(Universal-)Öl für die Werkstatt

#3926702
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Hi,

in der Werkstatt und bei eigenen Basteleien gibts öfter mal was zu 
schmieren. Seien es irgendwelche Gelenkverbindungen, offene Kugellager 
oder Gleitbahnen/Führungen.

Ich suche ein viskoses Öl mit denen ich die meisten dieser Fälle 
abdecken kann.

Was soll ich denn da nehmen? Ballistol ist mir im allgemeinen zu 
dünnflüssig. Das nehme ich nur bei ganz filigraner Mechanik.

Einfach Motoröl? Bringt Leichtlauf-Öl mit seinen Additiven einen Vorteil 
hinsichtlich der Schmierwirkung und Verschleißminderung? Oder wie wärs 
mit Bettbahnöl?

lg
#3926720
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Motoröl ist oftmals gut, aber nicht allergiefrei.

Bettbahnöl ist Getriebeöl und sehr zäh und säurehaltig.

Ballistol (das echte, nicht die tausend Sachen die die heute unter dem 
Namen verkaufen) ist Weissöl, könnte man trinken, ist aber nicht 
wärmefest.

WD40 ist Petroleum und verdunstet fast vollständig, da ist Caramba 
deutlich besser.

nicht verharzende Öle sind oft Silikonöle was nicht so gut schmiert wie 
Mineralöl oder Weissöle

Alles ist ein Kompromiss. Weissöle gibt es auch billiger als mit dem 
Markennamen Ballistol.

http://www.produktinfo.conrad.com/datenblaetter/875000-899999/892601-si-01-de-KOMET_UNIVERSAL_OEL_100ML.pdf
Gast #3926748
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Michael Bertrandt schrieb:
> Motoröl ist oftmals gut, aber nicht allergiefrei.
>
> Bettbahnöl ist Getriebeöl und sehr zäh und säurehaltig.
>
> Ballistol (das echte, nicht die tausend Sachen die die heute unter dem
> Namen verkaufen) ist Weissöl, könnte man trinken, ist aber nicht
> wärmefest.
>
> WD40 ist Petroleum und verdunstet fast vollständig, da ist Caramba
> deutlich besser.
>
> nicht verharzende Öle sind oft Silikonöle was nicht so gut schmiert wie
> Mineralöl oder Weissöle
>
> Alles ist ein Kompromiss. Weissöle gibt es auch billiger als mit dem
> Markennamen Ballistol.
>
> http://www.produktinfo.conrad.com/datenblaetter/87...

Billiger mag sein, aber das verlinkte Datenblatt enthält schon einige 
Sachen, die es deutlich von Ballistol unterscheiden:
1
- Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein
2
- Bei Berührung mit der Haut mit Wasser und Seife abwaschen
3
- Sofort Arzt hinzuziehen
4
- Persönliche Schutzausrüstung (Schutzhandschuhe, Schutzbrille,
5
  Schutzkleidung) verwenden.
6
- Als Problemabfall entsorgen

Nur ein paar Ausschnitte. Von daher würde ich lieber bei Ballistol 
bleiben, das wirst du sicherlich verstehen.
Moderator Persönliche Seite #3926770
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Paul H. schrieb:
> Hi,
>
> in der Werkstatt und bei eigenen Basteleien gibts öfter mal was zu
> schmieren. Seien es irgendwelche Gelenkverbindungen, offene Kugellager
> oder Gleitbahnen/Führungen.
>
> Ich suche ein viskoses Öl mit denen ich die meisten dieser Fälle
> abdecken kann.

Such mal nach Gleitbahnöl - das gibt es preiswert (z.B. Shell Tonna 
5€/Liter). Da gibt es auch noch Unterscheide zwischen Waagerechten und 
senkrechten Führungen :-)
Wenn es etwas dünnflüssiger sein soll, dann nimm ein Spindelöl.

Offene Kugellager solltest Du nicht mit Öl schmieren, da das Öl schön 
den Dreck aus der Luft aufnimmt und somit das Gegenteil bewirkt - es sei 
denn, es läuft in einem Ölbad. Offene Kugellager fettet man lieber 
großzügig. Das hält dann auch den Schmutz ab.

