Hallo,
da ich nebenbei etwas Daytrade und glücklicherweise die letzte Woche
aber gar nichts gemacht habe musste ich ja grinsen als ich die Zeitungen
las: Einige Broker und Hedge Fonds sind pleite als die Schweizer
Notenbank SNB ein Erdbeben auslöste und die seit 3 Jahren eisern
verteidigte Grenze des Wechselkurses von 1,20 aufgab. In der gleichen
Sekunde der Mitteilung donnerte der CHF 30% aufwärts, was einem
Universum gleichkommt. Viele Privatkunden verloren Tausende, da die High
Speed Computer professioneller Devisen Händler in Bruchteilen einer
Sekunde reagierten.
Sie hatten alle ihre Kauflimits unter 1,20 stehen - weil sie ja
glaubten, die SNB würde sofern eingreifen - und als die Grenze
durchschlagen wurde bis runter nach 0,80 (75%) hielt kein Stop Loss mehr
und der gefürchtete "Margin Call" trat ein, unbegrenzte
Nachschusspflicht für die Verluste. Bei den extrem hohen Hebeln im
Devisenmarkt werden aus eigentlich geplanten 100 Euro Verlust von "Hans
Klein-Händler" dann schnell 10.000 Euro. Und die müssen bezahlt werden.
Die Schweizer freuen sich, in Deutschland schoppen ist billiger denn je.
Für den Amerikaner, der in der Schweiz Urlaub machen will kostet der
Cheese Burger aber jetzt schon 8 Dollar :-(
Gefährlich sieht es aber beim Bund Future aus! 157 Euro der Schatzbrief
und auf 10 Jahre 0% Zinsen. Das sieht sehr nach einem Bläschen aus, was
sicher bald platzen wird. Man leiht der BRD auf 10 Jahre Geld und hat 0%
Zinsen? Da stimmt doch was nicht mehr im Staate....
Euro: 1,15 ??? Danke Mario Draghi, dass Du unsere Sparbücher so schön
eindampfst. Wertloses Papier bald nur noch... gabs schonmal 1929, das
mit der Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse. Das Ende ist
bekannt.
Man wird hier herum noch besser drauf achten müssen, an welchen Tagen zu
welcher Uhrzeit man in einigen Läden einkaufen geht, um an der Kasse in
endlicher Zeit durch zu kommen.
Aber das Gefühl kenne ich. Es wärmt die Seele, mitanzusehen, dass
Spieler grossen Stils auch mal Verlierer sein können, ohne das Unsereins
ihnen Geld nachschiessen muss.
Die Schweizer Zentralbank hat meinen grossen Respekt, weil sie den
Zeitpunkt dazu selbst fand, ohne vom Markt und entsprechenden Wetten
dazu gedrängt zu werden.
Das nahezu unbegrenzte Vertrauen der Bürger in die Zahlungsfähigkeit der
BRD... und das bei über 2 Bio Staatsschulden..... ich bin schon
"erstaunt" über die Gutgläubigkeit vieler.
A. K. schrieb:> Aber das Gefühl kenne ich. Es wärmt die Seele, mitanzusehen, dass> Spieler grossen Stils auch mal Verlierer sein können, ohne das Unsereins> ihnen Geld nachschiessen muss
Die "Arme Deutche Bank" hat nur 225 Mio verloren...... Peanuts :-) Der
Hedge Fond "Globol Trust" ist pleite. So ist das mit Monokulkturen, auch
auf dem Konto, kommt ein Schädling daher ist die ganze Plantage
befallen.
Christian J. schrieb:> Euro: 1,15 ??? Danke Mario Draghi, dass Du unsere Sparbücher so schön> eindampfst. Wertloses Papier bald nur noch... gabs schonmal 1929, das> mit der Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse. Das Ende ist> bekannt.
Der Widerspruch in deiner Aussage fällt dir nicht auf? Jene Zeit, die du
hier kommen siehst, war hierzulande von hohem Zinsniveau geprägt. Nicht
von Nullzinsen.
