Hallo Forumsteilnehmer. Vorweg: Ich bin ein Neuling was den Umgang mit Oszillographen angeht, bin mir aber der Gefahren des Innenlebens durchaus bewusst! Ich habe seit längerer Zeit nun ein Agilent / HP 1741A Oszi zu Hause und wie immer stand es erstmal eine Weile rum - Ich habe es nie vorher benutzt und hier im Forum erworben. Auf der Frontseite am Time Div Drehschalter leuchtet die uncal-LED also ist die Zeitbasis wohl nicht mehr ordentlich kalibriert... Gestern habe ich es eingeschaltet und beide Kanäle an den 1V calibrate-Ausgang gehängt, Trigger auf Kanal A, Trigger View eingeschaltet. Beide Kanäle auf 2V/Div Und im "Conv" Modus. Also Speicherfunktionen deaktiviert. Leider (ja, kaum fassbar!) habe ich keine Digitalkamera zur Hand und auch kein Handy das Fotographieren kann um meine Probleme zu dokumentieren. Problem 1: Das Oszillogramm sieht ein wenig seltsam aus: Kanal A: ,---´---,---´---,---´--- Trigger: ---____----____----____- Kanal B: ========================= Kanal A Problem: leichter Wackelkontakt an der Buchse. Nach vorsichtigem Wackeln sah das Bild gut aus. Kanal A nach Wackeln: ---___---___---___---___ Wackeln brachte am Kanal B leider nichts! Nach längerem Durchschalten einiger Funktionen (relativ Wahllos, Trigger auf positive / negative Flanke, Single Shot Modus, wechsel zu 5V/Div 10V/Div...) zeigte dann auch endlich Kanal B das richtige an. Und irgendwann sahen dann wiederrum beide Kanäle schlecht aus: Kanal A: =============== Kanal B: =============== Problem 2: Im Singl Shot Modus schiesst die Wellenform einmal an mir vorbei, wunderbar der Trigger funktioniert aber das Oszillogramm ist nicht mehr da. Da auch Oszilloskope nicht immer frei von Kondensatoren-problemchen sind habe ich es mal aufgeschraubt und nachgesehen ob was erkennbar ist. Fazit: Nicht ein Staubkorn im inneren, Keine erkennbaren Fehler / braune Stellen / kalt aussehende Lötstellen o.ä.. Bilder vom Innenleben werde ich baldigst nachliefern, wenn die hilfreich sein sollten. Vermutung Problem 1: Schalter sind vielleicht oxidiert, vergrießt o.ä. aber womit reinigen? Schalter dazu ausbauen? Zu Problem 2: Da habe ich keine Ahnung! Das Service-Manual für den 1740 Typ habe ich finden können, ist unter folgendem Link: Das 1740 hat keine Speicherfunktion. [link]http://www.ko4bb.com/manuals/index.php?dir=HP_Agilent/HP_1740_Oscilloscope[\link] zu finden. Habt ihr vielleicht Tipps oder gar Erfahrungen mit genau diesem Typ? Vielen Dank fürs Lesen bis hierher :) [Edit]: Typ im Betreff eingetragen.
Triggert der Kanal B überhaupt? Die Doppellinie sieht nach einem Triggerproblem aus. Steht die Triggerquelle auf Kanal B oder noch auf A?
Florian Otte schrieb: > Auf der Frontseite am Time Div > Drehschalter leuchtet die uncal-LED also ist die Zeitbasis wohl nicht > mehr ordentlich kalibriert... Meist gibt es am den Drehknopf noch einen kleinen Drehknopf der in eine Raststellung gedreht werden kann. Dann sollte das "uncal" wieder verschwinden. Das bedeutet nur das Du dich in der 'Variablen" Zwischenstellung befindest.
