Hat jemand von euch Erfahrung mit der Datenerfassung von Oszis am PC per LXI, insbesondere mit Matlab? Mir ist bewusst das es die Instrument Control Toolbox gibt und mir ist natürlich auch klar das die was kostet. Interessieren würde mich vor allem welchen Durchsatz man allgemein bei LXI erreichen kann, also Samples/s. Das ganze muss nicht in "Echtzeit" verwertet werden. Es geht lediglich darum bei verschiedensten analogen Sensoren direkt ein Oszi dranhängen zu können, ohne sich die Arbeit mit einer Eigenbaulösung mit AD-Wandler samt Frontend machen zu müssen. Es geht genau genommen um Forschungsprojekte an einem Institut, bei denen die Stückzahl normalerweise genau eins ist. Labview und die ganzen NI Produkte kenne ich aber es wäre natürlich Verschwendung wenn es auch einfacher und günstiger ginge, zumal hier wirklich jeder mit Matlab arbeitet und eine direkte Anbindung sicher nicht verkehrt ist.
Oszilloskope (zumindest die mir bekannten) zeichnen kurze Serien von ADC Wandlungen auf, um sie anschließen anzuzeigen oder abzuspeichern. Bei meinem Oszilloskop sind das immer ca 1500 Samples. Erst wenn so ein paket gespeichert/übertragen ist, kann die Nächste Messung stattfinden. Eine kontinuierliche Messung ist daher gar nicht möglich. Es ist eher wie eine Serie von aufeinanderfolgenden Screenshots (allerdings die Rohdaten dazu, nicht die Bilder).
Ich bin mir relativ sicher das man bei den Oszis heutzutage so etwas wie einen kontinuierlichen Scan per GPIB bzw. LXI "befehlen" kann. Hier das habe ich auf die schnelle dazu gefunden: http://ftp.datx.com/Public/Web/Docs/MEASURpoint/SCPI_Measurement.pdf#G6.1001543 Mich würde eben vor allem interessieren wie so die praktischen Erfahrungen damit sind.
>>Interessieren würde mich vor allem welchen Durchsatz man allgemein bei LXI erreichen kann, also Samples/s. Die Samples/s sind so, wie das Oszi kann. Wie schon beschrieben, gibt es - meines Wissens - nur den Block-Modus (Single-Trigger). >> Ich bin mir relativ sicher das man bei den Oszis heutzutage so etwas wie einen kontinuierlichen Scan per GPIB bzw. LXI "befehlen" kann. Wie soll das allgemein gehen? Das Oszi macht locker MSPs mit mehreren Kanälen, wie soll das übertragen werden. Was soll das Oszi machen, wenn der PC die Daten nicht schnell genug abholt? Einen Streaming-Modus gibt es zumindest bei meinem Agilent nicht! Wenn dann müsstest du in der LXI-Beschreibung des Oszis dazu etwas finden. Außerdem fand ich es für die (EXCEL-)Auswertung lästig, dass nicht nur der Y-Wert, sondern noch etliche Zusatzinfos (Timestamp, Kanal,...) mitgeschickt wurden. Außerdem arbeitet LXI fast ausschließlich mit Strings...
Alex schrieb: > Wie soll das allgemein gehen? Das Oszi macht locker MSPs mit mehreren > Kanälen, wie soll das übertragen werden. Was soll das Oszi machen, wenn > der PC die Daten nicht schnell genug abholt? Quasi wie ein getakteter Single-Trigger bei dem alle Werte bis auf einen verworfen werden und das dann in einen circularen Buffer geschrieben wird. Wird nicht schnell genug abgeholt gibt's natürlich Probleme das ist klar. Ich dachte eben das solche sachen in dem ganzen LXI-Standard in irgendeiner Form "intelligent" gelöst wären. Alex schrieb: > Außerdem arbeitet LXI fast ausschließlich mit > Strings... OK, das wusste ich zum Beispiel noch nicht. Das alleine erzeugt ja schon einen gigantischen Overhead. Ich dachte es wäre bei modernen Oszis ohne größeren Aufwand möglich 100 kSamples/s + X über die LAN-Schnittstelle zu schicken aber ich war da wohl voll auf dem falschen Dampfer. Trotzdem Danke für die schnelle Antwort.
zum datentransfer zum PC: Python mit Pyvisa, das ist eswas günstiger als Matlab :)
tuzk schrieb: > Python mit Pyvisa, das ist eswas günstiger als Matlab :) Danke für den Hinweis. Pyvisa kannte ich bisher noch nicht. Allgemein denke ich das als Backend auch Sigrok ( www.sigrok.org ) ein sehr großes Potential hat. Was die Verarbeitung von Daten angeht habe ich leider bisher noch nichts gefunden, was als Matlab-Ersatz ernsthaft in Frage kommt. Dabei geht es aber nicht um die Skripte, sondern vor allem um Simulink, also um graphische "Programmierung" und Aufbereitung von Daten. So wie es derzeit aussieht hat da für mich Modelica (Dymola, JModelica, usw.) noch die größten Chancen dieses Monopol zu brechen, allerdings gibt es da - so wie es für mich aussieht - noch keine so große Unterstützung von Seiten der Dritthersteller.
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