Hallo zusammen, worauf triggert die Einstellung "Triggerquelle: Netz" bei einem Oszilloskop? Vermutlich auf den steigenden (bzw. fallenden) Nulldurchgang der Spannung, oder? (Trigger auf Maximum/Minimum kann ich mir nicht vorstellen). Kann mir die Frage jemand beantworten? Ich traue mir nicht zu den Tastkopf direkt an das 230V~ Wechselspannungssignal zu halten. Eigentlich möchte ich ausmessen, welchen Phasenversatz mein 12V~-Niederspannungstrafo (fast unbelastet) gegenüber der Netzspannung hat. Kann ich hierzu die Oszieinstellung "Triggerquelle: Netz" sinnvoll verwenden (ohne direkt an 230V zu hantieren) oder kann ich damit nichts anfangen? Momentan sieht das nämlich so aus, als hätte mein 12V-Wechselsignal eine Phasenverschiebung von ~90° - kann das hinkommen? Danke
Daniel schrieb: > worauf triggert die Einstellung "Triggerquelle: Netz" bei einem > Oszilloskop? Vermutlich auf den steigenden (bzw. fallenden) > Nulldurchgang der Spannung, oder? (Trigger auf Maximum/Minimum kann ich > mir nicht vorstellen). Da wird ganz einfach die Netzspannung als Triggersignal verwendet und Du hast alle Einstellmöglichkeiten des Triggers wie bei jeder anderer Triggerquelle auch: überschreiten oder unterschreiten des eingestellten Triggerlevels mit eventuell vorhandenen sonstigen Einstellungen (HF reject, ...). Gruß Dietrich
Daniel schrieb: > Ich traue mir nicht zu den > Tastkopf direkt an das 230V~ Wechselspannungssignal zu halten. Letztens haben Wissenschaftler bei Ausgrabungen einer alten Majakultstätte einen Trafo gefunden der in diesen steinalten Kulturkreisen für Messungen am Netz verwendet wurde. Auf dem Datenpapyrus stand "Zweikammernetztrafo 563V/12V" drauf. Die Majas hatten ja noch 563V~ als Netzspannung und sie wussten genau wie man sich bei Messungen daran gefahrlos schützt.
Daniel schrieb: > welchen Phasenversatz mein > 12V~-Niederspannungstrafo (fast unbelastet) gegenüber der Netzspannung > hat. Unter diesen Bedingungen ist die Phasenverschiebung zwischen Primär- und Sekundärspannung sehr klein, fast Null. Um fast 90° eilt aber der Primär_strom_ der Primär_spannung_ hinterher. Je stärker die sekundärseitige Belastung wird, umso geringer wird dieser Winkel. Daniel schrieb: > Kann ich hierzu die Oszieinstellung "Triggerquelle: Netz" sinnvoll > verwenden Ja, aber damit stellt man nur Netzsynchronität her. Bei welcher Netzspannung genau der Strahl ausgelöst wird, weiß man nicht. Das kann man nur durch eine Referenzmessung am Prüfling festlegen unf ggfs. auf eine Gitterlinie schieben. Daniel schrieb: > Ich traue mir nicht zu den > Tastkopf direkt an das 230V~ Wechselspannungssignal zu halten. Sehr gut! Ich würde mich das auch nicht ohne weiteres trauen. Wenn du aber einen weiteren Netztrafo hast, kannst du den zu vermessenden problemlos daraus speisen. Man muß nicht 230V an die Primärwicklung legen; 12V genügen auch.
Daniel schrieb: > Ich traue mir nicht zu den Tastkopf direkt an das 230V~ > Wechselspannungssignal zu halten. Ob der Tastkopf das aushält steht auf ihm drauf. Ob du Probleme mit der Masse-PE-Verbindung des Ozilloskops bekommst, merkst du an der Sicherung. Profis kleben dann den Schutzleiter des Oszis mit Isolierband ab. Gut ist es dann, wenn das Oszi kein Metallgehäuse, aber Kuststoffknöpfe hat... Oder andersrum gesagt: wenn du nicht genau weißt, wie die Potentiale deiner Schaltung aussehen, dann kauf dir einen Trennverstärker und klebe den PE vom Oszi nicht ab.
Der Line-Trigger der neueren Scopes mit Schaltnetzteil wird mittels Optokoppler aus der Netzspannng gewonnen, wird also gerade nicht im Nulldurchgang liegen. Welche Phasenverschiebung das Scope hat, bekommt man am sinnvollsten mit einem 10:1-Tastkopf heraus, bei dem man NUR die Meßspitze an die Phase hält - das Scope liegt ja schon auf PE-Potential. Masseklammer also tunlichst nicht noch benutzen! Manche Scopes haben dann je nach gewähltem Triggerlevel noch eine Verschiebung, also auch austesten. Die älteren mit 50 HZ-Trafo haben das aus einer Sekundärwicklung abgegriffen, aber auch hier ist eine Phasenverschiebung denkbar. Da hilft nur ausprobieren.
Auch alte Oszi können bei Line genau mit dem Nulldurchgang getriggert werden, über den Trigger Pegel. Viele Digits aber keine Grundlagen...
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Lothar Miller schrieb: >> Profis kleben dann den Schutzleiter des Oszis mit Isolierband ab. > Hust. Ähhmmm... Anführungszeichen und Smileys vergessen... Echte Profis tun das natürlich nicht, sondern nur "Profis".. :-/
Lothar Miller schrieb: > Profis kleben dann den Schutzleiter des Oszis mit Isolierband > ab. Sind das die gleichen Profies, die Sicherungen überbrücken, weil die immer rausfliegen?
Daniel schrieb: > Ich traue mir nicht zu den Tastkopf direkt an das 230V~ > Wechselspannungssignal zu halten. Es gibt durchaus Tastköpfe, mit denen man das machen kann, aber die üblichen 10:1-Teile gehören da eher nicht dazu (und würden den Eingang sowieso nur übersteuern). Aber: bei 50 Hz brauchst du dir noch keine großen Gedanken um die Frequenzkompensation machen. Sofern du also hinreichend spannungsfeste Widerstände besitzt (am besten mehrere in Reihe), kannst du aus einem 10:1-Tastkopf mit 10 MΩ Eingangswiderstand durch Vorschalten von insgesamt 90 MΩ einen 100:1-Tastkopf bauen.
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