Christoph Kessler (db1uq) schrieb: > Triggert der Kanal B überhaupt? Die Doppellinie sieht nach einem > Triggerproblem aus. Steht die Triggerquelle auf Kanal B oder noch auf A? Ich kann beide Kanaele seperat Triggern, also nur Kanal A und Trigger auf A geht genauso wie mit Kanal B, und auch das Anzeigen beider Kanaele mit Trigger auf B funktioniert. lüsterklemme schrieb: > Meist gibt es am den Drehknopf noch einen kleinen Drehknopf der in eine > Raststellung gedreht werden kann. Dann sollte das "uncal" wieder > verschwinden. Das bedeutet nur das Du dich in der 'Variablen" > Zwischenstellung befindest. Das gibt es leider nur fuer die Eingangsspannungswahl. Aber unterhalb von Drehknauf fuer die Zeitbasis gibt es noch "Time/DIV Vernier, CAL", drehen in beide richtungen aendert erstaml nicht an der LED sondern veraendert nur die Zeitbasis. Ich bin leider noch nicht dazu gekommen mir das User Manual genau anzuschauen.
Florian Otte schrieb: > drehen in beide richtungen aendert erstaml nicht Der rechte Anschlag rastet auch nicht ein wenn man gefühlvoll etwas gegen den Anschlag dreht?
:-D Gefuehlvoll... Entschuldige... lüsterklemme schrieb: > Der rechte Anschlag rastet auch nicht ein wenn man gefühlvoll etwas > gegen den Anschlag dreht? Also eine Raststellung kann ich nicht erreichen! Oder ich bin zu vorsichtig. Aber verglichen mit den anderen Raststellungen auf dem Oszi: Nein geht leider nicht.
Und nun noch ein kleines weiteres Problem: Stahlintensitaet (Beam Intensity) Poti verhaelt sich nicht grade linear... wenn ich langsam hochdrehe wird der Strahl auch langsam kraeftiger, dann fuer ein stueck wieder dunkler und dann wieder kraeftiger. Wie koennte man so ein Poti behandeln? Die Forenbeitraege habe ich mir angeschaut unter anderem auch: Beitrag "Womit Schalter und Kontakte am Oszilloskop reinigen?" Aber der Thread ended leider nicht mit einer Antwort. Hat hier jemand noch eine gute Empfehlung?
Florian Otte schrieb: > Auf der Frontseite am Time Div > Drehschalter leuchtet die uncal-LED also ist die Zeitbasis wohl nicht > mehr ordentlich kalibriert... Das heißt üblicherweise nur dass der "Fine"-Schalter für die Time/Div für den Kanal nicht auf 0 gestellt ist und deshalb ein Kästchen nicht genau einem runden Wert für die Spannung entspricht (also z.B. 22.8mV/div statt 20mV/div). Dreh mal an dem Schalter, dann geht das bestimmt weg.
Florian Otte schrieb: > Problem 2: > Im Singl Shot Modus schiesst die Wellenform einmal an mir vorbei, > wunderbar der Trigger funktioniert aber das Oszillogramm ist nicht mehr > da. Exakt so soll es auch sein. Single Shot== Einmalauslösung. Du mußt durch "ARM" diese Funktion nach jeder Auslösung erneut scharfschalten. *) Das sagt das Hanbuch (Manual) auch so. Bitte lies es Dir durch. *) Sowas hat man "früher" (tm) z.B. für fotografische Scopedokus genutzt, um den Film exakt 1x zu belichten.
