Hey ihr,
für ein Projekt im Theaterbereich benötigen wir für eine große Analoguhr
(mind. 1m x 1m) ein Uhrwerk, welches irgendwie ansteuerbar ist. Wir
hätten es gerne so, dass jede Minute jeder Stunde ansteuerbar ist, da in
unserem neuen Stück aus jeder Stunde nur ein paar Minuten gezeigt
werden, und das damit verdeutlicht werden soll. Falls es eine solche
Schaltung nicht gibt, werde ich mal eine Funkwanduhr auseinanderbauen,
und versuchen, mich irgendwie einzuklinken.
VG
domdom schrieb:
>Wir hätten es gerne so, dass jede Minute jeder Stunde ansteuerbar ist,
Mit Schrittmotore kann man das leicht realisieren.
Jeder Zeiger bekommt seinen eigenen Schrittmotor.
domdom schrieb:> Naja mit einem Schrittmotor kriegt man einen Zeiger bewegt, d.h. mit> Uhrwerk meinte ich schon Uhrwerk. Ansteuerung über irgendein digitales> Interface.
dich würde den Schrittmotor auf das vorhanden Uhrenwerk setzen. damit
sollte die Stunde/Minutezeiger - Verbindung noch funktionieren.
Der Schrittmotor ist schon die richtige Idee.
Ein "normales" Uhrwerk irgendwie zu modifizieren ist tausendmal
aufwendiger als mit einem beliebigen 0815 µC (Falls du Null Ahnung hast
wäre der Arduino ne Idee wert, der ist etwa das Äquivalent einer
Babyrassel) mit zwei Schrittmotoren (+Treiber, gibts fertig in der
Bucht) die Uhr zu machen.
Nachdem das nur als Requisit dienen muss ist es auch egal wenn es um ein
paar Prozent falsch geht und die Batterie nur ein paar Stunden hält.
Ein Uhrwerk entsprechend zu modifizieren ist dagegen ein irrer Aufwand
(weil die Dinger laufen normal nur vorwärts und du wirst nicht warten
wollen bis der Stunden-Zeiger einmal rum ist).
Die Idee mit dem Funkwerk ist zwar erstmal garnicht so dumm. Blöd dabei
ist nur, dass die Dinger zum stromsparen nur ein-zwei mal pro Tag den
Empfänger anwerfen (und dann muss es immernoch rundrum laufen).
domdom schrieb:> Peter schrieb:>> ein Uhrwerk für eine Nebenuhr. gibt's bei ebay mit und ohne Uhr.>> Danke, genau das was ich suche!
Läuft halt auch nur vorwärts (zumindest die Standard-Dinger mit
Lavet-Motor).
Bleibt das Problem, dass die Uhr um von 1 Uhr auf 12 Uhr zu kommen
einmal fast komplett aussenrum muss. Selbst wenn man den Motor mit 100
Hz ansteuert (kann ich mir nich vorstellen, dass der für 1 Hz gemacht
Motor da mitkommt), dann dauert die besagte Umstellung immernoch fast 7
Minuten.
Wenn du in deinem Theaterstück natürlich immer nur ein paar Minuten
(oder vlt. eine Stunde) in die Zukunft gehst, dann hält sich die
Wartezeit in Grenzen. Wenn dein Stück aber jetzt z.B. einen 24h Tag auf
90 Minuten eindampft, dann verbringt die Zuschauer trotzdem ~15% der
Zeit damit auf die Uhr zu warten (ausgehend davon, dass ihr nicht
umräumen müsst).
Vor ca. 30 Jahren gab es fürs Kinderzimmer mechanische Pendeluhren mit
transparentem Gehäuse und bunten Plastikzahnrädern. Das Ziffernblatt
hatte ungefähr 30 cm Größe. Das wäre eine handliche Basis. Das Uhwerk so
modifizieren, das von der Minute auf die Stunde nicht mehr mit mech.
Untersetzung gearbeitet wird, sondern zwei Stepper, jeder mit einem
Zahnrad von einer anderen Seite eingekoppelt. Die dann an einen Arduino,
bei 12 Uhr villeicht noch eine Reflexlichtschranke hinter den Zeiger und
fertig. Nur habe ich diese Uhren schon ewig nicht mehr gesehen.
...die mech. Quarzuhren der 1. Generation hatten auch noch relativ
handliche Zahnräder. Selbiges Prinzip sollte dort auch funktionieren.
Gruß Gerald
Von jeder Stunde werden fünf Minuten gezeigt, dann soll mit
Übergangsmusik die Uhr auf die nächste Stunde gedreht werden. Wenn das
30sek bis 60sek dauert wäre das vollkommen ok. Deswegen reicht mir eine
reine Vorwärts-Bewegung.
Eine Nebenuhr in 60 s um eine Stunde weiterzuschalten könnte
klappen. Das wurde und wird auch noch bei Sommer-Winterzeit-
Umstellung so gemacht. Bei sehr großen Uhren sollte man
schauen, dass die Zeiger sich nach jedem Schritt wieder halbwegs
beruhigt haben, damit die Mechanik nicht überstrapaziert wird.
Dann braucht man vielleicht 120 s dafür.
Wenn du eine passende Nebenuhr gefunden hast, musst du noch
für die richtige Ansteuerung sorgen:
Jede Minute muss für etwa 0,1 Sekunde je nach Modell eine
Spannung von 6, 12, 24, 48, 60 Volt abwechselnd (!) mal positiv,
mal negativ an die Schrittspule gelegt werden.
Wenn 5 Minuten unter der Uhr gespielt wurde, kannst du das
Uhrwerk beschleunigt im 1..2-Sekunden-Takt mit 55 (abwechselnd
positiven/negativen) Pulsen auf die nächste Stunde stellen.
Ich denke man sollte auch mal darüber nachdenken, wie dauerhaft das sein
soll.
Denn wenn ihr eine Laienbühne seid, dann habt ihr vielleicht 5, maximal
10 Auftritte. Dafür dann eine Uhr bauen oder umbauen, bei dem dich der
ganze Umbau 100 oder 150 Euro kostet, ist ein wenig übers Ziel
hinausgeschossen. Es sei denn, euer Budget ist so gross.
Wenn ihr natürlich professionelles Theater mit 200 Auftritten pro Jahr
macht, sieht das anders aus.
Karl Heinz schrieb:> Denn wenn ihr eine Laienbühne seid
Uhren-Zifferblatt an die Rückseite der Bühne, Zeigerachsen durch die
Wand rausführen und von Hand drehen.
Georg
Georg schrieb:> Karl Heinz schrieb:>> Denn wenn ihr eine Laienbühne seid>> Uhren-Zifferblatt an die Rückseite der Bühne, Zeigerachsen durch die> Wand rausführen und von Hand drehen.
Ich habs mir nicht vorzuschlagen getraut :-)
Wobei man die Uhr auch mit Pappe simuliert aufbauen kann mit einfachen
Holzzeigern oder dergleichen. Wird das ordentlich lackiert, sieht man
aus 10 Meter Entfernung den Fake nicht mehr. Schreibt man dann noch groß
Rolex rein, hat man dann sogar noch einen Lacher.
Der arbeitstechnische Aufwand wird ziemlich derselbe sein. Die Kosten
sind allerdings nur ein Bruchteil.
Vielleicht findest Du irgendwo eine Nebenuhr, die man dann anpassen
könnte.
Normale Großuhren haben keinen "Rückwärtsgang". Ob eine volle 24
Stundenrunde, zusammen mit den zugehörigen Geräuschen, akzeptabel ist
hängt wohl vom "normalen" Umgebungsgeräusch ab.