Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Netzteilbau gewerblich, gesetzliche, fachliche Vorausetzung


von Thomas K. (tommyk)


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Hallo zusammen,

ich hoffe, dass ich hier nicht unbedingt im falschen Tread bin...

Kurz zum fachlichen, ich bin Industrieelektroniker, Berufserfahrung 25 
Jahre.
Ich weiß sehr gut wie ein Netzteil aufgebaut sein muß, wie die 
Schutzleiterverkabelung in einem Metallgehäuse aussehen muß.
Wärend meiner Arbeit führe ich ständig Sicherheitsmessungen durch.
Ableitströme, Schleifenwiderstand, Isolationsmessungen, FI-Messungen, 
doppelte Absicherung, doppelte Isolation usw....

Ich war früher bereits selbständig, ich weiß auch hier wie das 
funktioniert und was zu beachten ist.

Meine Frage nun, hat hier jemand einen Link oder einen Hinweis, wo ich 
die gesetzlichen Bestimmungen zu den beruflichen Voraussetzungen finde.
Meister, kein Meister, Techniker, kein Techniker.
Online bei den Kammern finde ich nichts.

Mein Vorhaben sind Festspannungsnetzteile im "Nebengewerbe".
230Volt rein und 9V raus.

Ich war früher schon einmal bei der Kammer vorstellig.
Dabei ging es aber um kleine Geräte im Musikerbereich.
Spannungsversorgung erfolgte über 9V Blockbatterie.
Ich hatte sogar ein Mustergerät dabei.
Ordentlich aufgebaut. Daran gab es von der Kammer nichts auszusetzen.
Im Gehäuse eine kleine Platine, fachmännisch hergestellt und eben eine 
9V Batterie. Etwas größer als eine Zigarettenschachtel.
Das waren Verzerrer, interessant für Leute die E-Gitarre spielen.
Solche Geräte können von Hobby Elektronikern leicht nachgebaut werden. 
Technisch ist das keine Herausforderung.
9V -> Keine Lebensgefahr, keine Teile die im Betrieb Hitze erzeugen. 
Solange man das Gerät nicht aufißt, besteht also keine Gefahr für Leib 
und Seele.

Was jetzt kommt, ist kein Witz!
Aussage des Ansprechpartners bei der Kammer, nachdem er in seinem 
dicken, schlauen Buch nachgesehen hat, hat er mir vorgelesen:
Wer elektronische Schaltungen entwirft und Kabel in einem Gehäuse 
verbaut, der fällt unter die Kategorie "Radio- Fernsehtechniker.
Fazit: Selbständigkeit als Radio- Fernsehtechniker geht nicht ohne 
Meister.
Kein Meister, also Gewerbe abgelehnt.
;-)
Es sei denn... ich würde bei Ihnen einen Kurs absolvieren für 1000,- 
Euro.


In seinem Buch gab es sonst KEINEN elekonischen Beruf, außer eben Radio- 
Fernsehtechniker. Entweder war das Buch mind. 50 Jahre alt, oder er 
konnte mich nicht leiden ;-)

Bevor ich wieder bei der Kammer vorspreche, wollte ich mich ein bischen 
schlau machen.

Vielen Dank.

von Max Nilp (Gast)


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Dann eben kein Gewerbe... Egal Was sagt das Steueramt ? Wollen die 
Steuern kassieren, oder eher nicht ?

von John Wayne sein Garagennachbar (Gast)


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Wer viel fragt, bekommt viel Antwort...

Du hast das Wissen und die Fähigkeit dazu -dann mach es.
Ebay ist voll von solchen Angeboten, diese Anbieter sind Bäcker, 
Schneider
oder Friseure. Trotzdem handeln sie damit.

von Thomas K. (tommyk)


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Hallo Max,

sobald man eine Tätigkeit ausübet oder eine Sache herstellt, mit der 
Absicht Gewinn zu erzielen, ist das IMMER steuerpflichtig ;-)

von Thomas E. (thomase)


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Thomas K. schrieb:
> In seinem Buch gab es sonst KEINEN elekonischen Beruf, außer eben Radio-
> Fernsehtechniker. Entweder war das Buch mind. 50 Jahre alt, oder er
> konnte mich nicht leiden ;-)

Radio- und Fernsehtechniker gibt es nur noch als Altlast.
Aktuell gibt es Informationstechnik, Elektrotechnik und 
Elektromaschinenbau.