Florian Otte schrieb: > Stahlintensitaet (Beam Intensity) Poti verhaelt sich nicht grade > linear... wenn ich langsam hochdrehe wird der Strahl auch langsam > kraeftiger, dann fuer ein stueck wieder dunkler und dann wieder > kraeftiger. Ist bei lange genutzen Displayröhren ein normales Verhalten. Ein Neuabgleich des Z-Verstärkers im Scope kann das tw. beheben, aber es wird nie wieder so wie "fabrikneu". Dies Scope ist ja auch sicher 40+Jahre alt, und hat entsprechend viele Betriebsstunden -- erwarte also derartige "Alterserscheinungen"
Mit etwas Gewalt, laesst sich auch der kleine Zeitbasis schalter wieder in "Calibriert-Position" einrasten, da bleibt er dann vorerst auch stehen. LED ist aus, inwiefern das Geraet wirklich noch kalibriert ist spielt fuer meine Spielereien derzeit keine Rolle -> Kein Problem mehr. Andrew Taylor schrieb: > Du mußt durch "ARM" diese Funktion nach jeder Auslösung erneut > scharfschalten. *) > Das sagt das Hanbuch (Manual) auch so. Bitte lies es Dir durch. Wird am Wochenende erledigt. > > *) Sowas hat man "früher" (tm) z.B. für fotografische Scopedokus > genutzt, um den Film exakt 1x zu belichten. Ich dachte, der Single Shot Modus waere dafuer da ein einzelnes Ereignes aufzuzeichnen und solange darzustellen bis ich den Trigger wieder scharf stelle. Mein Unwissen ist noch gross... Danke fuer die Erklaerung. Andrew Taylor schrieb: > Dies Scope ist ja auch sicher 40+Jahre alt, und hat entsprechend viele > Betriebsstunden -- erwarte also derartige "Alterserscheinungen" Ok Akzeptiert. Nach laengerem "Spielen" mal ein Takt vom Mega triggern und anschauen, Spannung am Quarz anschauen etc tritt das falsche, bzw das nicht mehr ordentlich triggern nicht mehr auf. Ich kann quasi machen was ich will und das Scope zeigt mir korrekt die Wellenform an. -> Mitlerweile ist das gehaeuse lauwarm. Vielleicht wars ihm ja vorher zu kalt hust... Wenn ich das Scope nur vorher ne halbe stunde einschalten muss habe ich erstmal keine Probleme mehr. Falls sich der Fehler nochmal meldet oder sich etwas anderes einstellt nerve ich nochmal mit Fragen. Vielen Dank an alle fuer Tipps Hinweise Erlaueterungen.
Hallo, der "Time/DIV Vernier, CAL" Poti hat für CAL eine Schaltstufe. Drehe mal gefühlvoll im Uhrzeigersinn, bis er einrastet. Dann sollte die UnCal LED verlöschen. Beim Drehen gegen den Uhrzeigersinn sollte sich die Zeitbasis mehr oder weniger linear vergrößern, das heißt, die angezeigten Abstände des Rechtecksignals sollten kleiner werden. Zu den Potis und Drehschaltern: Betätige die erst mal im ausgeschalteten Zustand rein mechanisch, also ordentlich hin- und herdrehen. Das reicht oft schon. Für die weitere Reinigung sind dann Isopropanol und eventuell Tuner-Spray sinnvoll. Kontakt 60 ist (Auf Dauer) schon etwas zu aggressiv und sollte wenn, nach der Anwendung gut gespült werden. Die Kontakte bzw. die Kontaktflächen insbesondere an den Drehschalten sind schon etwas delikat und sollten nur sehr vorsichtig behandelt werden. Eine mögliche Fehlerquelle für Kontaktprobleme können auch die Tastköpfe an sich sein, da die im Laufe der Zeit oft mehr als rau behandelt wurden. Im Zweifel nimm einfach mal ein Stückchen Schaltdraht und verbinde damit den Kalibrierausgang mit dem/den Eingängen. Aber ein großer Vorteil dieses Ozilloskops ist ja, wie Du schon selbst gesehen hast, dass es ohne Lüfter arbeitet und der Innenraum fast hermetisch abgeschlossen ist. Deshalb sehen die Teile oft auch noch nach Jahrzehnten innen wie neu aus. Auch sonst ist das Oszilloskop schon ein tolles Gerät, in meinen Augen den mehr gehypten TEK 465 usw. eher überlegen, unabhängig mal von der Speicherfunktion, dessen Bedienung natürlich Prinzip bedingt etwas Erfahrung benötigt. Es ist übrigens auch noch echte deutsche Wertarbeit, gefertigt in Böblingen. Man beachte nur die schöne Rohrschelle. Ob da wohl ein Klempner am Werk war? ;-) Mit besten Grüßen Murmelchen
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