Forum: Offtopic Halbleitertechnik im 15. Jahrhundert - spinnt der Professor?


von A. $. (mikronom)


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Ich zitiere mal einen Universitäts-Professor, der 2010 in Ruhestand 
gegangen ist. Seine Ausführungen stammen scheinbar aus den 1980er 
Jahren, wurden im Studienjahr 2003/2004 überarbeitet und mit folgenden 
Wortlaut/Bildern noch im Studienjahr 2010/2011 verwendet:

"Es wird allgemein anerkannt, daß der wesentliche Anstoß zur Entwicklung 
von Halbleiterbauelementen nach 1945 in den Bell Laboratories erfolgte. 
Es ist Zeit, diesem Irrtum einmal energisch entgegenzutreten. So 
verweisen wir zum ersten auf einen deutschen Beitrag. Der Naturforscher 
und -schilderer Agricola diskutierte schon 1557 in seinem 
Technologie-Handbuch "De re metallica" den Vor- und Nachteil der 
Ionenimplementation (Abb. 01., links, ref. 1) gegenüber der Diffussion 
(Abb. 0.1, rechts). Weiterhin ist weitgehend unbekannt, dass schon die 
alten Sumerer im Besitz einer Hochenergie-Ionenimplantations-Maschine 
waren. Genaue bautechnische Daten sind nicht überliefert, es existiert 
jedoch eine mittelalterliche Kopie (Abb. 0.2, ref. 2). Die 
Beschleunigungsstrecke wurde aus hintereinandergeschalteten Batterien 
gewonnen. Jede Batterie bestand aus einem Gefäß gebrannten Tons, das mit 
Essigsäure gefüllt war. Die Elektroden wurden aus Zinn und Kupfer 
hergestellt. Die Batterien wurden in Serie geschaltet und aufeinander 
gestapelt. Für eine 100MeV-Beschleunigerspannung ergaben sich dabei 
beträchtliche Turmhöhen."

Als ref. 1 benennt der Autor:

Dearnley, G., Freeman, J. H., Nelson, R. S., Stephen, J.: "Ion 
Implantation", North-Holand Publ. Co., Amsterdam (1973)

Als ref. 2 benennt der Autor:

Escher, M. C.: "Turm von Babel" (1928), verändert von $AUTOR (1987)

Abb. 0.2 habe ich euch eingescannt. Als Gedankenanstoß zur 
"mittelalterliche Kopie": 
http://en.wikipedia.org/wiki/Tower_of_Babel_%28M._C._Escher%29

Ansonsten ist der Autor jahrzehntelang im Bereich 
Halbleitertechnik/Solarzellenforschung aktiv gewesen und war die ganze 
Zeit Lehrstuhlinhaber mit Reinraum & Co.. Die Unterlagen zur 
Halbleitertechnik, aus denen das Zitat stammt, sind ansonsten makellos 
(bis auf Rechtschreibfehler).

Warum schreibt man als Professor denn sowas und fälscht ein Bild auf 
primitivste Art und Weise (1928=Mittelalter)?

von A. $. (mikronom)


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Hier noch Abb0.1. Man lese bitte die Bildunterschrift. Kann mir jemand 
sagen, was da tatsächlich zu sehen ist?

von John D. (Gast)


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Ich vermute, seine Studenten haben verstanden, dass es sich um einen 
Scherz handelt.
Abb. 1 mit der Bildunterschrift ist geil!

von John D. (Gast)


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Andi $nachname schrieb:
> Kann mir jemand sagen, was da tatsächlich zu sehen ist?

Achso: Rechts ist wohl eine Art Brennofen. Links oben hat der Prof. eine 
Implantationsanlage dazugezeichnet. Er ist wohl so eine Art Terry 
Gilliam der Halbleiterphysik. Wie heißt er?

"Wir bitten Sie, die Ungenauigkeiten, die sich in dieses Dürer-Porträt 
eingeschlichen haben, zu entschuldigen. Dürer hat nie eine 
Leihwagenfirma betrieben. Wir danken für Ihr Verständnis."

von Gerald B. (gerald_b)


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War die Vorlesung eventuell am 1.4.? lol
In einer Aprilausgabe der Elektor gab es auch einen Beitrag, wo es 
"ernsthaft" darum ging, das man duch Wiegen den Ladezustand von NiCd 
Akkus mit Hilfe des Massedefektes ermitteln zu können ;-)

von Timm T. (Gast)


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Aua, aua. Die Allgmeinbildung läßt doch etwas zu wünschen übrig.

Du weisst echt nicht, wer M.C.Escher war, und was der so gemalt hat?

Abb 1 ist wirklich aus De re metallica von Agricola: 
http://www.vmine.net/MINING-HERITAGE.COM/agricola/book10/book10-5.jpg

Allerdings gehts da um etwas anderes. Hier der Abschnitt in einer 
Neuübersetzung von 1928, such Dir das PDF mit Seite 395: 
http://www.digitalis.uni-koeln.de/Agricola/agricola_index.html

Da hat er halt was dazugemalt. Ist Wissenschaftlerhumor, so wie die 
Steinlaus im Pschyrembel oder ähnliches.

Den Agricola hatte ich noch aus einem Geschichtsbuch in Erinnerung. Da 
frag ich mich doch mal wieder: Was lernt ihr eigentlich heute so in der 
Schule?

Vielleicht ist es auch ein Test, wer das Script wirklich mehr als nur 
durchgeblättert hat.

von (prx) A. K. (prx)


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Timm Thaler schrieb:
> Du weisst echt nicht, wer M.C.Escher war, und was der so gemalt hat?

Der Fluch der späten Geburt. Wer jetzt studiert, der hat Escher 
wahrscheinlich nicht als Titelgeber im Hofstadters Bestseller in 
Erinnerung ("Gödel, Escher, Bach", 1985 in D).

von Gerald B. (gerald_b)


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Außerdem, wenn man sich nur mal die erforderliche Qualität des Vacuums 
ansieht, die man für einen Ionenimplanter braucht und dem was Otto v. 
Guericke mit seiner Handpumpe an dem Magdeburger Halbkugeln hinbekam, 
dann sind da noch ein paar Zehnerpotenzen dazwischen. Da reicht noch 
nicht mal eine Turbomolekuklarpumpe, da muß man schon zu Raffinessen, 
wie Getterpumpe oder Kryopumpe greifen. Nächster Punkt, ein derartiges 
Hochvacuum will auch gehalten werden. Da reichen dann nicht mal mehr 
Viton oder Silicondichtungen, da muß es dann schon Indiumfolie sein.
Mit einer Hand voll Heimaterde, wie sie die damaligen Alchimisten 
hatten, kommt man nicht weit :-)

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