Wenn du eine Parallele suchst, dann ist die Weltwirtschaftskrise
vielleicht nicht so verkehrt. Aber eher die amerikanische Seite davon.
Der Weg dorthin verlief finanzwirtschaftlich grad andersrum wie hier.
A. K. schrieb:> Nicht> von Nullzinsen.
Korrekt. Wir haben seit 5 Jahren Nullzins Niveau und das trotz
"blühender Landschaften". Das nennt man auch "Panikblüte".... Inflation
koste es was es wolle. Den Märkten wird der Arsch so mit Geld zugeblasen
weltweit, dass die gar nicht anders können als zu steigen.
Aber wehe, wehe wenn ich auf das Ende sehe......
Christian J. schrieb:> Inflation koste es was es wolle.
Die Deutschen sehen überall die Inflation kommen, die Amerikaner die
Deflation. Und so geht jedem die Hose nach seiner eigenen Vergangenheit.
Ist nicht leicht, aus der Geschichte zu lernen, wenn in circa gleicher
Lage genau gegenteilige Schlüsse rauskommen. ;-)
> Aber wehe, wehe wenn ich auf das Ende sehe......
Interessante Frage wär eher, was man mit seinem Geld macht, so man
welches hat, das man nicht morgen schon verfuttert.
Ich habe überhaupt kein Mitleid mit Leuten, die aus lauter Gier Haus und
Hof verspekulieren und dann in diversen Fernsehsendungen greinen:
"Wir sind falsch beraten worden, statt 20% Zinsen sind alle Scheine
und Münzen flöten gegangen, jaul, ächtz, keuch!!! Helft uns!!"
Nein, Euch ist nicht zu helfen, ihr habt Euch selbst ohne Not an den
Bettelstab gebracht...
SCNR
Paul
Christian J. schrieb:> Den Märkten wird der Arsch so mit Geld zugeblasen> weltweit, dass die gar nicht anders können als zu steigen.
Welche Märkte meinen die?
Auf unserem Wochenmarkt war am Samstag nichts davon angekommen! Ich
hatte auf die große Geld-Konfettikanone spekuliert, am Ende musste ich
Möhren und Blumenkohl doch wieder selber finanzieren.
Man schaue sich nur die Kursentwicklung zwischen Euro und Dollar während
der letzten 3 Jahre an und dann parallel dazu den Euro in Bezug auf den
Franken.
Letztendlich war die SNB gezwungen von der weiteren Eurobindung
abzulassen wollten sie nicht selber zum Spekulationsobjekt werden. Ich
hatte schon lange darauf gewartet aber nach dem EUGH beschluss konnten
sie gar nicht mehr anders. Die EU hat damit den Stabilitätspakt
endgültig aufgegeben und eine weitere Bindung des Franken an den EURO
wäre bei über 20% Schere zwischen Realkurs und politischen Kurs
unverantwortlich geworden.
Für mich bedeutet es ohne eigene Preiserhöhung 20 Prozent mehr aus den
laufenden Schweizgeschäften ;)))) und konkurenzfähig bleibe ich dabei
leicht.
Ich glaub ich sollte zukkünftig etwas mehr für meinen Markt am anderen
Flussufer tun.
Namaste
Winfried J. schrieb:> Für mich bedeutet es ohne eigene Preiserhöhung 20 Prozent mehr aus den> laufenden Schweizgeschäften ;)))) und konkurenzfähig bleibe ich dabei> leicht.
Bloss werden die Schweizer Betriebe und Handwerker bei ihren Bemühungen,
sich mit irgendwelchen Schikanen Leute wie dich vom Leib zu halten,
sicherlich noch kreativer werden, als sie es bisher schon sind. Letzte
kreative Idee dazu war der Killer für einige Futterdienste (Pizza&Co),
deren Produkte garantiert nun erst kalt ankommen, wenn nicht sogar schon
verschimmelt.