Habe gerade dieses Gerät entdeckt: https://www.kickstarter.com/projects/265641170/kraftwerk-highly-innovative-portable-power-plant Leider halten sich die Anbieter äußerst bedeckt bezüglich Angaben zur Funktion. Weiß jemand was da für eine Technologie dahinter steckt? Scheidet das Gerät wohl ein Reaktionsprodukt aus? Gruss A.B
http://www.golem.de/news/ezelleron-kraftwerk-mobile-stromerzeugung-mit-feuerzeuggas-1501-111533.html
Steht doch da:
> •New and pioneering fuel cell Technology
und dazu 'nen Image mit einer Gaskartusche vorne dran.
Damit sollte klar sein, daß hinten auch was raus kommt.
Oliver
A. B. schrieb: > Habe gerade dieses Gerät entdeckt: > > https://www.kickstarter.com/projects/265641170/kra... > > Leider halten sich die Anbieter äußerst bedeckt bezüglich Angaben zur > Funktion. Weiß jemand was da für eine Technologie dahinter steckt? > Scheidet das Gerät wohl ein Reaktionsprodukt aus? > > Gruss > > A.B Steht doch eindeutig drin, daß es eine Brennstoffzelle ist, die mit Gas betrieben wird.
Das Ding kommt ja aus unserem Mutterinstitut Fraunhofer IKTS. Ezelleron ist so ein Spin-Of davon. Ich frage mich, wieso die jetzt nochmal eine halbe Mille brauchen, da sind seit Jahren massiv öffentliche Gelder reingeflossen. Komisch. Und dass diese Zelle nur ein paar Tausend Stunden hält, wird immer nur ganz am Rande erwähnt. Bei dem Reformer-Prozess, in dem das Butan/Propan erst mal für die Zelle nutzbar gemacht wird, geht auch massenhaft Energie verloren und meines Wissens kommt da auch jede Menge CO raus. Naja, ich bin jedenfalls nicht davon überzeugt, aber die Propaganda läuft ja prima.
Christian R. schrieb: > aber die Propaganda läuft ja prima. Hat ja auch ein hübsches Design. 3 Jahre bis zum Konzept. 3 Jahre bis zum Prototyp. 1 Jahr bis zur Serienauslieferung. Ja, so sehen Businesspläne aus. Und auf jeden Fall muss das Zeug noch vor Weihnachten ins Regal...
Sie schmeißen es jetzt auf den Markt, weil Toyota vergangene Woche seine kompletten R&D- und Patentpools mit Grundlagen und Erweiterungen (mehr als 5600 Patente) vorläufig zur Public-Domain erklärt hat um die Entwicklung von Brennstoffzellen zu pushen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/ces-2015-toyota-gibt-patente-fuer-brennstoffzellen-technologie-frei-a-1011428.html Dann ist es Absehbar, dass binnen Jahresfrist x Hersteller ähnliche Geräte herausbringen und Sie im Markt untergehen.
ich kann bei dem Ding keinen Schalter sehen. Was passiert, wenn ich nix angeschlossen habe? Läuft da der Chemische Prozess weiter? 2W sind auch etwas wenig. Da dauert das Laden ja noch länger, als an einem USB-Anschluss.
Wenn ich das richtig verstanden habe entspricht eine Tankfüllung circa 11Ah. Eine USB-Powerbank mit Lipo hat bei gleichem Gewicht 10Ah und kostet nur ein viertel des Preises. Außerdem durfte es langlebiger (die Brennstoffzelle soll nur zwei Jahre halten) und sicherer sein (auch wenn sie schreiben dass ihr Gerät 100%ig sicher ist). Mit 10Ah Stunden kann man schon einige male das Handy laden. Damit sollte man schon eine Woche Outdoor zurecht kommen. Daher sehe ich den Sinn des Gerätes nur für ein sehr eingeschränkten Kundenkreis.Wer ist heutzutage schon länger als eine Woche ohne Strom? Und die es sind wollen meist die Ruhe und nicht im Minutentakt mit dem Handy rumspielen.
