Forum: Offtopic Magnetitschlamm in der Heizung schädlich für Geräte?


von Glurks (Gast)


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Hi


Ich habe eine etwas bescheuerte Frage, Leute mit Kentnissen bezüglich 
Magnetismus sind hier gefragt! :-)
Folgendes Problem; wir haben eine alte Zentralheizung und heute war der 
Heizungsmonteur bei uns (Routinekontrolle) und meinte das die Heizanlage 
komplett verschlammt sei, zur Demonstration liess er ein paar Becher 
schwarzer Soße aus dem Heizkörper laufen.
Er erzählt mir das es sich hier um "Magnetitablagerungen"  halte die 
sich überal in der Heizung magnetisch festsetze.
Übermorgen kommt ein Verwandter zu besuch, er hat einen älteren 
Herzschrittmacher der schon bei kleineren Magnetischen Feldern ins 
straucheln geraten könnte, jetzt habe ich Panik da ich nicht weiss ob 
und wie große Felder durch diesen Schlamm entstehen.

Bitte um schnelle Antwort

Liebe Grüße

: Verschoben durch User
von o_O (Gast)


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Glurks schrieb:
> Herzschrittmacher der schon bei kleineren Magnetischen Feldern ins
> straucheln geraten könnte

Die Erde hat auch ein Magnetfeld! Sobald der Gute sich bewegt wirkt es 
induktiv auf den HSM ein.

von Martin P. (martin_p16)


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Ja schon, wobei dieses in unserem Breitengrad ja bloß ~40 mikrotesla 
beträgt und die Herzschrittmacher dieses problemlos verkraften. Habe 
leider auch kein Teslameter zur Hand um das ganze überprüfen zu können.

von B. O. (t_65)


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Spüle das System mit so 'ner Pumpe:
http://www.amazon.de/Gartenpumpe-AL-KO-Jet-6000-Premium/dp/B00CZF4T14/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1415133930&sr=8-4&keywords=Alko+Pumpen+6000

Dann ist alles sauber und nicht mehr magnetisch!  ;-)

von Martin P. (martin_p16)


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B. Obachter schrieb:
> Spüle das System mit so 'ner Pumpe:
> 
http://www.amazon.de/Gartenpumpe-AL-KO-Jet-6000-Premium/dp/B00CZF4T14/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1415133930&sr=8-4&keywords=Alko+Pumpen+6000
>
> Dann ist alles sauber und nicht mehr magnetisch!  ;-)

Ehrlich, ich brauche seriöse Antworten.
Steh sonst ziemlich auf dem Schlauch!

von Georg A. (georga)


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Da kommt nix raus, selbst wenn da was schwach magnetisch sein sollte... 
Und die Sache mit den Magnetfeldern&Herzschrittmachern trifft eher die 
Grössordnungen von zB. Aluminiumschmelzen, wo es einem die Schlüssel aus 
der Hosetasche zieht.

von Lothar S. (loeti)


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> Ehrlich, ich brauche seriöse Antworten.

OK.

Du solltest dringend Deinen Heizungsbauer wechseln. Der jetzige will 
Dich nämlich eiskalt abzocken. Diese schwarzen Verunreinigungen in einer 
alten Heizkörper Heizung sind völlig normale Korrosion und, solange sie 
nicht auslaufen und die Umgebung verschmutzen, völlig unschädlich.

Da hat Dich Einer komplett verarscht.

Grüße Löti

von Marek W. (ma_wa)


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Freitag?

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Im übrigen darf Dein Herzschrittmacherträger, wenn er so große Probleme 
mit Magnetfeldern hat, auch nicht mit der Bahn fahren, zumindest nicht, 
wenn diese elektrifiziert ist. Die durch Oberleitung oder Stromschienen 
(U-/S-Bahnen) fließenden Ströme bieten beeindruckende Auswirkungen.

