Wie teuer ist es ein Forschungsprojekt an einem Lehrstuhl in AUftrag zu geben?

Gast #3908046
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Hallo,

angenommen man möchte als Unternehmen ein Forschungsprojekt in Auftrag 
geben, das einen bestimmten Aufwand (messbar in Arbeitsstunden von einem 
Professor, Doktorand, etc.) bedeutet. Die Kosten für Geräte, Material, 
etc. sind ebenfalls bekannt (oder null).

Wie teuer wird so ein FOrschungsprojekt?
Gast #3908058
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Pro vollbeschäftigtem Mitarbeiter (Promotionsstudent) darfst du ca. 
80.000-115.000€/Jahr rechnen, wobei du aber davon ausgehen musst dass 
der Mitarbeiter nebenbei auch noch ein bisschen Lehre macht.
#3908062
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Diplom, bzw Masterarbeiten können "kostenneutral" sein. Der Aufwand für 
eine Betreuung und ggf. Kosten für benötigtes Material bleibt.
Sobald du damit einen wiss. Mitarbeiter beschäftigst musst du das Geld 
für die Stelle zahlen.
Frage direkt an passenden Instititen an, die machen sowas öfter und 
kennen die Varianten.
#3910021
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Man "bezahlt" da nicht für das Projekt, sondern "finanziert" die 
Stellenprozente. Also schau dir an, was diese Leute verdienen. Das 
dürfte ziemlich genau die Grössenordnung sein.

So richtig Auftragsforschung wird an Unis aber nicht betrieben. An den 
Unis wird eher langfristig, freier, grundlagenorientierter gearbeitet. 
Du wirst kaum hingehen können und jemand forscht dann 3 Monate für dich. 
Da müsstest du wohl mindestens eine Postdoc-Stelle oder eine 
Dissertation finanzieren können, also 1-5 Jahre. Aber auch da ist nichts 
mit einem genauen Auftrag.
#3910092
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> (Stundenlohn Professor + Stundenlohn Doktorand + etc.) * Arbeitsstunden
> + Materialkosten + Gerätekosten (falls Anschaffung notwendig) = Kosten
> für Projekt

Leider nicht richtig. Zumindest in Bayern ist es so, dass zu Vermeidung 
einer unfairen Konkurrenzsituation (Uni-MAs als billige Arbeitskraft für 
Industrieprojekte missbraucht) jetzt auf Vollkostenbasis gearbeitet 
werden muss. D.h. neben den offensichtlichen Arbeitgeberkosten (RV, KV, 
PV) kommen noch Infrastrukturkosten dazu (Strom, sonstige Energie, Büro, 
Verwaltung, ...). Zusätzlich wird dazu oft noch von der Verwaltung ein 
Overhead (10-20%) vorgeschrieben, was dem Uni-Etat allgemein 
zugutekommt. Damit kommt man dann für einen Doktoranden tatsächlich auf 
die scheinbar unglaublichen 100kEUR/Jahr (typischer Ansatz für 
Projektanträge). Davon sieht der Doktorand selbst nur ca. 40kEUR.

Desweiteren sind die Unis vom Rechnungshof jetzt auch gehalten, auf 
positive Verwertung durch die Uni zu achten. D.h. die juristischen 
Randbedingungen (Erfindungen, Patente, Lizenzen, etc.) werden ziemlich 
anstrengend. An der TUM geht kein Projektvertrag mehr ohne die sehr 
ausführliche und penibelste Begutachtung durch die Juristen der 
zentralen Verwaltung durch. Früher waren die Lehrstühle da ja teilweise 
recht blauäugig.

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