Hallo zusammen, ich studiere Wirtschaftsinformatik an Universität Mannheim und befinde mich im vorletzten Semester meines Masters. Nächstes Semester werde ich meine Master-Thesis schreiben, welche sich mit der Fallerkennung von älteren Menschen beschäftigen soll. Grob zusammengefasst besteht meine Aufgabe darin, ein Gerät zu bauen, dass am Körper getragen werden kann, und einen Algorithmus zu erstellen der anhand der Messwerte erkennt ob eine Person gefallen ist oder nicht. Es existieren bereits einige Prototypen die sich mit dieser Thematik beschäftigen, daher hab ich eine grobe Idee davon über welche Sensoren die benötigten Messwerte erhoben werden können. Mir fehlt aber völlig das Verständnis dafür, welche "Kleinigkeiten" benötigt werden um die einzelnen Komponenten mit einander zu verbinden etc. Ich bin Softwareentwickler und habe im Bereich der digitalen Elektronik vom Tuten und Blasen keine Ahnung!!! Ich würde gerne wissen ob ihr mir Literatur und Starter-Kits empfehlen könnt, mit denen ich vorab kleinere Projekte angehen kann um erste Erfahrungen zu sammeln (z.B. mit einem µC und einer LED). Also ich wollte euch bitten ob ihr mir einen Einstieg zum Einstieg schaffen könntet :)
Michel Klein schrieb: >Mir fehlt aber völlig das Verständnis dafür, welche "Kleinigkeiten" benötigt >werden um die einzelnen Komponenten mit einander zu verbinden etc. Das ist nicht leicht rüber zu bringen. Es fehlt offensichtlich an den Grundlagen der Elektrotechnik. Ich habe kurz gegooglet und etwas gefunden, dass für dich gut passen könnte: books.google.at/books?isbn=3955611167 Das Buch dürfte von Null an alles grundlegend erklären. Edit: Lass fürs Erste alles was mit Mikrocontrollern (auch Arduino) zu tun hat weg und lese nur die Grundlagen.
Michel Klein schrieb: > Ich bin Softwareentwickler und habe im Bereich der digitalen Elektronik > vom Tuten und Blasen keine Ahnung!!! Und, Oder, Nicht. Noch nie gehört?
Klaro schrieb: > Michel Klein schrieb: >> Ich bin Softwareentwickler und habe im Bereich der digitalen Elektronik >> vom Tuten und Blasen keine Ahnung!!! > > Und, Oder, Nicht. > Noch nie gehört? Okay logische Verknüpfungen kenne ich schon ;)
Wäre Arduino nicht derart verschrieen, würde ich ein solches Board empfehlen. Leider hat man in dem Moment aber sofort die Hasskappe einiger Lowlevelbastler auf sich gezogen.
Wie wäre es mit einem der MSP430-Launchpads? Sehr günstig zu bekommen und mit vollständigem Ökosystem. Und es ist kein Arduino.
Michel Klein schrieb: > Grob zusammengefasst besteht meine > Aufgabe darin, ein Gerät zu bauen, dass am Körper getragen werden kann, > und einen Algorithmus zu erstellen der anhand der Messwerte erkennt ob > eine Person gefallen ist oder nicht. Totmann (also Person liegt) oder den Sturz an und für sich erkennen?
Michel Klein schrieb: > ..., daher hab ich eine grobe Idee davon über welche Sensoren > die benötigten Messwerte erhoben werden können. Mir fehlt aber völlig > das Verständnis dafür, welche "Kleinigkeiten" benötigt werden um die > einzelnen Komponenten mit einander zu verbinden etc. Die Art, wie die Sensoren verbunden werden müssen, hängt sehr von den Sensoren ab. Eine EEG-Elektrode wirst du mit ganz anderen "Kleinigkeiten" verbinden müssen, als einen Beschleunigungssensor mit integrierter Signalaufbereitung und digitaler Schnittstelle. Ein paar Grundlagen wirst du in jedem Fall brauchen, aber für zielgerichtete Tips wäre es gut, wenn du genauer beschreibst, wie weit deine Vorstellungen zur Messtechnik schon fortgeschritten sind und was du ggf. einsetzen möchtest.
Vielen Dank für die zahlreichen Antwort :) Wolfgang schrieb: > Michel Klein schrieb: >> ..., daher hab ich eine grobe Idee davon über welche Sensoren >> die benötigten Messwerte erhoben werden können. Mir fehlt aber völlig >> das Verständnis dafür, welche "Kleinigkeiten" benötigt werden um die >> einzelnen Komponenten mit einander zu verbinden etc. > > Die Art, wie die Sensoren verbunden werden müssen, hängt sehr von den > Sensoren ab. Eine EEG-Elektrode wirst du mit ganz anderen > "Kleinigkeiten" verbinden müssen, als einen Beschleunigungssensor mit > integrierter Signalaufbereitung und digitaler Schnittstelle. > > Ein paar Grundlagen wirst du in jedem Fall brauchen, aber für > zielgerichtete Tips wäre es gut, wenn du genauer beschreibst, wie weit > deine Vorstellungen zur Messtechnik schon fortgeschritten sind und was > du ggf. einsetzen möchtest. in den 17 Prototypen wurde fast immer ein Tri-Axis-Accelerometer verwendet. Den werde ich aufjedenfall auch nutzen. Manche System kombinierten den Accelerometer mit einem Gyroscope. Da bin ich mir noch nicht sicher ob ich den verwenden werde. Ich brauche aufjedenfall eine mobile Stromquelle. Da habe ich an einen Li-Ion Akku gedacht. Außerdem werde ich einen einen Mikroprozessor brauchen um die Daten zu Analysen die von den Sensoren gelesen werden und aufgrund dieser Daten werde ich dann entscheiden ob es sich um einen Stutz handelt oder nicht. Im Falle eines Sturzes werde ich diesen Melden, daher wird außerdem noch ein Kommunikationsadapter benötigt (eventuell Bluetooth). Also fassen wir zusammen: - Accelerometer - Microprozessor - Li-Ion Akku - Kommunikationsadapter (vielleicht Bluetooth) - (Gyroscope) Hinzu kommt dass das ganze so kompakt wie möglich verbaut werden sollte, damit man das Gerät bequem an der Hüfte tragen kann.
