Forum: Offtopic Was wäre euch ein Cubesat wert?


von Andreas K. (andreasmc)


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Hallo zusammen,

es gibt ja bekanntlich -i.A. als Studentenprojekte von Unis- Cubesats, 
kleine Satelliten die für "relativ" wenig Geld als zusätzliche Nutzlast 
bei einem normalen Satellitenstart mitgenommen werden.

Eckdaten (grob, bin da kein Experte...) :
-Größe 10x10x10 cm
-Gewicht max 1,33 kg
-Low Earth Orbit (~500 km Höhe)
-Keine Triebwerke/Tanks/Chemie
-Wiedereintritt nach wenigen Monaten bis zu 25 Jahren (je nach Orbit)
-überstreicht die ganze Erde einmal am Tag in ca 16 Umrundungen

So ein kleiner Satellit als eigenes Spaß-Projekt würde mich ja schon 
reizen - allerdings nicht mehr so sehr, wenn man mit Startkosten von 
"nur" ca 100.000$ und Teilekosten für vorgefertigte Komponenten von 
"nur" etwa 10.000$ rechnet.

Wenn man die Dinger für X Euro starten könnte, und keiner was gegen 
selbstgebaute Gehäuse und Komponenten hätte - würdet ihr einen Cubesat 
bauen und starten wollen, wenn ja mit welchen Funktionen/Teilen und was 
wäre er euch (inkl. Start) wert? (Und nein, ich kann euch keinen 
Launchslot besorgen. Reines Gedankenexperiment ;-) )

Andreas

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Bevor ich darüber spekulierte, würde ich mich anderer Sorgen widmen und 
wenn danoch Zeit bliebe, vorhandene Satelliteninfos und Signale 
auswerten. Das gäb genug Stoff bis an mein Lebensende und darüber 
hinaus. ?

von Uwe R. (aisnmann)


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Andreas K. schrieb:

> es gibt ja bekanntlich -i.A. als Studentenprojekte von Unis- Cubesats,

ja, das gibts. Man kann auch 2 oder 3 Kuben verbinden und damit 
10x10x30cm Basteln. Total geile Sache ;o))

Interessant finde eigentlich nur ein Teleskop, ein Sat für oben und 
einer für Bodenbeobachtung ;o)).
Der Grund ist, das ich als interessierter Laie im Prinzip nur mit 
schönen Bildern was anfangen kann. Leider wird die Apparatur kaum länger 
als bestenfalls einige tage funktionieren, ganz zu schweigen vom 
Funkkontakt, Bahnverfolgung etc.
Wenn man es aber hinbekommt, könnte ich mir vorstellen das verschiedene 
Bildungseinrichtungen interesse an Beobachtungszeit haben, vielleicht um 
Erstsemester praktisch da ranzuführen. Ansonnsten wird es vielleicht für 
den einen oder anderen als Randinformation interessant sein, aber nicht 
wirklich doll, bodenbeobachtung gibts genug.

Um einen ungefähren eindruck davon zu bekommen gibts hier einen Podcast:
http://feedproxy.google.com/~r/raumzeit-podcast/~3/dec4VQ0MQ4Q/
Es geht um Rexus und Bexus, Raketen- bzw. Ballonexperiment für 
Studenten. Eine Parabelflugbahn ermöglicht weinge Minuten 
Schwerelosigkeit, bzw. der Ballon einige Stunden Hochatmosphäre. Das 
ist, jedenfalls für mich, so ultrainteressant, weil man es sich bei so 
einem kurzen und kleinen Projekt wenigstens alles einigermassen 
vorstellen kann wie das so in der Raumfahrt funktioniert. Die Dimension 
des Experiments entspricht ungefähr nem Schnellkochtopf. Start ist jedes 
Jahr in Schweden (Kiruna).

Rexus ist praktisch wirklich Bastelmaterial. Beim Cubesat werden die 
Anforderungen andere Dimensionen annehmen, schon zum Schutz der 
Hauptnutzlast (ausserdem Steuerbarkeit, Rückkehr usw.)

> So ein kleiner Satellit als eigenes Spaß-Projekt würde mich ja schon
> reizen - allerdings nicht mehr so sehr, wenn man mit Startkosten von
> "nur" ca 100.000$ und Teilekosten für vorgefertigte Komponenten von
> "nur" etwa 10.000$ rechnet.
...
(Und nein, ich kann euch keinen
> Launchslot besorgen. Reines Gedankenexperiment ;-) )

OK, für einen Lauchslot bekommst du 30% Beobachtungszeit ;o)))

bye uwe

von Paul B. (paul_baumann)


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Uwe R. schrieb:
> OK, für einen Lauchslot bekommst du 30% Beobachtungszeit ;o)))

Meinst Du eine Lauch-Schlotte?

http://www.nachgeharkt.de/wp-content/uploads/2014/06/Lauch-Porree.jpg

von P. M. (o-o)


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Finde ich für Bastler/Privatpersonen uninteressant. Man muss schon 
irgendwelche neuartigen Messgeräte oder Experimente mitfliegen lassen, 
damit so ein Projekt Sinn macht. Das übersteigt einfach bei weitem, was 
selbst ambitionierteste Bastler können - nicht unbedingt von den 
Fähigkeiten, aber ganz sicher vom Zeitaufwand.

