PS2403D defekt

Gast #3883143
Moin,
Gestern ist mir mein PS 2403D von Conrad kaputt gegangen. Zum Hergang:
Ich habe links 12V eingestellt und ein CPU Lüfter mit ca 60mA laufen 
lassen. Rechts lief mit ca. 23V eine 100W LED bei ca. 5W. Nach ca. 1 
Minute ging plötzlich das Netzteil komplett aus. Die Sicherung war 
durchgebrannt. Vielleicht nicht gerade klug, habe ich die Sicherung 
durch eine identische ersetzt und die Last abgenommen. Anschließend 
Netzteil wieder angeschlossen und angeschaltet. Nach ein paar Sekunden 
gab es rechts im Gehäuse ein Funken und die rechten Anzeigen und LEDs 
gingen alle aus. Die linke schien kein Schaden genommen zu haben. Danach 
habe ich sofort wieder das Netzteil vom Netz getrennt.

Nun bin ich auf der Fehlersuche. Solange ich überhaupt keinen Ansatz 
habe, wo der Fehler liegt, würde ich das Netzteil ungerne erneut blind 
anschalten.

Ein erster Blick ins Netzteil offenbart keine defekten Bauteile. Die 
Quelle für den Funken konnte ich ebenfalls nicht ausmachen. Insgesamt 
sieht das Netzteil i.O. aus.

Mit dem Oszilloskop habe ich nun mal die Ausgänge des Trafos gemessen. 
Zwischen dem vorderen Anschluss und den anderen konnte ich ein 
Kondensator messen. Beim Vergleich mit der intakten Seite ist mir 
aufgefallen, dass die Messung zwischen vordersten Anschluss und den 
hinteren 3en ebenfalls ein Kondensator zu sehen ist, allerdings wird der 
angezeigte Kreis bei der intakten Seite "auseinander" gezogen. Also die 
obere Hälfte verschiebt sich weiter in positive x-Richtung und die 
negative ins negative. Dies konnte ich bei der defekten Seite nicht 
feststellen.
Ich weiß nicht genau, was das zu bedeuten hat, aber vll. sagt das schon 
was über den Fehler aus?

Wäre echt genial, wenn ihr mir da helfen könntet!

Schöne Grüße
Julian
Gast #3883327
Ich habe eine Stelle gefunden, die sehr nach einem Funkenschlag 
aussieht. (Siehe Bild) Eine Verbindung scheint nicht mehr zu bestehen. 
Das Oszilloskop zeigt mir ein Kondensator an, was nach Schaltplan C107 
sein wird.

Es handelt sich um die Verbindung S1-MC zwischen Spule und Relais Nr. 1.

Ich frage mich nun, wie es zu so etwas kommen kann? Lediglich eine 
schlechte Leiterplatte erwischt?

Ich würde die Verbindung überbrücken, frage mich allerdings, ob das der 
Auslöser für die Fehlfunktion war oder die Folge der Fehlfunktion.

Um euch die Suche zu ersparen, habe ich im Anhang den Schaltplan des 
Netzteils hochgeladen.
Angehängte Dateien:
Gast #3883411
Ich habe eben festgestellt, dass die Gleichrichterdioden zerstört zu 
sein schein. Eine ist ausgelötet und das Oszilloskop vermeldet ein 
Kurzschluss. Die restlichen 3 sind noch eingebaut, vermelden aber 
ebenfalls ein Kurzen. Stellt sich mir die Frage, wie 4 x 4A Dioden 
einfach so durchbrennen können?
Gast #3883463
Julian schrieb:
> Ich habe eben festgestellt, dass die Gleichrichterdioden zerstört zu
> sein schein. Eine ist ausgelötet und das Oszilloskop vermeldet ein
> Kurzschluss. Die restlichen 3 sind noch eingebaut, vermelden aber
> ebenfalls ein Kurzen. Stellt sich mir die Frage, wie 4 x 4A Dioden
> einfach so durchbrennen können?

Die durchgebrannte Leiterbahn ließ das vermuten. Aber wie vermisst man 
eine Diode mit dem Oszilloskop?
Gast #3883539
Julian schrieb:
> Nun bin ich auf der Fehlersuche.

Das Netzteil hat 2 Kanäle, du hast also immer eine Vorlage an der du 
messen kannst, wie es richtig wäre.

Natürlich kann eine Gleichrichterdiode defekt sein, auch der 
Endtransistor oder der shunt-Widerstand, und wenn man dann noch am Poti 
dreht auch das Poti und der RC1458.

Achtung beim Kauf eines neuen 2N3772: Es gibt viele Fälschungen mit viel 
zu kleinem Chip innendrin, die ruck-zuck wieder kaputt sind weil sie gar 
nicht den SOA Bereich aushalten.
Gast #3883716
@...
Mit dem Component-Tester. Damit erhält man die typische 
Dioden-Kennlinie.

@MaWin:
Der Endtransistor scheint i.O. zu sein. Ich habe die Kontakte nicht 
abgelötet, allerdings hat er im installierten Zustand das gleiche 
Oszilloskopbild wie beim linken Netzteil und ähnelt dem eines 
Transistors mit Kondensator.

Der Shunt, R401, scheint in Ordnung zu sein. Wäre das denn so 
problematisch, wenn dieser defekt wäre? Fällt dann nicht lediglich die 
Strommessung flach? Da ich keine Last habe, macht es ja eigentlich 
nichts aus, wenn das Netzteil dann hochregeln würde.

Bei mir ist ein 3773 verbaut, aber der scheint, wie gesagt, in Ordnung 
zu sein.
Gast #3883735
Wenn ich versuche C401 zu messen, bekomm ich ein Kurschluss angezeigt, 
aber in beiden Bereichen! Wieso ist das so? Ist der Kondensator zu groß 
für mein Oszilloskop?

Ich habe nun 2 defekte Gleichrichter-Dioden entfernt. Nun mess ich kein 
Kurzschluss mehr, sondern direkt die Diode das scheint mir in Ordnung. 
Doch würde ich behaupten, dass das eigentlich ja nicht die Ursache sein 
kann, sondern eher die Folge sein wird, oder nicht?
Gast #3883821
Julian schrieb:

> Der Endtransistor scheint i.O. zu sein.

Glück gehabt! Das teuerste Teil hat überlebt.

Wenn der Gleichrichter hin ist und die Regelung funktioniert, dann 
spricht das tatsächlich für Montags-Dioden. Kauf Dir mal einen neuen 
Satz 1N5408 oder was da so verbaut war und probier ob es das war.

Falls der Ausfall tatsächlich durch die Dioden verursacht wurde, würde 
ich die auf der anderen Seite vorsorglich auch ersetzen.
Gast #3883844
Mach mal Sockel für die Opamps rein, damit man die Dinger schnell 
wechseln kann. Bei meinem PS-405D (40V/5A) sind die Dinger schon 
mehrfach verreckt, speziell bei induktiven Lasten und damit verbundener 
Rückinduktion , z.B. beim Betrieb von Hochspannungskaskaden.
Gast #3883916
Dioden getauscht, angeschlossen und den berühmt berüchtigten Magic Smoke 
entdeckt :D

Die Dioden scheinen erneut hin... ich werde den Transistor mal richtig 
auslöten und durchmessen
Gast #3884051
Okay, ich hab mal alle Dioden rausgenommen, die sind hin. Und der dicke 
Kondensator scheint ebenfalls hin. Der wird nun als nächstes getauscht. 
Allerdings habe ich den nicht auf Lager :D

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