Elektronikgemeinde, ich habe folgenden Teil einer primitiven Schaltung: Eine Funk-Relaiskarte (4 Relais, Versorgungsspannung 12V, Nutzspannung 12V) schaltet mit einem seiner Kanäle ein weiteres Relais (Kfz-Relais, 40A, 12V, vermutlich ohne eingebaute Freilaufdiode). Bei der Relaiskarte gehe ich davon aus, dass eine Freilaufdiode verbaut wurde. Meine Frage ist: Benötigt das Kfz-Relais in diesem speziellen Fall ebenfalls eine Freilaufdiode oder kann bei der Konstellation eigentlich nichts passieren? Was passiert, wenn das Funk-Relais ausgeschaltet wird? Die Spannung an der Spule des Kfz-Relais fällt zusammen, die Last wird unterbrochen. Durch die Spule des Kfz-Relais wird nun eine hohe Spannungspitze erzeugt, deren Polarität umgekehrt zu den Spulenpolen ist. Diese Spannungsspitze führt ja gewöhnlich zu Problemen in der Schaltung bis hin zur Zerstörung eines Transistors, falls dieser zur Steuerung verwendet werden würde. In diesem Fall aber wurde die +12V-Leitung des Funk-Relais ja bereits getrennt, sodass hier kein Strom fliessen kann, der schädliches anrichten kann. Was passiert mit der Spannungsspitze in dem Fall? Die Spannung wird ja nicht lange Zeit wie in einer Batterie anliegen. Wäre also in diesem Fall eine Freilaufdiode für das Kfz-Relais als Schutz notwendig? Viele Grüße, Joe
Joesixpack schrieb: > In diesem Fall aber wurde die +12V-Leitung des Funk-Relais ja bereits > getrennt, sodass hier kein Strom fliessen kann, der schädliches > anrichten kann. Ja aber mit dem Abschalten der +12V Leitung unterbrichst du ja genauso die Spannungsversorgung der Spule worauf sie mit einem Spannungspeak antworten wird.
Marco schrieb: >> In diesem Fall aber wurde die +12V-Leitung des Funk-Relais ja bereits >> getrennt, sodass hier kein Strom fliessen kann, der schädliches >> anrichten kann. Aber klar doch: Der Strom fließt über die öffnenden/geöffneten Kontakte des "Funkrelais" und erzeugt einen Lichtbogen. Wie schlimm das ist, hängt von den Kontakten des Funkrelais und der Spule des KFZ-Relais ab. Jörg
Meinst du die Spule des ersten Relais oder des zweiten (Kfz-Relais)? Beim ersten Relais ist das klar aber dieses sollte auch bereits über eine Freilaufdiode verfügen. Es geht mit daher um die Spitze, die das zweite Relais auslöst.
Eine Freilaufdiode für das Hochlastrelais ist jedenfalls nicht von Schaden, denn ohne Freilaufdiode wird es sicherlich zu stärkeren Kontaktabbrand des Kleinleistungsrelais kommen und damit irgendwann zum Kontaktkleben, wenn beide Kontakte so eine Kraterlandschaft sind, das sie sich verhaken. Hatte ich nach 2 Jahren bei einem Renault 19 beim Intervallrelais, da ging der Scheibenwischer dann nicht mehr aus. Ich mußte dann immer mal herzhaft gegen das Armaturenbrett treten, damit das Relais abfiel. Mit der Zeit mußte ich doller treten. Irgendwann tauschte ich dann das Relais aus dem Intervallbaustein aus. Statt 75 (damals noch Mark) in der Werkstatt für ein Intervallrelais kostete mich das lediglich 4,95 :-) Gruß Gerald
Herzlichen Dank für eure Erläuterungen! Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass die Spannungsspitze so viel Energie hat, dass die Spannung am geöffneten Kontakt des ersten Relais überspringt (Lichtbogen). Aber um sicher zu gehen und dieses "Abbrennen" der Kontakte zu verhindern, werde ich die Freilaufdiode noch hinzufügen. Viele Grüße, Joe
Gerald B. schrieb: > Eine Freilaufdiode für das Hochlastrelais ist jedenfalls nicht von > Schaden, denn ohne Freilaufdiode wird es sicherlich zu stärkeren > Kontaktabbrand des Kleinleistungsrelais kommen und damit irgendwann zum > Kontaktkleben, wenn beide Kontakte so eine Kraterlandschaft sind, das > sie sich verhaken. Hatte ich nach 2 Jahren bei einem Renault 19 beim > Intervallrelais, da ging der Scheibenwischer dann nicht mehr aus. Ich > mußte dann immer mal herzhaft gegen das Armaturenbrett treten, damit das > Relais abfiel. Mit der Zeit mußte ich doller treten. Irgendwann tauschte > ich dann das Relais aus dem Intervallbaustein aus. Statt 75 (damals noch > Mark) in der Werkstatt für ein Intervallrelais kostete mich das > lediglich 4,95 :-) > > Gruß Gerald Lass mich raten, irgendwann musstest du so feste treten, dass nicht das Relais sondern das Armaturenbrett abfiel!? ;)
Joesixpack schrieb: > Es geht mit daher um die Spitze, die das zweite Relais auslöst. Diese Spitze beschädigt die Kontakte des ersten Relais, und kann auch anderweitig Schaden anrichten (Störimpuls im System). Mit einem sog. Löschglied direkt an der Spule des zweiten Relais kann das abgefangen werden. Hier bieten sich mehrere Möglichkeiten an. - RC-Glied - Varistor - Freilaufdiode - Funkenlöschstrecke - Längsdrosseln - Kondensatoren ... Kurt (RC-Glied: 10..100 Ohm und 0,1..1µf in Reihe) Der R verbrät die Leistung, der C entkoppelt die Gleichspannung vom R. . .
