Forum: Offtopic Geräte vernünftig entwickeln und herstellen


von Paul B. (paul_baumann)


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Gestern sah ich ein kleines Filmchen über das Rührgerät RG28, den ich
Euch nicht vorenthalten möchte. Hier ist der Link dahin:
http://www.mdr.de/exakt/ddr_geraete124.html

Da kann man sehen, wie sorgfältig ein Gerät entwickelt wurde und wie
lange es zum Dank dann funktioniert. Dazu brauchte es damals keine
Phrasen wie heute von der sog. "Nachhaltigkeit"..

MfG Paul

von Mac G. (macgyver0815)


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Heutzutage werden die Geräte (oft) darauf optimiert, kurz nach Ablauf 
der Garantiezeit kaputt zu gehen, oder zumindest nervige Macken zu 
entwickeln.

Traurig.

"Alte" Handys wurden z.B. auch etwas ausführlicher getestet (ich hab 
seit 10 Jahren das gleiche uralt Nokia, ist schon mehrfach böse auf 
Steinboden runtergefallen und hat noch den original Akku drin, hält 
dennoch länger als viele Smartphones).

von Michael B. (laberkopp)


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Von dem Mistding habe ich schon 2 weggeschmissen.
Wenn es 40 Jahre hält, heisst das bloss, dass es 30 Jahre im Schrank 
lag.
Denn es enthält eine Reihe von schweren Design- und 
Konstruktionsfehlern.

a) Schlechter Gehäusekunststoff, zu spröde, das hat eins das Leben 
gekostet und dazu musst es nicht mal runterfallen.

b) billiger Allstrommotor mit Motorkohlen, bei wirklich 40 Jahren 
Benutzung wären die schon lange runter.

c) Lüftungsschlitze die den ganzen Mehlstaub durch die Maschine blasen, 
der setzt sich innendrin ab, und die Wicklungen überhitzen, das hat die 
andere das Leben gekostet.

Im Vergleich zu Westmaschinen keine signifikanten Unterschiede, sie 
sieht sogar so aus, als hätte man bei Westmaschinen gnadenlos 
abgekupfert.

Aber MDR, der macht auch solche Idiotenfilme wie "Einfach Genial" und 
andere Volksverblödung.

von Andreas D. (rackandboneman)


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Und wahrscheinlich hat das Gerät, in Monatslohnanteilen gerechnet, 
soviel oder mehr gekostet wie heutzutage ein Oberklasse- oder gar 
Profi-Gastrogerät.

von Paul B. (paul_baumann)


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Michael Bertrandt schrieb:
> Aber MDR, der macht auch solche Idiotenfilme wie "Einfach Genial" und
> andere Volksverblödung.

Die guckst Du aber gerne, wie?

SCNR
Paul

von Paul B. (paul_baumann)


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Sicher ist, daß man es sich nicht leisten konnte (Sichworte: Rohstoff, 
Material- und Arbeitszeitverschwendung) solche kurzlebigen Geräte zu
fertige, wie das heute der Fall ist.

MfG Paul

von Icke ®. (49636b65)


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Michael Bertrandt schrieb:
> Von dem Mistding habe ich schon 2 weggeschmissen.
> Wenn es 40 Jahre hält, heisst das bloss, dass es 30 Jahre im Schrank
> lag.

Kann ich nicht bestätigen. Meines ist nach wie vor im Einsatz. Nicht 
jeden Tag, aber halt zu den üblichen Arbeiten wie Kuchen backen, 
Kartoffelbrei anrühren und dergleichen. Ersetzen mußte ich bisher nur 
einen der Schneebesen. Zwischendurch lag es mal eine Weile im Schrank, 
weil meine Frau unbedingt "was Neues" haben wollte. Das neue Gerät war 
dann nach ca. einem Jahr unbrauchbar, weil der Verriegelungsmechanismus 
die Werkzeuge nicht mehr festhielt.
Weitere DDR-Geräte, die noch im bestimmungsgemäßen Einsatz sind:

- elektrische Kaffeemühle
- Oszi EO174A
- Analogmultimeter Uni 12e

Nur noch selten benutzt, aber voll funktionstüchtig:

