Wasser-schaden-Begrenzer

OP #3982110
Gerade wieder bei 'ner Bekannten im Haus: Mieter dreht den Wasserhahn in 
der Wanne auf, schläft ein, wacht erst auf als die Feuerwehr seine Tür 
einbricht - 3 Stockwerke geflutet und für's erste unbewohnbar.

Gesamtes Wassernetz im Haus war gerade neu.

Da stellt sich mir die Frage: Gibt es eigentlich keine 
Sicherheitseinrichtungen, die dafür sorgen dass nicht mehr als - ich sag 
mal 1.5 Badewannen - Wasser ohne Unterbrechung gezapft werden können?

Technisch doch eigentlich trival - Durchflusszaehler, Mikrokontroller, 
Sperrventil und Schrittmotor.

Wenn doch mal der Pool gefüllt werden soll muss halt öfter mal der 
Schlauch zu gedreht oder der 'Freigabe' Knopf gedrückt werden...

Gibt's sowas wirklich nicht kommerziell zu kaufen,
oder such ich nur nach den falschen Begriffen.

Falls es existiert, warum verpflichten die Versicherungen nicht hierzu?

Gruss
FloF
#3982119
Florian F. schrieb:
> Gibt's sowas wirklich nicht kommerziell zu kaufen,
> oder such ich nur nach den falschen Begriffen.
>
> Falls es existiert, warum verpflichten die Versicherungen nicht hierzu?

Bei mir an der Badewanne und am Waschbecken gibt es einen Überlauf als 
"Sicherheitseinrichtung". Das ist glaube ich nicht nur bei mir so, 
sondern Standard.

Das ist sehr sicher, funktioniert ohne Mikrocontroller und sonstige 
Sperrsysteme.

OK- je nach dem wie lange man pennt wird die Wasserrechnung etwas hoch.
#3982125
Florian F. schrieb:

> Gibt es eigentlich keine Sicherheitseinrichtungen,

Da gibt es jede Menge Sachen zu kaufen. Aber manchmal versagen auch
diese (z.B. die sog. Überläufe), oder die Zusatzgeräte werden erst
garnicht montiert.

> Falls es existiert, warum verpflichten die Versicherungen nicht hierzu?

Müssen wir denn wirklich den Menschen in allen Dingen das Denken 
abnehmen?
#3982179
Florian F. schrieb:
> Gerade wieder bei 'ner Bekannten im Haus: Mieter dreht den Wasserhahn in
> der Wanne auf, schläft ein, wacht erst auf als die Feuerwehr seine Tür
> einbricht - 3 Stockwerke geflutet und für's erste unbewohnbar.

Ich möchte nicht wissen, wie der Mieter danach aussah...

> Da stellt sich mir die Frage: Gibt es eigentlich keine
> Sicherheitseinrichtungen, die dafür sorgen dass nicht mehr als - ich sag
> mal 1.5 Badewannen - Wasser ohne Unterbrechung gezapft werden können?
>
> Technisch doch eigentlich trival - Durchflusszaehler, Mikrokontroller,
> Sperrventil und Schrittmotor.

Viel zu kompliziert.

> Falls es existiert, warum verpflichten die Versicherungen nicht hierzu?

Weil ein Überlauf das auch schaffen sollte. Und viel einfacher.
Persönliche Seite #3982307
Florian F. schrieb:
> Gesamtes Wassernetz im Haus war gerade neu.

Er wollte halt einen größeren Funktionstest machen :)

Florian F. schrieb:
> Technisch doch eigentlich trival - Durchflusszaehler, Mikrokontroller,
> Sperrventil und Schrittmotor.

Was ist daran noch trivial? So ein Gerät würde doch alleine schon von 
den Bauteilen 50-100€ kosten. Und das bei JEDEM Wasserhahn.

Florian F. schrieb:
> warum verpflichten die Versicherungen nicht hierzu?

