Gast
#3917837
Hallo, während es bei den ohmschen Widerständen, den Kondensatoren, Dioden, Transistoren nicht schwer ist auch die erweiterten Grundlagen zu verstehen, und durch eigene Experimente und Messungen nach zu vollziehen sieht das bei Induktivtäten doch anders aus. Die Induktivität in Henry kann noch (scheinbar) recht einfach gemessen werden, aber schon die Messfrequenz hat einen Einfluss auf das Ergebnis - und dummerweise, abhängig von Kernmaterial, ist der Einfluss aber verschieden stark ausgeprägt. Hat man einen Unbekannten Widerstand, Kondensator ist durch Messung und Praxiswissen schon viel, für die meisten Anwendungen heraus zu finden (auch ohne Datenblatt und tiefgreifende Kenntnisse). Wenn man aber eine unbekannte Induktivität "vor die Füße geworfen bekommt" stehen die meisten (auch ich) auf den sprichwörtlichen Schlauch. Erst mal sind viele Induktivtäten nicht (sinnvoll) bezeichnet - insbesondere wenn sie in Form von Transformatoren/Wandler auftauchen. Jetzt Messe ich die Induktivität und bekomme ein Ergebnis - da ich aber von den unbekannten Induktiven Bauteil nicht weis woher es stammt bzw. wofür es eingesetzt wurde ist dieses Ergebnis schwer zu bewerten. Um es auf den Punkt zu bringen: Wie finde ich heraus für welchen Einsatzzweck (z.B. Frequenzbereich, Bandbreite, Filteranwendung usw.) ein Induktives Bauteil ohne sinnvolle Bezeichnung geeignet ist? Wie finde ich heraus wann das Kernmaterial in Sättigung kommt, ob es ein Ferrit, ein Pulvereisenkern oder... ist? Irgendwie sind für mich (und wohl auch viele andere) Induktive Bauteile deren Berechnung und Messung für Anwendungen in der Praxis ein Buch mit sieben Siegeln, vor allem wenn man nicht auf neues Material mit vorhandenen Datenblatt und Anwendungsbeispielen zurückgreifen kann. (Oder in Application Notes von z.B. Schaltregler ICs geeignete Spulen empfohlen werden). Wer kann helfen ? mfg Henry L.