- Tuner Fera T150
- Verstärker Fera V150
- Boxen BR25 (reconed)
- Kassettendeck Geracord GC6032
- Bandmaschine Tesla B115

von Peter D. (peda)


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Heutige Mixer dürfen eh nur mit der Stoppuhr in der Hand bedient werden:

http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/markt/sendungen/kuechengeraete102.html

von Stefan D. (reverse)


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Also wieder die Frage, ob man da solche Geräte selber modifiziert damit 
sie länger durchhalten oder sogar selber baut oder man kauft eins für 10 
€ (z.B. ein Mixer ) und wirft den nach 2 Jahren in die Tonne.... Denn 
scheinbar können die Consumer Teile nichts mehr, außer zu kosten.

von Dennis H. (t1w2i3s4t5e6r)


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Mac Gyver schrieb:
> Heutzutage werden die Geräte (oft) darauf optimiert, kurz nach Ablauf
> der Garantiezeit kaputt zu gehen, oder zumindest nervige Macken zu
> entwickeln.

Irgendwo muss ja das Wirtschaftswachstum herkommen. Die Wirtschaft kann 
nunmal nur wachsen, wenn immer mehr verkauft wird. Und da ich nicht drei 
Mixer benötige, muss der eine, den ich habe, eben öfter kaputt gehen.


Dennis

von Michael B. (laberkopp)


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Dennis H. schrieb:
> Irgendwo muss ja das Wirtschaftswachstum herkommen. Die Wirtschaft kann
> nunmal nur wachsen, wenn immer mehr verkauft wird. Und da ich nicht drei
> Mixer benötige, muss der eine, den ich habe, eben öfter kaputt gehen

Es gäbe noch Milliarden an Menschen, die keinen Mixer haben, in Afrika 
und sonstwo, aber die Gier der Konzerne ist an denen nicht interessiert 
weil die nicht so viel Geld haben und man da die Produkte billiger 
verkaufen müsste.

Man muss sich in Europa WEIGERN ein kaputtes Gerät zu ersetzen, schon 
alleine um den Afrikanern zu helfen.
Ausserdem kaufe ich sowieso nicht mehr bei einer Firma, von der mir 
schon mal ein Gerät kaputt gegangen ist.

Bei Tintenstrahldruckern wird das aber langsam ein Problem, ich hoffe es 
kommen nach dem derzeitigen Ablauf der Patente schnell viele günstige 
aus China auf den Markt.

von Gerd E. (robberknight)


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Michael Bertrandt schrieb:
> Man muss sich in Europa WEIGERN ein kaputtes Gerät zu ersetzen, schon
> alleine um den Afrikanern zu helfen.

Was ändert es für einen armen Afrikaner ob Du ein neuen Mixer kaufst 
oder einen alten reparierst?

Was dem armen Afrikaner fehlt, ist ein Job mit dem er selbst seinen 
Lebensunterhalt verdienen kann. Ein geschenkter Mixer oder ähnliches 
ändert daran nichts.

Und solange dort korrupte und kriminelle Politiker an der Macht sind 
oder irgendwelche Terrorgruppen und Religionsfanatiker sich austoben, 
wird dort die Wirtschaft nur minimal wachsen und damit keine neuen 
Arbeitsplätze entstehen.

> Bei Tintenstrahldruckern wird das aber langsam ein Problem, ich hoffe es
> kommen nach dem derzeitigen Ablauf der Patente schnell viele günstige
> aus China auf den Markt.

Ich glaube kaum. Denn "Drucken" ist kein Wachstumsmarkt mehr. Immer mehr 
wird papierlos gemacht. Das wissen auch die Chinesen und die sind nicht 
so dumm groß in einen schrumpfenden Markt zu investieren.

von Stefan D. (reverse)


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Mein Drucker dient auch nur noch als Navi Ersatz, drucke mir vor 
Fahrtantritt die wichtigsten Stellen einer Route aus und fertig. Sonst 
vielleicht noch 2-10 Seiten mit anderem Inhalt im Jahr.