Die ersten computerisierten Fahrkartenautomaten der Berliner 
Verkehrsbetriebe verwendeten noch Röhrenmonitore. Stand so ein Automat 
direkt auf dem Bahnsteig der U-Bahn, konnte man an den Verfärbungen der 
Bildröhre erkennen, wenn gerade im lokalen Bestromungsabschnitt ein Zug 
anfuhr.

Ein Campingbedarfsladen hatte in einer Vitrine auf dem Bahnsteig einige 
Kompasse ausgestellt ... das war auch spaßig, denen zuzusehen.

von Mike R. (thesealion)


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Der Schlamm "kann" höchsten für die Heizung schädlich sein:

http://www.haustechnikdialog.de/SHKwissen/1242/Magnetitschlamm

von oldeurope O. (Gast)


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Warum soll Magnetitschlamm die Wärmeübertagung mindern?

Jedenfalls werde ich mich beim nächsten Heizungablassen
besser vorbereiten.
Ich werde das alte Heizungswasser dann wiederverwenden.
Leitungswasser bringt erneute Korrosion und gast aus.

Eine Falle für Partikel am tiefsten Punkt im Rücklauf
mit Ablasschraube finde ich schon nicht schlecht.

LG

old.

von Martin P. (martin_p16)


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Georg A. schrieb:
> Da kommt nix raus, selbst wenn da was schwach magnetisch sein sollte...
> Und die Sache mit den Magnetfeldern&Herzschrittmachern trifft eher die
> Grössordnungen von zB. Aluminiumschmelzen, wo es einem die Schlüssel aus
> der Hosetasche zieht.

Naja..
Ältere Herzschrittmacher können  bereits ab ~500 Mikrotesla den Dienst 
verweigern, zum Vergleich: beim losfahren einer Straßenbahn entstehen je 
nach dem Felder mit bis zu 300 Mikrotesla.
In der von dir Geschilderten Situation würde also definitiv jeder 
Herzschrittmacher den Dienst verweigern.

von Uhu U. (uhu)


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Glurks schrieb:
> Er erzählt mir das es sich hier um "Magnetitablagerungen"  halte die
> sich überal in der Heizung magnetisch festsetze.

Halt doch einfach mal einen starken Magneten an die Soße - wenn sie 
keinen Berg auf der Oberfläche bekommt, oder gar ein Teil davon am 
Magneten klebt, wird es mit dem Magnetismus nicht so weit her sein.

von Martin P. (martin_p16)


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Lothar S. schrieb:
>> Ehrlich, ich brauche seriöse Antworten.
>
> OK.
>
> Du solltest dringend Deinen Heizungsbauer wechseln. Der jetzige will
> Dich nämlich eiskalt abzocken. Diese schwarzen Verunreinigungen in einer
> alten Heizkörper Heizung sind völlig normale Korrosion und, solange sie
> nicht auslaufen und die Umgebung verschmutzen, völlig unschädlich.
>
> Da hat Dich Einer komplett verarscht.
>
> Grüße Löti


Wenn schon würde er den Vermieter abzocken.
Ganz so Unrecht scheint er nicht zu haben, mir ist schon seit längerem 
aufgefallen das hier einige Heizkörper praktisch den Dienst verweigern 
und bestenfalls nur noch lauwarm werden (hat mich bisher nie gestört da 
mir die Zimmertemperatur hier ausreicht)

Topic:

Habe mir nun eine Teslameter App für mein Android Gerät heruntergeladen, 
im bereich ab 30cm werden normale Werte angezeigt, wenn ich das Handy 
näher an den Heizkörper halte ( 10-5 cm)  schiessen die Werte bis auf 
170 Mikrotesla hoch , inwiefern das am Magnetitschlamm liegt kann ich 
natürlich nicht sagen, da die Heizung aus Eisen ist und wie genau die 
Messwerte dieser App sind natürlich auch nicht.

von Uhu U. (uhu)


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Martin P. schrieb:
> näher an den Heizkörper halte ( 10-5 cm)  schiessen die Werte bis auf
> 170 Mikrotesla hoch

Die Heizkörper sind aus Stahl - dagegen kann man die Wirkung von 
Magnetit glatt vergessen.

