Gestern sah ich ein kleines Filmchen über das Rührgerät RG28, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Hier ist der Link dahin: http://www.mdr.de/exakt/ddr_geraete124.html Da kann man sehen, wie sorgfältig ein Gerät entwickelt wurde und wie lange es zum Dank dann funktioniert. Dazu brauchte es damals keine Phrasen wie heute von der sog. "Nachhaltigkeit".. MfG Paul
Heutzutage werden die Geräte (oft) darauf optimiert, kurz nach Ablauf der Garantiezeit kaputt zu gehen, oder zumindest nervige Macken zu entwickeln. Traurig. "Alte" Handys wurden z.B. auch etwas ausführlicher getestet (ich hab seit 10 Jahren das gleiche uralt Nokia, ist schon mehrfach böse auf Steinboden runtergefallen und hat noch den original Akku drin, hält dennoch länger als viele Smartphones).
Von dem Mistding habe ich schon 2 weggeschmissen. Wenn es 40 Jahre hält, heisst das bloss, dass es 30 Jahre im Schrank lag. Denn es enthält eine Reihe von schweren Design- und Konstruktionsfehlern. a) Schlechter Gehäusekunststoff, zu spröde, das hat eins das Leben gekostet und dazu musst es nicht mal runterfallen. b) billiger Allstrommotor mit Motorkohlen, bei wirklich 40 Jahren Benutzung wären die schon lange runter. c) Lüftungsschlitze die den ganzen Mehlstaub durch die Maschine blasen, der setzt sich innendrin ab, und die Wicklungen überhitzen, das hat die andere das Leben gekostet. Im Vergleich zu Westmaschinen keine signifikanten Unterschiede, sie sieht sogar so aus, als hätte man bei Westmaschinen gnadenlos abgekupfert. Aber MDR, der macht auch solche Idiotenfilme wie "Einfach Genial" und andere Volksverblödung.
Und wahrscheinlich hat das Gerät, in Monatslohnanteilen gerechnet, soviel oder mehr gekostet wie heutzutage ein Oberklasse- oder gar Profi-Gastrogerät.
Michael Bertrandt schrieb: > Aber MDR, der macht auch solche Idiotenfilme wie "Einfach Genial" und > andere Volksverblödung. Die guckst Du aber gerne, wie? SCNR Paul
Sicher ist, daß man es sich nicht leisten konnte (Sichworte: Rohstoff, Material- und Arbeitszeitverschwendung) solche kurzlebigen Geräte zu fertige, wie das heute der Fall ist. MfG Paul
Michael Bertrandt schrieb: > Von dem Mistding habe ich schon 2 weggeschmissen. > Wenn es 40 Jahre hält, heisst das bloss, dass es 30 Jahre im Schrank > lag. Kann ich nicht bestätigen. Meines ist nach wie vor im Einsatz. Nicht jeden Tag, aber halt zu den üblichen Arbeiten wie Kuchen backen, Kartoffelbrei anrühren und dergleichen. Ersetzen mußte ich bisher nur einen der Schneebesen. Zwischendurch lag es mal eine Weile im Schrank, weil meine Frau unbedingt "was Neues" haben wollte. Das neue Gerät war dann nach ca. einem Jahr unbrauchbar, weil der Verriegelungsmechanismus die Werkzeuge nicht mehr festhielt. Weitere DDR-Geräte, die noch im bestimmungsgemäßen Einsatz sind: - elektrische Kaffeemühle - Oszi EO174A - Analogmultimeter Uni 12e Nur noch selten benutzt, aber voll funktionstüchtig: - Tuner Fera T150 - Verstärker Fera V150 - Boxen BR25 (reconed) - Kassettendeck Geracord GC6032 - Bandmaschine Tesla B115
Heutige Mixer dürfen eh nur mit der Stoppuhr in der Hand bedient werden: http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/markt/sendungen/kuechengeraete102.html
Also wieder die Frage, ob man da solche Geräte selber modifiziert damit sie länger durchhalten oder sogar selber baut oder man kauft eins für 10 € (z.B. ein Mixer ) und wirft den nach 2 Jahren in die Tonne.... Denn scheinbar können die Consumer Teile nichts mehr, außer zu kosten.
Mac Gyver schrieb: > Heutzutage werden die Geräte (oft) darauf optimiert, kurz nach Ablauf > der Garantiezeit kaputt zu gehen, oder zumindest nervige Macken zu > entwickeln. Irgendwo muss ja das Wirtschaftswachstum herkommen. Die Wirtschaft kann nunmal nur wachsen, wenn immer mehr verkauft wird. Und da ich nicht drei Mixer benötige, muss der eine, den ich habe, eben öfter kaputt gehen. Dennis
Dennis H. schrieb: > Irgendwo muss ja das Wirtschaftswachstum herkommen. Die Wirtschaft kann > nunmal nur wachsen, wenn immer mehr verkauft wird. Und da ich nicht drei > Mixer benötige, muss der eine, den ich habe, eben öfter kaputt gehen Es gäbe noch Milliarden an Menschen, die keinen Mixer haben, in Afrika und sonstwo, aber die Gier der Konzerne ist an denen nicht interessiert weil die nicht so viel Geld haben und man da die Produkte billiger verkaufen müsste. Man muss sich in Europa WEIGERN ein kaputtes Gerät zu ersetzen, schon alleine um den Afrikanern zu helfen. Ausserdem kaufe ich sowieso nicht mehr bei einer Firma, von der mir schon mal ein Gerät kaputt gegangen ist. Bei Tintenstrahldruckern wird das aber langsam ein Problem, ich hoffe es kommen nach dem derzeitigen Ablauf der Patente schnell viele günstige aus China auf den Markt.