Die Scanner werden noch eine Weile gebraucht, um die vorhandenen Papiere 
einzuscannen. Ein Stick und/oder eine CD mit allen wichtigen Dokumenten 
ist platzsparender eingelagert als ein Haufen Ordner.

Wegen Afrika, hm.. wenn du den Mixer oder andere Geräte reparierst, 
zerstörst du in Afrika "Arbeitplätze", denn wo werden sonst unsere 
Altgeräte unter menschenfeindlichen Bedingungen auseinandergenommen ?

von Icke ®. (49636b65)


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Michael Bertrandt schrieb:
> Ausserdem kaufe ich sowieso nicht mehr bei einer Firma, von der mir
> schon mal ein Gerät kaputt gegangen ist.

Dann wirst du Zukunft sogar deine Löffel wieder selbst schnitzen müssen. 
Gute UND langlebige Geräte sind heuer selbst für viel Geld nur noch 
äußerst schwer zu finden.

von Paul B. (paul_baumann)


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Stefan D. schrieb:
> Wegen Afrika, hm.. wenn du den Mixer oder andere Geräte reparierst,
> zerstörst du in Afrika "Arbeitplätze", denn wo werden sonst unsere
> Altgeräte unter menschenfeindlichen Bedingungen auseinandergenommen ?

Naja, hier bei uns (Nordthürigen) stehen blaue Tonnen, in die man Klein-
geräte "entsorgen" kann. In Nordhausen befindet sich eine Einrichtung,
in der Behinderte diese Geräte demontieren. In Sondershausen werden
Waschmaschinen, Kühlschränke etc. demontiert. In weiteren Städten gibt
es sog. Sozialkaufhäuser, wo ALG2-Empfänger mit entsprechenden 
Kenntnissen
Geräte reparieren und sie danach zum Verkauf für verhältnismäßig wenig
Geld anbieten. Ich denke nicht, daß von Hier aus irgendwelche Geräte
den Weg nach Afrika gehen.

MfG Paul

von Andreas D. (rackandboneman)


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Bei noch funktionierenden Altgeräten (ausser Massenspeichern!) aus 
solchen Tonnen sollte man es am besten verpflichtend machen dass diese 
gereinigt und dem Gebrauchthandel zugeführt werden - aber die Welle an 
Brownwashing die dem entgegengestellt würde wäre wohl extrem :)

von Helge A. (besupreme)


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Leider kaufen die Leute, die sich's leisten können, lieber jedes Jahr 
neues Zeugs. Und weil's eh nur ein Jahr halten braucht, billigbillig.

Meine Großmutter hat vor vielen (30?) Jahren mal wütend den Fernseher 
ausgeschaltet. Mit den Worten "Immer dieser Konsumterror!" - Es lief 
grad Werbung. Bei ihr wurden nur Dinge gekauft, die lange halten. Und 
alle 5-6 Jahre mal Ersatzkohlen für den Vorwerk VK116. Die hab ich dann 
reingesetzt.

von Matthias L. (Gast)


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>Sicher ist, daß man es sich nicht leisten konnte (Sichworte: Rohstoff, >Material- 
und Arbeitszeitverschwendung) solche kurzlebigen Geräte zu >fertige, wie das heute 
der Fall ist.

Das tun wir jetzt auch nicht. Aber wir ignorierem diese Tatsache.

von Andreas D. (rackandboneman)


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Man darf aber auch nicht vergessen dass viele Leute zB einen Bohrhammer, 
einen Joghurtbereiter, einen Ultraschallreiniger einmal in drei Monaten 
brauchen oder erstmal herausfinden wollen ob ein solches Gerät für sie 
nützlich ist... und da füllen billige Geräte auch bei ggf geringer 
Robustheit durchaus eine Lücke... was bringt es den Zeiten 
hinterherzutrauern wo man sich so etwas ausgeliehen hätte, so vernetzt 
sind wir nun mal trotz Netz nicht mehr alle. Oder vielleicht stört man 
die Nachtruhe des Nachbarn mit dem selbstgekauften Bohrhammer einfach 
mit ruhigerem Gewissen als wenn man das Gerät von eben diesem Nachbarn 
geliehen hätte.

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