Lothar Miller schrieb: > 3 Jahre bis zum Konzept. 3 Jahre bis zum Prototyp. 1 Jahr bis zur > Serienauslieferung. Ja, so sehen Businesspläne aus. Ja, in der Wirtschaft. Aber nicht bei Fraunhofer. Da werden erst mal 20 öffentlich geförderte Projekte beantragt, und mit dem Geld dann was entwickelt, was mit ein bissl gutem Willen einem Prototypen nahe kommt. Und speziell im Falle des IKTS wird alles, was in etwa nach Prototyp aussieht, mit Fraunhofer Venture Kapital in eine GmbH ausgegründet....Staxera/Sunfire, Ezelleron, Eneramics....alles die gleiche Bude, alles die gleiche Adresse... Zum Thema: Diese Prozesse da in der Zelle laufen üblicherweise bei Temperaturen von 700 bis 900 Grad....also ich weiß nicht...
Matthias xxx schrieb: > Wer ist heutzutage schon länger als eine Woche ohne Strom? Trecking in Nepal zum Beispiel. > Und die es sind wollen meist die Ruhe und nicht im Minutentakt mit dem > Handy rumspielen. Mit dem GPS die Route aufzeichnen. Fotos und Videos machen.
Pink Shell schrieb: > Trecking in Nepal zum Beispiel. Da könnte man das Ding gleich noch als Taschenofen nehmen, denn Christian R. schrieb: > Diese Prozesse da in der Zelle laufen üblicherweise bei Temperaturen von > 700 bis 900 Grad.... Eine absolute Win-Win Situation.
Lothar Miller schrieb: > Eine absolute Win-Win Situation. Wenn der sich dann noch mit Verdauungsabgasen betreiben liesse...
Hehe, naja, wenn die die Leistung und Haltbarkeit noch besser hinkriegen, ist das ja durchaus sinnvoll. Aber ich vermute, die Konkurrenz aus Fernost schläft nicht. In Südkorea gibts schon seit einer Weile ganze Kraftwerke, die auch andersrum, also power to gas, betrieben werden können. Die 800 Grad sind ja intern in der Zelle an sich, die ist gut isoliert...wahrscheinlich deshalb die interessante Gehäuseform... Bin mal gespannt, wie es weiter geht, die großen Zellen von Eneramic sollen ja nun auch endlich vermarktet werden.
Pink Shell schrieb: > Trecking in Nepal zum Beispiel. Richtig, deswegen habe ich auch nicht geschrieben das es keiner braucht, sondern dass der Kundenkreis sehr eingeschränkt sein dürfte.
Matthias xxx schrieb: > Richtig, deswegen habe ich auch nicht geschrieben das es keiner braucht Da würde ich aber lieber auf Solartechnik setzen. Damit gehen dann auch 4 Wochen oder ewig... Und schlechten Wetter macht das eh keinen Spass.
Doofe Frage aber wie wird denn aus Butan/Propan oder was auch immer Wasserstoff erzeugt?
Marcel F. schrieb: > Doofe Frage aber wie wird denn aus Butan/Propan oder was auch > immer > Wasserstoff erzeugt? Daimler hatte mal das Konzept des NECar (No Emmission Car). Weil ihnen der Umgang mit Wasserstoff nicht geheuert war, nahmen sie Methan. Vielleicht findet sich was darüber im Wikipedia.
Marcel F. schrieb: > Doofe Frage aber wie wird denn aus Butan/Propan oder was auch > immer > Wasserstoff erzeugt? Doofe Antwort: http://www.youtube.com/watch?v=XvjLtpsCNDw
Hmmm ... bin ich der Einzige der schlechter an Feuerzeuggas kommt als an Batterien und Strom? Für mich ist der KRAFTWERK Hype total unverständlich. Es ist ein sinnloses Produkt!
D. C. schrieb: > Es ist ein sinnloses Produkt! Es bedient einen Nischenmarkt, so wie Absorberkühlschränke und Gaslötkolben. Irgendwo sind immer ein paar Leute ohne Steckdose und Batterien, aber mit Gas in der Nähe.
Timm Thaler schrieb: > Wenn der sich dann noch mit Verdauungsabgasen betreiben liesse... In der Biogasbranche weiß man dass man dafür recht komplexe und teure Filter braucht um kritische Verbindungen wie z.B. mit Schwefel zu entfernen, sonst ist alles ziemlich schnell kaputt. Ich finde das Konzept aber schon interessant und hab mich mal eingetragen für so einen Prototypen der zweiten Serie. Nur ein Pufferakku von sagen wir mal 4 Ah wäre schon toll, dass man ein Gerät dann auch schnell laden könnte und der Puffer sich halt wieder langsam füllen würde. Interessieren würde es mich mal wie der Wirkungsgrad bei dem Konzept sein könnte wenn man es in größerem Maßstab bauen würde. Wäre so ein System wohl (ausreichende Haltbarkeit und Herstellungspreis mal vorausgesetzt) in der Lage mehr elektrische Energie abzugeben als ein Verbrennermotor mit der gleichen Gas Menge mechanische Energie abgibt? Da könnte es sich ja glatt lohnen so eine Zelle in E-Autos einzubauen und mit kleinen Akkus auszustatten.