Joesixpack schrieb: > > Lass mich raten, irgendwann musstest du so feste treten, dass nicht das > Relais sondern das Armaturenbrett abfiel!? ;) Ähm, nö... der Scheibenwischer gab auf trockener Scheibe sehr unschöne Geräusche und während der Fahrt blind eine Sicherung zu ziehen, übertraf irgendwie die "Fertigkeiten", die man als ehemaliger Trabbifahrer zum Umschalten des Benzinhahnes auf Reserve im Beifahrerfußraum ohnehin schon hatte.
Joesixpack schrieb: > Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass die Spannungsspitze so viel Energie > hat, dass die Spannung am geöffneten Kontakt des ersten Relais > überspringt (Lichtbogen). Das "Überspringen" hängt nicht von der Höhe der Energie sondern von der Spannung ab. Und die steigt beim Abschalten eine Induktivität soweit an, bis ein Strom weiter fließen kann. Die Energie findet man dann im Lichtbogen wieder. Bei wenig Energie wird der Kontakt nur weniger geschädigt und "lebt" entsprechend länger. Ob also eine Diode notwendig oder sinnvoll ist, hängt vom Strom und von der Induktivität der Spule des 2. Relais ab, und wieviele Schaltspiele der Kontakt des 1. Relais aushalten soll. Gruß Dietrich
Joesixpack schrieb: > Was passiert, wenn das Funk-Relais ausgeschaltet wird? Die Spannung an Frage ist eher was passiert, wenn die Zündspule oder eine ANDERE Induktivität abgeschaltet wird: Dann wird eine negative Spannungspitze ins Bordnetz kommen, die Dir evtl. Deine schöne Schaltung zerhaut. Beitrag "Kfz Stromversorgungsfragen trotz dse-faq.elektronik"
Joesixpack schrieb: > Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass die Spannungsspitze so viel Energie > hat, dass die Spannung am geöffneten Kontakt des ersten Relais > überspringt (Lichtbogen). Bei Schaltspannungen unter 30V geht man üblicherweise nicht von einem (Dauer-)lichtbogen aus. Trotzdem bringt hier eine zusätzliche Diode einen Vorteil für die Lebensdauer des vorgeschaltetem Relais. Solche Zusatzdioden sind aber m.W. in normalen KFZ eher unüblich. Gruss Harald
Ich kann Dir aus praktischer Erfahtung bestätigen, dass die Abschaltfunken von einer Relais-Spule langfrisitg durchaus die Kontakte eines Relais beschädigen. 90% der Relais, die ich erneuert habe, waren genau deswegen defekt. Und sie wären ohne Nachrüsten eines Snubbers auch bald wieder kaputt gegangen.
Hallo! Das Schaltvermögen des Funkrelais wird doch irgendwo im Datenblatt für die Gebrauchskategorie DC13 (induktive Last bei Gleichstrom) angegeben sein? Ansonsten gelten mit Freilaufdiode die Werte für DC1 (ohmsche Last Gleichstrom).
Das Schaltvermögen des Funkrelais ist 10 oder 15 A aber ich denke das ist hinsichtlich des Problems mit der induzierten Spannungsspitze nicht von Bedeutung. Aber mir wurden ja schon viele hilfreiche Hinweise gegeben und das Nachrüsten der Freilaufdiode erscheint mir "alternativlos" :) Besten Dank!
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.