Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Datenerfassung mit Oszi am PC


von Christopher Johnson (Gast)


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Hat jemand von euch Erfahrung mit der Datenerfassung von Oszis am PC per 
LXI, insbesondere mit Matlab?

Mir ist bewusst das es die Instrument Control Toolbox gibt und mir ist 
natürlich auch klar das die was kostet.

Interessieren würde mich vor allem welchen Durchsatz man allgemein bei 
LXI erreichen kann, also Samples/s.

Das ganze muss nicht in "Echtzeit" verwertet werden. Es geht lediglich 
darum bei verschiedensten analogen Sensoren direkt ein Oszi dranhängen 
zu können, ohne sich die Arbeit mit einer Eigenbaulösung mit AD-Wandler 
samt Frontend machen zu müssen. Es geht genau genommen um 
Forschungsprojekte an einem Institut, bei denen die Stückzahl 
normalerweise genau eins ist.

Labview und die ganzen NI Produkte kenne ich aber es wäre natürlich 
Verschwendung wenn es auch einfacher und günstiger ginge, zumal hier 
wirklich jeder mit Matlab arbeitet und eine direkte Anbindung sicher 
nicht verkehrt ist.

von Stefan F. (Gast)


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Oszilloskope (zumindest die mir bekannten) zeichnen kurze Serien von ADC 
Wandlungen auf, um sie anschließen anzuzeigen oder abzuspeichern. Bei 
meinem Oszilloskop sind das immer ca 1500 Samples.

Erst wenn so ein paket gespeichert/übertragen ist, kann die Nächste 
Messung stattfinden.

Eine kontinuierliche Messung ist daher gar nicht möglich. Es ist eher 
wie eine Serie von aufeinanderfolgenden Screenshots (allerdings die 
Rohdaten dazu, nicht die Bilder).

von Christopher Johnson (Gast)


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Ich bin mir relativ sicher das man bei den Oszis heutzutage so etwas wie 
einen kontinuierlichen Scan per GPIB bzw. LXI "befehlen" kann.

Hier das habe ich auf die schnelle dazu gefunden:

http://ftp.datx.com/Public/Web/Docs/MEASURpoint/SCPI_Measurement.pdf#G6.1001543

Mich würde eben vor allem interessieren wie so die praktischen 
Erfahrungen damit sind.

von Alex (Gast)


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>>Interessieren würde mich vor allem welchen Durchsatz man allgemein bei
LXI erreichen kann, also Samples/s.

Die Samples/s sind so, wie das Oszi kann.

Wie schon beschrieben, gibt es - meines Wissens - nur den Block-Modus 
(Single-Trigger).

>> Ich bin mir relativ sicher das man bei den Oszis heutzutage so etwas wie
einen kontinuierlichen Scan per GPIB bzw. LXI "befehlen" kann.

Wie soll das allgemein gehen? Das Oszi macht locker MSPs mit mehreren 
Kanälen, wie soll das übertragen werden. Was soll das Oszi machen, wenn 
der PC die Daten nicht schnell genug abholt?

Einen Streaming-Modus gibt es zumindest bei meinem Agilent nicht!
Wenn dann müsstest du in der LXI-Beschreibung des Oszis dazu etwas 
finden.
Außerdem fand ich es für die (EXCEL-)Auswertung lästig, dass nicht nur 
der Y-Wert, sondern noch etliche Zusatzinfos (Timestamp, Kanal,...) 
mitgeschickt wurden. Außerdem arbeitet LXI fast ausschließlich mit 
Strings...

von Christopher Johnson (Gast)


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Alex schrieb:
> Wie soll das allgemein gehen? Das Oszi macht locker MSPs mit mehreren
> Kanälen, wie soll das übertragen werden. Was soll das Oszi machen, wenn
> der PC die Daten nicht schnell genug abholt?

Quasi wie ein getakteter Single-Trigger bei dem alle Werte bis auf einen 
verworfen werden und das dann in einen circularen Buffer geschrieben 
wird. Wird nicht schnell genug abgeholt gibt's natürlich Probleme das 
ist klar. Ich dachte eben das solche sachen in dem ganzen LXI-Standard 
in irgendeiner Form "intelligent" gelöst wären.

Alex schrieb:
> Außerdem arbeitet LXI fast ausschließlich mit
> Strings...

OK, das wusste ich zum Beispiel noch nicht. Das alleine erzeugt ja schon 
einen gigantischen Overhead.

Ich dachte es wäre bei modernen Oszis ohne größeren Aufwand möglich 100 
kSamples/s + X über die LAN-Schnittstelle zu schicken aber ich war da 
wohl voll auf dem falschen Dampfer.

Trotzdem Danke für die schnelle Antwort.

von tuzk (Gast)


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zum datentransfer zum PC:
Python mit Pyvisa, das ist eswas günstiger als Matlab :)

von Christopher Johnson (Gast)


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tuzk schrieb:
> Python mit Pyvisa, das ist eswas günstiger als Matlab :)

Danke für den Hinweis. Pyvisa kannte ich bisher noch nicht.

Allgemein denke ich das als Backend auch Sigrok ( www.sigrok.org ) ein 
sehr großes Potential hat.

Was die Verarbeitung von Daten angeht habe ich leider bisher noch nichts 
gefunden, was als Matlab-Ersatz ernsthaft in Frage kommt. Dabei geht es 
aber nicht um die Skripte, sondern vor allem um Simulink, also um 
graphische "Programmierung" und Aufbereitung von Daten.

So wie es derzeit aussieht hat da für mich Modelica (Dymola, JModelica, 
usw.) noch die größten Chancen dieses Monopol zu brechen, allerdings 
gibt es da - so wie es für mich aussieht - noch keine so große 
Unterstützung von Seiten der Dritthersteller.

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