Forum: Offtopic Kleine Schadenfreude mit EUR/CHF :-)


von Christian J. (Gast)


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Hallo,

da ich nebenbei etwas Daytrade und glücklicherweise die letzte Woche 
aber gar nichts gemacht habe musste ich ja grinsen als ich die Zeitungen 
las: Einige Broker und Hedge Fonds sind pleite als die Schweizer 
Notenbank SNB ein Erdbeben auslöste und die seit 3 Jahren eisern 
verteidigte Grenze des Wechselkurses von 1,20 aufgab. In der gleichen 
Sekunde der Mitteilung donnerte der CHF 30% aufwärts, was einem 
Universum gleichkommt. Viele Privatkunden verloren Tausende, da die High 
Speed Computer professioneller Devisen Händler in Bruchteilen einer 
Sekunde reagierten.

Sie hatten alle ihre Kauflimits unter 1,20 stehen - weil sie ja 
glaubten, die SNB würde sofern eingreifen - und als die Grenze 
durchschlagen wurde bis runter nach 0,80 (75%) hielt kein Stop Loss mehr 
und der gefürchtete "Margin Call" trat ein, unbegrenzte 
Nachschusspflicht für die Verluste. Bei den extrem hohen Hebeln im 
Devisenmarkt werden aus eigentlich geplanten 100 Euro Verlust von "Hans 
Klein-Händler" dann schnell 10.000 Euro. Und die müssen bezahlt werden.

Die Schweizer freuen sich, in Deutschland schoppen ist billiger denn je. 
Für den Amerikaner, der in der Schweiz Urlaub machen will kostet der
Cheese Burger aber jetzt schon 8 Dollar :-(

Gefährlich sieht es aber beim  Bund Future aus! 157 Euro der Schatzbrief 
und auf 10 Jahre 0% Zinsen. Das sieht sehr nach einem Bläschen aus, was 
sicher bald platzen wird. Man leiht der BRD auf 10 Jahre Geld und hat 0% 
Zinsen? Da stimmt doch was nicht mehr im Staate....

Euro: 1,15 ??? Danke Mario Draghi, dass Du unsere Sparbücher so schön 
eindampfst. Wertloses Papier bald nur noch... gabs schonmal 1929, das 
mit der Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse. Das Ende ist 
bekannt.

von (prx) A. K. (prx)


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Man wird hier herum noch besser drauf achten müssen, an welchen Tagen zu 
welcher Uhrzeit man in einigen Läden einkaufen geht, um an der Kasse in 
endlicher Zeit durch zu kommen.

Aber das Gefühl kenne ich. Es wärmt die Seele, mitanzusehen, dass 
Spieler grossen Stils auch mal Verlierer sein können, ohne das Unsereins 
ihnen  Geld nachschiessen muss.

Die Schweizer Zentralbank hat meinen grossen Respekt, weil sie den 
Zeitpunkt dazu selbst fand, ohne vom Markt und entsprechenden Wetten 
dazu gedrängt zu werden.

von Christian J. (Gast)


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Das nahezu unbegrenzte Vertrauen der Bürger in die Zahlungsfähigkeit der 
BRD... und das bei über 2 Bio Staatsschulden..... ich bin schon
"erstaunt" über die Gutgläubigkeit vieler.

von Christian J. (Gast)


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A. K. schrieb:

> Aber das Gefühl kenne ich. Es wärmt die Seele, mitanzusehen, dass
> Spieler grossen Stils auch mal Verlierer sein können, ohne das Unsereins
> ihnen  Geld nachschiessen muss

Die "Arme Deutche Bank" hat nur 225 Mio verloren...... Peanuts :-) Der
Hedge Fond "Globol Trust" ist pleite. So ist das mit Monokulkturen, auch 
auf dem Konto, kommt ein Schädling daher ist die ganze Plantage 
befallen.

von (prx) A. K. (prx)


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Christian J. schrieb:
> Euro: 1,15 ??? Danke Mario Draghi, dass Du unsere Sparbücher so schön
> eindampfst. Wertloses Papier bald nur noch... gabs schonmal 1929, das
> mit der Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse. Das Ende ist
> bekannt.

Der Widerspruch in deiner Aussage fällt dir nicht auf? Jene Zeit, die du 
hier kommen siehst, war hierzulande von hohem Zinsniveau geprägt. Nicht 
von Nullzinsen.