: Bearbeitet durch User
von Martin P. (martin_p16)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Glurks schrieb:
>> Er erzählt mir das es sich hier um "Magnetitablagerungen"  halte die
>> sich überal in der Heizung magnetisch festsetze.
>
> Halt doch einfach mal einen starken Magneten an die Soße - wenn sie
> keinen Berg auf der Oberfläche bekommt, oder gar ein Teil davon am
> Magneten klebt, wird es mit dem Magnetismus nicht so weit her sein.

Eigentlich eine gute Idee nur 1. Ich habe leider nix mehr von der Soße 
übrig und 2. Würde sie vermutlich so oder so magnetisch reagieren da sie 
vorallem aus Eisenablagerungen besteht.

LG.

von Stefan M. (derwisch)


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Ist die Allgemeinbildung in diesem Lande soweit abgesackt?

1. Was ist das für ein Heizungsmonteur, der solchen Schwachsinn redet?
2. Wenn in Deiner Heizungsanlage Magnetitschlamm ist, dann ist in meiner 
Plutoniumschlamm!

Wie um alles in der Welt soll in eine Heizungsanlage Magnetit 
reinkommen???
Und selbst wenn das da einer reingefüllt hätte, warum sollte ein 
Magnetfeld davon ausgehen?

Also bei so einer Heizungsanlage würde ich eher einen Exorzisten 
beauftragen.
Die wär mir unheimlich.

von Martin P. (martin_p16)


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Inwiefern nun?  Meinst du damit das der Stahl das Magnetfeld 
größtenteils absorbiert?

Dumme Frage: Könnte ich nicht einfach eine Büroklammer an einem Faden 
direkt vor die Heizung hängen und würde sich die Klammer "unbeeindruckt" 
zeigen wäre alles o.k.? :-D

von Martin P. (martin_p16)


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Stefan M. schrieb:
> Ist die Allgemeinbildung in diesem Lande soweit abgesackt?
>
> 1. Was ist das für ein Heizungsmonteur, der solchen Schwachsinn redet?
> 2. Wenn in Deiner Heizungsanlage Magnetitschlamm ist, dann ist in meiner
> Plutoniumschlamm!
>
> Wie um alles in der Welt soll in eine Heizungsanlage Magnetit
> reinkommen???
> Und selbst wenn das da einer reingefüllt hätte, warum sollte ein
> Magnetfeld davon ausgehen?
>
> Also bei so einer Heizungsanlage würde ich eher einen Exorzisten
> beauftragen.
> Die wär mir unheimlich.


Das gibts tatsächlich, Google hilft ;-)
Magnetit..,der Name sagt es ja schon aus...

: Bearbeitet durch User
von Uhu U. (uhu)


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Martin P. schrieb:
> Inwiefern nun?  Meinst du damit das der Stahl das Magnetfeld
> größtenteils absorbiert?

Die ganze Chose mit dem Magnetismus ist völliger Schwachsinn. Die Brühe 
in einer Zentralheizung ist immer schwarz und wenn Schlamm Probleme 
macht, dann mechanische.

Aber du kannst ja noch irgend so einen Wünschelrutenheini holen, der 
findet wahrscheinlich auf Anhieb 3 Wasseradern, die deine Klospülung 
behindern und Krebs, wenn nicht bei dir, dann aber totsicher bei deiner 
Katze verursachen...

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Martin P. schrieb:
> Wenn schon würde er den Vermieter abzocken.

Nicht jeder wohnt zur Miete. Und wer zur Miete wohnt, hat i.d.R. keinen 
Kontakt zum Heizungsfritzen.

> Ganz so Unrecht scheint er nicht zu haben, mir ist schon seit längerem
> aufgefallen das hier einige Heizkörper praktisch den Dienst verweigern
> und bestenfalls nur noch lauwarm werden

Ursache dafür ist oft Luft im Heizungskreislauf, die sich in den 
Heizkörpern sammelt. Dafür haben die Dinger Entlüftungsventile, die 
sollte man in so einem Fall probeweise benutzen.

