Forum: Offtopic Wie funktioniert KRAFTWERK?


von A. B. (sfalbuer)


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Habe gerade dieses Gerät entdeckt:

https://www.kickstarter.com/projects/265641170/kraftwerk-highly-innovative-portable-power-plant

Leider halten sich die Anbieter äußerst bedeckt bezüglich Angaben zur 
Funktion. Weiß jemand was da für eine Technologie dahinter steckt? 
Scheidet das Gerät wohl ein Reaktionsprodukt aus?

Gruss

A.B

von Marcus W. (marcusaw)


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Die Technologie nennt sich Brennstoffzelle ;)

von Klaus W. (mfgkw)


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Steht doch da: fuel cell -> Brennstoffzelle

von Peter II (Gast)


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von Oliver S. (oliverso)


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Steht doch da:
> •New and pioneering fuel cell Technology
und dazu 'nen Image mit einer Gaskartusche vorne dran.

Damit sollte klar sein, daß hinten auch was raus kommt.

Oliver

von npn (Gast)


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A. B. schrieb:
> Habe gerade dieses Gerät entdeckt:
>
> https://www.kickstarter.com/projects/265641170/kra...
>
> Leider halten sich die Anbieter äußerst bedeckt bezüglich Angaben zur
> Funktion. Weiß jemand was da für eine Technologie dahinter steckt?
> Scheidet das Gerät wohl ein Reaktionsprodukt aus?
>
> Gruss
>
> A.B

Steht doch eindeutig drin, daß es eine Brennstoffzelle ist, die mit Gas 
betrieben wird.

von Christian R. (supachris)


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Das Ding kommt ja aus unserem Mutterinstitut Fraunhofer IKTS. Ezelleron 
ist so ein Spin-Of davon. Ich frage mich, wieso die jetzt nochmal eine 
halbe Mille brauchen, da sind seit Jahren massiv öffentliche Gelder 
reingeflossen. Komisch. Und dass diese Zelle nur ein paar Tausend 
Stunden hält, wird immer nur ganz am Rande erwähnt. Bei dem 
Reformer-Prozess, in dem das Butan/Propan erst mal für die Zelle nutzbar 
gemacht wird, geht auch massenhaft Energie verloren und meines Wissens 
kommt da auch jede Menge CO raus. Naja, ich bin jedenfalls nicht davon 
überzeugt, aber die Propaganda läuft ja prima.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Christian R. schrieb:
> aber die Propaganda läuft ja prima.
Hat ja auch ein hübsches Design.

3 Jahre bis zum Konzept. 3 Jahre bis zum Prototyp. 1 Jahr bis zur 
Serienauslieferung. Ja, so sehen Businesspläne aus. Und auf jeden Fall 
muss das Zeug noch vor Weihnachten ins Regal...

von Marcus W. (marcusaw)


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Sie schmeißen es jetzt auf den Markt, weil Toyota vergangene Woche seine 
kompletten R&D- und Patentpools mit Grundlagen und Erweiterungen (mehr 
als 5600 Patente) vorläufig zur Public-Domain erklärt hat um die 
Entwicklung von Brennstoffzellen zu pushen.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/ces-2015-toyota-gibt-patente-fuer-brennstoffzellen-technologie-frei-a-1011428.html

Dann ist es Absehbar, dass binnen Jahresfrist x Hersteller ähnliche 
Geräte herausbringen und Sie im Markt untergehen.

von Vlad T. (vlad_tepesch)


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ich kann bei dem Ding keinen Schalter sehen.
Was passiert, wenn ich nix angeschlossen habe?
Läuft da der Chemische Prozess weiter?

2W sind auch etwas wenig. Da dauert das Laden ja noch länger, als an 
einem USB-Anschluss.

von Matthias X. (current_user)


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Wenn ich das richtig verstanden habe entspricht eine Tankfüllung circa 
11Ah.
Eine USB-Powerbank mit Lipo hat bei gleichem Gewicht 10Ah und kostet nur 
ein viertel des Preises. Außerdem durfte es langlebiger (die 
Brennstoffzelle soll nur zwei Jahre halten) und sicherer sein (auch wenn 
sie schreiben dass ihr Gerät 100%ig sicher ist).
Mit 10Ah Stunden kann man schon einige male das Handy laden. Damit 
sollte man schon eine Woche Outdoor zurecht kommen. Daher sehe ich den 
Sinn des Gerätes nur für ein sehr eingeschränkten Kundenkreis.Wer ist 
heutzutage schon länger als eine Woche ohne Strom? Und die es sind 
wollen meist die Ruhe und nicht im Minutentakt mit dem Handy rumspielen.

von Christian R. (supachris)


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Lothar Miller schrieb:

> 3 Jahre bis zum Konzept. 3 Jahre bis zum Prototyp. 1 Jahr bis zur
> Serienauslieferung. Ja, so sehen Businesspläne aus.