Wenn du eine Parallele suchst, dann ist die Weltwirtschaftskrise 
vielleicht nicht so verkehrt. Aber eher die amerikanische Seite davon. 
Der Weg dorthin verlief finanzwirtschaftlich grad andersrum wie hier.

von Christian J. (Gast)


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A. K. schrieb:

> Nicht
> von Nullzinsen.

Korrekt. Wir haben seit 5 Jahren Nullzins Niveau und das trotz 
"blühender Landschaften". Das nennt man auch "Panikblüte".... Inflation 
koste es was es wolle. Den Märkten wird der Arsch so mit Geld zugeblasen 
weltweit, dass die gar nicht anders können als zu steigen.

Aber wehe, wehe wenn ich auf das Ende sehe......

von (prx) A. K. (prx)


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Christian J. schrieb:
> Inflation koste es was es wolle.

Die Deutschen sehen überall die Inflation kommen, die Amerikaner die 
Deflation. Und so geht jedem die Hose nach seiner eigenen Vergangenheit. 
Ist nicht leicht, aus der Geschichte zu lernen, wenn in circa gleicher 
Lage genau gegenteilige Schlüsse rauskommen. ;-)

> Aber wehe, wehe wenn ich auf das Ende sehe......

Interessante Frage wär eher, was man mit seinem Geld macht, so man 
welches hat, das man nicht morgen schon verfuttert.

von Paul B. (paul_baumann)


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Ich habe überhaupt kein Mitleid mit Leuten, die aus lauter Gier Haus und
Hof verspekulieren und dann in diversen Fernsehsendungen greinen:
"Wir sind falsch beraten worden, statt 20% Zinsen sind alle Scheine
und Münzen flöten gegangen, jaul, ächtz, keuch!!! Helft uns!!"

Nein, Euch ist nicht zu helfen, ihr habt Euch selbst ohne Not an den 
Bettelstab gebracht...

SCNR
Paul

von Oliver S. (phetty)


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Christian J. schrieb:
> Den Märkten wird der Arsch so mit Geld zugeblasen
> weltweit, dass die gar nicht anders können als zu steigen.

Welche Märkte meinen die?
Auf unserem Wochenmarkt war am Samstag nichts davon angekommen! Ich 
hatte auf die große Geld-Konfettikanone spekuliert, am Ende musste ich 
Möhren und Blumenkohl doch wieder selber finanzieren.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Man schaue sich nur die Kursentwicklung zwischen Euro und Dollar während 
der letzten 3 Jahre an und dann parallel dazu den Euro in Bezug auf den 
Franken.
Letztendlich war die SNB gezwungen von der weiteren Eurobindung 
abzulassen wollten sie nicht selber zum Spekulationsobjekt werden. Ich 
hatte schon lange darauf gewartet aber nach dem EUGH beschluss konnten 
sie gar nicht mehr anders. Die EU hat damit den Stabilitätspakt 
endgültig aufgegeben und eine weitere Bindung des Franken an den EURO 
wäre bei über 20% Schere zwischen Realkurs und politischen Kurs 
unverantwortlich geworden.

Für mich bedeutet es ohne eigene Preiserhöhung 20 Prozent mehr aus den 
laufenden Schweizgeschäften ;)))) und konkurenzfähig bleibe ich dabei 
leicht.
Ich glaub ich sollte zukkünftig etwas mehr für meinen Markt am anderen 
Flussufer tun.

Namaste

von (prx) A. K. (prx)


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Winfried J. schrieb:
> Für mich bedeutet es ohne eigene Preiserhöhung 20 Prozent mehr aus den
> laufenden Schweizgeschäften ;)))) und konkurenzfähig bleibe ich dabei
> leicht.

Bloss werden die Schweizer Betriebe und Handwerker bei ihren Bemühungen, 
sich mit irgendwelchen Schikanen Leute wie dich vom Leib zu halten, 
sicherlich noch kreativer werden, als sie es bisher schon sind. Letzte 
kreative Idee dazu war der Killer für einige Futterdienste (Pizza&Co), 
deren Produkte garantiert nun erst kalt ankommen, wenn nicht sogar schon 
verschimmelt.

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