Warum verpflichten dich Versicherungen nicht dazu:
* dass du beim kacken nicht zu fest drückst? (Hämorrhoiden)
* dass du nur in feuerfesten Räumen rauchst/kochst? (Zigaretten & 
vergessenes Essen sind häufig Ursache für Zimmerbrände)
* dass du nur zwischen 6 und 22 Uhr mit dem Auto fährst? (nachts sehen 
viele schlecht)
* dass du deine Wohnungsfenster nur kippen kannst? (immer wieder fallen 
Leute aus dem Fenster)
* usw.

Manchmal sollte man sich schon überlegen, was man fordert...
Persönliche Seite #3982330
Florian F. schrieb:
> Da stellt sich mir die Frage: Gibt es eigentlich keine
> Sicherheitseinrichtungen, die dafür sorgen dass nicht mehr als - ich sag
> mal 1.5 Badewannen - Wasser ohne Unterbrechung gezapft werden können?

Braucht man eigentlich nicht; Badewannen haben --genauso wie 
Waschbecken-- deswegen einen Überlauf.

Und vernünftig gebaute Badezimmer obendrein einen Bodenablauf.

Wenn der allerdings verstopft ist ... dann wird eine elektronische 
Schutzeinrichtung erst recht weggerottet sein.
#3982442
Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Und vernünftig gebaute Badezimmer obendrein einen Bodenablauf.

Meine Oma hatte eine Altbauwohnung, da war das genial gelöst. Der 
Fußboden hatte eine Neigung aus allen Ecken zum Abfluß unter der 
Badewanne. Man konnte einfach mit dem Duschschlauch das ganze Bad fluten 
und im Nu war alles wieder trocken.

Heutzutage bauen die Bäder nur noch Idioten, das Wasser bleibt überall 
stehen. Manchmal hat der Ablauf sogar noch ne Kante oder der Fußboden 
ist willkürlich uneben, außer in Richtung Abfluß.

Es ist schade, daß solches praktische Wissen verloren geht.
#3982447
Peter Dannegger schrieb:
> Es ist schade, daß solches praktische Wissen verloren geht.

Die Waschküchen waren so konstruiert. Aber seit Textilien nicht mehr 
viel kosten und fast alle sich zu fein sind, ihre Klamotten von Hand zu 
waschen - was sehr deutlich viel schonender ist, als die vorsichtigste 
Maschinenwäsche - glaubt man derlei Wissensballast nicht mehr zu 
benötigen...
#3982495
Abläufe im Boden kenne ich nur aus älteren Häusern, heute scheint das 
völlig unüblich zu sein, dabei könnte so ein Ablauf plus eine 
Türschwelle (1-2 cm) zum Bad so manches Unglück, oder auch Missgeschick 
glimpflich verlaufen lassen.

Ich habe übrigens auch schon mal gedacht, man sollte, im Keller, ein 
großes Ventil in die Hauptleitung bauen, Wasser-Sensoren an geeigneten 
Stellen, und eine sichere Steuerung, die das Ventil, bei Bedarf, 
schließen kann. Bei elektrischem Strom, und Feuer wird so ein Geschiss 
gemacht, gefühlt eine Million Vorschriften ... und bei Wasser, das auch 
sehr große Schäden anrichten kann?

Hier im Haus wurde mal eine Wasserleitung mutwillig zerstört (Der, an 
den Hausgang grenzende, Technik-Raum war wohl nicht abgeschlossen), 
danach ergoss sich eine gewaltige Menge Heißwasser in das Stockwerk 
unter mir (Glück gehabt :-)), und das ca. 2 Stunden, da keiner zu Hause 
war, und dann erst Jemand kommen musste, der an den Haupthahn kann. Da 
ist auch viel kaputtgegangen.

Mit freundlichen Grüßen - Martin
Gast #3982702
K. Laus schrieb:
> Möchten noch ein paar den Überlauf vorschlagen?

Naja, die Geschichte ist schon komisch: Wegen Einschlafen beim Badewanne 
einlassen sollte keine Wohnung überschwemmt werden. Das schafft der 
Überlauf locker.