Michael Bertrandt schrieb: > Man muss sich in Europa WEIGERN ein kaputtes Gerät zu ersetzen, schon > alleine um den Afrikanern zu helfen. Was ändert es für einen armen Afrikaner ob Du ein neuen Mixer kaufst oder einen alten reparierst? Was dem armen Afrikaner fehlt, ist ein Job mit dem er selbst seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Ein geschenkter Mixer oder ähnliches ändert daran nichts. Und solange dort korrupte und kriminelle Politiker an der Macht sind oder irgendwelche Terrorgruppen und Religionsfanatiker sich austoben, wird dort die Wirtschaft nur minimal wachsen und damit keine neuen Arbeitsplätze entstehen. > Bei Tintenstrahldruckern wird das aber langsam ein Problem, ich hoffe es > kommen nach dem derzeitigen Ablauf der Patente schnell viele günstige > aus China auf den Markt. Ich glaube kaum. Denn "Drucken" ist kein Wachstumsmarkt mehr. Immer mehr wird papierlos gemacht. Das wissen auch die Chinesen und die sind nicht so dumm groß in einen schrumpfenden Markt zu investieren.
Mein Drucker dient auch nur noch als Navi Ersatz, drucke mir vor Fahrtantritt die wichtigsten Stellen einer Route aus und fertig. Sonst vielleicht noch 2-10 Seiten mit anderem Inhalt im Jahr. Die Scanner werden noch eine Weile gebraucht, um die vorhandenen Papiere einzuscannen. Ein Stick und/oder eine CD mit allen wichtigen Dokumenten ist platzsparender eingelagert als ein Haufen Ordner. Wegen Afrika, hm.. wenn du den Mixer oder andere Geräte reparierst, zerstörst du in Afrika "Arbeitplätze", denn wo werden sonst unsere Altgeräte unter menschenfeindlichen Bedingungen auseinandergenommen ?
Michael Bertrandt schrieb: > Ausserdem kaufe ich sowieso nicht mehr bei einer Firma, von der mir > schon mal ein Gerät kaputt gegangen ist. Dann wirst du Zukunft sogar deine Löffel wieder selbst schnitzen müssen. Gute UND langlebige Geräte sind heuer selbst für viel Geld nur noch äußerst schwer zu finden.
Stefan D. schrieb: > Wegen Afrika, hm.. wenn du den Mixer oder andere Geräte reparierst, > zerstörst du in Afrika "Arbeitplätze", denn wo werden sonst unsere > Altgeräte unter menschenfeindlichen Bedingungen auseinandergenommen ? Naja, hier bei uns (Nordthürigen) stehen blaue Tonnen, in die man Klein- geräte "entsorgen" kann. In Nordhausen befindet sich eine Einrichtung, in der Behinderte diese Geräte demontieren. In Sondershausen werden Waschmaschinen, Kühlschränke etc. demontiert. In weiteren Städten gibt es sog. Sozialkaufhäuser, wo ALG2-Empfänger mit entsprechenden Kenntnissen Geräte reparieren und sie danach zum Verkauf für verhältnismäßig wenig Geld anbieten. Ich denke nicht, daß von Hier aus irgendwelche Geräte den Weg nach Afrika gehen. MfG Paul
Bei noch funktionierenden Altgeräten (ausser Massenspeichern!) aus solchen Tonnen sollte man es am besten verpflichtend machen dass diese gereinigt und dem Gebrauchthandel zugeführt werden - aber die Welle an Brownwashing die dem entgegengestellt würde wäre wohl extrem :)
Leider kaufen die Leute, die sich's leisten können, lieber jedes Jahr neues Zeugs. Und weil's eh nur ein Jahr halten braucht, billigbillig. Meine Großmutter hat vor vielen (30?) Jahren mal wütend den Fernseher ausgeschaltet. Mit den Worten "Immer dieser Konsumterror!" - Es lief grad Werbung. Bei ihr wurden nur Dinge gekauft, die lange halten. Und alle 5-6 Jahre mal Ersatzkohlen für den Vorwerk VK116. Die hab ich dann reingesetzt.
>Sicher ist, daß man es sich nicht leisten konnte (Sichworte: Rohstoff, >Material-
und Arbeitszeitverschwendung) solche kurzlebigen Geräte zu >fertige, wie das heute
der Fall ist.
Das tun wir jetzt auch nicht. Aber wir ignorierem diese Tatsache.
Man darf aber auch nicht vergessen dass viele Leute zB einen Bohrhammer, einen Joghurtbereiter, einen Ultraschallreiniger einmal in drei Monaten brauchen oder erstmal herausfinden wollen ob ein solches Gerät für sie nützlich ist... und da füllen billige Geräte auch bei ggf geringer Robustheit durchaus eine Lücke... was bringt es den Zeiten hinterherzutrauern wo man sich so etwas ausgeliehen hätte, so vernetzt sind wir nun mal trotz Netz nicht mehr alle. Oder vielleicht stört man die Nachtruhe des Nachbarn mit dem selbstgekauften Bohrhammer einfach mit ruhigerem Gewissen als wenn man das Gerät von eben diesem Nachbarn geliehen hätte.
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.