Für das Geld kann man jedenfalls Dinge bauen, die weit mehr Spass 
machen.

von Uwe R. (aisnmann)


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Paul Baumann schrieb:
> Uwe R. schrieb:
>> OK, für einen Lauchslot bekommst du 30% Beobachtungszeit ;o)))
>
> Meinst Du eine Lauch-Schlotte?

Da ist mir tatsächlich das keine N entflohen
Kannst du mir bitte ein neues holen?
Da gelob' ich ganz in Kürze
sofort den Lauch mit 'Ennen' würze.
;o)))

P. M. schrieb:
> Finde ich für Bastler/Privatpersonen uninteressant. Man muss schon

Uninteressant würde ich es nicht nennen, grössenwahnsinnig eher.
Interessant ist vieles, sehr interessant sogar, auch wenn man es nicht 
selbst bauen will. Darüber nachdenken kann man ja mal. Ein 
Rastertunnelmikroskop zum Beispiel. Das hat was vom 3D-Drucker, 
mechanisch zumindest ;o))

> irgendwelche neuartigen Messgeräte oder Experimente mitfliegen lassen,
> damit so ein Projekt Sinn macht. Das übersteigt einfach bei weitem, was
> selbst ambitionierteste Bastler können - nicht unbedingt von den
> Fähigkeiten, aber ganz sicher vom Zeitaufwand.

Nicht nur vom Zeitaufwand, auch von den Fähigkeiten. (ein zweifler möge 
schnell mal die Fernrohreinstellungen für den ISS-Überflug am 10.11. 
früh für seinen Standort berechnen, ohne Heavens-above und ähnliches) Es 
gehören leider mehr Fähigkeiten dazu, als die Elektronik und die 
Mechanik.

Aber grundsätzlich hast du recht, für uns Bastler zu ambitioniert.

Aber wieso darf man nicht spinnen? Beim Fussball spinnen wir doch auch 
täglich vom Aufstieg und wissen ganz genau wieso es dann nicht geklappt 
hat. Weil die eben mal nix können... (überspitzt dargestellt, Fussball 
interessiert mich garnich ;o)).

Ausserdem kann man über so ein Thema herrlich dummschwatzen:
zum Beilspiel denke ich das die Lageregelung nicht ganz trivial wird, 
insbesondere wenn wir die Drallräder entdrallen wollen, was bei nem 
Betrieb über zumindest wenige Monate bestimmt nötig sein wird. Bei dem 
geplanten Teleskop das nach dem Aussetzen ausgefahren wird (praktisch 
eine zusammengeschobene Wundertüte 
[http://de.wikipedia.org/wiki/Wundert%C3%BCte]) weil die so billig ist. 
Sie ist auch recht leicht, ca. 500g würde ich sagen, davon 100g Glas.
Vielleicht reicht ein Kaltgasantrieb. Mit einer Luftpistolenkartusche 
hätte man einen leichten und schlanken Aluminiumdrucktank. Die Mechanik 
Derselben sorgt auch für einen dosierten Ausstoss, müssen wir nur 
passende Düsen drehen.
Jedenfalls wären verschiedene filter und ein Sensor einer DSLR (habe 
eine D30 hier liegen) inkl. der vorhandenen Bildverarbeitung nicht 
verkehrt.  Das reduziert den aufwand drastisch.
Filterrad ist unkritisch zu basteln, mit 5 Stationen oderso. Nur müssten 
wir das ganze wahrscheinlich belüften, um die Wärme zu verteilen.
;o))

Haachja, träumen wird man sonntags ja mal dürfen. Am Montag wird man 
wieder von den ganzen Kunden belagert die ganz konkrete Anforderungen 
haben...

bye uwe

von Mac G. (macgyver0815)


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Als Gedankenexperiment OK.
Aber denkt ihr nicht, dass schon genug Weltraumschrott da oben rumkurvt?

Sinnvoller wäre es mal da oben aufzuräumen bevor man noch mehr 
hochballert ;-)

von Jörg H. (jrg_h)


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Ich bitte zu bedenken, dass die Mehrzahl der Cubesats illegal im 435 MHz 
Band sendet, also in einem Bereich, der dem Amateurfunkdienst primär, 
und dem Amateurfunkdienst über Satelliten sekundär zugewiesen ist. Da 
haben also Cube- oder sonstige Sats, die nicht Amateurfunk sind, nichts 
zu suchen.

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