Forum: Offtopic Kontaktbezeichnungen Schaltgeräte


von Helge A. (besupreme)


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Mir fällt grad auf, ich hab kein Dokument zum Nachschlagen dafür:

Im Steuerungsbau haben Sensoren, Aktoren, Befehlsgeräte, Schütze usw. 
Bezeichnungen an den Klemmen, die sich nach der Funktion richten. 
Manchmal weichen diese Komponenten aber auch vom üblicherweise 
verwendeten ab. Beispiel sind entweder E../A.. oder I../O.. oder I../Q.. 
für Ein- und Ausgänge, die Kontaktnummern ..1/..2 für Öffner und ..3/..4 
für Schließer.

Wenn ich den Kram vor mir hab, ist mir die Funktion klar. Aber gibts 
dafür ein "offizielles Dokument"? Gooogle kaputt.. ;)

von Dennis H. (t1w2i3s4t5e6r)


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Auf alle Fälle, irgend ne EN DIN Norm, deren Nummer ich gerade nicht im 
Kopf habe. Für ANSI Norm, also USA gibts sowas auch, die haben natürlich 
andere Nummern, weil die viel cooler sind.


Dennis

Edit sagt: Lt. diesem Link:

http://www.moeller.net/binary/ver_techpapers/ver956de.pdf

auf Seite 3 werden alle Bezeichnungen und Funktionsweisen in der 
IEC/EN60 947 beschrieben.


Dennis

von Helge A. (besupreme)


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Naja. 1409 Euro ist mir das nit wert für die passende ÖNORM.

Ist diese Praxis eigentlich noch rechtlich haltbar, daß 
rechtsverbindliche Normen nur käuflich zu erstehen sind? Ich dachte, 
mittlerweile müssen alle Gesetze frei im Netz verfügbar sein? Und diese 
Normen sind doch Teil von Gesetzen, oder?

von Sven L. (sven_rvbg)


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Zum Thema Möller,
die haben ein Schaltungsbuch, das es online oder gedruckt gibt.

http://www.moeller.net/de/support/wiring_manual.jsp

Ist recht interessant!


Viele Grüße!

von Dennis H. (t1w2i3s4t5e6r)


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Helge A. schrieb:
> Ich dachte,
> mittlerweile müssen alle Gesetze frei im Netz verfügbar sein? Und diese
> Normen sind doch Teil von Gesetzen, oder?

Diese Disskusion wurde hier schon 1292483578mal ohne jegliches Ergebnis 
geführt. Es sind keine Gesetze, es sind Normen, die ein Verband, der 
genauso wirtschaften muss, bereit stellt. Dass Versicherungen und 
Bauträger sich immer und immer wieder auf die Normen dieses Verbands 
beziehen kann niemand ändern.

Ursprünglich haben sich einfach mal die Elektriker zusammen getan und 
haben eine Norm erfunden, nach der sie sich alle verpflichtet haben, zu 
arbeiten. In den Anfängen ging es vorallem um Kabelfarben und solche 
einfachen Dinge. Auch das steht in der VDE und wir sind alle froh 
darüber, wenn sich alle daran halten. Da es die Politik aber bis heute 
nicht auf die Reihe gebracht hat, selbst eigene Gesetze dazu zu 
beschliessen, weil es ja bereits etwas wie die VDE's gibt, muss ich 
dafür eben bezahlen, weil Normung nunmal Ausgaben bedeutet und der Staat 
sich an diesen Ausgaben nicht beteiligt. Schließlich kann man eine 
Strombelastbarkeit von Leitungen nur durch probieren verlässlich 
rausfinden. Und wenn du als Hausbesitzer Stromenergie beziehen willst 
steht in jedem Vertrag darüber drin, dass die angeschlossene 
Installation den VDE's zu entsprechen hat. Um das halbwegs zu 
kontrollieren darf nur ein als Elektriker eingetragener Handwerker einen 
Zähler beantragen. Wen würde dieser Passus sonst interessieren?

Sicher gibt es in den VDE'S den ein oder anderen Passus, der sehr 
fragwürdig ist und warsch nur durch eine Hersteller-Lobby zu begründen 
ist. Aber beim Großteil der Normen bin ich sehr Dankbar, dass es sie 
gibt. Ein B16 Automat ist nur so billig, weil er ständig eingesetzt 
wird. Und er wird deshalb ständig eingesetzt, weil der 
Mindestquerschnitt nach VDE 1,5mm² beträgt. Und bis auf wenige Ausnahmen 
verträgt dieses Kabel nach VDE reichlich 16A. Das könnte man noch viel 
weiter führen.

Dafür, dass ich eigentlich nichts dazu schreiben wollte ist es doch ein 
ganz schön langer Text geworden. Aber vielleicht verstehen wieder ein 
paar mehr, warum die VDE's verbindlich sind und trotzdem Geld kosten.


Dennis

von peter b. (raeusper)


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Noch etwas:
Sie (die Normen) stellen den "Stand der Technik" dar (und beschreiben 
nur Mindestsicherheitsanforderungen), dies wird von vielen Sachkundigen 
anerkannt.
Daher nimmt die Justiz sie auch gerne als Basis/Massstab und Hilfe für 
Entscheidungen.
Sie sind aber kein Gesetz und haben auch keinen hier oft zitierten 
"Gesetzescharakter".

Wer für sich bastelt darf alles (Darwin Award), wer 
Produkte/Geräte/Teile andern verkäuft bzw. in Verkehr bringt hat 
Verantwortung zu tragen.
Das kann er mit Hilfe von Standards (einfach) oder/und seines eigenen 
Kopfes (schwierig) machen.

von Willi W. (williwacker)


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Aber dann gibt es auch noch die Europäischen Richtlinien 
(Maschinenrichtlinie, EMV-Richtlinie, und und und), die in der Tat 
Gesetzesrang haben und somit eingehalten werden müssen. Ab dem Moment, 
wo man eine z.B. EG-Baumusterprüfung benötigt, die man sich z.B. beim 
TÜV "holen" kann, wird die Einhaltung von entsprechenden Normen 
erwartet.

Sich and die Normen zu halten ohne die Norm im Regal stehen zu haben, 
ist mutig. Es geht, aber wenn der TÜV dann "So nicht" sagt, sind die 
Folgekosten deutlich höher als die Norm.

"Natürlich" darf die Norm auch nicht weitergegeben werden, nicht einmal 
für die eigenen Zwecke kopiert. Hält man sich dran, schafft man immer 
mit dem Original, also incl. Kaffeeflecken, und was es sonst noch so im 
Büro gibt.

Halten muss man sich nur an die EG-Richtlinie, alles andere ist 
Eigenverantwortung. Hat man jedoch eine EG-Baumusterprüfung, dreht sich 
die Beweispflicht im Falle eines Falles um. Es ist ein erheblicher 
Unterschied, ob man beweisen muss, alles richtig gemacht zu haben, oder 
ob einem nachgewiesen werden muss, einen Fehler gemacht zu haben, der 
für diesen Fall ursächlich ist.

Aber die Normen sind wirklich schweineteuer! Die komplette 61508 (ich 
glaube 7 Teile + Anhang) liegt bei etwa 1000 Euronen.

von Helge A. (besupreme)


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In AT sind etwa 1000-1200 Normen mit Gesetzesrang, einige davon auch 
elektrotechnische.

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