Ja, in der Wirtschaft. Aber nicht bei Fraunhofer. Da werden erst mal 20 
öffentlich geförderte Projekte beantragt, und mit dem Geld dann was 
entwickelt, was mit ein bissl gutem Willen einem Prototypen nahe kommt. 
Und speziell im Falle des IKTS wird alles, was in etwa nach Prototyp 
aussieht, mit Fraunhofer Venture Kapital in eine GmbH 
ausgegründet....Staxera/Sunfire, Ezelleron, Eneramics....alles die 
gleiche Bude, alles die gleiche Adresse...

Zum Thema: Diese Prozesse da in der Zelle laufen üblicherweise bei 
Temperaturen von 700 bis 900 Grad....also ich weiß nicht...

von Pink S. (pinkshell)


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Matthias xxx schrieb:
> Wer ist heutzutage schon länger als eine Woche ohne Strom?

Trecking in Nepal zum Beispiel.

> Und die es sind wollen meist die Ruhe und nicht im Minutentakt mit dem
> Handy rumspielen.

Mit dem GPS die Route aufzeichnen. Fotos und Videos machen.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Pink Shell schrieb:
> Trecking in Nepal zum Beispiel.
Da könnte man das Ding gleich noch als Taschenofen nehmen, denn
Christian R. schrieb:
> Diese Prozesse da in der Zelle laufen üblicherweise bei Temperaturen von
> 700 bis 900 Grad....
Eine absolute Win-Win Situation.

von Timm T. (Gast)


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Lothar Miller schrieb:
> Eine absolute Win-Win Situation.

Wenn der sich dann noch mit Verdauungsabgasen betreiben liesse...

von Christian R. (supachris)


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Hehe, naja, wenn die die Leistung und Haltbarkeit noch besser 
hinkriegen, ist das ja durchaus sinnvoll. Aber ich vermute, die 
Konkurrenz aus Fernost schläft nicht. In Südkorea gibts schon seit einer 
Weile ganze Kraftwerke, die auch andersrum, also power to gas, betrieben 
werden können.
Die 800 Grad sind ja intern in der Zelle an sich, die ist gut 
isoliert...wahrscheinlich deshalb die interessante Gehäuseform...
Bin mal gespannt, wie es weiter geht, die großen Zellen von Eneramic 
sollen ja nun auch endlich vermarktet werden.

von Matthias X. (current_user)


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Pink Shell schrieb:
> Trecking in Nepal zum Beispiel.

Richtig, deswegen habe ich auch nicht geschrieben das es keiner braucht, 
sondern dass der Kundenkreis sehr eingeschränkt sein dürfte.

von Timm T. (Gast)


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Matthias xxx schrieb:
> Richtig, deswegen habe ich auch nicht geschrieben das es keiner braucht

Da würde ich aber lieber auf Solartechnik setzen. Damit gehen dann auch 
4 Wochen oder ewig... Und schlechten Wetter macht das eh keinen Spass.

von Marcel F. (d0um)


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Doofe Frage aber wie wird denn aus Butan/Propan oder was auch immer 
Wasserstoff erzeugt?

von Rahul D. (rahul)


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Marcel F. schrieb:
> Doofe Frage aber wie wird denn aus Butan/Propan oder was auch
> immer
> Wasserstoff erzeugt?

Daimler hatte mal das Konzept des NECar (No Emmission Car). Weil ihnen 
der Umgang mit Wasserstoff nicht geheuert war, nahmen sie Methan.
Vielleicht findet sich was darüber im Wikipedia.

von Detlef K. (adenin)


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Marcel F. schrieb:
> Doofe Frage aber wie wird denn aus Butan/Propan oder was auch
> immer
> Wasserstoff erzeugt?

Doofe Antwort: http://www.youtube.com/watch?v=XvjLtpsCNDw

von Christian J. (Gast)


Angehängte Dateien:

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Ich habe da meine eigene Lösung, bewährt und praktisch.....

von Zero V. (Firma: Angestellter/Freelancer) (gnd)


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Hmmm ... bin ich der Einzige der schlechter an Feuerzeuggas kommt als an 
Batterien und Strom?
Für mich ist der KRAFTWERK Hype total unverständlich.
Es ist ein sinnloses Produkt!

von Pink S. (pinkshell)


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D. C. schrieb:
> Es ist ein sinnloses Produkt!

Es bedient einen Nischenmarkt, so wie Absorberkühlschränke und 
Gaslötkolben. Irgendwo sind immer ein paar Leute ohne Steckdose und 
Batterien, aber mit Gas in der Nähe.

von Stephan S. (outsider)


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Timm Thaler schrieb:
> Wenn der sich dann noch mit Verdauungsabgasen betreiben liesse...

In der Biogasbranche weiß man dass man dafür recht komplexe und teure 
Filter braucht um kritische Verbindungen wie z.B. mit Schwefel zu 
entfernen, sonst ist alles ziemlich schnell kaputt.

Ich finde das Konzept aber schon interessant und hab mich mal 
eingetragen für so einen Prototypen der zweiten Serie. Nur ein 
Pufferakku von sagen wir mal 4 Ah wäre schon toll, dass man ein Gerät 
dann auch schnell laden könnte und der Puffer sich halt wieder langsam 
füllen würde.

