Hallo, wie gefährlich ist ESD bei bspw. Mainboardplatinen, was sollte beachtet werden, sind günstige ESD Armbänder genauso gut wie teuere, oder wo liegt der explizite Unterschied?
Weiß keiner ob es qualitative Unterschiede zwischen den einzelnen ESD Armbändern gibt? Falls es die gibt, wie sind diese (vor dem Kauf) zu erkennen?
ESDkämpfer schrieb: > wie gefährlich ist ESD bei bspw. Mainboardplatinen, was sollte beachtet > werden, sind günstige ESD Armbänder genauso gut wie teuere, oder wo > liegt der explizite Unterschied? ESD kann ein Mainboard zerstören - hatte den Fall tatsächlich. PC war eingeschalten, Funke auf die USB-Buchse. Rechner aus, Board tot (genau hab' ich mir nicht angesehen was kaputt war). ESD Equipment für einen Arbeitsplatz der Elektronik ist (so denke ich) nach ISO 900x vorgeschrieben. Qualitätsunterschiede sollte es keine großen geben. Ohne ESD-Schutz am industriellen Arbeitsplatz ist für mich ein NoGo. rgds
Es gibt qualitative Unterschiede. Die Dinger saugen sich mehr oder weniger schnell mit Schweiss voll und stinken dann. Wenn die Monteusen sie dann auswaschen, gammeln die Polymerfasern mehr oder weniger schnell vor sich hin und werden hochohmiger. Ausserdem verwandelt sich das Gummi darin mit der Zeit in klebrigen Schleim. D.h. alle paar Wochen bis Monate müssen die Dinger getauscht werden. Ob billig kaufen und öfter tauschen oder teuer kaufen und länger nutzen für Dein Anwendungsprofil besser passt musst Du selbst entscheiden.
Auf der Arbeit benutzen wir im Labor ESD-Schuhe und Mäntel. Zuhause habe ich mir eine Tischmatte mit Anschluss und Armband gekauft. Hatte bisher keine Probleme.
Ja also mir geht es auch mehr um den privaten Bereich, durch die Arbeit habe ich bereits ESD Schuhe und will mir eben noch ein ESD Armband zulegen. Habt ihr vielleicht gerade ein preis-/leistungstechnisches Produkt, welches ihr mir nennen könnt?
ESD-Armbänder sind (im privaten Bereich) unnötig, wenn man sich bewusst auf der (schwach leitenden) Arbeitsmatte entläd, bevor man Bauteile berührt. Ebenso berührt man erst einen leitenden Teil der Leiterplatte, auf die man das Bauteil lötet. Das Löteisen muss, wie die Arbeitsmatte, geerdet sein.
Knut Ballhause schrieb: > Das Löteisen muss, wie die Arbeitsmatte, > geerdet sein. Genauso wie der Stuhl und der Boden auf dem man arbeitet. Arbeite seit 20 Jahren mit FPGAs und ASICs ohne ESD und habe in meinem Leben noch keinen mit ESD kaputt bekommen.
Wie sieht es denn aus, wenn man Mainboard, Grafikkarte, etc. aus dem Gehäuse ausbauen muss (privat, nicht in der Firma), reicht es da wirklich schon, wenn man vorher kurz an die Heizung langt (an den nicht lackierten Teil), oder wäre für soetwas nicht ein ESD Armband gut?
Es reicht, das an Erde eingesteckte Gehaeuse zu beruehren. Dh wenn das Netzkabel eingesteckt ist.
Mainboard ausbauen, wenn das Netzkabel eingesteckt ist? Es handelt sich um einen neuen PC, bei dem erst der Prozessorlüfter montiert werden muss, um das zu machen, muss sehr wahrscheinlich das Mainboard ausgebaut werden.
Nochmal die Frage an die Computerbegabten, ich werde in den kommenden Tagen meinen frisch zusammengestellten PC erhalten und muss auf das Mainboard noch den Kühler anbringen. Um den Kühler zu montieren werde ich wohl nicht dran durchkommen das Mainboard auszubauen, wie würdet ihr das durchführen (rein esd-technisch)? Varianten wären: - Sich an der Heizung/Steckdose entladen - ESD Armband verwenden - Bei eingestecktem Netzstecker den Umbau durchführen - ...
1 reicht aus. 2 ist besser 3 bitte tue es nicht ziehe dir Klammotten an die sich nicht so stark aufladen. nakte Füßen auf Boden hilft auch. pack die Heitzung an. Immer den Netzstecker ziehen. Wenn du dich damit besser fühlst,nimm nen Mega ohm Wiederstand den an den grünen PE Leiter und damit kannst du dich und alle andere erden. aber bitte nicht direkt. Auch ein PE leiter kann defekt sein.
Im allgemeinen musst du das Mainboard aber nicht ausbauen, um einen Lüfter zu montieren. Normalerweise werden die auf das Mainboard geschraubt. Und das funktioniert auch mit eingebauten Mainboard problemlos.
Das Problem ist, dass es ein Kühler mit einem Backplate ist (der Alpenföhn Brocken Eco), das bedeutet, dass man an beide Seiten des Mainbards "rankommen" muss, daher ist ein Ausbau sehr wahrscheinlich. Das heißt ich werde wohl wie folgt vorgehen: 1. Entladen an Heizung 2. ESD Armband anlegen und an Erdung der Steckerleiste befestigen 3. ESD Schuhe anziehen (von der Arbeit) oder mit nackten füßen 4. PC auf einem Holztisch auseinander bauen Somit dürfte dann ja eigentlich nichts mehr passieren.
6A66 schrieb: > ESDkämpfer schrieb: >> wie gefährlich ist ESD bei bspw. Mainboardplatinen, was sollte beachtet >> werden, sind günstige ESD Armbänder genauso gut wie teuere, oder wo >> liegt der explizite Unterschied? > > ESD kann ein Mainboard zerstören - hatte den Fall tatsächlich. PC war > eingeschalten, Funke auf die USB-Buchse. Rechner aus, Board tot (genau > hab' ich mir nicht angesehen was kaputt war). > > ESD Equipment für einen Arbeitsplatz der Elektronik ist (so denke ich) > nach ISO 900x vorgeschrieben. Qualitätsunterschiede sollte es keine > großen geben. > Ohne ESD-Schutz am industriellen Arbeitsplatz ist für mich ein NoGo. > > rgds Der Rechner war eingeschaltet. Das erhöht die Chance der ESD-Zerstörung beträchtlich. Wahrscheinlich hat der Funken einen "latchup" getriggert" wobei das betreffende IC die Betriebsspannung kurzschließt. Und wenn dann genug Strom geliefert wird, brennt das Teil auf. Bei ausgeschaltetem Zustand muss der Funken die gesamte Zerstörungsenergie aufbringen, und dieser Fall ist eher unwahrscheinlich.
Okay, somit wäre ESD technisch alles notwendige gesagt, gibt es sonst irgendwelche Tipps, was man beachten solte beim Mainboard ausbau/einbau?
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