Stephan S. schrieb: > Wäre so ein > System wohl (ausreichende Haltbarkeit und Herstellungspreis mal > vorausgesetzt) in der Lage mehr elektrische Energie abzugeben als ein > Verbrennermotor mit der gleichen Gas Menge mechanische Energie abgibt? Interessante Frage. Da wäre nämlich sonst das Problem des Hitzestau.
Stephan S. schrieb: > Da könnte es sich ja glatt lohnen so eine Zelle in E-Autos einzubauen > und mit kleinen Akkus auszustatten. Naja, wenn du bei jedem Start eine halbe Stunde für das Aufheizen des Stacks und des Reformers warten kannst. Schau halt mal bei den großen Zellen Eneramic, da steht einiges. Den Wirkungsgrad verraten die aber nicht mal uns hier intern. Aber das Ding ist etwa 50x60x60cm³ groß (ohne Gasflasche) und liefert 100 Watt elektrische Leistung.
Den Wirkungsgrad kannst du ja mal überschlagen. Es wird angegeben wieviel Tankinhalt verfügbar ist, wieviel Leistung er abgibt und wielange der Tank hält. Wenn du jetzt noch den Energieinhalt des Gases googlest dann kannst du den Wirkungsgrad leicht berechnen.
Hmm...Butan hat knapp 50MJ/kg Heizwert. Bei 40 Gramm Füllung also 2MJ. 1kWh sind 3,6MJ. 40 Gramm Butan ergeben also 0,55kWh. Irgendwo da steht dass eine Füllung 11Ah sind. Mal 5V ergibt 55Wh. Also etwa 10% Gesamtwirkungsgrad.
na das sagt ja schon viel darüber aus... und ich würde nicht mit einer "900°C Möhre" in der Tasche rumlaufen wollen. Super find ich ja auch die Spendenpakete: "The next day you and your friend visit the October-Fest in Munic..." OMG! ;-)
Jan V. schrieb: > na das sagt ja schon viel darüber aus... und ich würde nicht mit einer > "900°C Möhre" in der Tasche rumlaufen wollen Naja, das wird sicherlich sehr gut isoliert sein, sonst hätten die ja nie die Flugkabinenzulassung bekommen. Die Eneramic Geschichte ist auch doll isoliert, nur der Stack und der Reformer sind innen recht heiß. Schade dass es kein Blockbild der Ezelleron Zelle gibt, aber von der Funktion her kann´s ja auch nur so eine SOFC Geschichte sein, die einen Reformer braucht. Ist halt für ganz spezielle Anforderungen...und es scheint ja doch genug interessierte Spender zu geben.
Also ich denke mal dass das System prinzipiell schon zu höheren Wirkungsgraden in der Lage ist wie diese Erstserien in kleinem Maßstab können. Von daher finde ich die Rechnung nicht wirklich Aussagekräftig. Meine Frage war ja speziell auf die prinzipiellen Möglichkeiten eines solchen Systems und nicht auf dieses kleine Gerät bezogen.
Wie ich gestern im Fernsehen hörte ist die Firma Insolvent. https://app.insolvenz-portal.de/Nachrichten/insolvenzverfahren-bei-ezelleron-gmbh-eroeffnet/12518 Auf Kickstarter steht: "11.660 Unterstützer haben 1.529.561 $ beigetragen, um die Verwirklichung des Projekts zu ermöglichen. " Naja es hat ja jeden nur durchschnittlich 130$ gekostet.
Das überrascht mich jetzt. Erst die Tage haben sie die Infos nachgefordert, welche Varianten die Kunden haben möchten. Das hörte sich eher so an, als würden sie planen welche Varianten sie jetzt bauen müssen. Außerdem haben sie angekündigt ins Silicon Valley umzuziehen, weil sie Investoren gefunden haben, die es ermöglichen auch an größeren Stacks zu arbeiten, was dann im automotive Sektor eingesetzt werden kann. In Dresden soll aber trotzdem ein Teil der Firma bleiben, insbesondere Fertigung. Kann mir kaum vorstellen, dass sie die Leute hängen lassen.
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