Hallo zusammen. Ich habe nur mal eine kleine Frage, die mir im Kopf rum schwirrt. Macht es Sinn, bei einem Design Bauteile von möglichst wenig verschiedenen Herstellern zu benutzen? Also als Beispiel, wenn eine Schaltung auf einen PIC von Microchip basiert und man braucht noch einen DAC, Spannungsregler und einen OP, dass man diese (natürlich sofern die Specs passen) auch von Microchip nimmt. Oder geht es ausschließlich um den Preis bei Vertrieb xy (bspw. Mouser), also wenn ein DAC von Microchip 1,50€ oder von Analog Devices 1,40€ kostet, dass man dann den von AD nimmt. Meine Gedanken: Bezüglich Preis macht es natürlich Sinn, den billigeren zu nehmen. Man macht sich aber auch von mehreren Herstellern abhängig (wobei AD ja jetzt nicht klein ist oder auf der Kippe steht). Man könnte auch direkt bei Microchip ggf. Rabatte aushandeln, wenn man mehr da bestellt. Dies wird bei deutlich mehr ICs natürlich noch komplexer. Bei 40 ICs hat man im schlimmsten Fall 40 verschiedene "Hersteller auf der Platine", es ginge vielleicht aber auch, dass man nur ICs von 3 oder 4 großen Herstellern braucht. Ich hoffe es ist klar geworden, was meine Frage ist ;)
Entwirfs Du als Hobby, fuer Experimentelektronik/Eigenbedarf einer Firma oder fuer Massenfertigung? In den ersten beiden Faellen wuerde ich schauen, das ich die Bauteile bei moeglichst wenig Versendern bekommen, im letzten Fall wuerde ich den Einkauf der Firma nach der Firmenphilosophie fragen.
Michael Skropski schrieb: > Bei 40 ICs hat man im schlimmsten Fall 40 verschiedene "Hersteller auf > der Platine", es ginge vielleicht aber auch, dass man nur ICs von 3 > oder 4 großen Herstellern braucht. > Macht es Sinn, bei einem Design Bauteile von möglichst wenig > verschiedenen Herstellern zu benutzen? Das kommt drauf an, ob du Stückzahlen erreichst, für die der Hersteller seine Produktionsplanung ggf. ändern muss. Dann kannst du sicher einen Rahmenvertrag aushandeln, bei dem auch über eine ausreichend lange Zeit die Lieferbarkeit der Bauteile garantiert ist. Und das wird natürlich einfacher wenn du dich nicht mit 40 Herstellern herumschlägst. Ansonsten kommt es sicher drauf an, ob ein Hersteller überhaupt alle für dich erforderlichen Teile im Programm hat und ob Second Source Lieferanten verfügbar sind.
Kaufst Du direkt bei den Herstellern oder über einen Distri? Wenn letzteres sind die Hersteller eigentlich egal solange die Teile auf der Linecard Deines Distris auftauchen.
Theoretisch gibt es inner noch die Anweisung, nur Bauteile zu verwenden, die von mehreren Hersteller angeboten werden. Wie soll das heutzutage gehen? Da könnten wir nur TTL, 555 und 7805 einsetzen.
Noch einer schrieb: > Wie soll das heutzutage > gehen? Mit einem entsprechendem Rahmenvertrag mit den Chipherstellern. Man kann durchaus vereinbaren, dass die Bauteile zur verbesserung der Verfügbarkeit von mehreren Herstellern hergestellt werden sollen. Die Kosten für eine ggf. erforderliche, zusätzliche Fertigungslinie muss man dann halt selber tragen...
Noch einer schrieb: > Theoretisch gibt es inner noch die Anweisung, nur Bauteile zu verwenden, > die von mehreren Hersteller angeboten werden. Wie soll das heutzutage > gehen? TTL Grab bauen und eskalieren lassen.
Michael Skropski schrieb: > Ich habe nur mal eine kleine Frage, die mir im Kopf rum schwirrt. > Macht es Sinn, bei einem Design Bauteile von möglichst wenig > verschiedenen Herstellern zu benutzen? Hallo Michael. Im professionellen Umfeld: NEIN! Dort wird im Allgemeinen - Ausnahmen bestätigen die Regel - nach drei Gesichtspunkten ausgewählt: Kosten, Kosten und Kosten. Daneben gibt es noch so Themen wie Second Source, Strategische Lieferantenauswahl, Mengenbündelung, .... Tom Thomsen schrieb: > Dann kannst du sicher einen > Rahmenvertrag aushandeln, bei dem auch über eine ausreichend lange Zeit > die Lieferbarkeit der Bauteile garantiert ist. Und das wird natürlich > einfacher wenn du dich nicht mit 40 Herstellern herumschlägst. Wenn man so weit ist wird man gerne mit mehreren Herstellern verhandeln, jeder will was vom Kuchen. Und jeder stellt ein gewisses Risiko dar. Also lieber Risiko verteilen als es zu Bündeln. Alles aus einer Hand: da wird man erpressbar. Gerd E. schrieb: > Kaufst Du direkt bei den Herstellern oder über einen Distri? Wenn > letzteres sind die Hersteller eigentlich egal solange die Teile auf der > Linecard Deines Distris auftauchen. Humbug. Das ist keine Risikoverteilung, das ist nur Mengenverteilung. Wer in großen Mengen kauft kauft nicht beim Distri. Und Distris wechseln bei solchen Risiken - dass ein Hersteller hopps geht - sehr schnell mal ihre Linecard. Noch einer schrieb: > Theoretisch gibt es inner noch die Anweisung, nur Bauteile zu verwenden, > die von mehreren Hersteller angeboten werden. Wie soll das heutzutage > gehen? Da könnten wir nur TTL, 555 und 7805 einsetzen. Und noch so eine Mär. Sicherlich wird es z.B einen STM32F nur von STM geben. Aber schon bei Flashes kann man hervorragend Second Solution spielen. Heißt: Ich mache - bei entsprechenden Mengen - eine zweite Lösung die ich parallel fertige. Jetzt kann ich immer noch mit beiden Lösungsherstellern verhandeln von 20/80 bis 80/20. Und ich habe Sicherheit mit beiden Lösungen. Schreiber schrieb: > Mit einem entsprechendem Rahmenvertrag mit den Chipherstellern. Man kann > durchaus vereinbaren, dass die Bauteile zur verbesserung der > Verfügbarkeit von mehreren Herstellern hergestellt werden sollen. Die > Kosten für eine ggf. erforderliche, zusätzliche Fertigungslinie muss man > dann halt selber tragen... Ja, das geht. Da sind wir jetzt aber im ganz großen Geschäft. Das können dann nicht allzuviele auf der Welt. Aber gehen tut das schon :) Ist aber nur eine Amortisierungsfrage. Wenn ich Mengen der Linie zugesagt bekomme dann kann sich das schon rentieren. rgds
6A66 schrieb: > Jetzt kann ich immer noch mit beiden Lösungsherstellern > verhandeln von 20/80 bis 80/20. Und ich habe Sicherheit mit beiden > Lösungen. ...wenn Du so konstruiert hast, dass beide Typen nicht "auf Kante genäht" sind und somit zuverlässig funktionieren. Bei einigen TTL-Schaltkreisen hatten z.B. kleine zeitliche Veränderungen oder Spikes od. lichtempfindliche Gehäuse für Überraschungen gesorgt, die dann natürlich nachträglich teuer werden können.
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