Wenn Du gar nicht dran kommst, kann ich Dir auch etwas Gleitbahn- und 
Spindelöl abfüllen ;-)
#3926853
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Stefan M. schrieb:
> Weiße Schmierpaste ( Klüberpaste ) für Kunststoffschmierungen,
> Servogetriebe, Spielzeug etc.

Kannte ich noch gar nicht.
Habe für lebensmittelechte Schmierungen oder für Gummiringe immer 
Silikonfett benutzt, wie es als Zubehör für Kaffeevollautomaten gibt 
oder Fermit Glissa
Für Fenstermechanik oder auch Türschlösser habe ich gute Erfahrungen mit 
MoS2-Spray, wurde mir von einem Fensterbauer empfohlen, macht keine 
Sauerei, hält aber auch nicht so lange.
Gast #3929044
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Ich verwende für die meißten Fälle wo's flutschen soll verwende ich 
normales Bettbahnöl
Für Konservirung und das Schmieren von Kunststoffteilen verwende ich 
Vaseline -> Säurefrei, Harzt nicht und ist auch Lebensmittelecht wenn 
nicht zu viel ins Essen / Trinken kommt.
Und für Lager verwende ich ein 0815 Lagerfett.

Damit habe ich 95% der Anwendungen abgedeckt.
#3929169
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Ich habe Natriumseifenfett als Universalfett für Lager im Innenbereich 
(für draußen taugt's nur da, wo nicht viel Wasser drankommt), Vaseline 
für Kunststoffschienen und sowas, eine Tube Silikonfett für die 
Wasserpascherei (und nur da!). Und Öl, klar - da gibt' eine Flasche 
Gabi-Motoröl (Ganz billig) 10W40. Damit habe ich bisher alle Haushalts- 
und Hobby-üblichen Schmieraufgaben gelöst bekommen.
#3930002
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Ein Ölkännchen mit normalem Autoschmierstoff ( 10 W 40 ) ist
für 98% brauchbar.

Für Kunststoff und Exoten muss man sich halt schlau machen und
das Richtige kaufen.

Das normale Motoröl funktioniert auch einwandfrei als
" Bettöl " an der Drehmaschine.

Wichtiger ist ja, dass man überhaupt ölt, und nicht wartet
bis es knirscht.

Grüße Bernd
Gast #3930042
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Bernd Funk schrieb:
> Ein Ölkännchen mit normalem Autoschmierstoff ( 10 W 40 ) ist
> für 98% brauchbar.

...die Haut dankts, besonders wegen den vielen Additiven...
...die sicher sehr Gesund sind...

...für einfache Fälle reicht auch ganz normales Nähmaschinenöl 
(dünnflüssig) oder Paraffinöl (dickflüssig, lebensmittelecht). Ersteres 
gibts in jedem Baumarkt, letzteres in jedem Ikea
#3930063
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Schreiber schrieb:
> Bernd Funk schrieb:
>> Ein Ölkännchen mit normalem Autoschmierstoff ( 10 W 40 ) ist
>> für 98% brauchbar.
>
> ...die Haut dankts, besonders wegen den vielen Additiven...
> ...die sicher sehr Gesund sind...
>
> ...für einfache Fälle reicht auch ganz normales Nähmaschinenöl
> (dünnflüssig) oder Paraffinöl (dickflüssig, lebensmittelecht). Ersteres
> gibts in jedem Baumarkt, letzteres in jedem Ikea

A: Du sollst es dir nicht auf die Haut schmieren.

B: Da, wo du es hinbringst, ( Wenig ! ) soll es möglichst lange
    bleiben.

C: Es soll lange Schmierwirkung haben.

Also:  Motoröl.

Meist wird auch falsch geölt. Viel hilft nicht viel, weil das
Öl schnell wegsickert. Ein kleiner Tropfen mit einem dünnen
Draht an der richtigen Stelle platziert, hat mehr Wirkung.

Hierbei ist es wichtig, dass der Rest trocken und Ölfrei
bleibt. sonst verteilen die Kapillarkräfte das Öl überall.
die eigentliche Schmierstelle wird aber schnell wieder trocken.

Grüße Bernd
Gast #3930351
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Bernd Funk schrieb:
> Das normale Motoröl funktioniert auch einwandfrei als
> " Bettöl " an der Drehmaschine.

Ja, jeder hat eine Drehmaschine mit 5m Länge in der Elektronikwerkstatt.
Sicher nimmst du das auch für deine Taschenuhren!