Ein Bekannter hat sowas mal gebaut: Lichtschranke an die Unterwasseruhr 
(an die Hauptwasseruhr darfst Du ja nicht ran), Atmega, der Umdrehungen 
und Laufzeit zählt und dann entweder nach bestimmter Entnahmemenge 
(Swimmingpool volllassen) oder Entnahmedauer (Leckage mit geringer aber 
kontinuerlicher Entnahme) ein Motorventil schließt.

Das lief auch ganz gut, aber letztlich hat das Motorventil im feuchten 
Wasseruhrenschacht aufgegeben.

Wasseruhr deswegen, weil die viel empfindlicher als ein Paddelschalter 
reagiert und man die Durchflussmenge mitbekommt. Außerdem waren die zur 
Verbrauchsabrechnung der einzelnen Stränge eh drin. Jaja, die "Eichung" 
ist nach dem Einbau ungültig, geschenkt.
OP #3982779
@Oliver: Das hoert sich ja genau richtig an. Was hat Dich das Teil ca 
gekostet?

Zu der 'es gibt ja einen Überlauf'-Fraktion:
Am Wohnungswassereingang würde mein Vorschlag auch vor Wasserrohrbruch 
schützen.

Meine Idee war nicht an jeden Wasserhahn sondern in die Zuleitung zur 
Wohnung / Haus. Und kostet selbst DIY ca 50 EUR (15 EUR Wasserzaehler, 
6-27.5 EUR Magnetventil normally closed, Arduino Nano 2 EUR, 
Lichtschranke 2 EUR...), da geht in Serie doch was^^.

Wenn man lange duscht muss halt der Schwellenwert entsprechend hoch - 
300l 'daneben' sind immer noch besser als 3 Kubikmeter.

Die Versicherungen zahlen sicherlich einige Millionen im Jahr an 
Wasserschäden, die könnten sie niedriger halten....

Zur Geschichte: War von Anfang an nur Hoerensagen, nicht so als waere 
mein Mieter gewesen.
Gast #3982819
Florian F. schrieb:
> 15 EUR Wasserzaehler,
> 6-27.5 EUR Magnetventil

Das kannste knicken. Da brauchst Du im MFH mindestens einen Qn 6 
Wasserzähler und sicher kein Magnetventil aus der Waschmaschine.

Ausserdem kostet normaly closed ständig Strom, und bei Stromausfall ist 
auch das Wasser weg. Also ein Motorventil, 1 1/2". Da biste mit 150 
Eiern dabei.
#3982848
Florian F. schrieb:
> @Oliver: Das hoert sich ja genau richtig an. Was hat Dich das Teil ca
> gekostet?

Das Ding hat mit Einbau ca. 1000 Euro gekostet. Manche 
Haus-Versicherungen honorieren sowas auch weil Wasserschäden leider 
nicht so selten sind (Installateurpfusch) und schnell sehr teuer werden.
Der Installateur der uns den Syr eingebaut hat, war allerdings mit der 
Konfiguration schon überfordert. Gaswasserscheisse eben...
Wenn man sich kurz mit der Anleitung beschäftigt gehts aber. Per Email 
bekommt man auch schnell kompetente Hilfe wenns denn sein muß.

Die Elektronik hat auch noch einen Eingang und einen Ausgang über den 
man sich noch pontentialfrei austoben kann :-)
Hier die Anleitung:
http://www.syr.de/daten_produkte/PDF/Bedienungsanleitung/Deutsch/9.2421.00_1121.pdf
OP #3982899
Timm Thaler schrieb:
> Ausserdem kostet normaly closed ständig Strom, und bei Stromausfall ist
> auch das Wasser weg. Also ein Motorventil, 1 1/2". Da biste mit 150
> Eiern dabei.

Dafür aber auch im Stromlosen Fall 'sicher'. Kann man natürlich drüber 
streiten, aber so rum fällt ein Defekt auf.

Timm Thaler schrieb:
> Das kannste knicken. Da brauchst Du im MFH mindestens einen Qn 6
> Wasserzähler und sicher kein Magnetventil aus der Waschmaschine.

Fair enough, im MFH und mit 1 1/2 Zoll sind die nicht mehr 'günstig'. 1 
Zoll kostet ca. 50 EUR.

@Oliver: Danke.

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