Ablagerungen gibt es in einem Heizungssystem, aber sofern nicht 
permanten Frischwasser zugeführt wird, sind die relativ harmlos.

Ich wohne in einem Haus mit über hundertjährigen Heizkörpern - und Teile 
der Heizungsverrohrung sind auch so alt (Steigeleitungen). Die 
Steigeleitungen werden recht sicher einen reduzierten Querschnitt haben, 
aber das kompensiert die damalige Überdimensionierung 
(Schwerkraftheizung, also großzügig gewählte Querschnitte).

Und die Heizungsanlage wird durchaus gelegentlich entleert und neu 
befüllt, so daß frisches Wasser mit a) Sauerstoff und b) ordentlichem 
Kalkgehalt in das System eingebracht wird. Das Wasser in Berlin gilt als 
sehr hart.

: Bearbeitet durch User
von Martin P. (martin_p16)


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Moment mal.

Die Sache mit dem Magnetfeld kam nicht von dem Heizungsmonteur sondern 
von meiner unwissenden Wenigkeit ;-)
Ich habe so gut wie keine Ahnung von Magnetismus, ich habe Lediglich das 
Wort "Magnet" rausgehört und sogleich an den Verwandten und seinen 
Herzschrittmacher gedacht, das ist alles.

von Uhu U. (uhu)


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Martin P. schrieb:
> ich habe Lediglich das Wort "Magnet" rausgehört

Magnetit ist der Stoff, mit dem man Tonbänder magnetisch macht. Wenn man 
das frißt, stirbt man höchstens an einem Darmverschluß, der 
Herzschrittmacher arbeitet aber unbeeindruckt weiter.

: Bearbeitet durch User
von Martin P. (martin_p16)


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Endlich eine klare Antwort,  danke!
Werde mir trotzdem ein Teslameter kaufen, kann ich sicher auch sonst 
irgenwann mal gebrauchen.
Und Entschuldigung falls ich bei einigen für ein Paar graue Haare 
gesorgt habe ;-)

LG.

Thread kann geschlossen werden.

von oldeurope O. (Gast)


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Magnetit hatte ich im letzten Urlaub da:

http://www.schwarzer-crux.com/GalerieBergwerk.html

von Helge A. (besupreme)


Angehängte Dateien:

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Also. Selbst wenn sich da dieses Magnetit absetzt, dadurch entsteht 
nicht automatisch ein Magnet. Das Zeugs ist in fester Form 
magnetisierbar, mehr nicht. Deswegen setzt sich das auch gern in Pumpen 
ab.

Wenn du deine ganzen Heizkörper entmagnetisieren willst, besorge dir 
eine Entmagnetisierspule aus einem alten Röhren-TV (der meist in einem 
1-2m langen Schlauch befindliche Draht) und einen normalen 
12V-Halogentrafo. Anschließen und langsam am Heizkörper entlangfahren.

von Peter R. (pnu)


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Herzschrittmacher müssen gegen Magnetfelder stabil sein.

Schließlich hat jeder Kühlschrank im Haushalt magnetische 
Schließleisten. Schon diese müssen Herzschrittmacher ohne Probleme 
aushalten. Ganz zu schweigen von den tausendundeins Magneten an 
Merkzettel-Tafeln, Schrankverschlüssen, Bit-Schraubendrehern usw.

Das bisschen Magnetismus an Heizkörpern oder Heizröhren kann man 
vergessen

Erst wenn Büroklammern an den Heizkörpern oder an den Rohren magnetisch 
hängenbleiben würden, würde ich mir darüber den Kopf zerbrechen.

Was sich im Bereich von Elektrolyseanlagen oder von Kernspintomographen 
abspielt, hat mit den Magnetfeldern im Alltag wenig zu tun. - Und erst 
da wird der Herzschrittmacher zum Thema.

: Bearbeitet durch User
von Uhu U. (uhu)


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Peter R. schrieb:
> Herzschrittmacher müssen gegen Magnetfelder stabil sein.

Und gegen statische sowieso...

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