Thomas K. schrieb:
> Kurz zum fachlichen, ich bin Industrieelektroniker, Berufserfahrung 25
> Jahre.

Meisterpflicht gibt es nicht mehr. Ings, Techniker und Altgesellen, das 
käme evtl. für dich in Frage, werden genauso in die Handwerksrolle für 
zulassungspflichtige Gewerbe eingetragen.
Müssen aber u.U. Kurse nachholen, die beim Meister zur normalen 
Ausbildung gehören. Z.B. für Arbeiten am Starkstromnetz. Das trifft aber 
hauptsächlich für Installateure zu. Oder dürfen diese Arbeiten nicht 
machen. Was für einen Installateur natürlich ziemlich sinnfrei wäre.
Ist bei dir aber nicht der Fall.

Nimm deinen Gesellenbrief oder Abschlusszeugnis, besorg dir von deinem 
Arbeitgeber eine Bescheinigung, dass du eine leitende Funktion ausübst, 
dazu reicht schon, dass du selbständig arbeitest. Damit gehst du zur HWK 
oder rufst da an und faxt den Kram dahin und lässt dich als 
Elektrotechniker eintragen, zahlst die Gebühren und bekommst eine 
Handwerkskarte. Wenn sis dich fragen, was du machen willst, erzählst du 
denen, dass du Toaster reparieren willst und gut ist. Normalerweise 
interessiert die das aber nicht. Die interessiert nur die Qualifikation.

Wenn du diesen grauen Zettel erst hast, kräht da kein Hahn mehr nach.

Der Vorteil der HWK ist, dass die Beiträge fest sind. Im Gegensatz zur 
IHK, bei denen sie umsatzabhängig sind. Wenn du also von deinem Gewerbe 
leben kannst, ist HWK billiger.

Meldest du erst ein Gewerbe an und trittst ein paar Wochen später in die 
HWK ein, landest du erstmal in der IHK. Wenn du die Handwerkskarte hast, 
teilst du das dem Gewerbeamt und auch der IHK  mit. Dann kannst du 
sowohl in der IHK als auch in der HWK Mitglied sein. Bist aber in der 
IHK beitragsfrei.

Automatisch wirst du natürlich auch Mitglied beim Finanzamt. Aber das zu 
erwähnen, ist wohl eher trivial.

mfg.

von MaWin (Gast)


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Thomas K. schrieb:
> Mein Vorhaben sind Festspannungsnetzteile im "Nebengewerbe".
> 230Volt rein und 9V raus.

Produzierendes Gewerbe, kein Handwerk, kein Meister, keine Ausbildung, 
kein gar nichts, kein Ingeniuer, bloss CE, und wenn man sich bei CE 
nicht sicher genug ist, muss man die Überprüfung jemanden machen lassen, 
der es gelernt hat.

Thomas K. schrieb:
> Aussage des Ansprechpartners bei der Kammer, nachdem er in seinem
> dicken, schlauen Buch nachgesehen hat, hat er mir vorgelesen:
> Wer elektronische Schaltungen entwirft und Kabel in einem Gehäuse
> verbaut, der fällt unter die Kategorie "Radio- Fernsehtechniker.
> Fazit: Selbständigkeit als Radio- Fernsehtechniker geht nicht ohne
> Meister.
> Kein Meister, also Gewerbe abgelehnt.

Wer einen Hammer hat, sieht nur Nägel. Was erwartest du von einer 
Meistervertretung ? Fragst du auch einen Bankangestellten anch der 
Besten Geldanlage ? (Upps, sicher, ich vergass).

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