G. L. schrieb: > Michel Klein schrieb: > >> Grob zusammengefasst besteht meine >> Aufgabe darin, ein Gerät zu bauen, dass am Körper getragen werden kann, >> und einen Algorithmus zu erstellen der anhand der Messwerte erkennt ob >> eine Person gefallen ist oder nicht. > > Totmann (also Person liegt) oder den Sturz an und für sich erkennen? Genau das ein Teil der Komplexität. In manchen Fällen der Körper eine horizontale Position ein (also Person liegt) nach einem Sturz. Manchmal stürzt man aber auch bei hinauflaufen einer Truppe. Dann ist es keine horizontale Position. Im Grunde sollten alle Arten von Stürzen erkannt werden können
sowas gibts im Handel unter dem Namen "Smartphone" so billig zu kaufen, dass sich selbermachen nicht lohnt. lg Chris
STK500-Besitzer schrieb: > Wäre Arduino nicht derart verschrieen, würde ich ein solches Board > empfehlen. > Leider hat man in dem Moment aber sofort die Hasskappe einiger > Lowlevelbastler auf sich gezogen. Was ist denn das Problem mit Arduino?
Ich weiß das ein Smartphone alle Komponenten enthält die man für die Aufgabe bräuchte. Das ist aber nicht meine Aufgabe. Ein eigenes Gerät zu entwickeln nimmt einen großen Teil meiner Arbeit ein und daher für mein Ergebnis sehr wichtig.
Mir kommt da ein weiterer Punkt in den Sinn: Ich erinnere mich gut an meine beiden Opas, besonders einer von beiden war am Ende alles andere als "gut zu Fuß" und hat sich eben immer, wenn er sich in ein Sessel gesetzt hat, quasi "fallen lassen". - Auch diesen Fall (welch Wortwitz! oh Gott, bin ich witzig...) gilt es zu berücksichtigen. Stelle ich mir durchaus schwer vor, das von einem Sturz beispielsweise auf der Treppe oder aus dem Bett zu erkennen.
Michel Klein schrieb: > Was ist denn das Problem mit Arduino? Such mal nach "Arduino" hier im Forum! ;)
Michel Klein schrieb: > in den 17 Prototypen wurde fast immer ein Tri-Axis-Accelerometer > verwendet. ... Manche System kombinierten den Accelerometer mit > einem Gyroscope. Wenn du ein MEMS wie den MPU6050 o.ä. verwendest, hast du beides in einem Chip - schon mit einem seriellen, digitalen Interface.
Stefan Schmidt schrieb: > Mir kommt da ein weiterer Punkt in den Sinn: Ich erinnere mich gut > an > meine beiden Opas, besonders einer von beiden war am Ende alles andere > als "gut zu Fuß" und hat sich eben immer, wenn er sich in ein Sessel > gesetzt hat, quasi "fallen lassen". - Auch diesen Fall (welch Wortwitz! > oh Gott, bin ich witzig...) gilt es zu berücksichtigen. Stelle ich mir > durchaus schwer vor, das von einem Sturz beispielsweise auf der Treppe > oder aus dem Bett zu erkennen. Ja das ist ein großes Problem. Besonders weil die Tests immer von jungen Leuten ausgeführt werden. Die Prototypen weisen immer sehr gute Ergebnisse in den Testläufen auf, sobald ein Prototyp mal von älteren Leuten getragen werden, kommt es oft zu Falschmeldungen. Mein Vorteil ist dabei, dass ich auf die Messwerte und Daten der bestehenden Systeme mehr oder weniger zugreifen kann. Vielleicht bekomme ich es verbessert ;)
Wolfgang schrieb: > Michel Klein schrieb: >> in den 17 Prototypen wurde fast immer ein Tri-Axis-Accelerometer >> verwendet. ... Manche System kombinierten den Accelerometer mit >> einem Gyroscope. > Wenn du ein MEMS wie den MPU6050 o.ä. verwendest, hast du beides in > einem Chip - schon mit einem seriellen, digitalen Interface. Hört sich gut an, vielen Dank. Kommt mit auf die Liste. Ich kann das im moment leider nur gar nicht bewerten. Hoffentlich nach dem ich tiefer im Thema drin bin.
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