aber das ist anscheinend nicht das richtige, bzw. ich finde das nicht zum kaufen. Polierstahl nur in runder Form zum Polieren von Kanten, etc. Aber ich suche wirklich etwas um größere Teile schön flach und glänzend zu bekommen.
Ich bin jetzt kein gelernter Uhrmacher habe aber mal Feinmechanik gelernt und das gibt es die spanende Verfahren Läppen oder Honen. Dies kann sowohl maschinell als auch manuell mit Hilfe eines sogenannten Läppsteins oder einer Läppscheibe vorgenommen werden. Ist es eventuell das was Du suchst ? Gruß TOKABLN
Da scheint das Forum einen Hänger gehabt zu haben, hatte auch gerade in dem Moment Probleme zu Posten.
Hier habe ich noch etwas: http://www.deutsche-uhrmacher.de/category/uhren-2/tutima/page/2/ zweit letztes Bild. Dort wird eine Zinnplatte verwendet. Das ist doch eigentlich dann läppen, oder?
Hier mal kurz das bisherige Ergebnis vom Nass Schleifen und Polieren mit Baumwolle (Das Uhrwerk ist übrigends ein kaputtes von Ebay zum Üben, dort fehlen ein paar Lagersteine und ein paar Zahnräder haben ein paar Zähne zu wenig). Man sieht besonders oben rechts, dass das Metallteil "Dellen" hat. Auch die große Mutter in der Mitte ist nicht makellos. Ich würde das Metallteil gerne so bearbeiten wollen, dass es wie ein Spiegel wirkt.
Mike Mike schrieb: > Ich würde das > Metallteil gerne so bearbeiten wollen, dass es wie ein Spiegel wirkt. Als erstes musst Du Dir überlegen, ob Du polieren oder schleifen willst. Polieren ist eine Bearbeitung, die allein dem schönen Aussehen dient. Schleifen dagegen ist eine Feinbearbeitung, die eine ebene Oberfläche erzeugt. Jenachdem mit einer Genauigkeit bis unter ein Mikrometer. Dazu brauchst Du aber typisch eine Schleifmaschine. Polieren erzeugt dagegen eine ziemlich wellige Oberfläche, die als Spiegel nicht geeignet ist. Gruss Harald
Also muss immer feiner geschliffen werden um die Oberfläche gerade zu bekommen und auch gerade zu halten. Aber mit was schleift man? So feines Schleifpapier gibts doch nicht, oder?
Mike Mike schrieb: > Also muss immer feiner geschliffen werden um die Oberfläche gerade zu > bekommen und auch gerade zu halten. Aber mit was schleift man? So feines > Schleifpapier gibts doch nicht, oder? Mit einer Schleifscheibe in einer Schleifmaschine.
Also Läppen sorgt zum einen für eine sehr sehr ebene Oberfläche und ggf. je nach Material auch für Glanz, da es ein (schleifendes) spanendes Verfahren ist. Such mal im Internet nach Läppen, da finden sich genügend Einträge die Dir das Thema näher bringen. Eine Zinnplatte wird das nicht leisten... den das Gegenstück zu Deinem Werkstück muss entsprechend hart sein um nicht gleich mitbearbeitet zu werden. Wir haben damals in der Ausbildung Haarwinkeln den letzten Schliff sowie die notwendige Genauigkeit gegeben. Ich kann mich noch gut dran erinnern, das wir das von Hand machen mussten... und zur Überprüfung wurde eine plan geschliffene Linse auf das Werkstück gelegt... und wenn da sogenannte Newtonsche Ringe oder Farben zu sehen waren, war das Werkstück noch nicht eben. Darüber findest Du auch einiges im Internet. Insgesamt war das eine Schweinearbeit :-)
Mike Mike schrieb: > Also muss immer feiner geschliffen werden um die Oberfläche gerade zu > bekommen und auch gerade zu halten. Aber mit was schleift man? So feines > Schleifpapier gibts doch nicht, oder? Dann sieh dich mal um, bis zu welchen Körnugsgraden es noch Schleifpapier gibt. Aber so wie die Bleche jetzt aussehen, wirst du da sowieso erst mal mit einer groben Körnung anfangen müssen. Jede höhere Körnung dient dann nur noch dazu, die Kratzer der vorhergehenden Körnung zu entfernen, und seinerseits wieder feinere Schleifspuren zu hinterlassen, die mit der nächst höheren Körnung entfernt werden. So lange bis man fein genug ist, dass man mit Polieren beginnt. Du kannst natürlich auch gleich mit der Politur anfangen, nur solltest du dann noch nicht allzu alt sein, denn sonst erlebst du die Fertigstellung nicht mehr.
Und wenn die immer feinere Körnung das Schmirgelpapiers zu Ende ist, gibt es noch Schleifpaste.
Da blutet dem Uhrensammler das Herz. Hier auch so ein Beispiel: Ein hochwertiges Werk wurde abgeschliffen. http://www.ebay.fr/itm/Rare-Montre-ancienne-gousset-CHRONOMETRE-Echappemment-a-Detente-en-ARGENT-1850-/381007850743?pt=LH_DefaultDomain_71&hash=item58b5d66cf7 Resultat: Das Ding ist in den Augen des Profis nichts mehr wert. Aber mal unabhängig davon, das solche Schleifereien nichts an einem Uhrwerk verloren haben, natürlich kann man von Hand perfekte ebene Flächen herstellen. Feinstes Schleifpapier ( K 2000 oder feiner ) wird auf eine Glasplatte gelegt. Dann werden die Teile über die Platte bewegt( Nassschliff ). Die Kunst ist, nicht zu kippeln. Zur Politur: feinste Diamantpaste auf einem Stück Kupferblech und weiterreiben. Grüße Bernd
Bernd Funk schrieb: > Resultat: Das Ding ist in den Augen des Profis nichts mehr wert. Noch besser wäre es allerdings, wenn das Werk nach dem "Werk" des vermeintlichen "Restaurateurs" noch mit Klarlack ver"edelt" worden wäre.
