Ich möchte in meiner Wohnung Musik von einer Stelle aus verteilen. Ich weiß, dass es Systeme wie Sonos und Teufel (Raumfeld) gibt, die sind mir aber zu teuer und ich möchte mich nicht auf ein einzelnes proprietäres System einlassen. Daher (und aus anderen Gründen) möchte ich auch kein Apple mit AirPlay etc. Zuerst die heutige Situation: - Musiksammlung MP3 auf einer FritzBox - Eine Denon CEOL RCD-N8 mit passiven Boxen - Ein Pearl Auvisio Internetradio APD-100.bt an einer älteren Stereoanlage - Küchenradio etc. Das funktioniert - aber mehr schlecht als recht. Die Denon-Anlage braucht sehr lange, um auf die FritzBox oder auf ein Internetradio zuzugreifen, die Bedienung ist katastrophal. Die Wiedergabe bricht häufig ab. Die gespeicherten Internetsender gehen häufig verloren. Das Pearl Internetradio ist insgesamt etwas besser, speichert aber nur 10 Sender und hat eine kleinere Auswahl. Eine synchrone Wiedergabe ist mit der heutigen Konstellation nicht machbar. Also habe ich squeezeplug auf einem Raspberry ausprobiert. Das funktioniert ebenfalls nicht so toll: Die Musiksammlung muss überarbeitet werden, weil andere MP3 Tags als bisher benutzt werden. Eine synchrone Wiedergabe auf DLNA Playern ist ebenfalls nicht möglich, nur mit anderen SqueezeLite Playern. Außerdem benötigt man einen Browser oder eine Handy- / Tablet-App, um das System zu steuern. Da mein Handy und mein Tablet meistens aus, leer oder unauffindbar sind, ist mir das zu umständlich. Ich möchte: 1. Eine zentrale Station, an der ich - MP3 Alben starten kann, alternativ - Eine Internetradio-Station auswählen kann 2. Die zentrale Station sollte etwas tolerant sein und die Wiedergabe nicht bei dem kleinsten Netzwerkproblem abbrechen 3. Die zentrale Station sollte die Musik über das Netzwerk (WLAN) versenden. Ein Kanal reicht mir eigentlich aus, wenn es parallele Kanäle gibt, umso besser. 4. Unabhängige Empfänger, die die Musik aus dem Netzwerk abspielen und als analoges Signal ausgeben. 5. Die Empfänger sollten - Unempfindlich gegen An- und Ausschalten, Verlust der Stromversorgung etc. sein. - Nach dem Anschalten schnell arbeiten (so wie ein analoges Radio). - Evtl. eine Lautstärkeregelung enthalten - Evtl. eine Kanalauswahl enthalten - Der Signalqualität muss "ordentlich" sein. Ich höre noch bis ca. 11 kHz, alles über 15kHz ist mir deshalb ziemlich egal. Aber hörbar rauschen sollte es nicht. 128kBit/s MP3 reicht mir vollkommen aus. Manche Internetradios empfange ich nur mit 32kBit/s. Anscheinend gibt es so etwas nicht fertig, schon gar nicht als herstellerunabhängiges System. Einige der gewünschten Empfängerfunktionen hat AVM in den Fritz!Repeatern eingebaut. Da benötigt man aber wieder einen PC und muss umständliche Treiber installieren. Mit den Treibern von AVM habe ich aber schlechte Erfahrungen gemacht, daher scheidet das auch aus. Meine Idee: 1. Einen Raspberry (oder etwas vergleichbares, ist mir eigentlich egal) als zentrale Station. Bedienelemente (Push-Drehwähler plus Screen oder ein Touchscreen) sollten anschließbar sein. Wenn die Software zu kompliziert wird, würde ich notfalls ein Tablet mit einer APP dafür missbrauchen und alles in ein Gehäuse einbauen. 2. Einen Server auf Windows-Basis würde ich auch akzeptieren, wenn er als eigenes kleines Gerät ohne 17" Bildschirm und Tastatur laufen kann. 3. Das Musiksignal sollte dann per UDP Broadcast im Haus verteilt werden. Die Auslastung im meinem Netzwerk ist normalerweise gering, eventuelle Unterbrechungen würde ich erstmal akzeptieren bzw. das ganze einmal testen. 4. Als Empfänger dann z.B. Arduinos oder eine ähnliche Plattform, die quasi sofort nach dem Einschalten läuft. Fragen: 1. Weiß jemand, welche Server-Software für meine Idee geeignet ist? Die Funktionen von Squeezelite kommen dam ja schon recht nahe, aber gibt es noch etwas anderes? Insbesondere wenn man mehrere Kanäle verteilen möchte? 2. Kennt jemand fertige Lösungen / Treiber z.B. für den Raspberry, um das Musiksignal nicht analog auszugeben sondern als UPD-Pakete zu veteilen? 3. Hat jemand Erfahrung, ob ein Arduino ein brauchbares Audiosignal aus MP3 erzeugen kann? 3. Welche Library benötigt ein Arduino o.ä. für die Wandlung in ein analoges Signal? Alle Hinweise, auch zu einzelnen Punkte sind hilfreich. Danke! Klaus
Ich habe vor Jahren mal mit Shoutcast gespielt, das ist eine Web-Radio-Sender-Software. Die könntest Du für die Verteilung im Netzwerk verwenden. Weiss nicht ob das heute noch der letzte Stand ist. D.h. auch passende Webradio-Clients. Könnte man entweder auch mit Raspberry Pi selbst machen (mpd und mpc plus Touchscreen oder einfach so konfiguriert, dass sie einen Default-Stream abspiele). Und es würde mich wundern, wenn es nicht ganz kleine, kompakte Shoutcast Clients gibt... War damals zumindest ein Opensource-Standard in dem Bereich.