F. Fo schrieb:
> michael_ schrieb:
>> Wenn, dann nehme ich Hydrauliköl.
>
> Eignet sich überhaupt nicht zum schmieren.

Mindestens das was ich noch übrig habe von der Hydraulik von meiner 
Zitrone BX ist schön dünnflüssig und säurefrei.
Gast #3930359
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Bernd Funk schrieb:
> Meist wird auch falsch geölt. Viel hilft nicht viel, weil das
> Öl schnell wegsickert. Ein kleiner Tropfen mit einem dünnen
> Draht an der richtigen Stelle platziert, hat mehr Wirkung.

Allenfalls in der Feinmechanik, dort verwendet man sinnvollerweise einen 
Punktöler, bei allem anderen gilt auch heute noch: Viel hilft viel!
Der Schmierstoff soll nämlich nicht nur Schmieren, sondern auch vor 
Dreck und Korrosion schützen.

Bernd Funk schrieb:
> Hierbei ist es wichtig, dass der Rest trocken und Ölfrei
> bleibt. sonst verteilen die Kapillarkräfte das Öl überall.
> die eigentliche Schmierstelle wird aber schnell wieder trocken.

Das Gegenteil ist der Fall, wenn die Schmierstelle trocken wird, dann 
hat man nicht genug geschmiert!
Bei vielen Geräten schreibt der Hersteller vor nach jeder Verwendung 
alle Lager und Gelenke gründlich abzuschmieren, weniger wegen der 
Schmierung sondern um die Lager vor Wasser und Dreck zu schützen.

Ölkännchen und Fettpresse (gibts auch Druckluftbetrieben) gehören daher 
in fast jeder Werkstatt zu den meistbenutzten Werkzeugen...

...außer wenn alle Maschinen mit einer Zentralschmierung ausgerüstet 
sind.

wenns nur um wenige Schmierstellen geht, dann kann man auch über 
Schmierpatronen nachdenken.

Bernd Funk schrieb:
> Ein Ölkännchen mit normalem Autoschmierstoff ( 10 W 40 ) ist
> für 98% brauchbar.
Brauchbar schon, aber halt nicht immer sinnvoll.
Dass man diese Öl für fast alles von der Nähmaschine bis zur Kettensäge 
verwenden kann, stimmt zwar, doch sinnvoll und umweltschonend ist es 
sicher nicht! Und im Nebelöler vom Druckluftwerkzeug möchte ich sicher 
auch kein Motoröl haben, das landet später (teilweise) in meiner Nase!

F. Fo schrieb:
> michael_ schrieb:
>> Wenn, dann nehme ich Hydrauliköl.
>
> Eignet sich überhaupt nicht zum schmieren.

Es gibt durchaus viele Maschinen die einen gemeinsamen Schmier- und 
Hydraulikölkreislauf haben, weshalb Hydrauliköle meist auch gut zum 
schmieren geeignet sind.
Zur Perfektion getrieben wurde diese Doppelverwendung bei Turbinenöl, 
das dafür aber nicht sehr umweltfreundlich ist...
#3930448
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Schreiber schrieb:
> Es gibt durchaus viele Maschinen die einen gemeinsamen Schmier- und
> Hydraulikölkreislauf haben, weshalb Hydrauliköle meist auch gut zum
> schmieren geeignet sind.
> Zur Perfektion getrieben wurde diese Doppelverwendung bei Turbinenöl,
> das dafür aber nicht sehr umweltfreundlich ist...

Das ist doch was ganz anderes und was der Michael danach schrieb, zeigt 
dass er nicht mal Hydrauliköl (was wir darunter verstehen) von ATF Öl 
unterscheiden kann.
Natürlich schmieren die heutigen Öle auch deutlich besser. Die heutigen 
viel verwendeten HVLP schmieren auch deutlich besser. Das hat aber in 
der Hydraulik andere Gründe warum man diese Öle heute dort verändert 
hat. Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich das hier weiter ausführe. 
Nur so viel: stick slip Effekt. Den gibt es heute eigentlich gar nicht 
mehr; natürlich auch durch neuere Konstruktionen der Nutringe.

Turbinenöle, auch da kenne ich mich noch etwas aus, haben noch eine ganz 
andere Aufgabe.

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