Mike Mike schrieb: > So feines > Schleifpapier gibts doch nicht, oder? Im Hornbach hab ich letztens Schleifpapier in etwa A4-Größe geholt: 600, 800, 1000, 1200, 1600, 2000 Immer schön nacheinander einsetzen, immer schön zwischendurch saubermachen, damit keine großen Körner auf die feinere Körnung gelangen. Was willst Du da eigentlich glatt haben? Das sind unterschiedliche Materialien, die tragen sich auch unterschiedlich ab. In Epoxy vergießen, dann kannst Du das als Block schleifen. Wird aber auch - weil unterschiedlich hart - nie ganz eben.
Bernd Funk schrieb: > Da blutet dem Uhrensammler das Herz. Ganz locker bleiben, es handelt sich hier um eine billige Kopie, davon gibts hunderte bei eBay für ein Spott Preis Ich werde dann mal sehen, dass ich feineres Schleifpapier her bekomme. Danke für die Tipps bisher.
...und Klarlack hat mit Sicherheit nichts in einer mechanischen Uhr / Taschenuhr zu suchen... den gab es nämlich früher auch nicht... und der macht das Ganze nur noch schlimmer... also Finger weg von solchen Dingen
Grundprinzip beim Polieren ist, dass das Polierwerkzeug weicher ist als das Werkstück. Die harten Polierteilchen lagern sich im Werkzeug ein und bilden sozusagen mikroskopische Schaber. Gerade bei den sehr harten Metalloxiden oder Diamantstaub besteht nur so die Möglichkeit die Teilchen im Werkzeug einzubetten. Damit entscheidet sich auch, welches Teil (Werkstück oder Werkzeug)abgetragen wird. Die sehr harten Körner haften im weichen Werkzeug und tragen das Material des harten Werkstücks ab. Man kann daher weiches Leder mit Chromoxidpaste zum "abziehen" eines aus gehärtetem Stahl bestehenden Rasiermessers einsetzen. Verbunden damit ist aber, dass beim Polieren Kanten und andre Abweichungen von einer ebenen Fläche gerundet werden. So erschreckend wie beim oberen Bild an der Uhr kann das Resultat besonders beim maschinellen Polieren werden, wenn man keine Kontrolle über den Fortschritt der Arbeit hat. In Kreisen von Uhrenfreunden ist eine durch Polieren verrundete Kante ein absolutes Pfui. Schleifpapier geht auch nicht, das rundet Kanten auch ab, wenn es nicht durch ein genau passende Unterlage geführt wird. Ein Holzstab, Zinn oder Kupfer (beim "Schleifen von Diamanten mit Diamantstaub) verhindert weitgehend das Rundpolieren der Kanten. Ein besondres Pfui bei Uhren ist, dass die Gefahr besteht, dass Polierstaub in die Lager kommt und dort die Zapfen oder die Lagersteine mit der Zeit wegpoliert. Anschließendes sorfältiges Reinigen ist einMuss.
Mike Mike schrieb: > Bernd Funk schrieb: >> Da blutet dem Uhrensammler das Herz. > > Ganz locker bleiben, es handelt sich hier um eine billige Kopie, davon > gibts hunderte bei eBay für ein Spott Preis > > Ich werde dann mal sehen, dass ich feineres Schleifpapier her bekomme. > Danke für die Tipps bisher. Ein in großen Stückzahlen gebautes Werk ist nicht automatisch wertlos. Hier handelt es sich wahrscheinlich um ein Werk ( Rohwerk ) von Fhf. http://watch-wiki.org/index.php?title=Fabrique_d'Horlogerie_de_Fontainemelon Die Teile wurden wirklich in einhundert- tausend Chargen produziert. Aber, die Rohwerke gingen danach zu kleinen Firmen und wurden fertig gemacht. Da gab es dann gewaltige Unterschiede, von der Billiguhr, ( relativ zum Einkommen, nicht vergleichbar mit heutigen Billiguhren) bis zur Luxusuhr konnte da noch alles draus werden. Grüße Bernd
Dennoch ist es zu aufwändig dieses Werk zu reparieren. Es stammt von jemand, der mehrere Werke nur in eine Kiste geschmissen hat, um sie auszuschlachten. Ich teste an dem Werk nur ein paar Sachen, die ich an selbst gefertigten Teilen noch nicht machen möchte, weil gewisse Teile sehr aufwendig zum Herstellern sind. Wie gesagt, es fehlen Lagersteine, Zähne, ein paar Zahnräder und der Zapfen des Ankerrades ist wohl unten abgebrochen. Das Werk zu reparieren lohnt nicht, da gibt es andere. Aber zurück zum Thema, habe jetzt mit einem Schleifblock gearbeitet und bis 5000 Nass geschliffen und dann mit Hand poliert. So wird das schon eher was. Sind zwar noch kleine Riefen drin, aber wenn ich das noch mit 10000 Schleife, dann sind die auch weg. Jedenfalls ist die Oberfläche jetz so plan wie ich es möchte.
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