Für Deine Aufgabenstellung kann ich Dir zwar keinen konkreten Ratschlag geben. Aber ich kenne das Problem mit sehr langsamen Zugriffen über WLAN. Habe ich nämlich selbst, und Ursache sind Störungen verursacht durch die diversen Nachbarn, zeitweise sehe ich über 20APs. Wenn Du also nicht gerade im Eigenheim, sondern einem Mehrfamilienhaus wohnst, hast Du da möglicherweise ein prinzipielles Problem. Ich bin vom Funk inzwischen ziemlich angepisst und hätte am liebsten überall LAN-Kabel.
1. Schau Dir mal mpd an. Ich habe das auf dem Server laufen, Streaming zu den Clients (kleine ARM-Linux-Boxen) geht per Pulseaudio. Läuft gut. 2. Vergiss die Kombination von zuverlässig, schnell reagierend, synchron und WLAN. Nimm ne klassische Ethernet-Verkabelung, wenn es sein muss mit POF.
Danke schon einmal für die Hinweise. Shoutcast / Icecast scheint mit Arduinos zu laufen, hier gibt es einige (ältere) Projekte: http://maniacbug.wordpress.com/2011/12/30/arduino-on-ice-internet-radio-via-shoutcast/ Ein MP3 Library gibt es auch für die VS1053 Breakout boards: http://maniacbug.wordpress.com/2011/12/30/arduino-on-ice-internet-radio-via-shoutcast/ Das ist schon einmal ein Anfang. mpd und pulseaudio werden ich mir auch einmal ansehen. Ethernet-Kabel sind bei uns schwierig zu verlegen...
Klaus P schrieb: > Ethernet-Kabel sind bei uns schwierig zu verlegen... Wie gesagt, schau Dir mal POF an, damit kommt man auch unter Türfugen und in Teppichritzen durch. Mit WLAN wirst Du nicht glücklich werden, das ist zumindest meine Erfahrung und Marks Post oben geht genau in die selbe Richtung.
Ach bin ich glücklich ein altbackendes System zu haben, wo ich kein Netzwerk für die Musik brauch: Ein Tablet dient als MP3 Player, und ist über ein Kabel am Verstärker angeschlossen. Vom Verstärker geht es mit Lautsprecherkabel an die Lautsprecher in den verschiedenen Zimmer... Ach, wie schön, gibt auch keine Störungen oder unterbrechungen...
Gerd E. schrieb: > Wie gesagt, schau Dir mal POF an, damit kommt man auch unter Türfugen > und in Teppichritzen durch. > > Mit WLAN wirst Du nicht glücklich werden, das ist zumindest meine > Erfahrung und Marks Post oben geht genau in die selbe Richtung. Na mal sehen. Ethernet über Kabel ist mir zu aufwändig. Wenn schon Kabel, dann übertrage ich das NF-Signal direkt, vielleicht noch symmetrisch.
Die Raspi-Audioausgabe ist qualitativ nicht sehr gut, Das liegt am verwendeten Verfahren. Es gibt aber Add-On Hardware z.B. http://raspberry-hardware.com/die-wolfson-pi-audio-karte-fuer-raspberry-pi/ oder auch andere Klein-Rechner. Ich verwendet einen Mini-Rechner (Intel) mit Itunes. Als MP-3 Datei Server läuft noch ein mt-daapd. Beides über Ethernet-Kabel verbunden. Verteilt wird das über 2*150 Watt Boxen. Die hört man im ganzen Haus :-)
Ha, POF, cool! Kannte ich noch gar nicht! http://www.connected-home.de/ratgeber/optische-polymer-faser-datenuebertragung-via-pof-kabel-1580596.html
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