Interessieren würde es mich mal wie der Wirkungsgrad bei dem Konzept 
sein könnte wenn man es in größerem Maßstab bauen würde. Wäre so ein 
System wohl (ausreichende Haltbarkeit und Herstellungspreis mal 
vorausgesetzt) in der Lage mehr elektrische Energie abzugeben als ein 
Verbrennermotor mit der gleichen Gas Menge mechanische Energie abgibt? 
Da könnte es sich ja glatt lohnen so eine Zelle in E-Autos einzubauen 
und mit kleinen Akkus auszustatten.

von Detlef K. (adenin)


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Stephan S. schrieb:
> Wäre so ein
> System wohl (ausreichende Haltbarkeit und Herstellungspreis mal
> vorausgesetzt) in der Lage mehr elektrische Energie abzugeben als ein
> Verbrennermotor mit der gleichen Gas Menge mechanische Energie abgibt?

Interessante Frage.
Da wäre nämlich sonst das Problem des Hitzestau.

von Christian R. (supachris)


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Stephan S. schrieb:
> Da könnte es sich ja glatt lohnen so eine Zelle in E-Autos einzubauen
> und mit kleinen Akkus auszustatten.

Naja, wenn du bei jedem Start eine halbe Stunde für das Aufheizen des 
Stacks und des Reformers warten kannst. Schau halt mal bei den großen 
Zellen Eneramic, da steht einiges. Den Wirkungsgrad verraten die aber 
nicht mal uns hier intern. Aber das Ding ist etwa 50x60x60cm³ groß (ohne 
Gasflasche) und liefert 100 Watt elektrische Leistung.

von Matthias X. (current_user)


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Den Wirkungsgrad kannst du ja mal überschlagen. Es wird angegeben 
wieviel Tankinhalt verfügbar ist, wieviel Leistung er abgibt und 
wielange der Tank hält. Wenn du jetzt noch den Energieinhalt des Gases 
googlest dann kannst du den Wirkungsgrad leicht berechnen.

von Christian R. (supachris)


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Hmm...Butan hat knapp 50MJ/kg Heizwert. Bei 40 Gramm Füllung also 2MJ. 
1kWh sind 3,6MJ. 40 Gramm Butan ergeben also 0,55kWh. Irgendwo da steht 
dass eine Füllung 11Ah sind. Mal 5V ergibt 55Wh. Also etwa 10% 
Gesamtwirkungsgrad.

von Jan V. (cameljoe)


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na das sagt ja schon viel darüber aus... und ich würde nicht mit einer 
"900°C Möhre" in der Tasche rumlaufen wollen. Super find ich ja auch die 
Spendenpakete:
"The next day you and your friend visit the October-Fest in Munic..."

OMG! ;-)

von Christian R. (supachris)


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Jan V. schrieb:
> na das sagt ja schon viel darüber aus... und ich würde nicht mit einer
> "900°C Möhre" in der Tasche rumlaufen wollen

Naja, das wird sicherlich sehr gut isoliert sein, sonst hätten die ja 
nie die Flugkabinenzulassung bekommen. Die Eneramic Geschichte ist auch 
doll isoliert, nur der Stack und der Reformer sind innen recht heiß. 
Schade dass es kein Blockbild der Ezelleron Zelle gibt, aber von der 
Funktion her kann´s ja auch nur so eine SOFC Geschichte sein, die einen 
Reformer braucht. Ist halt für ganz spezielle Anforderungen...und es 
scheint ja doch genug interessierte Spender zu geben.

von Stephan S. (outsider)


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Also ich denke mal dass das System prinzipiell schon zu höheren 
Wirkungsgraden in der Lage ist wie diese Erstserien in kleinem Maßstab 
können. Von daher finde ich die Rechnung nicht wirklich Aussagekräftig. 
Meine Frage war ja speziell auf die prinzipiellen Möglichkeiten eines 
solchen Systems und nicht auf dieses kleine Gerät bezogen.

von Matthias X. (current_user)


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Wie ich gestern im Fernsehen hörte ist die Firma Insolvent.

https://app.insolvenz-portal.de/Nachrichten/insolvenzverfahren-bei-ezelleron-gmbh-eroeffnet/12518

Auf Kickstarter steht:
"11.660 Unterstützer haben 1.529.561 $ beigetragen, um die 
Verwirklichung des Projekts zu ermöglichen. "

Naja es hat ja jeden nur durchschnittlich 130$ gekostet.

von Stephan S. (outsider)


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Das überrascht mich jetzt. Erst die Tage haben sie die Infos 
nachgefordert, welche Varianten die Kunden haben möchten. Das hörte sich 
eher so an, als würden sie planen welche Varianten sie jetzt bauen 
müssen.

Außerdem haben sie angekündigt ins Silicon Valley umzuziehen, weil sie 
Investoren gefunden haben, die es ermöglichen auch an größeren Stacks zu 
arbeiten, was dann im automotive Sektor eingesetzt werden kann. In 
Dresden soll aber trotzdem ein Teil der Firma bleiben, insbesondere 
Fertigung.

Kann mir kaum vorstellen, dass sie die Leute hängen lassen.

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